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Klappentext
"Die
schöne neue Welt, die Huxley hier beschreibt,
ist die Welt einer konsequent verwirklichten
Wohlstandsgesellschaft »im Jahre 632 nach Ford«,
einer Wohlstandsgesellschaft, in der alle Menschen
am Luxus teilhaben, in der Unruhe, Elend und
Krankheit überwunden, in der aber auch Freiheit,
Religion, Kunst und Humanität auf der Strecke
geblieben sind. Eine totale Herrschaft garantiert
ein genormtes Glück. In dieser vollkommen
»formierten« Gesellschaft erscheint jede Art von
Individualismus als »asozial«, wird als »Wilder«
betrachtet, wer - wie einer der rebellischen
Außenseiter dieses Romans - für sich fordert: »Ich
brauche keine Bequemlichkeit. Ich will Gott, ich
will Poesie, ich will wirkliche Gefahren und
Freiheit und Tugend. Ich will Sünde!«
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Die Debatte um Aldous
Huxley nach dem Erscheinen von Houellebecqs Roman
"Elementarteilchen"
"Ich weiß natürlich (...), daß man
Huxleys Welt im allgemeinen als einen totalitären
Alptraum beschreibt und versucht, in diesem Buch eine
scharfe Anklage zu sehen; doch das ist reine Heuchelei.
Brave New World ist für uns in jeder Hinsicht - sei es,
was die genetische Kontrolle, die sexuelle Freiheit, den
Kampf gegen das Altern oder die Freizeitkultur betrifft
- ein Paradies, in Wirklichkeit ist es haargenau die
Welt, die wir anstreben, wenn auch bisher noch ohne
Erfolg."
(aus: Michel Houellebecq
"Elementarteilchen", 1999, S.177)
"Nicht ohne Staunen wies der Schweizer
Publizist Arnold Künzli in seinem Buch »Menschenmarkt«
darauf hin, daß einer der Verfechter einer modernen
Eugenik Julian Huxley war, ein Halbbruder von Aldous
Huxley (...).
Julian Huxley (...) formulierte die These, »Schöne
neue Welt« (...) sei ursprünglich als positive Utopie
intendiert gewesen, erst in der allgemeinen Depression
nach dem zweiten Weltkrieg habe Aldous seinem Buch eine
negativ-kritische Interpretation gegeben (...).
Man kann nicht sagen, Houellebecq habe (...) abwegige
Ideen darstellen wollen. Gefährliche Ideen vielleicht,
aber keine abwegigen. Die Bruderschaft der Huxleys
könnte ihn zu der seines Figurenpaars inspiriert haben:
hier der Notleidende, Scheiternde - dort der entrückte
Überwinder."
(aus: Leopold Federmair "Human Trash", 2002, S.301f.)
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