| |
|
SCHWENTKER, Björn (2004): Schuld ist natürlich das Volk.
In Deutschland werden zuwenig Kinder geboren ,heißt es. Doch
gesicherte Daten für Prognosen gibt es nicht. Weil sich niemand
richtig nachzufragen traut,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 31.10.
-
Björn SCHWENTKER widmet sich einem Thema, das in
Deutschland ein Tabu ist: die katastrophale Datenlage zu Kinderlosen
in Deutschland.
Einzig single-dasein.de
und single-generation.de haben
immer wieder auf diesen Missstand hingewiesen, weswegen der folgende
Satz mehr als merkwürdig ist:
"Einig sind sich die deutschen
Demographen (...), daß die deutschen Kinderlosenzahlen in Europa
einzigartig unzuverlässig sind".
Aber hat überhaupt jemals ein
einziger deutscher Demograf auf diesen Missstand hingewiesen?
Man muss sich nur die Aussagen
unserer Demografen anschauen, dann wird schnell klar, dass ihnen gar
nichts an Aufklärung liegen kann.
Vielmehr tragen Polarisierer wie
Herwig BIRG dazu bei, das Problem zu verschleiern.
Obwohl es seit Jahren ein offenes
Geheimnis ist, dass unsere
ehezentrierte Statistik aufgrund
der hohen Scheidungsraten und der Zunahme unehelicher Geburten gar
nicht in der Lage ist, das Ausmaß der Kinderlosigkeit zu beziffern,
wurde dies in der öffentlichen Debatte noch nie so offen
ausgesprochen wie bei SCHWENTKER:
"Die Standesämter melden zwar
ordnungsgemäß jede Geburt, geben aber die Reihenfolge der Kinder in
der Familie nur innerhalb einer bestehenden Ehe an. Zudem wird die
große und steigende Zahl unehelicher Geburten ganz ohne Reihenfolge
der Kinder erfaßt. Wieviel unverheiratete Kinderlose erstmals Mutter
werden, ist aus den Zahlen der Standesämter nicht ersichtlich. Und
in der Geburtenstatistik wird etwa eine Frau mit zwei Kindern, die
sich scheiden läßt und neu heiratet, als kinderlos gezählt."
Single-generation.de hat diesen Skandal der
Überschätzung dauerhaft Kinderlosen als
Ergebnis einer "katholischen Statistik"
kritisiert.
Die Soziologin
Michaela KREYENFELD vom Max-Planck-Institut für demographische Forschung in Rostock
beschreibt die Folgen:
"Die Kinderlosigkeit wird (...) generell
überschätzt, (...) das führt etwa zu der
Horrormeldung von 40 Prozent Kinderlosigkeit bei Akademikerinnen."
Dieses Phänomen wurde von
single-generation.de bereits vor längerem als
politische Konstruktion der Geburtenkrise kritisiert.
Auch wenn man den
Mikrozensus, statt der Geburtenstatistik zweckentfremdet, wird die
Erfassung der Kinderlosen nicht besser, denn
hier werden nur Kinder erfasst, die im
Haushalt der Eltern leben.
Mit dem Neuentwurf des
Mikrozensusgesetzes ist durch den Bundesrat wiederum eine Chance
vergeben worden, die Kinderlosigkeit genauer zu erfassen.
Es ist offenbar von Seiten
der Politik nicht erwünscht, genauere Daten zu erhalten, denn es
könnte sonst offenbar werden, dass es gar nicht so viele dauerhaft
Kinderlose gibt, wie das von
Sozialpopulisten
behauptet wird. |
SCHWENTKER, Björn (2005): Von wegen 40 Prozent.
Obwohl es der Mikrozensus
so weismachen will: Akademikerinnen sind mitnichten schuld am
deutschen Babyschwund,
in: Die ZEIT Nr.42 v. 13.10.
-
Diesen Artikel suchen Sie heute vergeblich
in der Papier-ZEIT, denn er ist nur in der Online-Ausgabe
vom 9. Oktober erschienen!
