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Gunnar Heinsohn: junge, männliche Singles als Bedrohung der Ordnung

 
       
   
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Gunnar Heinsohn in seiner eigenen Schreibe

 
   

HEINSOHN, Gunnar (2002): Zu viele Söhne.
"Die Zeit ist nicht auf unserer Seite": Demografische Analysen werfen ein ungewohntes Licht auf den 11. September und seine Folgen,
in: TAZ v. 06.04.

Traditionell war es die Militärpolitik, die bevölkerungspolitische Debatten bestimmte. In seinem Buch Die Tyrannei der Lust hat z.B. der Journalist Jean-Claude GUILLEBAUD in dem Kapitel Die "Gefahr der Entvölkerung" den deutsch-französischen Geburtenwettlauf nach dem Krieg von 1870 beschrieben. An diesen militaristischen Argumentationsstrang wird jetzt von HEINSOHN wieder im Rahmen des "Clash of Civilisations" angeknüpft.

HEINSOHN, Gunnar (2004): Machtfaktor Söhne.
Die weltpolitischen Konflikte der Zukunft werden durch die demografische Entwicklung in der Dritten Welt bestimmt,
in: Financial Times Deutschland v. 11.06.

HEINSOHN, Gunnar (2005): Luschen rein, Asse raus.
Gunnar Heinsohn kritisiert die deutsche Einwanderungs- und Familienpolitik: Wer keine Innovationsquellen aufreißt, sollte das Geld nicht für Gebärprämien verschwenden,
in: Welt am Sonntag v. 11.09.

"Gebärprämien sind teuer und zielen auf Zusatzkinder im Zehntelbereich, aber auch die könnten am Ende anderen Ländern zugute kommen. Wer die heimischen Innovationsquellen nicht aufreißt, sollte die knappen Mittel nicht auch noch für Bevölkerungspolitik vergeuden", meint Gunnar HEINSOHN.

HEINSOHN, Gunnar (2005): Ausblutende Landschaften.
Gunnar Heinsohn fragt, warum sich Deutschland nicht um die besten Köpfe der implodierenden Staaten Osteuropas bemüht, sondern lieber Städterückbau betreibt,
in: Welt am Sonntag v. 13.11.

HEINSOHN, Gunnar (2005): Kinder, Kinder.
Will Herwig Birg wirklich eine Fortpflanzungsdiktatur einführen?
in: Welt v. 24.12.

Zuerst die guten Nachrichten: Gunnar HEINSOHN widerlegt einige Mythen des nationalkonservativen Bevölkerungswissenschaftler Herwig BIRG, die dieser in seinem neuen Pamphlet Die ausgefallene Generation verbreitet. Zum einen ist nicht der deutsche Sozialstaat für die - aus nationalkonservativer Sicht (z.B. auch Jürgen BORCHERT oder Hans-Werner SINN) zu geringe Geburtenrate - ausschlaggebend:

"Birgs Idee, der Geburtenrückgang sei eine »Nebenwirkung« des Erfolges der Bismarck'schen Sozialgesetzgebung, widerlegte schon Julius Wolf. Er wurde um 1900 zum Entdecker der seit 1860/70 fallenden Kinderzahlen Europas.
          
Wolf fand heraus, daß nicht die Versorgung bei Krankheit und Alter durch den Staat die Leute von eigenen Erben unabhängig und alsbald kinderlos machte. Vielmehr wurden die Sozialgesetze gerade für Lohnabhängige erlassen, die ihren bürgerlichen Unterhaltspflichten schlicht nicht mehr nachzukommen vermochten weil Vater und Sohn gleichzeitig arbeitslos sein konnten. Und da diese Lohnabhängigen ohnehin kein Erbe im Tausch für Versorgung anbieten konnten, tendierten sie zu Kinderlosigkeit, solange nicht mit Gewalt gegen die Geburtenkontrolle vorgegangen wurde.
          
Der Geburtenrückgang ist also nicht deutsch und auch nicht europäisch, sondern strukturgeboren."

