Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsabgrenzungen und
Methodik
3. Bevölkerungsentwicklung
und demographische Alterung in Deutschland und der EU
3.1 Geburtenentwicklung
3.2 Sterblichkeit
3.3 Wanderungen
3.4 Bevölkerungsbilanz und -struktur
3.5 Die ausländische
Bevölkerung in Deutschland
3.6 Ältere Migranten und die
Rückwanderung von älteren Ausländern
3.7 EU-Vergleich der
Bevölkerungsentwicklung
4. Die
Bevölkerungsentwicklung Deutschlands bis 2050
5. Die künftige
demographische Alterung in Deutschland
6. Lebensformen im Alter -
heute und morgen
7. Hilfe- und
Pflegebedürftige im demographischen Wandel
8. Sozio-ökonomische Merkmale
der Älteren
9. Ergebnisse und
Schlussfolgerungen
Endgültige Kinderzahlen
für die Frauenjahrgänge 1865 - 1966
(Die Abbildung nennt als Quelle Karl Schwarz, 1991)
"Betrachtete
man die Geburtenentwicklung (...) auf die einzelnen
Geburtsjahrgänge der Frauen bezogen, so erhält man ein exakteres
Bild der Veränderungen im Geburtenverhalten. (...). Der
zeitlichen Dimension der Geburtenentwicklung wird somit besser
Rechnung getragen - denn die Realisierung eines Kinderwunsches
ist zeitlich nicht unbedingt festgelegt und kann je nach
individueller Situation vorverlegt oder verschoben werden. Dies
ist ein entscheidender Unterschied zur Querschnittsbetrachtung
(...) in der die so genannten Timing-Effekte, z.B. durch eine
Erhöhung des Heiratsalters oder eine Rückverschiebung der
Geburten (wie in Ostdeutschland nach der Wende) einen z.T. nicht
unerheblichen Einfluss auf den Kurvenverlauf haben. (S.21)
Kein
Frauenjahrgang seit 1880, der in Deutschland das
bestandserhaltende Geburtenniveau gesichert hat
"Ab etwa dem
Jahrgang 1880 fiel die endgültige Kinderzahl der Frauen in
Deutschland unter das Bestandserhaltungsniveau: seitdem
erreichte kein Jahrgang mehr den Generationenersatz!" (S.22)
Anteil
kinderloser Frauen an den Geburtsjahrgängen 1935 - 1965 (Die
Abbildung nennt kein Erhebungsjahr)
"Die
vorherigen Jahrgänge hatten zwar einen höheren Anteil
kinderloser Frauen zu verzeichnen als diejenigen ab 1935:
aufgrund der Männerverluste des Ersten Weltkrieges blieben viele
Frauen ohne Partner und Familie. Fast ein Drittel der 1965
geborenen Frauen in Westdeutschland werden aller Voraussicht
nach aber meist freiwillig kinderlos bleiben. Ostdeutschland hat
dabei stark aufgeholt, nachdem Kinderlosigkeit in der ehem. DDR
nicht zuletzt aufgrund der pronatalistischen Politik kaum eine
Rolle spielte. Für die kommenden Jahrgänge rechnet man mit noch
höheren Zahlen - schon heute bleiben etwa Akademikerinnen zu 40
% kinderlos (Dorbritz; Schwarz 1996)." (S.22f.)
Die
Prognosen zur demografischen Alterung in Deutschland
unterscheiden sich gravierend
"Weil
demographische Prognosen nur so gut sind wie ihre getroffenen
Annahmen und dies maßgeblich die Ergebnisse bestimmen, soll ein
Vergleich dreier Bevölkerungsprognosen zeigen, ob sich die
demographische Alterung bei den drei Modellrechnungen
grundlegend unterscheidet. Untersucht wurde dabei jeweils nur
die als die wahrscheinlichste angesehene Variante:
- Die
Variante 2 der 9. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung
(...).
- Die
mittlere Variante der UN Wolrd Population Prospects aus dem Jahr
2000 geht bis 2050 von einem Anstieg der zusammengefassten
Geburtenziffer auf 1,61 (...) aus.
- Die
mittlere Variante der Bevölkerungsprognose von Eurostat, dem
Statistischen Amt der Europäischen Union, rechnet bis 2050 mit
einem Anstieg der zusammengefassten Geburtenziffer auf 1,5
(...).
Die 9.
koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen
Bundesamtes ist hinsichtlich der Bevölkerungsabnahme und der
Zunahme des Anteils der älteren Menschen am pessimistischten.
Die Bevölkerung Deutschlands nimmt in der UN-Prognose dagegen
nur auf rund 73 Mio. ab, bei der EU-Prognose sogar nur auf 77
Mio (9. Koordinierte: rund 70 Millionen)
(...).
Bei
optimistischeren Annahmen zur Geburtenhäufigkeit und höherer
Zuwanderung (UN- und EU-Prognose) ist die Entwicklung der
demographischen Alterung weniger stark ausgeprägt." (S.91ff.)