Dies
wirft ein bezeichnendes Licht auf unsere
angeblich weltoffene globale Klasse.
Die
Medienlandschaft der Neuen Mitte ist inzwischen durch eine
Fragmentierung gekennzeichnet. In den Feuilletons der Papier-Mitte
werden die zunehmenden Parallelwelten beklagt, gleichzeitig werden
sie im Internet vorangetrieben.
Die
Zielgruppe der Papier-Mitte ist der Nicht-Single, die Zielgruppe
der Online-Mitte ist der Single.
Der
Witz ist nur, dass heutzutage gar nicht mehr sicher ist, wer
Single und wer Nicht-Single ist. Viele sind inzwischen sowohl
Single als auch Nicht-Single!
"Selten
waren sich die Deutschen so einig wie in der
Debatte über
Kinderlosigkeit. In der Bundesrepublik werden nur rund 1,4
Kinder pro Frau geboren, und schuld am Fehlen des nationalen
Nachwuchses sind die Akademikerinnen. Deren Gebärstreik lässt sich
an einer besonders imposanten Zahl belegen: 40 Prozent. So viele
der gebildeten jungen Frauen – wenn nicht gar mehr - bleiben ohne
Nachwuchs, hieß und heißt es quer durch die Medien. Doch während
sich eine leidenschaftliche Diskussion über das »Warum« dieser
unerhörten demografischen Ziffer entspannt hat, geht eines völlig
unter: Die Zahl ist schlichtweg falsch",
schreibt Björn SCHWENTKER.
Bereits
am 31. Oktober 2004 hat SCHWENTKER in der Papier-FAS
Michaela KREYENFELD zum Thema zitiert. Zum damaligen Zeitpunkt
gab es eindeutige Hinweise, dass die Zahlen überhöht waren, aber
es fehlten Untersuchungen, die das auch wissenschaftliche korrekt
bewiesen.
Das
Datendesaster ist nicht erst seit 2004 bekannt.
Single-generation.de beweist seit dem Jahr 2000, wie mit Statistik
gelogen wird. Es
geht ja nicht nur um die kinderlosen Akademikerinnen, nicht einmal
nur um die Kinderlosen im allgemeinen. Fakt ist: Auch die
Geburtenrate von 1,4 wird von den nationalkonservativen
Demografen zu niedrig ausgewiesen.
Dies
war bereits im
April 2001 bekannt als das Bundesverfassungsgericht aufgrund
eines Gutachtens des nationalkonservativen
Bevölkerungswissenschaftler Herwig BIRG die Kinderlosen zu
Zuzahlungen verdonnerte - eine Art Reparationszahlung, die den
Kinderlosen von der gut organisierten nationalkonservativen
Familienlobby aufgezwungen wurde. Schließlich befinden wir uns
mitten im Demografiekrieg!
Nicht
Kinder fördern, sondern Kinderlose bestrafen heißt die Devise.
Dies
wäre niemals möglich gewesen, wenn die weltoffene globale Klasse
nicht mitgespielt hätte. Klammheimliche Sympathisanten sind das
gewesen.
Am
14. August 2003 fragte Susanne GASCHKE in der ZEIT
Wo sind die Kinder?
und forderte die Rente nach Kinderzahl. Einzig bei
single-dasein.de und single-generation.de war damals
eine Erwiderung zu lesen. Die
Gutmenschen-taz lehnte damals eine Erwiderung in ihrem
Blatt dankend ab, und haute ihrerseits drauf.
Ulrike WINKELMANN
schrieb lieber Auf Wiedersehen, Kinder. Erst
im Januar 2005 machte die taz-Journalistin eine wundersame
Wandlung durch und
im
Mai 2005 veröffentlichte sie in der Zeitschrift Feministische
Studien zusammen mit Christian SCHMITT einen Artikel,
in dem die überhöhten Zahlen widerlegt wurden. Dieser
Artikel muss insofern als wegweisend betrachtet werden, weil er
erstmals einer breiterer Öffentlichkeit Zahlen präsentierte.
