1. Vorbemerkungen
2. Stand
der Bevölkerungsentwicklung
2.1
Überblick über die Entwicklung in der Bundesrepublik
Deutschland 1964 - 1978
2.2 Die säkulare Entwicklung des Geburtenrückgangs: Schema
der Theorie des demographischen Übergangs
2.3 Die historische Entwicklung 1815 - 2000
2.4 Die europäische Entwicklung in der Gegenwart
3. Die
künftige Bevölkerungsentwicklung
3.1 Kurz-
und mittelfristige Ergebnisse von Vorausschätzungen
3.2 Langfristige Ergebnisse von Vorausschätzungen
4. Zur
Beurteilung der Bevölkerungsentwicklung
4.1
Resümee der Ursachen und der unterschiedlichen Standpunkte
4.2 Zur Frage der Alterssicherung
4.3 Wirtschaftspolitische Langzeitprobleme
4.4 Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die
Wohlstandsentwicklung
4.5 Auswirkungen auf die Güterproduktion und die
Investitionsbereitschaft
5.
Anmerkungen zur politischen Beurteilung der
Bevölkerungsentwicklung
Zitate:
Vorausschätzung der Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr
2000 auf der Grundlage der 5. koordinierten Vorausschätzung
von 1975
"Die
Ergebnisse solcher Vorausschätzungen haben (...) einen hohen
Grad an Wahrscheinlichkeit.
Die
Bevölkerung insgesamt nimmt (...) allmählich ab. Die heutige
deutsche Bevölkerung der Bundesrepublik von rund 58 Mill.
wird sich bis 1990 um etwa 3 Mill., bis zum Jahr 2000 nicht
ganz um 6 Mill. vermindern. Die Bundesrepublik würde dann
wieder 52 Mill. deutsche Bürger umfassen, das ist etwa die
Bevölkerungszahl, die sie Mitte der 50er Jahre einmal hatte.
(...).
Der seit Jahren zu beobachtende Geburtenrückgang und die
wahrscheinliche Entwicklung in den nächsten eineinhalb
Jahrzehnten wird dazu führen, daß der Anteil der Kinder und
Jugendlichen dann um etwa ein Drittel niedriger liegen wird
als 1975. (...). Nach 1980 verkleinert sich der
»Abiturientenberg«, nach
1985 der »Studentenberg«. Die Jahrgänge, die mit Beginn des
Geburtenrückgangs Mitte der 60er Jahre geboren wurden,
werden, wenn sie ihre akademische Ausbildung beginnen,
vermutlich nicht mehr mit dem Problem des Numerus clausus
konfrontiert sein." (S.33f.)
Langfristige
Vorausschätzungen
"Langfristig nimmt die
Zahl älterer Menschen zu: Im Modell a steigt der Anteil der
über 65jährigen auf 23 % im Jahr 2030, im Modell b auf 29 %.
(...).
Die deutsche Bevölkerung wird bei Modell a bis zum Jahr 2030
(...) auf 39 Mill., in Modell b auf 32 Mill. abnehmen. 39
Mill. war auf dem Gebiet der Bundesrepublik die Bevölkerung
des Jahres 1925, 32 Mill. diejenige um 1910. Diese Zahlen
sind es, die Horrorvorstellungen ausgelöst haben von der
sterbenden deutschen Nation." (S.36f.)
Bevölkerungsabnahme bis
zum Jahr 2000
"Nach den
Vorausschätzungen wird, mittelfristig, die deutsche
Bevölkerung in der Bundesrepublik um etwa 5,7 Mill. Menschen
abnehmen und damit wieder den Bevölkerungsstand des Jahres
1955 erreichen." (S.43)
Die Entwicklung des
Rentenberges
"Ab 1980 wird sich der
gegenwärtige Rentenberg verringern, 1986 wird er überwunden
sein. Nach einer etwa gleichmäßigen Belastung wird Ende der
90er Jahre ein Anstieg beginnen mit einem Gipfel um 2010. Es
folgt ein erneutes Abflachen bis etwa 2020, gefolgt von
einem Anstieg zum dritten, höheren Rentenberg um 2030."
(S.45)
Es gibt keinen engen
Zusammenhang zwischen demografischem Wandel und sozialer
Sicherung
"die Altersstruktur der
Bevölkerung ist nur eine Komponente für die soziale
Sicherung ist. Andere Komponenten sind die Beteiligung am
Erwerbsleben, z.B. der Anteil erwerbstätiger Frauen, und
damit der Beitragszahler - allerdings später auch dann der
Rentenempfänger; ferner der Anteil der Arbeitslosen,
Änderungen der Bestimmungen der Altersversorgung, z.B. die
Herabsetzung und Heraufsetzung des Rentenalters, nicht
zuletzt die Entwicklung der wirtschaftlichen Produktivität,
damit verbunden die der Löhne und Gehälter, die Entwicklung
der Preise und damit die Entwicklung der Kaufkraft. Alle
diese Faktoren können die Einflüsse, die aus der
Altersstruktur herrühren, verstärken oder abschwächen.
Solche nichtdemographischen Änderungen sind aber in keiner
Weise vorauszuschätzen." (S.45)
Demographische Faktoren
sind nicht allein für die Erfüllung des
Generationenvertrages ausschlaggebend
"In der Nachkriegszeit
konnte die Versorgung der besonders rasch wachsenden Zahl
alter Personen grundlegend verbessert werden. Der Kreis der
Versorgungsberechtigten ist durch frühere Rentengewährung
und durch die Einbeziehung der Selbständigen in die
Altersversorgung weit stärker und rascher ausgedehnt worden,
als es der demographischen Zunahme alter Menschen entsprach.
Diese Verbesserung der Altersversorgung fiel zudem in eine
Periode, in der das Arbeitspotential u.a. infolge sinkender
Arbeitszeit ständig abnahm, was einer weiteren Steigerung
der rechnerischen Belastungsrelation durch alte Menschen
gleichkommt. In dieser Periode aber stieg die
durchschnittliche Arbeitsproduktivität, gemessen als reales
Bruttosozialprodukt, rasch an. Sie war 1961/72, nach den
Berechnungen von Frau Wander, doppelt so hoch wie 1950/61.
Der Generationenvertrag ließ sich daher unter demographisch,
rententechnisch und arbeitspolitisch ungünstigeren
Bedingungen besser erfüllen. Ein geringeres Arbeitspotential
hat, dank steigender Arbeitsproduktivität und steigender
Einkommen, mehr für die Versorgung alter Menschen leisten
können, ohne selbst Einbußen im Lebensstandard hinnehmen zu
müssen." (S.46)