| |
|
[ Film-
und TV-Geschichte des Single-Daseins ] [ News ] [ Suche ] [ Homepage ]
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Michelangelo Antonioni
|
|
| |
|
Blow
up (Großbritannien, 1966)
Film
über einen "60er-Jahre-Yuppie" im Swinging
London
|
|
| |
|
 |
|
 |
| |
|
|
Stimmen zum Film
"Ich war sofort fasziniert,
weniger von dem Film (obwohl ich ein bißchen
diese Art London gesehen zu haben glaube vor
drei Jahren), sondern von dem Gesicht von
David Hemmings. Es hat mich fasziniert, weil
es selbst dauernd Faszination ausdrückt,
weil Hemmings immer tiefer hineintreibt in
Vorstellungen von Realität, die nicht
zutreffen und doch wieder was Wahres haben,
weil er alles nur durch die Kamera sieht und
in der Faszination eines imaginären Mordes.
Die Schlußszene ist nur konsequent. Ein
bißchen habe ich das Gefühl, daß ich auch
so lebe im Augenblick, ständig fasziniert
und sehr intensiv und mit ziemlich unklaren
Vorstellungen darüber, wohin das geht."
(aus: Jochen Schimmang
"Der schöne Vogel Phönix", 1979,
S.63f.)
"Die
60er Jahre, Swinging London, ein ganzes
Zeitalter zum Mikrokosmos zusammengeschnürt,
vielleicht größter Ideenumschlagplatz aller
Zeiten, die, kaum entworfen, schon wieder
verpufft waren."
(Marli Feldvoss in der
Berliner Zeitung v. 21.06.2000)
"Analyse
des Verhältnisses von Realität und ihrer
Abbildung (...). Ob Doku-Fotos oder
Modekatalog, dem Blick auf die Realität der
Armut und dem auf die Künstlichkeit des
posierenden Körpers wohnt kein
entscheidender Unterschied inne"
(Tim Gallwitz in der TAZ v.
03.08.2000)
"Die Haltung des
Protagonisten Thomas zur Welt, zu den Dingen und Menschen
ist tyrannisch. Tyrannei ist illegitime Herrschaft. Der
Tyrann oder Willkürherrscher herrscht nach »Lust und Laune«,
also nach dem Lustprinzip und nicht nach dem Geetz, das
seine Handlungen vorhersehbar machen würde. Wie die Tyrannen
der Antike, legitimiert Thomas seine Herrschaft durch Erfolg
und Geld. Sie manifestiert sich in dem Umgang mit seinen
»Untergebenen«, den Models, und mit sienen Angestellt, die
er, ähnlich wie der Tyrann, verachtet."
(Annegret Mahler-Bungers in Psyche, August
2004)
|
|
|
 |
|
 |
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Michelangelo Antonioni:
Porträts und Gespräche
- KILB, Andreas (2002): Spiel
mit dem unsichtbaren Ball.
Zum neunzigsten Geburtstag des italienischen
Filmregisseurs Michelangelo Antonioni,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.09.
- Inhalt:
KILB beschreibt den Protagonisten von
"Blow up" als untypische Figur des Regisseurs:
"»Aber
selbst wenn es og eht, wird mit jedem Fehler, der nicht
ausbleibenkann, das Ganze, das Leichte und das Schwere,
stocken, und ich werde mich im Kreise zurückdrehen müssen.«
Das ist nicht von Antonioni, sondern von Kafka, aber es
beschreibt ziemlich gut die Mischung aus Trägheit, Scheu und
Verzweiflung, die auf Antonionis Helden lastet (...). Nur
Thomas, der Fotograf aus »Blow-up«, fällt aus dieser Reihe
heraus, vielleicht, weil er gelernt hat, mit dem
Unberechenbaren, dem Fiktiven und Geisterhaften umzugehen,
das in der Wirklichkeit steckt; weil er auch mit dem
unsichtbaren Ball spielen kann, der ihm am Schluß des Films
zugeworfen wir."
|
|
| |
|
David Bailey als Vorbild
des Filmhelden
- DIEZ, Georg (2002): Der Mann,
den die Frauen liebten.
Leben ist wie Jazz: Der Fotograf David Bailey über die
Magie der Bilder, das Elend der Demokratie und den Charme
der Arbeiterklasse,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v.
20.10.