Bereits am 08. März kritisierte SCHMITT die
Kinderlosenzahlen, die den
Elterngeld-Wahlkampf der SPD legitimieren sollten in der
FAZ, während Frank
SCHIRRMACHER in dieser Zeit das Ideal der deutschen Mutter
von
Herwig BIRG rechtfertigen
ließ.
Wissenschaftsintern
sah das ganz anders aus. Aber wer will unseren abhängigen
Wissenschaftlern verübeln, dass sie in diesen Zeiten ihren Job
behalten wollen?
Wo
sind die Kinderlosen, Frau GASCHKE? Diesen Artikel
vermissen wir in der deutschen Mitte-Presse immer noch.
Deshalb
erscheint auch SCHWENTKERs Beitrag nicht in der Papier-ZEIT,
die ja jahrelang zu den Hardlinern bei der Verbreitung der
überhöhten Kinderlosenzahlen gehörte.
Noch
im neuen Kursbuch schreibt Frau GASCHKE im Beitrag "Alte
Rollen, neue Frauen. Tolle Karrieren, glückliche Ehen, gute Figur
und prima Kinder. Das kann nicht klappen":
"Für
Frauen (...) ist die Vorstellung, in einem eigenen Beruf zu
arbeiten, inzwischen eine Selbstverständlichkeit. Für Mann und
Kinder geben sie ihre Berufstätigkeit dann auf, wenn (...) ihr
Verdienstausfall durch Kindererziehungszeiten nicht sehr ins
Gewicht fällt und ihre Aufstiegsmöglichkeiten dadurch nicht
wesentlich geschmälert werden. Dieser Umstand dürfte erheblich zu
jenem Trend beitragen, den Bevölkerungswissenschaftler
»gespaltenes Fertilitätsverhalten« nennen: Dass nämlich die
vergleichsweise schlecht bezahlten Frauen aus den unteren
Bildungs- und Berufsgruppen sich mittlerweile weit häufiger für
Nachwuchs entscheiden als die Akademikerinnen, die am Ende zu über
40 Prozent kinderlos bleiben."
Es
handelt sich hier um die erste Ausgabe der
Vierteljahreszeitschrift Kursbuch, die nun zum
Presseimperium der ZEIT gehört und die rechtzeitig zur
heißen Phase des Familienwahlkampfes erschien.
"Vergangene
Woche in Rostock rechneten Mitarbeiter des Bundesinstituts für
Bevölkerungsforschung (BiB), dem »demografischen Arm« des
Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden, vor, dass man fast die
selben Ergebnisse auch mit dem Mikrozensus bekommt. Wenn man nur
die richtigen, also ältere, Frauenjahrgänge betrachtet und zudem
auch Fachhochschulabsolventinnen zu den Akademikerinnen rechnet.
Die gebären nämlich mehr als Frauen mit Uni-Abschluss. Die neu
berechneten Daten des BiB zeigen: Der Anteil endgültig kinderloser
Akademikerinnen liegt nicht über 30 Prozent. Die Statistiker
halten den Mikrozensus damit für rehabilitiert. An der mächtigen
Erhebung, so der Tenor von behördlicher Seite, führe ohnehin kein
Weg vorbei",
erklärt uns SCHWENTKER.
Der
Journalist spielt hier auf die Studie von
UNGER &
SCHAREIN an.
Mitten
in den Endkampf um die Familie, platzte dann noch eine
Pressemeldung des statistischen Bundesamtes,
die nochmals dafür sorgte, dass die 40 %-Marke wenigstens für
westdeutsche Akademikerinnen wieder erreicht wurde.
Die
wenigsten dürften jedoch die Studie von DUSCHEK & WIRTH selber
gelesen haben. Und wenn, dann hätten sie - als Fachfremde - die
Problematik nicht verstanden, weil dort die öffentliche Debatte
nicht dargelegt wird. Nicht deren wissenschaftliche Beweisführung
ist also zu kritisieren, sondern nur die gezielte Lancierung durch
das Statistische Bundesamt lässt Seriosität vermissen. Das wurde
auf single-generation.de auch beanstandet.
