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Ernst Kistler: Die Methusalem-Lüge

 
       
   
  • Zur Person

    • 1952 geboren
      2006 Buch "Die Methusalem-Lüge"
    • Direktor am Internationalen Institut für Empirische Sozialökonomie (INIFES)
 
       
     
       
   

Ernst Kistler in seiner eigenen Schreibe

 
       
   

WEIMER, Stefanie/MENDIUS, Hans Gerhard/KISTLER, Ernst (2001): Der schleichende demographische Umbruch.
Die Personalpolitik in den Unternehmen ist nach wie vor zu jungendzentriert,
in: Frankfurter Rundschau v. 17.02.

KISTLER, Ernst (2005): Demographischer Wandel, Arbeitsmarkt und Arbeitslosenversicherung. In: Judith Kerschbaumer & Wolfgang Schroeder (Hrsg.) Sozialstaat und demographischer Wandel. Herausforderungen für Arbeitsmarkt und Sozialversicherung, Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, S. 147-172

KISTLER, Ernst (2005): Demographie. In: SOFI; IAB; ISF; INIFES (Hg.): Berichterstattung zur sozioökonomischen Entwicklung in Deutschland – Arbeit und Lebensweisen. Erster Bericht, Wiesbaden, S.63-70.

PROKLA-Thema: "Bevölkerung"
Kritik der Demographie

EBERT, Andreas & Ernst KISTLER (2007): Demographie und Demagogie.
Mythen und Fakten zur "demographischen Katastrophe",
in: Prokla 146, H.1, März, S.39-59

Andreas EBERT & Ernst KISTLER beginnen mit der Medienberichterstattung anlässlich der Veröffentlichung der 11. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung im November 2006, in der die Vorausberechnung nicht kritisch hinterfragt, sondern als demografischer Fakt dargestellt wurde:

"Dass die Ursachen der aktuellen Probleme der sozialen Sicherungssysteme in ganz anderen Faktoren zu suchen sind - unter anderem der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit, den zunehmend fragmentierten Erwerbsbiographien sowie einer zu geringen Entwicklung der Lohnquote -, wird dadurch oft bewusst in den Hintergrund verschoben",

kritisieren die Autoren. Sie sind der Meinung, dass das soziale Sicherungssystem auch "ohne Einschnitte" aufrechtzuerhalten wäre.

EBERT & KISTLER stellen anhand der 10. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung heraus, dass sich der demografische Wandel innerhalb von Deutschland kleinräumig ganz unterschiedlich darstellt:

"Innerhalb Bayerns sticht besonders das Ergebnis für die Stadt München hervor: Dort wird (trotz Bevölkerungswachstums) die Zahl der Personen im höheren Erwerbsalter 2020 gleich hoch sein wie 2002. Ursache ist die starke Zuwanderung Jüngerer bei gleichzeitiger Abwanderung Älterer ins Umland. Entsprechend finden sich aber auch Kreise wie etwa der Landkreis Eichstätt oder der Landkreis Haßberge, in denen bis 2010 die Zahl der Älteren im Erwerbsalter um über 60 Prozent zunehmen wird."
(2007, S.41)

Auf welcher Basis diese kleinräumigen Daten errechnet wurden, bleibt jedoch unklar. Daneben vergleichen die Autoren die 10. und 11. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnungen entsprechend ihren unterschiedlichen Annahmen zu Lebenserwartung, Geburtenentwicklung und Wanderungen und diskutieren diese. EBERT & KISTLER kritisieren insbesondere die zu niedrig ausgewiesenen Wanderungszahlen:

"u.E. (scheint) ein Saldo von 200.000 realistischer als 100.000 - und ist jedenfalls keineswegs als Obergrenze eines Korridors zu sehen. Schließlich lag auch in den Jahren 1999 bis 2002 die jährliche Nettozuwanderung um und über 200.000 Personen - und dies noch ohne die Freizügigkeit der Arbeitnehmer aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten. Nur schwer nachvollziehbar ist daher, wieso in der jüngsten Vorausberechnung des Statistischen Bundesamtes nicht zumindest eine Variante mit einem Wanderungssaldo von 300.000 gerechnet wurde, wie es auch in der 10. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung der Fall war."
(2007, S.48)

Kritisch sehen die Autoren auch die Annahme der Hartz-Kommission, die von einem Fachkräftemangel bis zum Jahr 2015 ausgeht:

