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Virginia Woolf: Ein Zimmer für sich allein

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1882 in London geboren
    • 1929 Essay "A Room Of One's Own"
    • 1941 gestoren
    • 1978 Erstveröffentlichung von "Ein Zimmer für sich allein" in Deutschland
      (2001 neu übersetzt als
      "Ein eigenes Zimmer")
    • Ausführliche Biografie (Deutsches Historisches Museum)
 
       
   

Virginia Woolf in der Debatte

 
   

KAMMERHOFF, Heiko (2007): Was tun mit Nellie?
Virginia Woolf hatte immer Diener um sich,
in: Frankfurter Rundschau v. 22.08.

  • "Alison Light hat mit »Mrs Woolf and the Servants« (...) ein Buch geschrieben, in dem sie das höchst ambivalente Verhältnis der sensiblen Autorin und ihrer Angestellten untersucht. Der Woolfsche Haushalt entpuppt sich dabei als sozialer Brennpunkt der besonderen Art. Denn nicht nur in der Literatur sitzt Virginia Woolf mit Romanen wie »Mrs Dalloway« oder »Die Wellen« an der Schnittstelle zwischen Tradition und Moderne - auch in den eigenen vier Wänden findet dieser Umbruch statt. Es sind dies gleichsam die Geburtswehen zu einer demokratischeren und klassenloseren Gesellschaft, die nach 1945 mit der Labour-Regierung von Clement Attlee ein Stück weit Wirklichkeit werden soll. Und es ist ein schmerzhafter Prozess - den die Autorin in ihren Tagebüchern und Briefen zum Teil mit masochistischer Genauigkeit beschreibt.
                Aufgewachsen ist die 1882 geborene Tochter des Gelehrten Leslie Stephen in einer aufgeklärten und wohlhabenden Umgebung - und standesgemäß für eine Familie der oberen Mittelschicht kommen auf elf Hausbewohner sieben Bedienstete. Im 19. Jahrhundert, schreibt Light, ist der häusliche Dienst der größte Arbeitssektor für Frauen - es gibt kaum Frauen, die nicht entweder bedienen oder bedient werden
    ", schreibt KAMMERHOFF über die verschwindende Dienstbotengesellschaft in Großbritannien.  
 
       
   

Ein eigenes Zimmer (2001)
Frankfurt a/M: Fischer Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"»A Room of One's Own«, 1929 entstanden, erschien in deutscher Übersetzung erst 1978, unter dem Titel »Ein Zimmer für sich allein«. Virginia Woolf greift auf ihre eigene, erzählerisch-essayistische Weise eine ganze Reihe von Fragen zum Thema Frauen und Literatur auf, die sie und ihre Zeit bewegten: Warum haben Töchter aus gebildetem Haus nicht die gleichen Möglichkeiten zur Universitätsausbildung wie ihre Brüder? Warum ist die Literatur über Frauen fast ausschließlich von Männern geschrieben? Hätte Shakespeare eine Schwester gehabt, ebenso begabt wie er, wie wäre es ihr ergangen? Wie könnte weibliches Schreiben in der Gegenwart aussehen? Was brauchen Frauen, um künstlerisch tätig sein zu können: ein gewisses Maß an finanzieller, vor allem aber geistige Unabhängigkeit, symbolisiert durch ein eigenes Zimmer."

Das Buch in der Debatte

"Virginia Woolf fragte, was Frauen tun würden, wenn sie fünfhundert Pfund im Jahr und ein eigenes Zimmer hätten.
«Sex and the City» hat die Antwort: Sie würden ziemlich viel Sex haben. Und nicht immer mit den «richtigen» Männern. Und dann würden sie unentwegt darüber reden.
Und hier sage ich: Diese Sicht der Produzenten ist realistisch. Genau das würden Frauen einer bestimmten Schicht und Generation tatsächlich hinter verschlossenen Türen tun, wenn sie die Zeit, das Selbstvertrauen und die Gelegenheit hätten."
(Naomi Wolf in der Weltwoche vom 08.07.2004)

 
     
 
       
   

Das Buch in der Debatte

KIPPENBERGER, Susanne (2003): Nase vorn.
Sie konnte besser riechen, besser sehen, besser hören: die Autorin Virginia Woolf. Jetzt läuft ihre Geschichte im Kino. Was erfahren wir daraus über die Frauen von heute?
in: Tagesspiegel v. 30.03.

Über die postfeministische Frau von heute erfährt man nichts, dafür jedoch etwas über Frauen, die wie KIPPENBERGER ihre Jugend in den 1970er Jahren verlebten:

"Jedes Studentinnenzimmer hat sie in den 70er Jahren geschmückt, als großes Poster hing sie überall, die Dichterin als junge Frau. Ein Mädchen noch, fast jünger als wir, voller Unschuld und Hoffnung und Melancholie, die vollen Haare zum lockeren Knoten geschlungen, in einem romantisch-verspielten Kleid. Wir saßen in Tübingen und tranken Tee und trugen Kleider wie sie, die hatten wir bei Laura Ashley gekauft, und wir guckten auf Virginia, wie sie mit ihren großen Augen in die Ferne sah, den ersten Nervenzusammenbruch längst hinter sich, das ganze Leben und die Literatur noch vor sich".

Und das Schönste war, dass man WOOLF gar nicht lesen musste:

"»A Room of One’s Own«, 1978 – 60 Jahre nach Erscheinen – ins Deutsche übersetzt, als Schlachtruf reichte der Titel uns schon: ein Zimmer für uns allein, darauf erhoben wir Anspruch als Frau. Mehr brauchten wir nicht zu wissen von dem Buch".

Und mehr braucht man auch nicht über den Artikel zu wissen!

WOLF, Naomi (2004): First Ladies,
in: Weltwoche Nr.28 v. 08.07.

Naomi WOLF hat sich mit Candace BUSHNELL getroffen:

"«Sex and the City» (Vorlage sind Bushnells Kolumnen für den New York Observer) wurde als Modefetischismus, banaler Eskapismus, antifeministischer Kitsch, als Parabel für das Elend von vier starken, selbstbewussten Frauen, die keinen Mann kriegen, gar als Lesbenepos geschmäht.
Tatsächlich ist es das erste globale Frauenepos – die Antwort auf die Frage, die Virginia Woolf in ihrem Essay «Ein Zimmer für sich allein» gestellt hat: Was machen Frauen, wenn sie wirklich frei sind.
"

 
   

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Update: 14. Juli 2015