"Die
unglückliche Kommunikation der 40 Prozent Kinderlosigkeit bei
Akademikerinnen sei vielleicht kein Zufall, gibt ein Vertreter der
amtlichen Statistik zu: »Mit dramatischen Zahlen erreicht man eben
mehr Öffentlichkeit.« Genau das war nach dieser Interpretation das
Ziel des Statistischen Bundesamtes. Dessen Pressemeldungen waren
es nämlich, die die 40 Prozent erst in Umlauf brachten",
schreibt SCHWENTKER. Nur
macht es sich der Journalist mit seiner Ursachenbeschreibung zu
leicht. Keineswegs hatte nur die CDU ein Interesse an hohen
Kinderlosenzahlen gehabt, sondern auch die SPD. Nachdem
der Traum für Rot-Grün ausgeträumt ist, werden die Karten nun
offensichtlich neu gemischt.
Es
wird sich zeigen müssen, ob unsere globale Klasse das
nationalkonservative Deutungsmonopol der deutschen Demografen
endlich zerschlägt oder ob weiterhin eine
große
Allianz der Besitzstandswahrer verhindert, dass auf junge Singles
- und damit auf potenzielle Eltern - in diesem Land mehr Rücksicht
genommen wird. |
ZEIT ONLINE (2005): Wer hat Schuld am Kinderschwund?
40 Prozent aller
Akademikerinnen haben keine Kinder, heißt es. Aber stimmt das
wirklich? Eine Kontroverse zwischen dem Autor Björn Schwentker und dem
Präsidenten des Bundesamts für Statistik, Johann Halen
,
in: Zeit Online v. 06.11.
-
Warum wird diese Kontroverse um die
Akademikerinnenkinderlosigkeit eigentlich online und nicht in der
Papier-ZEIT ausgetragen? Ist das nicht ziemlich erbärmlich?
Am
09.10. erschien ein Artikel über das Problem von Björn
SCHWENTKER, nun hat
Johann HALEN eine Erwiderung verfasst, auf die wiederum
SCHWENTKER geantwortet hat. |
SCHWENTKER, Björn (2005): Im Schoß des Hörsaals.
Frauen sollen schon während des Studiums Kinder bekommen. Dann
haben sie später Zeit für die Karriere, und leisten dennoch ihren
reproduktiven Beitrag zur Gesellschaft,
in: Zeit Online v. 06.12.
-
Mit SCHWENTKER folgt nun die ZEIT der
SZ-Strategie, wonach sich die Papier-Ausgaben an Familien
richten, während die Online-Ausgaben sich der Singles annehmen.
Damit entstehen nun genau jene Parallelwelten, die allseits beklagt
werden.
Mit
keinem Wort geht SCHWENTKER deshalb darauf ein, dass mit Susanne
GASCHKE für die ZEIT eine
Verfechterin der früh gebärenden Studentinnen-Avantgarde
schreibt.
Stattdessen
wird von SCHWENTKER das Konzept "Twenty Mom" kritisiert, das junge
Studentinnen das Gebären schmackhaft machen soll:
"Bisher
haben die Politiker sich nicht damit hervorgetan, Akademikerinnen
eine späte Geburt ans Herz zu legen. Ein etwas offeneres Ohr dürfte
sich die demografische und soziologische Forschung hier von der
Politik durchaus wünschen. Der Zeitpunkt wäre günstig. Denn das
Familienministerium hat mit Ursula von der Leyen soeben eine Chefin
bekommen, die das erste ihrer sieben Kinder auch nicht mit 20,
sondern mit 28 Jahren zu Welt brachte. Eine weniger zwanghafte
öffentliche Debatte über den Zeitpunkt und die persönliche
Entscheidung für ein Kind wäre deshalb nicht nur für Akademikerinnen
ein besonders schönes Weihnachtsgeschenk."