"Gerade im Hinblick auf die künftige Entwicklung des Arbeitsangebots ist eine gezielte Instrumentalisierung des demographischen Wandels durch die Arbeitgeberverbände und ihnen nahe stehende Quellen zu beobachten (vgl. dazu ausführlich Kistler 2006: 39ff.). Dabei wird unter Verwendung derjenigen extremen Szenarien aus den Bevölkerungsvorausberechnungen, die auf eine besonders stark und schnell schrumpfende (Erwerbs-)Bevölkerung hinauslaufen, eine schon sehr bald eintretende »demographische Wende am Arbeitsmarkt« beschworen. Aus vereinzelt auftretenden Problemen bei Stellenbesetzungen wird ein bereits bestehender verbreiteter Fachkräftemangel konstruiert, der so dann zu einem bald eintretenden generellen Arbeitskräftemangel hochstilisiert wird. Ein besonders extremes Beispiel hierfür sind die irrealen Zukunftsperspektiven, die die Hartz-Kommission diesbezüglich skizziert: »Bis zum Jahr 2015 fehlen nach Schätzungen im ungünstigsten Fall rund 7 Millionen Erwerbspersonen, wenn man von einem Anstieg des Arbeitskräftebedarfs von knapp 3 Millionen ausgeht« (Hartz-Kommission 2002: 118)."
(2007, S.49f.)

EBERT & KISTLER legen deshalb eigene Berechnungen zum künftigen Erwerbspersonenpotenzial auf der Basis der 10. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung vor. Die Autoren erwarten deshalb bis 2020 keinen Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials in Deutschland. Auch auf Basis der 11. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnungen sehen die Autoren erst deutlich nach 2020 einen relevanten Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials.

Die wirkliche Herausforderung sehen die Autoren dagegen in der Alterung des Erwerbspersonenpotenzials:

"Auch bisher ist der Altersdurchschnitt der tatsächlich Erwerbstätigen schon gestiegen. Der große Berg an Babyboomern kommt aber erst jetzt - und in den nächsten zwanzig Jahren in zunehmender Zahl - ins höhere Erwachsenenalter. Von 2007 bis 2027 nimmt der Anteil der 55- bis 64-Jährigen deutschlandweit um ein Drittel zu, in manchen Regionen sogar um bis zu Zweidrittel. Der kleinere Berg stark, wenn auch nicht ganz so extrem, besetzter Jahrgänge der um 1939 Geborenen war arbeitsmarktpolitisch nur mit einer ausgeprägten Vorruhestandspolitik und mit gleichzeitig hoher Langzeitarbeitslosigkeit Älterer bewältigt worden. Jetzt soll die noch viel größere Population der Babyboomer unter der Rahmenbedingung eines bevorstehenden Endes der Frühverrentung und ab 2012 mit der »Rente mit 67« stufenweise noch länger arbeiten."

Aufgrund des zunehmenden "Arbeitsangebotsdruck auf die Älteren" gehen die Autoren davon aus, dass diese Politik auf ein Rentenkürzungsprogramm und eine Wiederkehr der Altersarmut hinausläuft. Sie fordern deshalb ein Ende der Altersdiskriminierung und präventive Ansätze zur "Erhaltung und Förderung der Arbeitsfähigkeit".

KISTLER, Ernst & Falko TRISCHLER (2012): Altersarmut und Methusalem-Lüge. Wie die Senkung des Rentenniveaus mit demografischen Mythen begründet wird. In: Christoph Butterwegge/Gerd Bosbach/Matthias W. Birkwald (Hrsg.) Armut im Alter. Probleme und Perspektiven der sozialen Sicherung, Frankfurt a/M/New York: Campus Verlag, S.149-162

KISTLER, Ernst (2013): Führt der demografische Wandel zu einem Fach- oder gar Arbeitskräftemangel? In: Reinhard Bispinck/Klaus Hofemann/Gerhard Naegele (Hg.): Sozialpolitik und Sozialstaat, Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, S.149-162.

"Angesichts (...) Defizite in den vor allem von der Arbeitgeberseite befeuerten Prognosen eines enormen Fach-, ja gar Arbeitskräftemangels ist es keine Frage von Ressentiments gegen Migranten, wenn man keine arbeitsmarktbedingten Zuwanderungsbedarf sieht - weder heute noch auf absehbare Zeit. Ein wirklicher Arbeitskräftemangel ist nicht zu befürchten, eine gewisse Verknappung wäre im Gegenteil sogar sinnvoll, um einen Schritt in eine wieder angemessene Bewertung des Faktors Arbeit zu unterstützen, da die Verteilung ansonsten immer weiter aus dem Ruder läuft", meint Ernst KISTLER.

 
       
   

Ernst Kistler im Gespräch

 
       
   

RUMMEL, Silke (2009): "Gerupfte Erwerbsbiografien greifen um sich".
Gespräch mit Ernst Kistler,
in: Frankfurter Rundschau v. 14.07.

SIEVERS, Markus (2009): "Arme Babyboomer".
Professor Ernst Kistler warnt vor einer menschlichen Bugwelle: Wenn die geburtstarken Jahrgänge sich dem Rentenalter nähern und sich nichts ändert, drohen den Älteren Arbeitslosigkeit und Armut,
in: Frankfurter Rundschau v. 19.11.

