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Marie-France Hirigoyen: Solotanz - Anleitung zum Alleinsein

 
       
     
       
     
       
   

France-Marie Hirigoyen in ihrer eigenen Schreibe

 
   
fehlt noch
 
       
   

France-Marie Hirigoyen im Gespräch

 
   

LUTZ, Juliane "Zwischen den Geschlechtern herrscht vor allem Misstrauen".
Singles sind unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Marie-France Hirigoyen, Psychoanalytikerin und Autorin des Buches «Solotanz – Anleitung zum Alleinsein», erklärt das Phänomen,
in:
Tages-Anzeiger Online v. 15.12.

 
   

Solotanz - Anleitung zum Alleinsein (2008).
Glück und Unglück einer neuen Lebensform
München: C.H. Beck

 
   
     
 

Klappentext

"Zwar geben die meisten Menschen an, am liebsten mit Partner und Kindern zu leben, die Realität sieht aber anders aus: immer mehr Menschen leben, freiwillig oder nicht, allein. Für viele bedeutet Alleinsein nach wie vor Leiden und Entbehrung, eine steigende Zahl lebt hingegen »freiwillig und lustvoll« allein. Wie kommt es zu dieser Entwicklung? Wie gehen wir damit um? Welche Rolle spielt der gestiegene Erfolgsdruck für jeden einzelnen und welche Rolle spielen die Frauen dabei, die weitaus häufiger den Männern den Laufpaß geben als umgekehrt? Eine erfahrene Therapeutin und sensible Beobachterin analysiert Glück und Unglück einer neuen Lebensform."

 
     
 
       
   

Rezensionen

GERSTE, Magrit (2008): Allein sein und frei.
Nachdenkliches zu einer Form des Lebens, die Einsamkeit sein kann oder Reichtum,
in: ZEIT Literaturmagazin v. 09.10.

GEUTER, Ulfried (2008): Glück und Unglück einer neuen Lebensform.
Marie-France Hirigoyen ist eine der bekanntesten Psychotherapeutinnen Frankreichs und Bestsellerautorin in ihrem Fach. In "Solotanz" setzt sie sich mit der modernen Einsamkeit auseinander,
in: Mikado. Sendung des Hessischen Rundfunk v. 08.11.

 
   

Das Buch in der Debatte

Neu:
FRITSCH, Sybille (2011): Eine Art von Sehnsucht.
Essay: Einsamkeit ist zu einer gesellschaftlichen Realität geworden, die sich nicht mehr leugnen lässt. Und: Sie muss nicht zwangsläufig trostlos sein,
in: Der Standard v. 08.01.2011

"Innerhalb von 30 Jahren hat sich die Zahl der Alleinlebenden in unseren Breiten verdoppelt, sagt uns die Statistik, ebenso, dass in Europa rund 158 Millionen Menschen allein leben - Tendenz rapid steigend. Von aktuell einer Million Singles in Österreich klinken sich 700.000 in die Internet-Partnersuche ein", klagt FRITSCH.
            Als single-dasein.de vor fast 10 Jahren online ging, da wurde der Begriff Alleinlebende selbst in der Sozialforschung meist mit Partnerlosigkeit und Einsamkeit gleichgesetzt. Der Haushaltsansatz war in der empirischen Forschung aufgrund der unseligen Dominanz der Individualisierungsthese von Ulrich BECK weitgehend unumstritten und die Rede vom wachsenden Nicht-Familiensektor wurde unkritisch allerorten nachgeplappert.
            In den letzten Jahren bahnt sich jedoch ein Paradigmenwechsel an, der auf dieser Website bereits vor 10 Jahren angemahnt wurde. Selbst in der  Bevölkerungswissenschaft - bis vor kurzem noch ein Hort des rückständigen Denkens par excellence - werden inzwischen haushaltsübergreifende Lebensformen berücksichtigt. Ein wichtiger Grund dafür: der demografische Wandel und die zunehmende Mobilität haben innerhalb von 20 Jahren die Erklärungskraft des Haushaltsansatzes sichtlich schrumpfen lassen.
            Bilokale Paarbeziehungen - die Bedeutung und Vielfalt einer Lebensform heißt ein Beitrag des Bevölkerungswissenschaftlers Jürgen DORBRITZ im letzten Heft der Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft. DORBRITZ spricht von einer "Untererforschtheit" einer "bisher zu wenig beachteten Lebensform". Das erscheint als eine grandiose Untertreibung, denn die amtliche Statistik kennt diese weit verbreitete Lebensform bis heute noch nicht. Und solange diese Lebensform nicht amtlich anerkannt ist, so lange können Journalisten unwidersprochen überhöhte Zahlen von Partnerlosen verbreiten. Selbst gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind heutzutage anerkannter als Partnerschaften ohne gemeinsamen Haushalt. Eine geradezu absurde Realität angesichts der gegenwärtigen Mobilitätszwänge.
            FRITSCH stellt das Buch Solotanz der französischen Psychoanalytikerin Marie-France HIRIGOYEN in den Mittelpunkt ihres Essays, in dem das Alleinleben für eine Ideologie vereinnahmt wird, die die Mobilitätszwänge der modernen Arbeitswelt schlichtweg leugnet. Der Umdeutung der Einsamkeit im Zeitalter des Selbstunternehmers wurde bereits im Jahr 2006 ein zweiteiliges Thema des Monats gewidmet. Im vorletzten Jahr hat der Sänger Jochen DISTELMEYER (ehemals Blumfeld) diesem neuen Ethos des Einsamen eine Absage erteilt: Einsam sein ist keine Kunst/Ich weiß für mich/Muss es Liebe sein. Das ist aber nicht zu verwechseln mit dem Problem des Nicht-Alleinsein-Könnens.
            Eines scheint sicher: eine Sozialwissenschaft, die wie in den 1990er Jahren gesellschaftliche Zwänge in individuelle Freiheiten umgedeutet hat, ist mittlerweile an ihr Ende gekommen. Die deutschen Sozialwissenschaften haben mindestens 10 Jahre verschenkt. Der Paradigmenwechsel kommt zu spät und er ist bei weitem unzureichend. Aber zumindest ist ein Anfang gemacht.

 
   

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Update: 09. Januar 2011