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Die Single-Generation
Oder:
Die Generationendebatte und die Single-Gesellschaft

 
   

"Wie man zu Singles steht, ist mehr geworden als eine Frage der persönlichen Lebensgestaltung und intimen Diskussion. Singles sind so häufig geworden, und die Presse hat sich ihrer so ausgiebig angenommen, daß Singles zur öffentlichen Angelegenheit geraten sind. Dadurch mehren sich die Gefahren einer vorurteilshaften Bewertung von Singles."
(HRADIL, Stefan: Die "Single-Gesellschaft", München: Beck, 1995)

 
       
     
       
   
 
       
    Diese Website beschäftigt sich mit den Akteuren, Positionen und Abgrenzungspolitiken der Single-Generation. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit den "68ern" und den Angehörigen der "Generation Golf" sowie die Kontroverse Familien contra Singles.     
       
   
 
       
   

Die Themen im Überblick

 
   
 
       
   

News zum Single-Dasein und zur Single-Generation

 
    In dieser Rubrik finden Sie z. Z. Links zu Presseberichten aus dem Jahr 2000 - 2007. Neue Presseberichte finden Sie unter www.single-dasein.de  
       
     
   
  • Erste Ergebnisse der Erhebung "Geburten in Deutschland" haben gezeigt, dass die Kritik von single-generation.de am nationalkonservativen Argumentationsmuster, die im Buch "Die Single-Lüge" pointiert dargestellt wird,  allzu berechtigt war.
    Die Veröffentlichung der Ergebnisse wird Konsequenzen haben für die zukünftige Schwerpunktsetzung auf dieser Website. Mehr darüber hier.
 
       
     
       
     
   
 
       
     
   
 
       
   

Die aktuelle Generationendebatte und die Single-Gesellschaft

 
    Der Generationenbegriff hat Konjunktur, ob es nun um die "Neue Deutsche Literatur", die "Berliner Republik" , die "New Economy" oder den sog. "Generationenvertrag" geht. Der letztgenannte Begriff wird noch am ehesten mit der Single-Debatte in Verbindung gebracht. Der Begriff "Single-Generation" existiert im öffentlichen Diskurs noch nicht, aber der Begriff "Generation Ich", den der SPIEGEL v. 22.05.2000 prägte, ist vielleicht nur ein erster Schritt dorthin.
      
Wenn SUSANNE GASCHKE auf die Frage "Was ist heute radikal?" mit "Die Familie" antwortet (ZEIT Nr.38/1998) und BENJAMIN V. STUCKRAD-BARRE in "Tristesse Royale" (1999) Heiraten als Rebellion gegen die Rebellion auffasst, dann deutet dies auf generationsspezifische Legitimationsmuster von Lebensformen hin. In loser Folge soll dieses Thema deshalb von mir aufgegriffen werden.
      
Im ersten Beitrag geht es um eine Art Bestandsaufnahme und um die Fragen: Welche Generationen sind im Gespräch? Wie entstehen Generationen? Ist es überhaupt noch sinnvoll von Generationen zu sprechen? Weiterführende Links und Literaturangaben ermöglichen eine vertiefende Beschäftigung mit dem Thema.
 
       
     
    Das Single-Dasein war in der bürgerlichen Gesellschaft lange Zeit eine mehr oder weniger abweichende Lebensform. Mit welchen Anfeindungen Alleinstehende in dieser Zeit leben mussten, das wird anhand der Literatur früherer Zeiten erfahrbar, aber auch ältere Literaten haben einen anderen Blick auf die Gegenwartsgesellschaft.  
       
     
    Die 68er-Generation hat alternative Lebensformen zur bürgerlichen Kleinfamilie durchsetzen wollen. Dies geschah meist ohne elterliche Rollenvorbilder. Die Kleinfamilie war jedoch die negative Kontrastfolie für die Lebensformexperimente. In der Literatur spiegelt sich diese Suche nach lebbaren Alternativen wider.
      
Die 68er haben kollektive Lebensformen angestrebt, das Single-Dasein ist für sie deshalb Ausdruck eines Scheiterns im Sinne eines Rückzugs ins Private. Von daher ist es nicht erstaunlich, dass die These von der "Single-Gesellschaft" von dem 68er Soziologen Ulrich BECK erfunden wurde. Der Kulturkampf um die richtige Lebensform ist immer auch ein Generationenkonflikt zwischen 68ern und 78ern.
 
       
     
    Die 78er-Generation war für die 68er Revolte zu jung und für die Hausbesetzungen und "Null Bock" zu alt. Sie war aber die erste Generation, die in ihrer Jugend die Wahl zwischen verschiedenen Lebensformen hatte.
      
78er konnten bei den Eltern wohnen, in einer Wohngemeinschaft leben, das Alleinleben im Single-Appartement ausprobieren, unverheiratet zusammenleben oder eine Ehe eingehen. Das Thema der 78er-Literaten sind diese Experimente mit verschiedenen Lebensformen und deren Folgen.
      
In meiner Galerie sollen die Literaten dieser Single-Generation vorgestellt werden.
 
       
     
    Seit Ende der 80er Jahre haben Familien-Werte Hochkonjunktur. Lifestyle-Magazine wie "Wiener" und "Tempo" waren die Trendsetter der "Neuen Lifestyle-Familie". Die Popliteraten der "Generation Golf" haben in den Lifestyle-Magazinen ihre Karriere begonnen. Das Thema der Literaten der Generation Golf ist ein diffuses Verlustgefühl und eine Sehnsucht nach der Normalfamilie der Neuen Mitte. Das Single-Dasein erscheint in dieser Perspektive als abweichende und zu überwindende Lebensform. Heiraten wird zu einem Akt der Rebellion und zum Statussymbol der Neuen Mitte.  
       
     
    Im Sog der Demografiepolitik der 68er, der neuen Reaktionäre aus der Single-Generation und den Verfechtern der Familienwerte in der Generation Golf, gerät das Single-Dasein wieder zum abweichenden Verhalten. Das Erwachsenwerden der nachfolgenden Generationen steht damit im Zeichen von Einsamkeit, Partnerlosigkeit und Kinderlosigkeit als Stigma.  
       
     
       
   
 
       
     
       
   
 
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Stand: 02. Mai 2010