Vorstellung der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung "Bevölkerung Deutschlands bis 2060"

BILLIG, Susanne & Petra GEIST (2014): Die Babyboomer und die demografische Forschung.
Jahrgang 1964: 1964 kamen in Deutschland gut 1,4 Millionen Kinder zur Welt. In diesem Jahr werden die sogenannten Babyboomer 50. Doch was passiert in naher Zukunft, wenn die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen?,
in: DeutschlandRadio v. 20.02.

 
       
       
   

Die Methusalem-Lüge (2006).
Wie mit demographischen Mythen Politik gemacht wird
Hanser Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"Droht uns die Greisenrepublik?
Fakten kontra Mythen

Glaubt man Rürup, Hartz und den einschlägigen Expertenrunden, dann ist die Überalterung mit ihren Auswirkungen unausweichlich und um unsere Zukunft steht es schlecht. Doch der demographische Wandel ist weder ein deutscher Sonderfall, noch ist er heute für die leeren Sozialkassen und drohende Standortnachteile verantwortlich. Teure Senioren und zu wenig Junge, die in Unternehmen für Leistung und Innovation sorgen: Politik, Wirtschaft und Medien werden nicht müde, uns vor den drohenden Auswirkungen des Methusalem-Staats zu warnen. Doch Vorsicht: Allzu oft stecken handfeste politische und wirtschaftliche Interessen dahinter, wenn mit verzerrten oder schlicht falschen Extremprognosen Politik und Auflagen gemacht werden. Während die tatsächlichen demographischen Herausforderungen ignoriert werden, erzeugen politische Konzepte wie Sozialabbau oder Rente mit 67 in der Bevölkerung irrationale Ängste. Der Autor räumt auf mit den in Politik und Öffentlichkeit inszenierten Mythen vom Greisenstaat Deutschland und zeigt in seinem Buch anhand klarer Analysen, was uns wirklich erwartet. Er erklärt, was sich in Arbeitsmarkt-, Bildungs- und Rentenpolitik, aber auch in den Unternehmen verändern muss, damit Deutschland auf den demographischen Wandel vorbereitet ist."

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Deutschen sterben aus – ein Thema, das zu Mythen einlädt

Der "demographische Wandel" – was heißt und was ist das eigentlich?
Vom "Tannenbaum" zur "Urne" – Grundzüge der bisherigen Entwicklung
Was sagen demographische Prognosen aus, und wie sicher sind sie?

Mythos I: Der demographische Wandel führt schon bald zu einem spürbaren Arbeitskräftemangel

Die realitätsfernen Rechenspiele von Hartz und Co
Fakt ist: Das Überangebot an Arbeitskräften dauert an
Auf wackligem Boden: Langzeitprognosen zum Arbeitsmarkt
Was ist dran am Fachkräftemangel?
Der Streit um die 40-Stunden-Woche: warum die Verlängerung der Arbeitszeit kontraproduktiv ist
Fazit: Was wir heute tun können

Mythos II: Alternde Belegschaften bedrohen Deutschlands Produktivität und Innovationskraft

Wohin mit den alternden Erwerbspersonen?
Fakt ist: Die Defizit-Hypothese vom automatischen Leistungsabbau ist überholt
Warum ältere Arbeitnehmer ein Gewinn für die Betriebe sind
Das Märchen von den "teuren“ Alten"
Alter und Innovation: Schließt sich das aus?
Fazit: Die Innovationskraft der Mitarbeiter muss unabhängig vom Alter gefördert werden

Mythos III: Im "silbernen Markt" sorgen die "jungen Alten" für schwungvolle Absatzzahlen und ehrenamtliches Potenzial

Der Blick auf die Nachfrageseite der Wirtschaft
Nachfragewachstum in einer schrumpfenden Gesellschaft?
Wie sich Nachfrage und Marktstrukturen verändern werden
Fakt ist: Die Kaufkraft der älteren Bevölkerung nimmt ab
Retter in der Not? Das ehrenamtliche Potenzial der "jungen Alten"
Fazit: Wohl kein Boom bei Konsum und Ehrenamt

Mythos IV: Deutsche Unternehmen sagen nein zur Altersdiskriminierung

Mit 55 Jahren am Ende?
Fakt ist: Es fehlt an betrieblichen Maßnahmen für ältere Arbeitnehmer
"Die Humanressourcen sind unsere wichtigsten Ressourcen"
Alternsgerechte Arbeit: ein blinder Fleck in der Praxis
Fazit: Die Defizite im Aus- und Weiterbildungsbereich müssen aufgeholt werden

Mythos V: Die Rente mit 67 löst die Probleme

Frühverrentung: die Folgen einer verfehlten Anreizpolitik?
Fakt ist: Das Rentenzugangsalter ist gestiegen
Länger arbeiten – aber wie?
Die Rente mit 67 ist unrealistisch und ein Irrweg!
Fazit: Wir brauchen eine aktive Arbeitsmarktpolitik für ältere Arbeitnehmer