Zum anderen widerlegt HEINSOHN den Mythos, dass die französische Frau gebärfreudiger als die deutsche Frau sei. Single-generation.de hat schon des Öfteren darauf hingewiesen, dass ein Vergleich bereits deshalb scheitert, weil das bevölkerungspolitische Konzept der Unterscheidung dessen, was "einheimisch" und "fremd" ist, in Deutschland und Frankreich vollkommen unterschiedlich ist. Die schlechte Nachrichten: HEINSOHN beruft sich bei seiner Rezension auf die gleichen fragwürdigen Prognosen wie BIRG. HEINSOHN behauptet, dass Geburtenkontrolle durch rigide Strafen - Beispiel mittelalterliche Hexenverbrennungen - möglich sei. HEINSOHN geht davon aus, dass eine Lösung des Bevölkerungsproblems nur durch Gewalt zu verwirklichen sei und dass dies auch durchaus geschehen könne. Dazu müsste jedoch die Freizügigkeit massiv eingeschränkt werden, denn wie sollen Kinderlose zum Hierbleiben gezwungen werden? Mit Blick auf Frankreich fragt HEINSOHN, ob die Rückkehr der Dienstbotengesellschaft eine Alternative zur BIRGschen Fortpflanzungsdiktatur sein könne:

"In jedem Fall stecken viele Araber und Schwarzafrikaner am unteren sozialen Rand, von dem aus sie die großzügigen Prämien für Gebären und Erziehung gern abgreifen. Mit ihrem Kindersegen sorgen sie für eine Wiedergeburt der Dienstbotengesellschaft, in der auch Mittel- und Oberschichtfrauen beim Nachwuchs zulegen, weil Kindermädchen und Köchinnen wieder bezahlbar werden. Noch muß sich erweisen, ob ein solcher Mix Frankreich in der ersten ökonomischen Liga zu halten vermag oder ob - nach der malträtierten jüdischen Elite - auch die übrigen Bildungsschichten den deutschen Auswanderungstraum übernehmen. Die doch erst einmal schwer zu verdienenden Gebärprämien könnten sich mithin ganz anders auswirken, als Demographen erhofften.
Vor der Wahl zwischen Birgs Fortpflanzungsdiktatur und einem Eurabien in Frankreich mag für manchen der stetige Niedergang an Schrecken verlieren."

Die Sozialdemokratie hat sich im Anschluss an ESPING-ANDERSEN längst für die Rückkehr der Dienstbotengesellschaft entschieden. Und auch CDU/CSU scheint dem nicht abgeneigt, wenn auch unterschiedliche Präferenzen bestehen: Während erstere auf öffentliche Lösungen wie Ausbau der staatlichen Kinderbetreuungseinrichtungen setzen, bevorzugt letztere wie auch die Grünen private Initiativen (Tagesmütter, Haushaltshilfen usw.).

HEINSOHN, Gunnar (2006): Zwei - nicht mehr und nicht weniger.
Die deutsche Familienpolitik prämiert hohe Geburtenraten in der Unterschicht und die Ein-Kind-Familie bei Gebildeten. Das ist ihr entscheidender Fehler,
in: Welt v. 20.05.

HEINSOHN, Gunnar (2006): Mehr Ausländer, weniger Ausländerfeindlichkeit.
Wie die Demografie ein deutsches Problem von ganz alleine löst,
in: Tagesspiegel v. 18.12.

HEINSOHN, Gunnar (2007): Nachwuchs als Einkommensquelle.
Die deutsche Sozialpolitik verleitet bedürftige Mütter, sich mit Kinderreichtum über Wasser zu halten,
in: Welt v. 24.05.

Gunnar HEINSOHN beklagt die Einwanderung in das deutsche Sozialsystem, die sich für Kinderreiche besonders lohnt:

"Während die statistische Mutter 1,4 und die ethnodeutsche sogar nur 1,2 Kinder hat, leben 2007 im Hartz-IV-Archipel 492 000 Bedarfsgemeinschaften, die mit zwei, drei, vier oder mehr Kindern weit über dem bundesdeutschen Durchschnitt liegen. Im Jahr 2005 finanziert der Steuerzahler erst 421 000 solche kinderreichen Einheiten. Ihre Zunahme um 17 Prozent in nur zwei Jahren zeigt, dass diejenigen Bewohner des Archipels, für die er rettendes Neuland ist, seine Regeln umgehend beherzigen."

In der US-amerikanischen Sozialpolitik seit 1997 sieht HEINSOHN die Lösung für das Problem, dass die Falschen die Kinder bekommen:

"Heute liegt die Kinderzahl pro Afroamerikanerin mit 2,0 Kindern (in Kalifornien 1,7) nur knapp über den 1,84 der US-Whites. Im Jahr 2005 leben unter nunmehr 298 Millionen Einwohnern nicht mehr 4,6, sondern nur noch 1,5 Prozent von Sozialhilfe (4,5 Millionen Menschen) - ein Rückgang um 67 Prozent in nur acht Jahren."

