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TV-Kritiken
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GRIMBERG, Steffen (2011): Deutsche Endzeitstimmung.
Was sagt uns
das? Das ZDF wirft heute Abend einen düster-demografischen Blick auf
die gesellschaftliche Realität 2030,
in: TAZ v. 11.01.
WICK, Klaudia (2011): Düstere Zeiten.
Anschaulich
inszenierte Trostlosigkeit: Der ZDF-Film „2030 – Aufstand der
Jungen“ spielt das Leben in der Zukunft vor, handwerklich
interessant, aber phasenweise etwas spröde anzusehen,
in: Frankfurter Rundschau v. 11.01.
HAUPT, Friederike (2011): Erdrückt von der Last der Alten.
Wie geht es
Deutschland in zwanzig Jahren? Sehr schlecht, wenn Politiker weiter
auf kurzfristige Belohnungen statt auf Investitionen in die Bildung
setzen. Wie unsere Welt dann aussehen könnte, zeigt der Film "2030 -
Aufstand der Jungen",
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.01.
GEHRINGER, Thomas (2011):
Ruinen, Müll und Autowracks.
ZDF "2030 -
Aufstand der Jungen" zeigt die Folgen des demographischen Wandels,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.01.
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SEITZ, Josef (2007): Giftmüll der
Gesellschaft.
Eine Bundesrepublik, die ihre Rentner nach Afrika entsorgt: Der
Dreiteiler "2030 - Aufstand der Alten" schreibt politisches
Scheitern in die Zukunft fort,
in: Focus Nr.2 v. 08.01.
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SEITZ wirft ein, dass das ZDF die Zielgruppe
des Themas nur bedingt erreicht: "Bei einem
Durchschnittsalter von (...) 59 beim ZDF müssen sich die
wenigsten Zuschauer allzu lange Sorgen über die Zeit nach
2030 machen." |
FINGER, Evelyn (2007): Rentner
schlagen zurück.
Das ZDF übt Gesellschaftskritik: Die Doku-Fiction "2030 -
Aufstand der Alten" prophezeit den Kollaps des Sozialstaats,
in: Die ZEIT Nr.3 v. 11.01.
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"Für Lühdorff (...) verläuft die Grenze
zwischen Depravierten und Wohlhabenden nicht entlang von
Altersgrenzen. Deshalb kann er als wichtigste
Identifikationsfiguren eine junge Reporterin und einen
pensionierten Ingenieur aufbauen, der als Robin Hood der
Alten gegen dubiose Rentnerentsorgungsfirmen zu Felde zieht.
Das klingt alarmistisch. Doch anders als Frank Schirrmacher
in seinem Bestseller
Das
Methusalem-Komplott, der einerseits die
Vergreisung der alten Industrienationen, anderseits ihren
Jugendwahn beklagt, warnt Lühdorff entschieden vor
Mitleidlosigkeit. Er sieht unsere Zukunft als Zukunft der
Klassenkämpfe", meint Evelyn FINGER. |
SCHIRRMACHER, Frank (2007): Alte, wollt ihr ewig leben?
Über die Deutschen, die im Jahr 2030 aus der Zeit fallen: Das ZDF
sendet heute abend einen Thriller über die, die wir sein werden,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 16.01.
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Frank SCHIRRMACHER hat bereits vor längerer
Zeit Demografiethriller gefordert, das ZDF ist seiner Aufforderung
nun gefolgt.
Herausgekommen ist
eine Variante von
"Jahr 2022...die überleben wollen" (Soylent
Green) wie SCHIRRMACHER erläutert. Unerwähnt bleibt jedoch, dass Soylent Green die Vision einer BevölkerungsEXPLOSION war, während
"2030 - Der Aufstand der Alten" als Vision einer
BevölkerungsIMPLOSION gepriesen wird. Wenn aber - egal ob wir
weniger werden oder uns vermehren - das Ergebnis identisch ist, so
stellt sich doch die Frage, ob uns dieser Alarmismus überhaupt
weiter bringt. Aufrütteln soll der Film, wozu aber?
In der ARD lief
letzte Woche
"Im Greisenland". Die
40Jährigen werden darin der Verweigerung beschuldigt.
