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Gregor Schnitzler
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Soloalbum (Deutschland, 2002)
Liebeskummer im
SMS-Zeitalter
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Pressestimmen
"Gregor
Schnitzler (...) kann die fünf Phasen des
Liebeskummers wie eine erfahrende »Amica«-Redakteurin
aufsagen: Trotz, Ablenkung, Selbstmitleid,
Rückgewinnungsversuche, Lernen. Nicht einfach
darzustellen, das alles: Im Roman wurde der Held
noch das erste Mal per Fax verlassen, im Film jetzt
schon per SMS"
(Esther Kogelboom im Tagesspiegel
vom 11.08.2002)
"Im
Mittelpunkt (...) ein Jüngling, der nicht nett mit
seiner Freundin umspringt (lässt sie sitzen an ihrem
Geburtstag, vergnügt sich mit anderen Frauen), dann
von ihr verlassen wird und schließlich merkt, dass
er doch ganz schön an ihr hängt.
Wie er nun versucht, erst über die Trennung
hinwegzukommen und irgendwann sein Herzblatt mit
allen möglichen Mitteln zurückzugewinnen, davon
erzählt dieser Film mitunter vergnüglich und leicht,
mitunter hart an der Grenze zum peinlichen Klamauk."
(Gerrit Bartels in der TAZ
vom 26.03.2003)
"Wirklichkeit
ist in diesem Film nicht einmal als Karikatur
gefragt: Die Redaktionsräume sind hier größer als
bei der Washington Post, sämtliche
Musikzeitschriften des deutschsprachigen Raums samt
aller Gothic-Fanzines und Fachblätter für Graffiti
und Snowboard-Kultur hätten hier, wo angeblich eine
Musikzeitschrift entsteht, Platz, und – Gipfel der
Unglaubwürdigkeit – der Redaktionsleiter sieht aus
wie Leander Haußmann."
(Diedrich
Diederichsen in der ZEIT
vom 27.03.2003)
"Ben ist (...)
eine Symbolfigur. Er bezieht alles auf sich, nur
nicht seine Beziehung. Während er sich auf einer
Party blöden Späßen hingibt, sitzt seine Freundin
Katharina in einem Restaurant und wartet. Sie hat
Geburtstag, und ein Mobiltelefon. Das Glück des
frühen Ben endet mit einer SMS.
Es beginnt die Zeit des Liebeskummers, die von
Benjamin von Stuckrad-Barre auf den Begriff
Soloalbum gebracht wurde"
(Bert Rebhandl in der
Berliner Zeitung
vom 27.03.2003)
"»Soloalbum«
(...) kommt aus einer Zeit, als das Leben leicht war
und die Zukunft schön. Junge Menschen mussten sich
um nichts sorgen als um die richtigen Streifen auf
den Sportjacken und genug Eis in ihren Drinks. Alles
ging aufwärts! Geld war genug vorhanden, coole Jobs
schossen wie Pilze aus dem Boden."
(Holger Kreitling in der
Welt
vom 27.03.2003)
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Nora Tschirner im Gespräch
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Berichte zum Film
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KOGELBOOM, Esther
(2002): Beim ersten Take, da tuts noch weh.
Liebeskummer lohnt sich doch: Stuckrad-Barres Roman
"Soloalbum" wird verfilmt,
in: Tagesspiegel v. 11.08.
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Filmkritiken
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BARTELS, Gerrit (2003): Pinkel ins Auto, wenns brennt.
Von der Popliteratur lernen heißt siegen lernen: Gregor
Schnitzler verfilmt "Soloalbum" den Debütroman von
Stuckrad-Barre. Heraus kommt eine flotte Teenie-Komödie,
in: TAZ v. 26.03.
- Inhalt:
BARTELS geht zuerst auf die
Buchvorlage ein, die er als zweite Geburtsstunde der
Popliteratur bezeichnet. Joachim LOTTMANNs gerade wieder
erschienenes
"Mai, Juni,
Juli" gilt ihm als Vorläufer.
BARTELS nimmt den Veriß seiner Popintellektuellen-Kollegen
vorweg und prophezeit, dass der Film trotzdem ein
Kassenerfolg werden wird. Er sieht bereits eine Neue
Deutscher Film Welle heranrollen, die sich am
Popliteraten-Paradigma orientiert.
Die Leistung des Regisseurs Gregor SCHNITZLER findet
BARTELS beachtlich, denn er hat aus der wenig
filmfreundlichen Vorlage "eine nicht nur hübsche, sondern
auch flotte Teenie-Komödie gemacht".
-
DIEDRICHSEN, Diedrich (2003): Ganz miese Witze.
Georg Schnitzlers Verfilmung von Benjamin von
Stuckrad-Barres Pop-Erfolgsroman "Soloalbum" karikiert die
Wirklichkeit leider viel schlechter als das Buch,
in: Die ZEIT Nr.14 v. 27.03.