Wie
immer sind die Leser-Kommentare aufschlussreicher als der Artikel
selber... |
SCHWENTKER, Björn (2006): Der Kinderschock.
Einmal mehr ist Deutschland
auf das Tiefste bestürzt: Wir sind katastrophal kinderarm und scheinen
auszusterben. Für eine notwendige Demografie-Debatte sind solche
Fehlinterpretationen aber nichts als Gift,
in: ZEIT Online v. 17.03.
-
Björn SCHWENTKER arbeitet an der Single-Front.
Man muss sich diese Schizophrenie einmal vorstellen!
In der
Papier-Familien-ZEIT wird von
Susanne GASCHKE mit falschen Zahlen gegen die Kinderlosen
polemisiert und den Singles gegenüber dementiert man - indirekt -
die Lügen der Papier-ZEIT (Natürlich wird immer nur über die
Lügen der anderen aufgeklärt).
Glaubt man im
Ernst, dass dies die Glaubwürdigkeit erhöht? Wer noch bei Trost ist,
der wird sich von unseren altehrwürdigen Medien verabschieden! |
SCHWENTKER, Björn (2006): Aussterben abgesagt.
Deutschland hat die
Demografie entdeckt – und mit ihr die demografische Katastrophe. Viele
Forscher sehen gar keinen Grund zur Aufregung,
in: Die ZEIT v. 08.06.
-
|
In dem Buch
"Die
Single-Lüge" erfahren Sie, warum dieser Artikel nicht bereits
vor einem Jahr in der ZEIT erschienen ist, obwohl sich am
wissenschaftlichen Erkenntnisstand in der Zwischenzeit nichts
geändert hat. |
SCHWENTKER, Björn (2006): Pokerspiele an der Wiege.
Akademikerinnen sind im
Gebärstreik? Nein. Die Statistik ist fehlerhaft. Und der Bundesrat
verhindert exakte Erhebungen. Teil zwei unserer Demografie-Reihe,
in: Die ZEIT Nr.25 v. 14.06.
-
| Punkt für Punkt bestätigt Björn SCHWENTKER im
2. Teil der
Serie
Deutschland
ohne Kinder? die Kritik von
single-dasein.de und single-generation.de an der
Demografiedebatte. [
mehr ] |
SCHWENTKER, Björn (2006): Jede hat einen guten Grund.
Ökonomen und Soziologen untersuchen, warum sich Frauen
in Deutschland nicht öfter fürs Kinderkriegen entscheiden,
in: Die ZEIT Nr.26 v. 22.06.
-
Björn SCHWENTKER zeigt im 3.Teil der
Serie
Deutschland ohne Kinder auf,
dass das zentrale Defizit der Bevölkerungswissenschaft ihre
Unterentwickeltheit ist. Es existiert keine allgemein anerkannte
Theorie des Geburtenrückgangs.
SCHWENTKER
stellt die ökonomische Theorie der Opportunitätskosten vor, mit der
die gegenwärtige Politik der Vereinbarkeit von Beruf und Familie
begründet wird (z.B.
Bert
RÜRUP oder das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung).
Als
Gegentheorie wird die soziologische Wertewandelthese präsentiert. Dazu wird der
Heidelberger Soziologe Thomas KLEIN vorgestellt, der
mit
Längsschnittdaten
die ökonomische Theorie in Zweifel zieht.
Der Soziologe
Günter BURKART
spricht in diesem Zusammenhang lieber von einer "Kultur des
Zweifeln" als von einer
"Kultur der
Kinderlosigkeit" (ein Lieblingsthema von Susanne GASCHKE).
Aus der Sicht
von Gerda NEYER vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung
sind monokausale Erklärungen wenig weiterführend, sondern es bedarf
interdisziplinärer Forschung, um die Ursachen des Geburtenrückgangs
zu verstehen. |
SCHWENTKER, Björn (2006): Der Ernährer hat ausgedient.