HEINSOHN, Gunnar (2007): Die demografische Kapitulation.
Nur mit ihrem eigenen Nachwuchs werden die westlichen Hightechnationen ihren Lebensstandard nicht halten können,
in: Cicero, Juni

"Von demografischer Kapitulation spricht die Forschung, wenn in einer Population auf 100 Männer zwischen 40 und 44 Jahren nur noch 80 oder weniger Knaben zwischen null und vier Jahren folgen. In Deutschland liegt die Zahl derzeit bei 50 Knaben pro 100 Männern im beschriebenen Altersrahmen. Das große Brimborium um Elterngeld und Kinderkrippen dreht vor diesem Hintergrund an Stellschrauben im Mikrometerbereich",

verkündet uns Gunnar HEINSOHN. Woher er seine Eingebungen hat, das verschweigt er uns. Tippt man den Begriff in die Suchmaschine Google ein, dann findet man einen einzigen Treffer (Stand: 27.05.2007), der ebenfalls auf HEINSOHN verweist. Es spricht also anscheinend weniger "die Forschung", sondern einzig HEINSOHN. Der Begriff "Kapitulation" ist derzeit linkspopkulturell der angesagteste Begriff, wenn das mal kein Zufall ist. Um das Problem der demografischen Kapitulation zu lösen, hat HEINSOHN auch gleich die Lösung parat: eine gezielte und selektive Zuwanderungspolitik.

HEINSOHN, Gunnar (2009): Viele wütende junge Männer.
Afghanistan und Pakistan sind der Nato vor allem demografisch überlegen. Dieser Vorteil erschwert es der Nato, die Taliban und Aufständischen erfolgreich zu bekämpfen - doch sie machen es nicht unmöglich,
in: Tagesspiegel v. 09.04.

HEINSOHN, Gunnar (2009): Elterngeld - Fortpflanzungsprämie für Unterschicht,
in: Welt Online v. 03.11.

HEINSOHN, Gunnar (2010): Wie man viel Geld Armut vermehrt.
Höhere Sozialleistungen steigern die Geburtenrate von arbeitslosen Frauen. Bill Clinton kürzte in Amerika die Bezüge - mit Erfolg,
in: Welt v. 09.02.

HEINSOHN, Gunnar (2010): Hartz IV und die Politische Ökonomie.
Mit viel Geld hat der Sozialstaat nicht verhindert, dass die Unterschicht wächst,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.03.

HEINSOHN, Gunnar (2010): Unser Sozialstaat und seine Grenzen.
Leistungsträger sterben aus,
in: Welt v. 20.03.

HEINSOHN, Gunnar (2010): Mörderische Einkindpolitik.
Die Chinesen töten ihren weiblichen Nachwuchs: Was wird aus den 17 Millionen überschüssigen Jungen?
in: Tagesspiegel v. 21.03.

Das Single-Dasein in China

HEINSOHN, Gunnar (2010): Gefährliches Wachstum.
Immer mehr Hartz-IV-Kinder,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 31.05.

HEINSOHN, Gunnar (2010): Stoppt die Vermehrungsprämie!
Kein Elterngeld für Sozialhilfemütter,
in: Welt v. 15.06.

HEINSOHN, Gunnar (2010): Deutschland verschläft den Kampf um die Talente.
Der wahre Reichtum der Nationen besteht in der Intelligenz ihrer Bevölkerung. Doch hierzulande sorgen Sozial- und Einwanderungspolitik dafür, dass wir auf Dauer verarmen werden,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 24.06.

HEINSOHN, Gunnar (2010): Die unterschlagenen fünftausend Prozent.
Als Expertin für den Bildungsaufstieg der türkischen Migranten wird gerade Naika Foroutan herumgereicht. Doch die beeindruckenderen Erfolge, von denen sie berichtet, dokumentieren eine Irreführung mittels Statistik,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v.
09.09.

Gunnar HEINSOHN verteidigt Thilo SARRAZIN gegen Naika FOROUTAN.

HEINSOHN, Gunnar (2010): Willkommen in Deutschland!
Was qualifizierte Zuwanderer bei uns erwartet,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 21.10.

HEINSOHN, Gunnar (2010): Wir brauchen eine Menge heller Köpfe.
Lernfähigkeit ist die beste Qualifikation für eine erfolgreiche Integration. Das zeigt Kanadas Einwanderungspolitik. Doch wie genau funktioniert sie?
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 03.11.

Neu:
HEINSOHN, Gunnar (2011): Zu kostbar zum Sterben.
In Tunesien sinkt die Geburtenrate seit Jahren. Das ist ein Grund, warum die Rebellion nicht überproportional viele Menschenleben fordern wird. Das Land braucht seine Söhne,
in: Welt v. 24.05.