- Kommentar:
Es war einmal eine Qualitätszeitung, in der
inzwischen nicht einmal mehr die Namen von Autoren und
Regisseuren richtig geschrieben werden.
Es gibt nur einen
DIEDERICHSEN, der sich den
Sabbel
nicht verbieten lässt, auch wenn er diesmal auf komplexe
Sätze verzichtet hat und damit selbst von den Infoeliten
der Generation Golf goutiert werden kann.
DIEDERICHSEN hält sich
voll und ganz an die Vorgaben von
Gerrit BARTELS und
liefert einen sauberen Verriss des Films "Soloalbum".
DIEDERICHSEN kennt sich in der
echten Popwelt aus und kann nichts davon im Film erkennen.
Er möchte Gregor SCHNITZLER auch nicht in die Tradition
des frühen TRUFFAUT stellen, und wenn es um Sound-Zeichen
geht, da ist DIEDERICHSEN ganz in seinem Element.
Vor fast genau 10
Jahren hat
Bodo MORSHÄUSER das
Sound-Zeichen-System von DIEDERICHSEN ähnlich hart
kritisiert:
"Was
hat Diederichsen innerhalb dieser zehn Jahre verändert? So
wendig wie möglich
versucht er, kurz bevor man ihm sagen könnte, damit mußt
du jetzt leben, Junge, das hast du doch gut angerührt,
sich auf die eine Seite von zwei wie Sauerbier angebotenen
Meinungsmöglichkeiten zu schlagen: 1992 hängt er den
Linken raus.
Er will nicht auf der falschen Seite gestanden haben. Aber
er hat vergessen, daß es einmal darum ging, auf keiner
Seite zu stehen. (...).
Diederichsen ist zu Recht beleidigt. Die Sache geht ihm so
nah, wie sie ihm
auch zu gehen hat. In seinem
Buch
»Sexbeat« hat er verraten, auf welchem Mist sein
Denken wuchs: »Es ist klar, daß die
Second-Order-Generation, also wir, ihren fundamentalen
Erkenntnissprung hatte, als sie der Mittel und Wege
habhaft wurde, die es ermöglichten, die Inhalte zu
vergessen.« Das Problem nur ist: Die Inhalte kehren
wieder. Und hier und heute sind sie nun »im Ernst« wieder
da".
Die Party ist
eben immer mal
wieder zu Ende gewesen...
-
HANICH, Julian (2003): Sag's endlich.
In Gregor Schnitzlers "Soloalbum", nach Benjamin
Stuckrad-Barre, geht es (auch) um Liebe,
in: Tagesspiegel v. 27.03.
- Kommentar:
HANICH hat auch nicht mehr als DIEDERICHSEN
zu sagen.
-
KREITLING, Holger (2003): Damals war alles viel schöner.
Abgesang wider Willen: "Soloalbum" nach Benjamin von
Stuckrad-Barre zeigt, wie schnell Pop altern kann,
in: Welt v. 27.03.
- Kommentar:
KREITLING hat die Platte "Neue
Ernsthaftigkeit" am penetrantesten aufgelegt:
"Der Untergang der alten
Ordnung bleibt ausgespart; die neue Ordnung existiert noch
nicht", und man muss im Gedanken hinzufügen: außer im Kopf
von KREITLING und seinen Gesinnungsgenossen...
- REBHANDL, Bert (2003):
Hüfthoch im Selbstbewusstsein.
Gregor Schnitzlers Verfilmung des Bestsellers "Soloalbum"
von Benjamin Stuckrad-Barre,
in: Berliner Zeitung v. 27.03.
- Kommentar:
REBHANDL kennt Peter HEIN und lässt
es wissen:
"Ben kommt aus einer Zeit, als
die Leute noch nicht
knietief im Dispo standen, sondern hüfthoch im
Selbstbewusstsein".
Die Leistung von
Benjamin von
STUCKRAD-BARRE besteht für ihn darin, dass dieser die
Zeit des Liebeskummers auf den Begriff Soloalbum gebracht
hat. So mancher hat weniger geleistet!
Über das
Verhältnis von U und E
erfahren wir - wir wissen es aber eigentlich schon vorher:
"Die Zeit des Films ist
strukturiert durch Regeln für die Bewältigung von
Liebeskummer, die so ähnlich jede Woche neu in Amica und
Allegra stehen. Das ist einerseits ironisch gedacht,
andererseits eine Konzession an das breite Publikum, das
seine Lebensweisheiten nicht in der edition suhrkamp
findet, sondern in den Massenmedien, die wiederum alles
voneinander abschreiben. Ben ist mit dieser Logik des
Kopierens und Einsetzens gut vertraut, er täuscht damit
über seine Schreibkrisen hinweg, und vielleicht auch über
seinen Mangel an Originalität".
Auch der Rezensent
kennt sich mit Kopieren aus. Sein Original heißt jedoch
offensichtlich Suhrkamp-Kultur.
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