Wie Deutschland aussehen würde, wenn es keinen Geburtenrückgang
gegeben hätte, das hat single-dasein.de bereits im Jahr
2002 aufgezeigt. Der Statistiker Jürgen VOSS hat
im letzten Jahr zusätzlich aufgezeigt, wie sich einige Städte
in Deutschland - ohne Pillenknick - entwickelt hätten. Wir sollten
also die Chancen des Geburtenrückgangs und die Potenziale einer
Gesellschaft der Langlebigen nutzen, statt den 40Jährigen
Verweigerung vorzuwerfen.
Wenn überhaupt, so müsste
sich die Elite dieses Landes fragen lassen, warum nicht bereits in
den 80er oder spätestens in den 90er Jahren eine Politik der
Vereinbarkeit von Beruf und Familie betrieben wurde.
Sind es nicht oftmals die Besitzstandswahrer von gestern, die
heute am lautesten nach einer aktiven Bevölkerungspolitik
schreien?
Keineswegs
stehen wir vor der Frage, ob die Politik scheitert oder nicht, wie
SCHIRRMACHER das behauptet, sondern wer von der zukünftigen
Politik profitieren wird. Wer wie SCHIRRMACHER Angst schürt, der
will offenbar nur verhindern, dass die Bürger genauer hinschauen. |
JAUER, Marcus (2007): Der blanke Horror.
Das ZDF dokumentiert in einem Dreiteiler die Zukunft
Deutschlands. "Aufstand der Alten" ist ein
Demographie-Thriller, der uns das Fürchten lehrt,
in: Süddeutsche Zeitung v. 16.01.
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"Wer
den Wandel aber für die Zukunft dokumentieren will, der hat nur
Prognosen, die
Bilder muss er erfinden, und im schlechtesten Fall beschädigen sie
einander.
In 2030 - Aufstand der Alten stimmt schon der Titel nicht. Es
ist gar kein Aufstand, es ist die Aktion eines Einzelnen.
(...).
Im Jahr 2030, in
dem sie leben, bilden die Rentner die Unterschicht. (...).
»Warum hatte er keine
Zusatzversicherung?«, fragt da Lena Bach besorgt. Das ZDF sagt, das
Szenario fuße auf seriösen Prognosen. Das will man nicht bezweifeln,
obwohl man bisher immer dachte, das Problem sei eher, dass in
Zukunft den Jungen weniger bliebe als den Alten, weshalb die Jungen
den Aufstand planen müssten und nicht die Alten, aber gut, wer weiß
schon, wie die Zukunft wird.
Eine Version von jener
Zukunft zu entwerfen, hat dem ZDF aber nicht genügt, nein, es musste
die richtige sein. Darum ließ es eine Dokumentation drehen und
keinen Spielfilm. Das wirklich Kuriose ist aber nun, dass die
Dokumentation am Ende viel weniger glaubwürdig geworden ist, als das
ein Spielfilm hätte sein können",
meint Marcus JAUER. |
SCHMIDT, Wolf (2007): Der Baader der Alten.
Die engagierte ZDF-Miniserie "2030 - Aufstand der Alten"
(20.15 Uhr) zeigt, wie der demografische Wandel Deutschland
umpflügen könnte. Als Spielfilm ist das gelungen. Doch die
Macher wollen mehr,
in: TAZ v. 16.01.
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"Als
Spielfilm ist der »Aufstand der Alten« gelungen (...). Doch das ZDF
will mehr: Der Film soll »aufklären«, »aufrütteln« und zeigen, »was
uns erwartet, wenn der Anteil der älteren Bürger immer weiter steigt
und der der jüngeren hingegen dramatisch sinkt« (...).
Oha! Denn das schafft der Film nicht. Als Zukunftsentwurf ist
»Aufstand der Alten« von einem Alarmismus durchzogen, gegen den
selbst Krieg-der-Generationen-Apologeten wie FAZ-Mitherausgeber
Frank Schirrmacher
milde daherkommen. Und so wird die politische Dimension des Filmes
polemisch bis platt",
meint SCHMIDT. |
LÜKE, Reinhard (2007): Die
Zukunft sieht alt aus,
in: Frankfurter Rundschau v. 10.01.