Mythos VI: Die Überalterung der Gesellschaft ist schuld an den leeren Kassen

Altenquotienten haben nur begrenzten Aussagewert
Die teuren "Zipperlein" der Alten
Fakt ist: Nicht der demographische Wandel, sondern politische Fehlentscheidungen haben die Sozialkassen geplündert
Der Verweis auf künftige Produktivitätszuwächse – eine voraussetzungsreiche Hoffnung
Fazit: Keine Generationengerechtigkeit ohne Verteilungsgerechtigkeit

Der demographische Wandel fordert uns alle heraus: Plädoyer für einen anderen Umgang mit dem Thema

Ohne integrierte Konzepte kommen wir nicht voran
Kapituliert der Staat zu früh?
Wir brauchen ein gesamtgesellschaftliches Maßnahmenpaket

     
 
       
   
  • Rezensionen

  • FELIXBERGER, Peter (2007): Warum aus weniger mehr werden kann,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 28.07.
 
       
       
   

Demographischer Wandel, Arbeitsmarkt und Arbeitslosenversicherung (2005).
In: Judith Kerschbaumer & Wolfgang Schroeder (Hrsg.) Sozialstaat und demographischer Wandel. Herausforderungen für Arbeitsmarkt und Sozialversicherung, Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, S. 147-172

 
   
     
 

Inhaltsverzeichnis

1. Zentrale Diskurspunkte und politische Entscheidungen
2. Zur Entwicklung von Erwerbspersonenpotenzial und Arbeitsmarktbilanz
3. Einige empirische Befunde

3.1 Zur Entwicklung des Rentenzugangs
3.2 Zum § 428 SGB III
3.3 Altersteilzeit
3.4 Sicht- und Verhaltensweisen von Betrieben und Arbeitnehmern
3.5 Rente wegen Arbeitslosigkeit/Altersteilzeitarbeit
3.6 Renten und Arbeitsmarkt

4. Einige Schlussfolgerungen

Zitat:

Die derzeitige demografische Entwicklung ist nicht verantwortlich für die Misere der Rentenversicherung

"Der Altenquotient ist noch bis nach 2020 niedriger als er z.B. in den Siebziger Jahren war. Wir leben demographisch zur Zeit in einer günstigen Situation. Die leeren Sozialkassen haben andere Ursachen als das bei Politikern so beliebte Argument Demographie: Genannt sei nur die falsche Finanzierung der richtigen Entscheidung für die Deutsche Einheit, die Finanzierung von Dingen wie dem Britenrabatt in der EU, die Förderung statt Beschränkung von sozialversicherungsfreien Jobs, die Massenarbeitslosigkeit, die bescheidenen Erhöhungen der Bruttolöhne usw. Mit einer anderen funktionalen und personalen Verteilung wäre selbst bei relativ moderaten Produktivitätszuwächsen auch zwischen 2030 und 2050 die zunehmende demographische Belastung finanzierbar, ohne dass die Aktivbevölkerung Einschnitte hinnehmen müsste."
(2005, S.170)

     
 
       
   

Der Fachkräftemangel in der Debatte

BECK, Ulrich (2002): Arbeit ist ein bewegliches Ziel.
Schröder regiert wie Kohl. Die Arbeitslosigkeit wird ausgesessen. Die zentrale Frage bleibt: Wie schafft man trotz Rezession und Globalisierung neue Jobs? Versuch einer Antwort,
in: Die ZEIT Nr.7 v. 07.02.

WACHE, Petra (2003): "Wer am lautesten jammert, bekommt am meisten".
Zukunftsforscher Horx über die deutsche Mentalität, Umdenken und die Arbeitswelt von morgen,
in: Berliner Zeitung v. 26.07.

Matthias HORX malt das idyllische Bild des zukünftigen Spaßarbeiters und prophezeit bereits für 2010 einen Arbeitskräftemangel. Die Wirklichkeit der "Spaßarbeiter" sieht dagegen bisweilen anders aus.

DEGES, Stefan/FLORIN, Christiane/GLUSCHAK, Marcel/LINNEWEBER, Silke/MOGGE, Birgitta/ZEWELL, Rudolf (2004): Altes Land, anderes Land.
RM-Spezial: Szenarien. Wie wir leben, wovon wir leben, was wir glauben, was wir lernen, ja sogar, was wir singen: Die Überalterung wird das Leben in vielen Bereichen dramatisch verändern. RM-Redakteure blicken, manchmal mit Augenzwinkern, in eine düstere Zukunft,
in: Rheinischer Merkur Nr.42 v. 14.10.

