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Wang Xiaoshuai
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Beijing
Bicycle (VR China/Frankreich, 2000)
Singles
im modernen China
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Pressestimmen zu
"Beijing Bicycle"
"Aller
kommunistischen Programmatik zum Trotz (...)
kann ein schnittiges Mountainbike zum
umkämpften Statussymbol avancieren.
Zumindest ist das so für die Helden des
Films: zwei sechzehnjährige Jungs, die in
den unteren Bereichen der Gesellschaft
zuhause sind und neidvoll zur Sphäre der
Modernisierungsgewinnler aufschauen. Guei ist
ein Junge vom Land, der als Fahrradkurier in
der großen Stadt dem Traum vom besseren
Leben entgegenstrampelt.
(...).
Dann wird Guei das Fahrrad gestohlen, er
verliert seinen Job, und die Tonart des Films
wird düster. Zu Fuß begibt sich der
Bestohlene (...) auf die Suche nach dem Rad
(...). Tatsächlich findet er es, und dazu
den gleichaltrigen Jian, der sagt, er habe
das schöne Mountainbike auf einem Flohmarkt
gekauft. Jian ist Gymnasiast und benötigt
das Rad dringend, um seinen Kumpels
einer Bande arroganter und gewalttätiger
Schnösel, die Coolness zelebrieren ,
vor allem aber seiner Freundin zu imponieren.
"
(Rainer Gansera in der SZ
vom 02.04.2002)
"Indem
Beijing Bicycle das Thema von Vittorio
de Sicas Neorealismus-Klassiker Fahraddiebe
wieder aufgreift, portraitiert er Chinas
Hauptstadt, erzählt von
Klassenverhältnissen und individuellen
Träumen und von der unterschiedlichen
Bedeutung, die ein Fahrrad haben kann. "
(Rüdiger Suchsland in der
FR vom 03.04.2002)
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Filmkritiken
- ELTERLEIN,
Eberhard von (2002): Das Fahrrad als
Statussymbol.
Sich
abstrampeln in der Hauptstadt des
neugeborenen Kapitalismus: "Beijing
Bicycle"
in: Welt
v. 28.03.
- GALLE, Birgit
(2002): Emsig radeln, adrett radeln.
Überleben in der
Stadt: "Beijing Bicycle"
beschreibt Jugendliche in Peking jenseits
von Pop,
in: Berliner Zeitung
v. 28.03.
- KUHLBRODT,
Detlef (2002): Das Spiel der Sonne auf
den Gesichtern.
Ein
silberfarbenes Mountainbike fährt durch
chinesisch-italienischen Neorealismus:
Wang Xiaoshuais Spielfilm "Beijing
Bicycle" legt viel Wert auf
poetische Bilder und auf städtebauliche
und gesellschaftliche Kontraste,
in: TAZ
v. 28.03.
- MIDDING,
Gerhard (2002): Das Glück auf zwei
Rädern.
In
"Beijing Bicycle" von Wang
Xiaoshuai wird Peking geographisch und
soziologisch aus der Fahrradperspektive
vermessen,
in: Freitag
Nr.14 v. 28.03.
- GANSERA,
Rainer (2002): Kurier fürs Dampfbad.
"Beijing
Bicycle", Wang Xiaoshuais Film über
Radldiebe und Fahrradfighter in der
chinesischen Metropole,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 02.04.
- SUCHSLAND,
Rüdiger (2002): Fahrradliebe.
Wang Xiaoshuais
"Beijing Bicycle" porträtiert
das zeitgenössische China mit dem Blick
des Neorealismus,
in: Frankfurter
Rundschau v. 03.04.
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Fahrradkurriere
in der Debatte
- KAISER, Jost
(2001): Ein kleines Rad.
Urbane
Physiognomien: Der Fahrradkurier wähnt
sich räudig,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 11.12.
- Kommentar:
Der
Schreibknecht KAISER widmet sich
dem unteren Ende der
"Hierarchie der
Dienstleistungskette". Unter
den Knechten
der Dienstleistungsgesellschaft
ist für KAISER der
Fahrradkurrier die
Schlüsselfigur.
Er
fährt aus Not und macht deshalb
daraus eine Philosophie. Im
Gegensatz zu seinem Vorgänger -
dem akademischen Taxifahrer - ist
er jedoch immer allein und führt
einen einsamen Kampf in der
"Speed-Gesellschaft":
"Ich
bin der Kämpfer im
Großstadtkrieg. Um euren
Geistesmüll von einer Agentur
zur anderen zu transportieren,
müssen wir leiden. Wir sind euer
schlechtes Gewissen, wie wir so
plötzlich pulsierend im Büro
herumstehen, als Boten der
dreckigen Draußenwelt, uns
abheben von euren
Schreibtisch-Körpern. Eine
sehnige Wade sagt mehr als
tausend Worte. Und wenn er geht,
sitzen die Büromenschen da,
lassen den räudigen Auftritt
Revue passieren und überlegen,
dass sie mal wieder eine Runde
Badminton spielen sollten. Denn
das macht den Kurier innerlich
groß: Er stählt seinen Body und
verdient auch noch Geld
dabei."
Ob
KAISER nach einer solchen
Begegnung der dritten Art eine
Runde Badminton gespielt hat, das
erfährt der Leser nicht.
Zu
diesem Thema lohnt sich die
Lektüre von "Body-Building.
Erzählung. Schauspiel.
Essay."(Suhrkamp, 1980).
Bereits 1979 hat Bodo
KIRCHHOFF
darin das Verhältnis von
Body-Builder und Geistesmensch
beschrieben:
"für
mich ist der primäre Narzißmus
ein Mythos, und wer ihn
fürchtet, scheint an ihn zu
glauben - und vielleicht sogar
ihm nachzutrauern.
Ich glaube nur an den
vermittelten Wahn von sich
selbst, der sich nicht so
leichthin denunzieren läßt wie
Daumenlutscherei - denn dort
beginnt die große Kränkung - am
eigentlichen Mangel, welcher ja
vor allem selbsternannten
schöpferischen Menschen viel zu
schaffen macht.
Ich glaube zu wissen: Jeder
Zufall einer Kreativität wird
immer nur durch Nachtrag zum
Ergebnis meines
Einfallsreichtums."
(S.159f.)
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