Vorwort
A. Die
Definition der Asozialität
B. Der Begriff der Asozialität im Rahmen unserer
Untersuchung
C. Zur Geschichte der Asozialenfrage
D. Problemstellung der Untersuchung
E. Material und Methodik
F. Ergebnisse der Untersuchung
I. Wie
sieht ein asozialer Sippenverband aus?
II. Das generative Verhalten
1. Die
soziale Differenzierung der Fruchtbarkeit
2. Die asoziale Großfamilie
3. Der Einfluß eugenischer Maßnahmen
4. Die Fruchtbarkeit der Asozialen
5. Uneheliche Kinder
6. Fortpflanzungsalter und Fruchtbarkeitsperiode
7. Eheschließung, Ehedauer und Scheidungen
III. Zur
Anthropologie der Asozialen
1. Der
Sozialtypus
2. Sozialtypologische Differenzierung sozialer Schichten
3. Das Problem des Verbrechertypus
4. Gibt es einen biologischen Typus des Asozialen?
5. Körperliche Einzelmerkmale
6. Körpergröße
7. Der Konstitutionstyp
8. Die Menarche
9. Die Akzeleration
10. Farbmerkmale und Kopfform
11. Zusammenfassung: Der physische Sozialtypus des Asozialen
IV.
Statistische Beiträge zur Bedeutung des Schwachsinns für die
Asozialität
V. Die regionale Herkunft der Asozialen
1. Die
geographische Herkunft großstädtischer Asozialer
2. Die geographische Herkunft ländlicher Asozialer
3. Das geographische Konnubium
4. Das Wanderungsverhalten
5. Die geographische Verteilung der Wohnsitze
6. Die Rolle der Flüchtlinge
VI.
Sozialbiologische Verhaltensweisen
1. Das
soziale Konubium
2. Die asoziale Großfamilie als soziales Problem
3. Die Einflüsse des Lagerlebens
4. Kriminalität und Prostitution
VII. Zur
Anlage- und Umweltbedingtheit der Asozialität
VIII. Die Belastung der Gemeinschaft
IX. Zur Bevölkerungsstatistik der Asozialen
G. Die
Volksgemeinschaft und die Asozialen
Nachwort
Zitate:
Asozialität als
gemeinschaftschädigendes Verhalten
"Jede Gesellschaft
hat zwangsläufig ihre spezifische Asozialität." (S.9)
"Ein wichtiges Faktum
(...) ist die mangelnde wirtschaftliche Anpassung als
Charakteristikum des Asozialen. In weiteren Ausführungen
wird von Göbbels betont, daß es in einem modernen
Wirtschaftssystem, das weitgehend auf Arbeit und
Arbeitsteilung aufgebaut ist, nicht statthaft ist, daß ein
arbeitsfähiges Glied der Gemeinschaft auf Dauer einseitig
Werte aus der Gemeinschaft entnimmt, ohne ihr dafür
Gegenwerte zu geben. Dieser Gedanke, der in der heutigen vom
materialistischen Denken beherrschten sozialen Welt zu einem
der wichtigsten Faktoren des gesamten Asozialenproblems
geworden ist und er auch die soziale Praxis entscheidend
beeinflußt, verlangt eine viel stärkere Herausstellung, als
es bisher geschehen ist." (S.10).
Die Definition des
Asozialen:
"In die vorliegende
Untersuchung soll nur das seßhafte Asozialentum einbezogen
werden.
(...).
Unter den Asozialen in engerem Sinne können wir nach
ätiologischen Gesichtspunkten eine Unterteilung vornehmen,
wobei wir uns aber bewußt sein müssen, daß diese nur
mögliche Extreme charakterisiert und simplifiziert. (...)
Wir unterscheiden die überwiegend umweltbedingten, die
überwiegend anlagebedingten und als Zwischenstufe die
labilen Asozialen. Allen drei Gruppen ist das asoziale
Verhalten im Sinne von Göbbels Definition eigen."