- Inhalt:
Georg
DIEZ unterhält sich mit
David BAILEY, der folgendermaßen charakterisiert wird:
"Er ist der Mann, der dem
Geist der sechziger Jahre ein Gesicht gegeben hat: Bailey,
64, wurde als Modefotograf berühmt, sein Leben lieferte die
Vorlage für Michelangelo Antonionis Film
»Blow-up« - eine
Hommage an das »Swinging London«, dessen Geschichte gerade
der amerikanische Autor Shawn Levy in seinem Buch »Ready,
Steady, Go« nachgezeichnet hat."
|
|
| |
|
Vera Gräfin Lehndorff im
Gespräch
- KOHLENBERG, Kerstin (2004):
"Warum muss es immer mein Körper sein?"
Sie war das erste deutsche Supermodel. Ihr Vorbild war
Greta Garbo: Veruschka Lehndorff, die Schöne mit dem kühlen
Blick,
in: Tagesspiegel v. 08.02.
- Inhalt:
Veruschka LEHNDORFF spricht u.a. über
den Film "Blow up":
"1966
kam der Film „Blow Up“, mit dem Sie berühmt wurden.
Ja, ja, und jahrelang wurde ich überall, genau wie in
der berühmten Szene im Film, auf jeder Party angesprochen
mit: »I thought you were in Paris?«, hahaha. Und ich musste
darauf wie im Film antworten »I am in Paris«, hahaha. Gut,
es war ja auch ganz lustig."
|
|
| |
|
Jane Birkin im Gespräch
- CASATI, Rebecca (2003): Jane
Birkin über Zufall,
in: Süddeutsche Zeitung v. 31.05.
- Inhalt:
Die französische Schauspielerin und Sängerin
Jane BIRKIN spricht u.a. über den Film "Blow up", in dem sie
ein Model spielt und in einer Nacktszene zu sehen war.
|
|
| |
|
Der Film
in der Debatte
- SPIEGEL
(1967): Nach der Sinnflut,
in: Spiegel Nr.31
-
SCHIMMANG, Jochen (1979): Der schöne Vogel Phönix, Frankfurt
a/M: Suhrkamp
- FELDVOSS,
Marli (2000): Tatorte der Schönheit.
Die
Wiederaufführung eines Filmklassikers:
"Blow up" von Michelangelo
Antonioni,
in: Berliner Zeitung
v. 21.06.
- GALLWITZ, Tim
(2000): Reiten auf der Massenkultur.
Löste seinerzeit
heftige Kontroversen um Politik und
Ästhetik aus: Blow Up von Antonioni,
in: TAZ
Hamburg v. 03.08.
- MAHLER-BUNGERS, Annegret
(2004): Blow up,
in: Psyche. Zeitschrift für Psychoanalyse, August
- WOELLER, Marcus (2004): Die
Zukunft in der Seifenblase.
Freizügig sollte es
sein, schaumig und bunt: Mit der Ausstellung "Art & the 60s:
This was Tomorrow" lässt die Londoner Tate Britain die
Swinging Sixties Revue passieren. Deren Ende markierten ein
einstürzender Neubau und Mick Jagger in Handschellen, aber
zuvor schillerten die Verheißungen des Pop,
in: TAZ v. 16.08.
- Inhalt:
WOELLER vermisst den Film in einer
Ausstellung über die Sixties und füllt diese Leerstelle
deshalb selber ein wenig aus:
"Eigenartigerweise
fehlt der Film. Weder der Beatles-Film »A Hard Days Night«
ist zu sehen noch Michelangelo Antonionis »Blow-up«. Kennt
eh schon jeder, dachte man sich wohl und zitiert munter
drauflos. Ian Stephenson steuert mit »Parachrome« ein Bild
bei, das »Blow-up«-Fotograf Thomas in seiner Wohnung hängen
hat. Dessen pixelartig aufgesprühten Farbpunkte und
verwischte Schlieren ermuntern den Protagonisten des Films
zur immer stärkeren Vergrößerung seiner Fotos, auf denen er
die Bestätigung seiner Mordhalluzinationen sucht. Auf der
Ebene sichtbarer Bildpunkte löst sich jedoch die erkennbare
Wahrheit in die reine Form auf. Als Fotografen, der die
Ausschnittsvergrößerungen für »Blow-up« entwarf, engagierte
Antonioni Don McCullin, mit dem er die neorealistische
Vergangenheit teilte. In Fotografien wie »The Guvnors« von
1958 dokumentiert McCullin die soziale und räumliche
Realität der Nachkriegszeit. Hier verkultet er eine Gang,
die Ende der Fünfzigerjahre über die verrufene
Finsbury-Park-Gegend herrschte, als Heroen der Straße. In
ihren Anzügen und schmalen Krawatten erscheinen die
organisierten Minimobster wie eine Gruppe stylisher Mods.