 
       
   

Gunnar Heinsohn im Gespräch

 
   

STEIN, Hannes (2003): "A fight for love and glory".
Der Völkermordexperte Gunnar Heinsohn im Gespräch über Krieg und Demographie,
in:
Welt v. 05.04.

In der demografischen Theorie gilt eine klassische Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern. Beim Thema Geburtenrate werden nur Frauen betrachtet, während beim Thema Krieg nur die Männer eine Rolle spielen. Gunnar HEINSOHN liefert plumpe demografische Erklärungen für zukünftige Kriege. Die Grundlage dazu liefert HUNTINGTON.

SCHLESINGER, Katja (2006): Soziologe macht hohe Geburtenraten für Gewalt mitverantwortlich.
Nach Ansicht des Soziologen Gunnar Heinsohn tragen die hohen Geburtenraten in den palästinensischen Gebieten zur Gewalt im Nahen Osten bei. Viele junge Männer ohne Perspektive seien für religiös motivierte Gewalt empfänglich, sagte Heinsohn,
in: DeutschlandRadio v. 04.08.

SCHLESINGER interviewt Gunnar HEINSOHN, der mit Söhne und Weltmacht die youth-bulge-These in Deutschland in die Debatte eingeführt hat:

"Schlesinger: Sie verweisen seit Jahren auf den Zusammenhang von hohen Geburtenraten und Gewalt. Peter Sloterdijk nun spricht von der »Bevölkerungswaffe der Islamisten«. Übertreibt er da nicht?
          
 Heinsohn: Ich glaube nicht, dass er übertreibt. Nur, die Entwicklung hat auch eine positive Seite. Denn in dem Moment, wo diese Jungmänner-Wellen, auf welche Weise auch immer, abgeklungen sind, dann kann auch wieder Frieden eintreten. Wir haben das gut beobachten können etwa in Algerien, wo sich 150.000 Menschen zwischen 1991 und ungefähr 2004 umgebracht haben. Während das passierte, haben die algerischen Frauen ihre Geburtenzahl auf 1,9 heruntergeschraubt, während ihre Mütter und Großmütter, die die Kämpfer geboren haben, sechs oder sieben Kinder hatten. Also das heutige Algerien steht alsbald vor einem Rentenproblem."

 
       
   

Gunnar Heinsohn in der Debatte

 
   

STUMBERGER, Rudolf (2010): Das unwerte Hartz IV-Leben.
Soziologieprofessor Gunnar Heinsohn will die Unterschicht finanziell austrocknen, weil die zu viele gesellschaftlich wertlose Kinder in die Welt setzt,
in: Telepolis v. 16.03.

Ein bisschen spät kommt diese Entrüstung von Rudolf STUMBERGER schon, denn die Debatte um den höheren Wert von Akademikerinnen-Kindern ist so alt wie die Debatte um das Elterngeld und die damit verbundenen Falschmeldungen um die Kinderlosigkeit in Deutschland.

PANY, Thomas (2010): Viele Schwangerschaftsabbrüche bei Leistungsempfängerinnen.
Die Diskussion über die "Gratispille" für Hartz-IV-Empfänger, die in manchen Bundesländern geführt wird, wirft ein anderes Licht auf steigende Geburtenzahlen als das Gerede von "Frauen der Unterschicht, die ihre Schwangerschaften als Kapital ansehen",
in: Telepolis v. 17.03.

BAUREITHEL, Ulrike (2010): Die Überflüssigen, unerwünscht.
Kalte Aussperrung: Die Sparbeschlüsse zeigen den Willen zu einer qualitativ orientierten Bevölkerungspolitik,
in: Freitag Online v. 09.06.

KIYAK, Mely (2010): Liebes Bremen!
Armer Stadtstaat! Da muss er den Pisa-Spott ertragen. Und obendrein plagen ihn Altlasten wie Gunnar Heinsohn,
in: Frankfurter Rundschau v. 26.06.

FOROUTAN, Naika (2010): Die Berechnungen sind demagogisch.
Der Sozialökonom Gunnar Heinsohn hat hier am 9. September behauptet, in der Debatte um türkische Einwanderer würden deren Bildungserfolge schöngerechnet. Eine Erwiderung,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v.
15.09.

 
       
   

Söhne und Weltmacht (2003).
Terror im Aufstieg und Fall der Nationen
Zürich: Orell Füssli

 
   
     
 

Kappentext

"Mit diesem Buch liefert der Völkermordforscher Gunnar Heinsohn eine spannende und zugleich provokative Antwort auf den weltweit eskalierenden Terror.
Mit eindrücklichen Beispielen aus der Aktualität und der Geschichte belegt er, dass weder religiöser Fanatismus noch Armut für tödliche Gewaltbereitschaft sorgen. Vielmehr erweist sich ein übergrosser Anteil perspektivloser Jugendlicher an der Gesamtbevölkerung als Hauptgrund für Unruhen, Terror und Krieg, bis hin zum Aufstieg und Fall ganzer Nationen."