Die Autoren plappern fleißig die Propaganda der Wirtschaftslobbyisten nach und wissen dadurch scheinbar schon ganz genau, was uns im Jahr 2020 blüht:

"Zurzeit ist es selbst für Akademiker schwierig, nach dem Studium einen Job zu finden. Die Absolventen des Jahres 2020 kennen dieses Problem nicht. Denn zu diesem Zeitpunkt suchen die Firmen händeringend nach qualifiziertem Nachwuchs und gut ausgebildeten Fachkräften.
Standen dem deutschen Arbeitsmarkt 2000 nach Schätzungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) noch rund 41,9 Millionen Menschen zur Verfügung, so werden es 2020 nur noch 39,5 Millionen sein. Bis 2050 sinkt die Zahl auf 29,6 Millionen Menschen. Jahr für Jahr geht in den kommenden Dekaden das Angebot an Arbeitskräften um durchschnittlich 0,6 Prozent per anno zurück. Damit sinkt es doppelt so stark wie die Zahl der Einwohner. Die Folgen dieser Entwicklung sind dramatisch. Der Wohlstand, den die Deutschen auch künftig nicht missen möchten, muss härter erarbeitet werden. Zwar steigt die Produktivität weiter. Doch das allein reicht nicht aus. Deshalb schaffen die Erwerbstätigen des Jahres 2020 nicht nur mehr Stunden in der Woche, sondern gehen auch später in Rente. Der heute so beliebte Vorruhestand wird zur Ausnahme.
Trotzdem gilt: Obwohl 2020 das Potenzial an arbeitsfähigen und -willigen Menschen besser ausgeschöpft wird als 2004, bleiben Tausende Stellen unbesetzt – mit negativen Folgen für das Wirtschaftswachstum. Zum einen fahren die Unternehmen ihre Investitionen zurück. Denn weniger Arbeitskräfte kommen mit weniger neuen Maschinen, Computern und Firmenwagen aus. Zum anderen entpuppt sich die Alterung der Gesellschaft als Innovationsbremse. Denn je älter der Mensch wird, desto weniger ist er bereit und desto schwerer fällt es ihm, Neues auszuprobieren. Außerdem verhindert das konservative Konsumverhalten der Oldies, dass sich neue Produkte am Markt durchsetzen. Die Folge dieser Entwicklung: Deutschland verliert seine Position als eine der stärksten Wirtschaftsmächte an bevölkerungsreichere Staaten wie China oder Indien."

BRÖNSTRUP, Carsten & Juliane SCHÄUBLE (2006): Die stille Reserve.
Themenausgabe "Gutes, altes Deutschland": Schon bald könnten der Wirtschaft die jungen Fachkräfte ausgehen: Eine Chance für die Alten,
in: Tagesspiegel v. 28.05.

HANK, Rainer (2010): Es gibt ganz schön was zu tun.
Die Deutschen haben sich die falschen Sorgen gemacht: Nicht die Arbeit geht uns demnächst aus. Dafür werden uns bald die Arbeiter fehlen,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.10.

Marktradikale wie Rainer HANK erzählen seit Mitte der 1970er die immergleiche Story: Die Vollbeschäftigung kommt ganz gewiss, aber erst in 10 Jahren. Das läge an der Demographie. Die Prophezeiung wurde in den letzten 40 Jahren immer widerlegt, weil unvorhergesehene Ereignisse dazwischen kamen. 2020 wird das sicher nicht anders sein. Ein Konjunkturaufschwung macht noch lang keine Vollbeschäftigung.

BRÖNSTRUP, Carsten (2010): Kampf der Studien.
Deutschland hat genug Fachkräfte, haben Ökonomen des DIW herausgefunden. Doch ihre Erkenntnisse veröffentlicht dürfen nicht erscheinen. Institutschef Klaus Zimmermann legte sein Veto ein,
in: Tagesspiegel v. 17.11.

BERNAU, Patrick & Ralph BOLLMANN (2013): Arbeit für alle.
Die Vollbeschäftigung kommt. Denn viele alte Menschen gehen in Rente. Die jüngeren haben tolle Chancen am Arbeitsmarkt. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles wirft der Bundesregierung vor, Geringqualifizierte zu wenig zu fördern,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 28.04.

Die Vokabel Vollbeschäftigung geistert seit der ersten Jugendarbeitslosigkeit in den 1970er Jahren immer mal wieder durch die Gazetten. Jedes Mal sollte der demografische Wandel die Wende auf dem Arbeitsmarkt bringen. Doch allen Bevölkerungsvorausberechnungen zum Trotz - weder die Demografie noch der Arbeitsmarkt hielt sich an die Prognosen.