Überhaupt ist es die Darstellung und Betonung eines ganz
bestimmten Stils, der die Sixties schon Ende der Fünfziger
beginnen lässt. David Bailey fotografiert Frauen als ebenso
mode- wie selbstbewusste Dandys und Männer als
schick-arrogante Bohemiens."
-
SCHNELLE, Josef (2006): "Das Swinging London" der 60er.
Der Film "Blow Up" traf den Zeitgeist,
in: DeutschlandRadio v. 18.12.
epd
Film-Titelgeschichte: Anatomie eines Klassikers |
- SCHIFFERLE, Hans (2007):
Explosion der Bilder.
Blow Up und die Kultur der Sixties,
in:
epd Film,
Juli
- SCHULZ-OJALA, Jan (2007): Ein
Traum und nichts anderes,
in:
Tagesspiegel v. 12.07.
- Inhalt:
SCHULZ-OJALA empfiehlt den Film "Blow
up" von Michelangelo ANTONIONI, der endlich wieder in die
Kinos kommt, in den vorderen Reihen anzuschauen, denn dort
werde er zu einem Fest der Wahrnehmung:
"London, 24 Stunden von Morgen bis Morgen, es ist 1966,
die Stadt swingt bekanntlich beträchtlich, und der schicke
Modefotograf mit Rolls-Royce-Cabrio, dessen coolen,
spannenden, sexy und doch auch ermüdenden Arbeitstag die
Kamera mit geradezu dokumentarischer Akribie chronologisch
festhält, ist in fast jeder Einstellung zu sehen: Der
Kronzeuge unserer Fantasie trägt Strubbelhaar und
Schmollmündchen, trägt das Hemd mal locker überm Gürtel
und mal gar nicht, trägt auch mal halbnackte giggelnde
Nachwuchs-Magermodels durchs ziemlich derangierte Atelier.
Und dann entwickelt er die Fotos vom Paar im Park, setzt
sich eine, seine Mordsgeschichte aus immer weiter
aufgeblasenen Bildern zusammen. Aber was, wenn ein Bild
nichts weiter ist als ... ein Bild?"
-
LINDEMANN, Thomas (2007): Gefährlicher Blick.
Nach 40 Jahren läuft der Filmklassiker "Blow up" von
Michelangelo Antonioni wieder im Kino - und wirkt
erstaunlich zeitgemäß,
in: Welt
v. 14.07.
|
|
| |
|
-
- Yardbirds:
"Stroll On" mit Jeff Beck und
Jimmy Page
- WINKLER, Willi (2004): Der
E-Punkt.
In Wien fragt die Ausstellung "Go Johnny Go" nach Kunst,
Mythos und Sex der E-Gitarre,
in: Süddeutsche Zeitung v. 27.10.
- Inhalt:
Willi WINKLER
beschreibt u.a. eine Filmszene, in der die Gitarre von Jeff
BECK im Mittelpunkt steht:
"Musik
ist Lug & Trug. Der Fotograf, den David Hemmings in
Michelangelo Antonionis »Blow Up« (1966) spielt, gerät in
ein Konzert der Yardbirds und erlebt die fiebrige,
frühelektrische Atmosphäre der ersten psychedelischen Zeit
in London. Sinnlos hämmert die Musik, so laaauuutt. Das
Publikum dumpft mit im rhythmischen Krach und giert nach den
Krawallern auf der Bühne. Der Gitarrist Jeff Beck willfährt
den Gläubigen drunten schließlich und zerschlägt seine
Gitarre am Verstärker: Wamma, wamma, wam. Die Trümmer
fliegen ins Publikum, die Fans prügeln sich um die Fetzen,
und David Hemmings kann mit dem besten Stück, dem
Gitarrenhals, fliehen. Er rennt wie um sein Leben. Draußen
im Licht der Einkaufsstraße, wo ihm niemand mehr nachläuft,
sieht die Reliquie schon nach nichts mehr aus. Ein Stück
Holz, Wirbel, gesprungene, abstehende Saiten; Material.
Achtlos schmeißt er das nur mehr irdische Stück fort."
Welchen
Stellenwert die im Film verwendete Gitarre für den Musiker
hat, das liefert WINKLER auch noch nach:
"Achtzig
Gitarren zeigt die Ausstellung an einer langen, langen Wand
aufgereiht. Die Klassiker von Les Paul und Fender sind
dabei, der Stratocaster, die Gibson ES-150, der Höfner, den
Jeff Beck in »Blow Up« statt seiner geliebten Les Paul
verwendete, weil man »mit der sowieso nichts anderes machen
konnte, als sie zu zertrümmern«."
|
|
| |
|
weiterführende
Links
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die
Inhalte externer Internetseiten
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|