Inhaltsverzeichnis
Einführung
1 Statistische Grundlagen
1.1 Ausgangsbasis
1.2 Komponenten der Bevölkerungsentwicklung
1.3 Bestimmungsfaktoren für die Entwicklung der Komponenten zur
Bevölkerungsentwicklung
1.3.1 Geburten
1.3.2 Sterbefälle
1.3.3 Wanderungen
1.4 Datenlage
1.4.1 Ausgangsbevölkerung
1.4.2 Geburten
1.4.3 Sterbefälle
1.4.4 Wanderungen
2 Vorausberechnungsmethoden
2.1 Geburtsjahrgangsweise
Fortschreibung versus Mikrosimulation
2.2 Perioden- versus Kohortenansatz
3 Zur "Treffsicherheit" von
Vorausberechnungen
(1) Deutsche Bevölkerung
(2) Ausländische Bevölkerung
4 Zusammenfassung
Der
Babyboom der 1960er Jahre als Ergebnis von Tempoeffekten
"Ein
Vergleich der für einzelne Geburtsjahrgänge ermittelten
Fruchtbarkeitsziffern zeigt zum Beispiel, daß es mehrfach
»Verschiebungen« gegeben hat. So erklärt sich beispielsweise der
»Babyboom«der sechziger Jahre zum Teil daraus, daß sich das
Alter, in dem die meisten Kinder geboren werden, merklich zu den
jüngeren Altersjahren hin verschoben hat. Später kommt es wieder
zu einer Verlagerung des »Geburtengipfels« in höhere
Altersjahre.
Eliminiert man die durch »Vorziehen« bzw. »Hinausschieben« von
Geburten bedingten Änderungen der Geburtenzahlen, so schwächt
sich insbesondere der »Babyboom« der sechziger Jahre ab und es
wird deutlich, daß sich der schon im letzten Jahrzehnt des
vergangenen Jahrhunderts einsetzende Trend des Geburtenrückgangs
weiter fortgesetzt hat." (S.236)
Verzerrung der Geburtenrate durch Tempoeffekte
"die
Zusammengefaßte Geburtenziffer (weist) kurzfristig einen zu
hohen Wert (auf)(...), wenn bestimmte Generationen ihre
Kinderwünsche früher realisieren als vorausgegangene
Geburtsjahrgänge. Umgekehrt wird bei einer Verzögerung des
Familienbildungsprozesses, das heißt beim »Hinausschieben« von
Geburten, zeitweilig eine zu niedrige Fruchtbarkeit
ausgewiesen." (S.243)
Die
Treffsicherheit von Bevölkerungsvorausberechnungen
"Die
»Treffsicherheit« von Bevölkerungsvorausberechnungen hängt
wesentlich von der Kontinuität ab, in der sich die zugrund
liegenden Komponenten entwickeln. Da der Verlauf der Komponente
»Wanderungen« in der Vergangenheit die stärksten Ausschläge
aufwies, kam es hier zu relativ großen Abweichungen. Mit der
Fortsetzung des säkularen Trends der Geburtenentwicklung ab
Mitte der sechziger Jahre, der in seinem Ausmaß nicht
vorhersehbar war, insbesondere, als sich der langjährige
Geburtenüberschuß ab 1972 in einen Sterbeüberschuß umkehrte,
entstand eine weitere, relativ große Fehlerquelle. Auch der
überdurchschnittliche Rückgang der Sterblichkeit in den
siebziger Jahren kam unerwartet." (S.255)
Defizit der
Bevölkerungsstatistik
"Ein (...)
Nachteil ist darin zu sehen, daß aus der Geburtenstatistik nicht
hervorgeht, wie viele Kinder eine Frau bisher zur Welt gebracht
hat (eine entsprechende Aussage kann nur auf die jeweilige Ehe
bezogen werden). Diese Informationslücke wird mit der
zunehmenden Scheidungs- und Wiederverheiratungshäufigkeit immer
kritischer." (S.260)