(S.14)
Typen der Asozialität
1. überwiegend
umweltbedingte Asozialer
"Die umweltbedingten
Asozialen, die wir auch als Verhaltensasoziale bezeichnen
können, lassen sich wieder aufgliedern in umweltabhängige
und umweltgestörte. Erstere weisen (häufig vorübergehend)
ein an eine asoziale Umwelt angepaßtes Verhalten auf, fügen
sich aber bei Aufhören der negativen Einflüsse wieder sozial
ein. (...). Unter die umweltgestörten Asozialen können wir
die große Gruppe derer einreihen, die zum Beispiel durch
Erziehungsmängel und andere Umweltschäden beinflußt in das
Asozialentum gelangen und nicht mehr in der Lage sind, sich
ohne gezielte äußere Hilfe zu resozialisieren." (S.14)
2. überwiegend
anlagebedingter Asozialer
"Unter Zustandsasozialen
verstehen wir Menschen, die eine von der Umweltsituation
weitgehend unabhängig auftretende asoziale Haltung zeigen.
Sie sind sich ihrer Asozialität meist kaum oder gar nicht
bewußt, in Grenzfällen verfügen sie über gewissen Spuren
sozialer Maßstäbe, die sie gelegentlich die soziale
Besonderheit ihres Verhaltens spüren lassen." (S.14)
3. Labiler Asozialer
"Der Labile bedarf keiner
negativen Umwelt, um selbst asozial zu werden. Der fehlende
Halt - sei es in Gestalt eines Verwandten, eines
Ehepartners, auch eines sozialen Verbandes, wie einer
Hausgemeinschaft - genügt bereits, um ihn trotz sozialer
Umwelt asozial werden zu lassen." (S.15)
Asozialität und
generatives Verhalten: Die Gefahr des Down-Breeding:
"Je höher eine Schicht
oder Berufsgruppe in der sozialen Rangordnung steht, desto
geringer sind im allgemeinen die durchschnittlichen
Kinderzahlen pro Ehe. In unserer modernen und beweglichen
Gesellschaft sind die sozialen Schichtungen Siebungsgruppen
und weisen also eine verschiedene erbliche Beschaffenheit
auf. Vor allem sind sie auf Intelligenz gesiebt, aber auch
im Hinblick auf andere Faktoren, die für den sozialen
Verband des Gesamtvolkes von Bedeutung sind.
Fruchtbarkeitsunterschiede in den sozialen Schichten, die in
der oben geschilderten Weise mit siebungsbedingten
Qualitätsunterschieden derart parallel laufen, daß höher
qualifizierte Gruppen nur wenig zum Volkswachstum beitragen,
müssen sich auf die Dauer auf die innere und äußere
Situation eines Volkes sehr negativ auswirken."
Das
bevölkerungspolitische Ideal: eine kinderreiche Elite
"Bei Naturvölkern haben
die bewährten Krieger und besonders die Häuptlinge die
Möglichkeiten, die meisten Frauen zu nehmen und die meisten
Kinder zu erzeugen. So war es auch noch bei den Germanen der
Völkerwanderung. In den Zeiten der Hungersnot gingen
überwiegend die Besitzlosen und die Unfreien zugrunde,
insbesondere deren Kinder. Bis in die neuere Zeit konnte der
wohlhabende Bauer eher heiraten als der besitzlose Arbeiter
(...). Ganz ähnlich lagen die Verhältnisse im Handwerk
(...).
Mit dem Beginn der Industrialisierung begann eine Lockerung
des starren gesellschaftlichen Gefüges. (...) Im Zuge dieser
Vorgänge kehren sich die sozialen Differenzierungen des
generativen Verhaltens geradezu um."(S.41f.)
Die Asozialität im
Nachkriegsdeutschland ist das Kennzeichen von Familien und
nicht von Singles
"Es ist eine nicht zu
bestreitende Tatsache, daß zum typischen Bild des seßhaften
Asozialen in Deutschland die Familie gehört, wobei die
Kinderzahl von untergeordneter Bedeutung ist. Der einzeln
lebende Mann ohne wirtschaftlichen Rückhalt läßt sich von
den staatlichen Organen meist besser erfassen, so daß er gar
nicht die Möglichkeit hat, ein sozial parasitäres Leben zu
führen. (...) Ähnlich geht es der unverheirateten Frau, wenn
sie keinen Anschluß an ihre Sippe hat. (...).