In Deutschland werden
traditionelle Familienbilder gehätschelt und Frauen noch immer
diskriminiert. Wo aber keine Gleichberechtigung der Geschlechter
herrscht, kommen auch weniger Kinder zur Welt,
in: Die ZEIT Nr.27 v. 29.06.
-
Björn SCHWENTKER widerlegt im letzten Teil der Serie
zur Kinderlosigkeit in Deutschland den
nationalkonservativen Bevölkerungswissenschaftler Herwig BIRG, der
im gestrigen FAZ-Artikel
mit Legende Nr.12 den positiven Zusammenhang zwischen Geburtenrate
und Frauenerwerbsquote geleugnet hat.
Während BIRG
wie üblich keine Zahlen nennt, zitiert SCHWENTKER
Forschungsergebnisse des Max-Planck-Institut für demografische
Forschung in Rostock und lässt Jan HOEM, den Direktor des Instituts
und den Familiensoziologen
Johannes HUININK
zu Wort kommen. |
SCHWENTKER, Björn (2006): Schwarzmalen nach Zahlen.
Deutschland entvölkert sich, sagen die Statistiker. Doch unter
leicht veränderten Annahmen kommt man zu ganz anderen Ergebnissen,
kommentiert Björn Schwentker,
in: ZEIT online v. 07.11.
-
Björn SCHWENTKER,
eine Art schlechtes Gewissen der
ZEIT, darf nun zumindest online
Zweifel am Realismus der Modellrechnungen anmelden:
"Was
die Statistiker für die Öffentlichkeit aufbereitet haben, liest sich
hingegen so gar nicht wertfrei. War etwa in der letzten
Vorausberechnung noch die Rede von der »Differenz zwischen
Lebendgeborenen und Gestorbenen«, hat man den technischen Terminus
jetzt durch einen griffigeren Begriff ersetzt: »Geburtendefizit«.
Die
Botschaft zwischen den Zeilen ist klar: Momentan erfüllen die
deutschen Frauen den Sollwert an Geburten nicht. Die Bevölkerung
schrumpft, und das darf wohl nicht sein.
Dabei
verkennt das Statistischen Bundesamt allerdings seinen eigentlichen
Auftrag. Und der lautet, für die öffentliche Diskussion die Fakten
zu liefern, und zwar in neutraler Form. Ob die Tatsache, dass es
einen demografischen Wandel gibt, nur negativ zu sehen ist oder auch
große Chancen für Wirtschaft, Staat und Gesellschaft bietet, soll
und kann das Bundesamt nicht beurteilen.
In
der wissenschaftlichen Debatte nämlich mehren sich in letzter Zeit
die positiven Stimmen. Das Bundesamt hingegen bedient weiter die
Volksneurose des Alterns und kokettiert mit dem Schrecken des
Schrumpfens."
SCHWENTKER
darf sogar noch weiter gehen und zweifelt -
wie
single-generation.de - an, dass die Annahmen zur
Geburtenentwicklung in Deutschland realistisch sind:
"Erstmals
seit Jahren berechneten die Statistiker auch ein Szenario mit
steigender Kinderzahl pro Frau. Bis 2025 erhöht sich die
Geburtenrate dabei von jetzt etwa 1,4 auf 1,6. Für Radermacher ist
das »optimistisch« und nur unter günstigen familienpolitischen
Bedingungen zu erreichen. Eine typisch deutsche Sicht. Bei der UNO
zum Beispiel sieht man es anders. In deren Bevölkerungsberechnungen
steigt hierzulande die Geburtenrate bis 2050 auf 1,85 – im mittleren
Szenario. Doch wer wissen will, was allein eine durchschnittliche
Kinderzahl von 1,6 für Deutschland hieße, sucht die entsprechende
Kurve in der schönen farbigen Präsentation der Wiesbadener
vergeblich. Man muss sich schon die Mühe machen und die
Zahlenkolonnen ganz hinten im Tabellenteil auseinanderdröseln, dann
findet man schließlich doch eine Antwort: 77,5 Millionen Menschen
würden nach dieser optimistischeren Prognose 2050 in Deutschland
leben."
|
SCHWENTKER, Björn (2007): Mythos Babyboom.