"Künftig werde sich das Phänomen ausbreiten, erwartet Wirtschaftsforscher Karl-Heinz Paqué von der Universität Magdeburg. Denn in den nächsten Jahren gehen die ersten Babyboomer in Rente. Das sind die geburtenstarken Jahrgänge von 1955 bis 1965. Dafür rücken nur wenige junge Leute nach, die die Stellen besetzen könnten. Die Jahrgänge von 1990 an umfassen bis zu 500.000 Menschen weniger als die Babyboomer-Jahrgänge",

berichtet die FAS. Mit bis zu 500.000 Menschen weniger suggeriert man einen gravierenden Unterschied. Probe aufs Exempel: 1955 gab es 1 113 408 Geburten, 1990 immer hin noch 905 675, also gerade mal etwas mehr als 200 000 Menschen weniger.

Dagegen: 1975 gab es nur 782 310 Geburten, d.h. 331 098 weniger Menschen als 1955. Wo also blieb damals die Vollbeschäftigung? Mit dem Jahrgang 1975 kann man natürlich nicht werben, denn der steht inzwischen mitten im Berufsleben. 

Hinzu kommt: durch Verkürzung der Schul- und Studienzeiten, Erhöhung des Renteneintrittsalters und Zuwanderung wird der Geburtenrückgang in den nächsten Jahren mehr als wett gemacht. Und der Wandel der Arbeitswelt (Stichwort: Roboterisierung) ist noch nicht einmal berücksichtigt.

Fazit: Nichts als Wahlkampf!

KOCH, Hannes (2013): Demograf Dracula.
Arbeit: Ökonomen schwärmen schon vom Ende der Arbeitslosigkeit in Deutschland. Doch so wird es wohl nicht kommen,
in: Freitag Nr.32 v. 08.08.

Die FAZ hat bereits im Frühjahr das Paradies der  Vollbeschäftigung herbeigeschrieben. Unter Berufung auf den DIW-Ökonomen Karl BRENKE schreibt dagegen Hannes KOCH:

"In zehn Jahren könnte das Angebot an Arbeitskräften größer und die Zahl der offenen Stellen kleiner sein, als die Anhänger der These von der Vollbeschäftigung glauben."

RIEVELER, Hans D. (2013): Unseren täglichen Fachkräftemangel gib uns heute!
Wirtschaftslobbyisten müssen sich nicht sorgen, dass die Vierte Macht im Staat ihr Stoßgebet erhört. Deutschlands Medien streuen immer wieder kritiklos die Ergebnisse sogenannter Studien von INSM, IW, Bertelsmann Stiftung & Co. unters Volk,
in:
Telepolis v. 28.10.

THEWES, Frank/ACKEREN, Margarete van/OPITZ, Olaf/RÖLL, Thomas (2014): Riskanter Run auf die Rente.
Das Angebot von Arbeitsministerin Andreas Nahles (SPD) für einen abschlagsfreien Ruhestand zeigt Nebenwirkungen: Viele Betriebe verlieren wertvolle Fachkräfte,
in:
Focus Nr.13 v. 24.03.

Die Autoren zitieren ausschließlich Lobbypositionen des Mittelstands, weil die Rente mit 63 nach dieser Sicht vor allem "kleine und mittelständische Betriebe" trifft.

KAILITZ, Susanne (2014): Auf Personalsuche.
Fachkräfte: Der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern ist nicht flächendeckend, sondern branchenspezifisch,
in: Das Parlament Nr.15 v. 07.04.

KOCH, Hannes (2014): Spiel des Lebens.
Karrieren: Vor 30 Jahren drohte Deutschland Massenarbeitslosigkeit. Heute droht der Fachkräftemangel. Die Jugend kann sich auf ein Leben in der Vollbeschäftigung freuen. Wie wächst man mit solchen Aussichten auf? Ein Vater betrachtet seine Kinder,
in:
TAZ v. 21.06.

In Deutschland gibt es eine Herrschaft der Schrumpfologen, die uns mit ihren Schrumpfologien (kurz für Schrumpfungs-Ideologien) die Hölle prophezeien. Der oberste Schrumpfologe der Babyboomer-Generation, Frank SCHIRRMACHER, ist kürzlich gestorben. Mit Methusalem-Komplott  und Minimum schwamm er auf dem alarmistischen Zeitgeist der Berliner Republik, der kurz darauf zwar sein Ende fand, ohne jedoch seine untergründige Wirkmächtigkeit zu verlieren - obgleich die gegenwärtige demografische Entwicklung allen Prognosen trotzt.

Schrumpfologen denken in Abwärtsspiralen, d.h. alle Entwicklungen (demografischer Wandel, Wirtschaftskrisen, Ökokrisen und Globalisierung) verstärken sich gegenseitig und führen so zum unabwendbaren Niedergang. Finis! Die Lösung: eine Gesellschaft, in der die Bevölkerungswissenschaft mit ihren Prognosen den Weg in die Zukunft bestimmt und in der alle Konflikte als demografisch bedingte und insofern auch nur demografisch zu lösende angesehen werden. In dem Buch Demografie und Demokratie haben Jens KERSTEN, Claudia NEU und Berthold VOGEL ihre Vorstellungen von einer solchen biopolitisch geprägten Demokratie vorgelegt. Ausgangspunkt der Schrumpfologen ist oftmals eine Zukunft des Jahres 2050, in der wir rund 10 Millionen weniger Menschen in Deutschland sein werden. Darauf begründen sie ihr Denken in Abwärtsspiralen.