Erst die Familie mit Kindern ermöglicht ein Leben, wie es
einem Asozialen entspricht. Da eine Frau mit Kindern
grundsätzlich vom Staat versorgt wird, ist damit dem
asozialen Mann wie der Frau ein wirtschaftlicher Rückhalt
gegeben, der um so stärker gegeben ist, je größer die Zahl
der Kinder wird." (S.44f.)
Die asoziale Großfamilie
als Patchworkfamilie
"Wir haben (...) dem
Sprachgebrauch der Rassenhygieniker folgend, die Großfamilie
der sozialen Vollfamilie gegenübergestellt.
(...).
Während die erste Familie (Anm. d. Verf.: Vollfamilie)
regelmäßig in einer echten Fortpflanzungsgemeinschaft der
Eltern begründet ist und also der biologische
Familienverband mit dem sozialen kongruent ist, handelt es
sich bei der Großfamilie vielfach um einen Zusammenschluß
von Individuen, die zum Teil noch nicht einmal blutsverwandt
sind. Durch wiederholte Eheschließungen und Scheidungen,
uneheliche Kinder u.ä. bildet sich eine familienartige
Personengruppe, die regelmäßig durch die Mutter der Familie,
die nicht die Mutter aller Kinder zu sein braucht,
zusammengehalten wird. Es handelt sich also bei der
asozialen Großfamilie primär um einen Zusammenschluß auf
sozialer Ebene, der sich aus Resten verschiedener
biologischer Verbände zusammensetzen kann." (S.133f.)
Die biologische Belastung
der Gemeinschaft durch die Förderung des Kinderreichtums
"eine »biologische
Gefahr« (...) durch die Vergrößerung des Anteils der
Asozialen in der Bevölkerung ist heute nicht gegeben. (...).
Damit ist aber nicht gesagt, daß diese Verhältnisse in der
dargestellten Weise auch für die Zukunft konstant bleiben.
Bei jeder bevölkerungspolitischen Maßnahme, insbesondere bei
Aktionen zur Förderung des Kinderreichtums, ist das Problem
der Asozialen stets von neuem unter den gewandelten Aspekten
zu prüfen, um eine Verzerrung der bevölkerungsbiologischen
Planung zu verhüten." (S.149)
Der moderne
Wohlfahrtsstaat erfordert eine aktive Bekämpfung der
Asozialen
"In Anbetracht der äußerst
komplizierten Struktur eines modernen Wohlfahrtsstaates muß
es als utopisch erscheinen, sich mit defensiven Maßnahmen
gegen eine Sozialgruppe zu wenden, die - und zwar in
negativer Beziehung - vielfach in vollkommener Weise dieser
Struktur angepaßt ist. Es wird also erforderlich, die
Asozialität aktiv zu bekämpfen.
Diese Bekämpfung wird sich, auf längere Sicht gesehen, nicht auf
fürsorgerische und pädagogische Maßnahmen beschränken. Die
Forderung einer wirksamen Begrenzung und Ausschaltung des
Nachwuchses der Asozialen wird daher immer wieder auftauchen. Man
wird sich darüber klar sein dürfen, daß eine solche Anregung
gegenwärtig auf wenig Zustimmung stoßen (...) würde, sind doch die
staatlichen Miß- und Übergriffe (..) noch zu deutlich in aller
Erinnerung. (...) Man wird jedoch zu fragen haben, ob man deswegen
dauernd auf die Diskussion der Einbeziehung solcher
Präventivordnungen und damit auf eine wichtige Großmaßnahme in der
Bekämpfung des Asozialentums und seines Ballastes wird verzichten
können." (S.161)
Stimmen zum Buch
"Jürgens knüpft am
gesundheitspolitischen Konzept des Nationalsozialismus an,
dem es in letzter Konsequenz darum ging, allen
Unzuverlässigen und ökonomisch Unbrauchbaren den Lebenswert
abzusprechen."
(Ludger Weß, 1986, S.129)