Zeugten die Deutschen im Fußballglück der WM mehr Kinder? Auch wenn
die Medien das gerne hätten: Es ist völliger Unsinn,
in: ZEIT online v. 23.05.
-
"Ein
mediales Lehrstück ist mit dem Report vom Babyboom dennoch gelungen:
Er enthält jeden Fehler, den man sich im Umgang mit demografischen
Zahlen nur vorstellen kann",
schreibt SCHWENTKER über den
Welt-Artikel
von Iris MARX. Dies war bereits zuvor von single-generation.de
ebenfalls festgestellt worden.
"Damit sich zum Boom in der
Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt schon jetzt auch einer bei den
Babys gesellen konnte, musste man auf die Rohdaten der Standesämter
zurückgreifen.
Oder die Zahlen einfach erfinden ",
kritisiert SCHWENTKER mit Blick auf die
Magdeburger Zahlen der Welt. Es wird außerdem auf die
Differenz von GeburtenZAHLEN und GeburtenRATEN
aufmerksam gemacht. Dass die Presse,
u. a. auch die Print-ZEIT hier wenig
zimperlich ist, hat
single-generation.de bereits des Öfteren nachgewiesen.
Last but not least weist
SCHWENTKER darauf hin, dass ein Babyboom in den Städten nicht gleich
bedeutend ist mit einem Babyboom in Deutschland. Seit das Buch
"Die Single-Lüge" auf dem Markt
ist, darf SCHWENTKER ja auch ab und zu in der Print-ZEIT
schreiben, aber meistens dürfen nur Singles lesen, was SCHWENTKER zu
sagen hat. Ein Erfolg der News-Seite von
single-generation.de, die bereits seit dem Jahr 2000, also lange
bevor SCHWENTKER über den demografischen Wandel berichten
durfte, die Zahlen in den Medien kritisch überprüfte? |
SCHWENTKER, Björn (2007): Ende einer Diskriminierung.
Der Streit um die wahre Zahl kinderloser Akademikerinnen steht vor
dem Aus - denn endlich soll sie korrekt erhoben werden: Der Bundestag
hat am Donnerstag zwei Statistikgesetze geändert. Das könnte sogar die
Bevölkerungsprognosen ändern,
in:
ZEIT Online
v. 06.07.
"Ohne
Debatte winkte der Bundestag die seit Jahren geforderten Änderungen
am Donnerstag einfach so durch, mit den Stimmen von CDU, SPD und
FDP. Was war passiert?
Ausgelöst hat das
kollektive Umdenken die 29-jährige CDU-Abgeordnete Krista Köhler. In
kurzer Zeit überzeugte sie zuerst dem Innenausschuss der
CDU-Fraktion, in dem sie als Fachpolitikerin für Statistik und
Demografie arbeitet. In Maik Reichel, dem 35-jährigen Kollegen im
SPD-Innenausschuss fand sie einen begeisterten Mitstreiter, der
seine eigenen Parteikollegen bearbeitete. Und schon war der
Gesetzesinitiative der jungen CDU-Frau der Weg geebnet: Im
Fragebogen des Mikrozensus steht ab Januar 2008 die Frage nach den
eigenen Kindern, und die Standesämter zählen alle Neugeborenen
gleichermaßen, ob ehelich oder nicht-ehelich",
berichtet SCHWENTKER über ein Thema,
an dem die ZEIT bis
vor kurzem keinerlei Interesse zeigte,
weil die ZEIT-Redakteurin Susanne GASCHKE eine der
Hauptakteurinnen in der öffentlichen Debatte um die hohe
Kinderlosigkeit der Akademikerinnen war. |
Neu:
SCHWENTKER, Björn & James W. VAUPEL (2011): Eine neue Kultur des
Wandels,
in: Aus Politik und Zeitgeschichte Nr.10-11 v. 07.03.
|
|