In solch einem Denken kommt Vollbeschäftigung nicht vor, sondern im Gegenteil: die Massenarbeitslosigkeit wird bestehen bleiben oder sogar zunehmen. Aber das sind genauso Spekulationen wie jene, dass wir automatisch auf die Vollbeschäftigung zusteuern oder stark schrumpfen.

Werden wir überhaupt Schrumpfen? Vor einem Jahr spekulierten RINKE & SCHWÄGERL in einem Cicero-Artikel für Deutschland gar auf eine 100-Millionen-Chance, also Wachstum statt Schrumpfung. Dies ist sicherlich genauso übertrieben wie ein rasanter Rückgang. Inzwischen haben Baden-Württemberg und Bayern neue Prognosen (Statistiker sprechen von Modellrechnungen, was Politiker jedoch nicht schert, weshalb sie hier Prognosen genannt werden) auf Basis des Zensus 2011 vorgelegt. Für Baden-Württemberg lässt sich zeigen, dass die letzten 3 Prognosen den Bevölkerungsrückgang zeitlich weiter in die Zukunft und auf ein höheres Bevölkerungsniveau verschoben haben. Für das Jahr 2050 rechnet man statt mit 8,8 Millionen mit 10,3 Millionen Menschen. Das sind 1,5 Millionen Menschen mehr und das obwohl der Zensus 2011 ergab, dass in Baden-Württemberg 270.000 Menschen weniger lebten als die Bevölkerungsfortschreibung bislang auswies. Wir schieben also die Schrumpfung wie eine Bugwelle vor der MS Deutschland her.

Die zukünftige Entwicklung ist offen. Das engstirnige, von Machtinteressen geprägte Denken in Abwärtsspiralen gefährdet dagegen unsere Zukunft. Wer sich auf eine stark schrumpfende Gesellschaft vorbereitet, der ist mit einer Gesellschaft, deren Wachstum nur stagniert, schnell überfordert. Angeblich war jede Generation um ein Drittel kleiner als die vorhergehende. Dies ist ebenfalls ein Mythos unserer Schrumpfologen. Seit 10 Jahren lässt sich für die in den 1970er Jahren geborenen Frauen ein Geburtenanstieg gegenüber den in den 1960er Jahren Geborenen nachweisen, der in den Prognosen keine Berücksichtigung findet. Wie lange kann man uns noch für dumm verkaufen?

NEUMANN, Horst (2014): Eine große Chance für die Arbeit.
Forum: Industrie 4.0 - In den nächsten Jahren gehen die "Babyboomer" in Rente. Fabriktätigkeiten können weiter automatisiert werden,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 06.10.

UNFRIED, Peter (2014): Jungs, die auf Titten starren.
Freiheit: Das kalifornische Silicon Valley ist die Heimat von Konzernen wie Google, Apple und Facebook. Ein Hort des Bösen? Nein, ein Ort an dem die Unschuldigen die Welt verändern,
in:
TAZ v. 06.12.

Peter UNFRIED arbeitet am Nerd-Mythos. Dazu hat er sich zwei gehypte Geistesarbeiter, Hans-Ulrich GUMBRECHT und Georg PACKER dazugeholt, um dem Mythos einen Autoritätsanstrich zu verpassen. Wobei Autorität heutzutage folgendermaßen kreiert wird:

"Der Literaturprofessor kokettiert damit, dass er sich mit Computern nicht richtig auskenne. Seine Mails schreibt er gern komplett in die Betreff-Zeile. Aber er ist von den wichtigen deutschen Intellektuellen der einzige, der die digitalen Erschütterungen aus deren Zentrum beobachtet. Genauer gesagt: aus seinem Erdgeschossbüro im Herzen des Campus."

Das klassische Storytelling hinsichtlich der Nerds darf natürlich nicht fehlen:

"Einige seiner Klassenkameraden gingen zu Apple, Sun und Microsoft. Die, mit denen die hübschen Mädchen nicht tanzen wollten. Die, die man früher Nerds nannte. Sie wurden Millionäre."

Das wäre keine Problem, wenn der nächste Satz nicht wäre:

"Und regieren heute die Welt."

Dahinter steckt die Panik einer Geburtselite, die ihren Führungsanspruch durch Aufsteiger (Emporkömmlinge) in Gefahr sieht. Das beste Gegenmittel ist der Aufbau von Drohkulissen:

"In Deutschland sind womöglich 50 Prozent der Arbeitsplätze in den nächsten Jahrzehnten durch Computer, Roboter, Algorithmen bedroht."