Pressestimmen

"Und was haben westliche Gesellschaften den Horden junger, zorniger Männer entgegenzusetzen? Nachwuchs, der eher mit den Gefahren der Verfettung vor dem heimischen Computer oder Fernseher zu kämpfen hat. Und Söhne, die oft nicht nur die einzigen Söhne, sondern auch die einzigen Kinder sind, auf deren Ausbildung viel Zeit, Mühe und Kosten verwandt wurde und die man eher nicht in Kriegen verheizt sehen will."
(Sylke Tempel in der Welt vom 10.01.2004)

     
 
       
   

Das Buch in der Debatte

TEMPEL, Sylke (2004): Vorsicht - ganz viele junge Männer!
Der Rationalist Gunnar Heinsohn findet die Ursache des Terrors: Es ist der "youth bulge", der die arabischen Länder destabilisiert. Findet Heinsohn dabei auch das Ei des Kolumbus?
in:
Welt v. 10.01.

KLINGHOLZ, Reiner (2004): Machen junge Männer Krieg?
Gunnar Heinsohns wilde Thesen - und eine Berliner Studie zur Weltbevölkerung,
in: Die ZEIT Nr.10 v. 26.02.

LEHMKUHL, Tobias (2004): Rentner ans Gewehr!
Gunnar Heinsohn sieht in "Youth Bulges" den Motor der Weltgeschichte,
in: Berliner Zeitung v. 03.05.

MASSARRAT, Mohssen (2007): Schuld an Kriegen sind die Mütter.
Gunnar Heinsohns abenteuerliche Theorie wäre der Beachtung kaum wert, fände sie nicht unerwartete Anerkennung,
in: Frankfurter Rundschau v. 31.01.

MASSARRAT ist entsetzt, dass das Buch Söhne und Weltmacht von Gunnar HEINSOHN durch Promis wie z.B. Peter SLOTERDIJK öffentliche Beachtung erhält. Den Thesen von HEINSOHN jedenfalls kann er nichts abgewinnen:

"Heinsohn entlastet mit seiner »Theorie« nicht nur alle, die - wie Saddam Hussein, George W. Bush oder Wladimir Putin - Millionen Menschenleben zu verantworten haben. Er schiebt die Schuld für die Kriege den Familien zu, die im Irak, in Afghanistan, in Tschetschenien rücksichtslos Kinder produzieren. Daraus folgt, dass Kriege und Umstürze einzig dadurch verhindert werden könnten, dass der Überschuss an jungen Männern verschwände."

 
   

Der "youth bulge" in der Debatte

STEINBERGER, Petra (2002): Dürrer Ast sucht das Feuer.
Krieg und Gewalt: Was der Männerüberschuss in Asien bewirkt,
in: Süddeutsche Zeitung v. 22.06.

"Dürre Äste" nennen die Chinesen ihre "überschüssigen" Junggesellen, "die nie im Leben die Chance erhalten werden, sich fortzupflanzen" schreibt Petra STEINBERGER. Die Panik vor dem Männerüberschuss ist die Kehrseite der Panik vor dem Aussterben.

BÖNT, Ralf (2010): Die religiöse Rückkopplung.
Debatte: Wissen ist mühsam, aber den Schlüssel zum islamischen Extremismus hat die Konfliktforschung. Ein Essay über den Missbrauch des Religiösen nach dem 11. September 2001,
in: TAZ v. 04.03.

Ralf BÖNT greift die Youth bulge-These auf, die Gunnar HEINSOHN ("Söhne und Weltmacht") in Deutschland popularisiert hat. BÖNT bezieht sich jedoch mit seiner Argumentation auf das Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung, das weniger auf dem Gebiet der Konfliktforschung tätig ist, sondern lediglich Demografiethemen - je plumper desto besser - salonfähig machen soll.

BAUREITHEL, Ulrike (2010): Bevölkerungslehren.
Gehört hat man es schon von Frank Schirrmacher. Oder von Thilo Sarrazin: Alteuropa siecht dahin, und Deutschland hat zu wenig Kinder, zumindest die falschen. Jetzt kommen auch noch Gunnar Heinsohns Bevölkerungslehren,
in: Tagesspiegel v. 12.11.

 
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 17. Januar 2004
Update: 09. August 2015