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Jean-Claude Bologne in seiner eigenen Schreibe
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- BOLOGNE, Jean-Claude (1999):
Toilettes publiques.
Doit-on s'habiller, dormir, faire ses besoins seul ou en public? Les
règles changent selon les époques et suscitent l'appartition de
pièces particulières où protéger sa pudeur,
in: Nouvel Observateur
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Jean-Claude Bologne im
Gespräch
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Rezensionen
- REENTS, Edo (2001): Und sie
schämen sich nicht.
Jean-Claude Bologne verliert sich in den nackten
Tatsachen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.11.
- SOFSKY, Wolfgang (2001):
Nackte Tatsachen.
Jean-Claude Bolognes Geschichte des Schamgefühls,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 05.12.
- LIETZMANN, Anja (2002):
Pinkeln im Wandel.
Jean-Claude Bolognes Geschichte des Schamgefühls,
in: Frankfurter Rundschau v. 11.04.
- SCHNEIDER, Wolfgang (2002):
Die Geburt des Striptease.
Jean-Claude Bologne hat eine Geschichte des Schamgefühls
geschrieben,
in: Welt v. 13.04.
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Das Buch in der Debatte
- Neu:
KRÄMER, Axel (2003): Scham macht geil!
Sie gilt als Relikt der Bürgerlichkeit, als überholt und
spießig: Scham. Ist sie das wirklich? Eine Verteidigung der
Züchtigkeit,
in: TAZ v. 14.06.
- Kommentar:
"Meine Eltern gehörten zu einer Generation,
die immer noch von den Verklemmungen früherer Jahrzehnte
traumatisiert war: als körperliche Scham noch mit Gefühlen
der Schuld und der Schande vermischt wurde.
Inzwischen hat eine so genannte sexuelle Revolution die
letzten Barrieren gesprengt. Scham gilt quer durch alle
Bevölkerungsschichten als Relikt aus vormoderner Zeit, das
mitleidig belächelt wird",
behauptet
KRÄMER als Angehöriger der Generation Golf.
Und es dauert nicht lange, bis der allgegenwärtige
Gewährsmann für solche Thesen genannt wird:
Michel
HOUELLEBECQ.
Der
französische Schriftsteller gehört aber ganz und gar nicht
zur Generation derjenigen, die ohne Verklemmungen
aufgewachsen sind. HOUELLEBECQ ist eher ein Beispiel
dafür, dass
die sexuelle Revolution nur den Verstand, aber nicht das
Gefühl erreicht hat.
Dem
Kern unserer Angebergesellschaft kommt KRÄMER erst zum
Schluss näher, wenn er zugibt, dass die Schamhaftigkeit
doch weiter verbreitet ist:
"Wer
nicht inflationär Sex hat oder zumindest nicht offen und
unverblümt darüber reden will, wer sich nicht sofort zu
seinen speziellen Vorlieben bekennen kann, wer also kurzum
immer noch über einen Funken sexuellen Schamgefühls
verfügt - der gilt in manchen Kreisen als gehemmt und
blockiert."
Der
amerikanische Psychoanalytiker Michael P. NICHOLS (Nur
keine falsche Scham, 1994) schreibt z.B. dass anscheinend
schamloses Verhalten auf Schamhaftigkeit zurückgeführt
werden kann: denn vor nichts fürchten wir uns in unserer
Kultur mehr als davor, als feige zu gelten!
Beim
Abriss wissenschaftlicher
Schamtheorien fehlt zudem
ein wichtiger Verweis auf den
Soziologen Sighard NECKEL,
der im Essay "Achtungsverlust und Scham" (Sammelband
Die Macht der Unterscheidung) zum Wandel der
Schamhaftigkeit schreibt:
"In
weiten Teilen des Alltagslebens verliert das Schamgefühl
seine Bedeutung als Tugend und Wert, um als soziale
Sanktion um so stärker in den Vordergrund zu treten. Das
moderne Individuum sieht sich dadurch einer weit
verbreiteten Erwartung auf Schamlosigkeit gegenüber, zu
der sich eine latente Schamangst wie die Furcht vor
Enthüllung zum Tabu der Nacktheit verhält. Scham nimmt in
diesem Zusammenhang den Charakter einer heimlichen Emotion
an, die ihren Ausdruck bestraft, weil er sich mit dem
Individualitätscode so wenig verträgt. Wenn Scham zum Tabu
des Individualitätsbewußtseins wird, eignen sich
Beschämungen in besonderer Weise dazu, als soziale Waffe
zu fungieren. Sie treten heute als »subtile Distinktionen«
(Rudolf Richter) auf - als praktische Methode in der
alltäglichen Konkurrenz individualisierter Subjekte, sich
selbst als überlegen, andere dagegen als inferior
darzustellen."
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