Angesichts dieser Drohkulisse erscheint jedoch der demografische Wandel gar als Glücksfall.

RIEVELER, Hans-Dieter (2015): Fachkräftemangel - Mehr Schein als Sein?
Wie in der Tagesschau Nachrichten gemacht werden,
in: Telepolis v. 22.01.

GIERSBERG, Georg (2015): Die richtige Arbeit ist schwer zu finden.
Noch nie waren so viele Menschen in Deutschland beschäftigt wie heute. Dennoch suchen andere verzweifelt eine Stelle, weil sie arbeitslos oder mit ihrer Arbeit unzufrieden sind,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.07.

Die Wirtschaftspresse hat ein Problem: Sie muss die Interessen ihrer Anzeigenkunden befriedigen, d.h. einen Fachkräftemangel ausrufen, der angeblich aufgrund des demografischen Wandels besteht. Andererseits bröckelt die Leserbindung angesichts der Tatsache, dass hoch qualifizierte Akademiker in Zeiten des angeblichen Fachkräftemangels trotz intensiver Suche keine Arbeit finden. Die Wirtschaftspresse hat also ein Glaubwürdigkeits- und Profitproblem. Das Dilemma versucht Georg GIERSBERG durch folgenden Erklärungsversuch zu lösen:

"Nachrichten vom Arbeitsmarkt sind widersprüchlich und vor allem für den Einzelnen häufig mit der eigenen Erlebniswelt nicht in Einklang zu bringen. Für einen jungen Junior-Produktmanager in einem internationalen Konzern ist es schwer zu begreifen, warum er auf seine vielen Bewerbungen bei anderen Unternehmen kaum Gesprächsangebote bekommt, wo doch angeblich Fachkräftemangel herrscht. In einer solchen Situation (...) nerven alle positiven Meldungen über die steigende Beschäftigung oder über den Rückgang der Arbeitslosigkeit.
Aber nach wie vor gehört beides zu einer realistischen Darstellung des Arbeitsmarktes: Einerseits werden händeringend Mitarbeiter gesucht, andererseits tippen sich Bewerber die Finger wund und finden keine neue Stelle. Schließlich gibt es trotz aller Beschäftigungshöchststände noch immer fast 3 Millionen Arbeitslose, davon viele Langzeitarbeitslose."

Der demografische Wandel spielt bei dieser Erklärung keinerlei Rolle, sondern wird erst wieder am Ende des Artikels als mögliche zukünftige Bedrohung der Wirtschaft an die Wand gemalt:

"Bis 2020 könnte sich die Lage deutlich verschärfen. Bis dahin gehen sehr viele gutausgebildete Facharbeiter in Rente",

wird ein Lobbyverband der Unternehmer aus Berlin-Brandenburg zitiert. Damit es auch der dümmste FAZ-Leser kapiert, wird diese mögliche Entwicklung (schließlich wird im Konjunktiv gesprochen) von GIERSBERG als Entwicklung zum "dramatischen Fachkräftemangel" - ganz ohne Konjunktiv - stilisiert. Schließlich sitzen der FAZ die Anzeigenkunden aus der Wirtschaft im Nacken!

Seit ca. 40 Jahren wird uns immer wieder ein zukünftiger Arbeitskräftemangel aufgrund des demografischen Wandels prophezeit, der jedoch nie eingetroffen ist. Sollte es ausgerechnet jetzt anders sein? Und was wäre daran so schlecht, außer dass die Wirtschaft endlich bessere Arbeitsbedingungen schaffen müsste? Oder wird nicht doch die fortschreitende Roboterisierung und Digitalisierung sowie ein technologischer Wandel, den sich heute kaum jemand vorzustellen vermag, einen (Fach-)Arbeitskräftemangel ganz und gar illusorisch machen?

Neu:
VOELPEL, Sven (2015): Im Wettlauf: Digitalisierung versus Demografie.
Manche können den Ruhestand gar nicht erwarten, wieder andere wollen auf keinen Fall schon mit 67 Jahren aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Das zeigt: Es ist mehr Flexibilität für den Ruhestand gefragt. Doch schade - bei dem Thema wird momentan nur nach oben geschaut,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 20.09.

Angeblich gibt es zukünftig einen Fachkräftemangel. Der Ökonom Sven VOELPEL prognostiziert in der PR-Beilage Demografie im Dialog der FAS aufgrund von Produktivitätszuwächsen durch die Digitalisierung einen wesentlich geringeren Arbeitskräftebedarf für die Zukunft:

"2040 (werden) nur 20 Millionen erwerbstätige Menschen benötigt, um die gleiche Anzahl an Produkten herzustellen oder Dienstleistungen anzubieten wie heute. Von 30 Millionen Erwerbstätigen, die prognostiziert sind, hätten 10 Millionen demnach keinen Arbeitsplatz."

 
       
   

Ernst Kistler im WWW

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Update: 12. April 2017