MIELKE, André (2007): Steht der Aufstand der Alten bevor?
Keine Doku, keine langweilige Talkshow - Das ZDF
inszeniert heute abend das Thema Generationenkonflikt mal
anders, nämlich als Kriminalschocker. "2030 - Aufstand der
Alten" beschreibt das fiktive Bild einer gnadenlosen
Zukunft. Und zwar so düster, dass es vermutlich vor allem
die Zuschauer in den besten Jahren erschüttern wird,
in: Welt v. 16.01.
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MIELKE sorgt sich um die Reichen des Jahres
2030:
"Schlimmer könnte es nur
kommen, wenn künftige Politiker genau das täten, was Film und Volkes
Stimme verlangen: durchgreifen, den Reichen nehmen, den Armen
geben".
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QUOIRIN, Marianne (2007): Horrorvision von einer
Alten-Gesellschaft,
Der demographische Wandel taugt zum Krimi. Der Film soll
damit auch als abschreckendes Beispiel funktionieren,
in: Kölner Stadt-Anzeiger v. 16.01.
SIMON, Anne-Catherine (2007): Freiwilliges Frühableben bezahlt
die Kassa.
"2030 - Aufstand der Alten": Eine Doku-Fiction zeigt den
Alptraum als logische Folge gegenwärtiger Politik,
in: Die Presse v. 16.01.
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Der Dreiteiler in der
Debatte
SCHWÄGERL, Christian (2006): Bomben statt Rente.
Die Demographiedebatte als Horrorfilm: Das ZDF zeigt "2030 - der
Aufstand der Alten",
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 16.01.
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"Der Film ist eindrucksvoll und macht auch
dem letzten, der den demographischen Wandel als Urlaubsreise
in eine sanft ergraute Gesellschaft sieht, die Dramatik
bewußt. Doch zugleich steckt in der Botschaft ein Problem:
Zumindest die Interpretation des Hauptdarstellers legt als
politische Konsequenz nahe, einen noch höheren Anteil der
Steuern in immer längere Ruhestandsphasen zu stecken.
Doch so wird man
Mißständen nicht vorbeugen: Nur ein höheres Rentenalter, das
sich an der Lebenserwartung orientiert, sowie Investitionen
in Bildung, Familie und lebenslanges Lernen können das
Schreckensszenario aufhalten",
meint
Christian SCHWÄGERL. |
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Der US-amerikanische Demograph James VAUPEL
hält nichts von der Hysterie, mit der in Deutschland der
demografische Wandel betrachtet wird:
"Sie
kennen die Demographiedebatte weltweit. Gibt es da deutsche
Besonderheiten?
Kein anderes Land hat so
viel Angst vor dem demographischen Wandel wie Deutschland. Bei
einer der Demographiekonferenzen des Bundespräsidenten gab es eine
Meinungsumfrage, bei der die meisten Teilnehmer angaben, dass die
Zukunft schlechter sein wird als die Vergangenheit - woher nehmen
sie diesen Pessimismus? Die Deutschen haben zwei Weltkriege,
Hitler, den Kommunismus überstanden und leben im Wohlstand. Als
Amerikaner bin ich da auch nach mehr als zehn Jahren in
Deutschland noch immer erstaunt.
Aber gerade Ihr
Institut weist auf Probleme hin, die uns durch Überalterung und
Kindermangel bevorstehen. Der Film macht sie nur sehr plastisch
greifbar.
Deshalb gefällt mir, dass
die Möglichkeit enormer sozialer Unterschiede im Alter
thematisiert wird.
Die Altersarmut wird in Zukunft wieder aktuell, besonders
betroffen sind alleinstehende ältere Frauen, geschieden oder ohne
Kinder. Es wird überhaupt härter für Kinderlose und für
Einzelkinder ohne Familiennetz. Aber die Schärfe im Film halte ich
doch für reichlich unrealistisch. Realistischer ist die
Darstellung von Brandenburg als entvölkerter Region. Es kann
passieren, dass aus ganzen Landstrichen die Jugend wegzieht und
nur die Alten zurückbleiben, mit allen Problemen. Das ist jetzt
schon zu beobachten."
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FROMMANN erläutert das Sendeformat der Doku-Fiction. |
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