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Klappentext
"»A Room of One's Own«, 1929
entstanden, erschien in deutscher Übersetzung erst
1978, unter dem Titel »Ein Zimmer für sich allein«.
Virginia Woolf greift auf ihre eigene,
erzählerisch-essayistische Weise eine ganze Reihe
von Fragen zum Thema Frauen und Literatur auf, die
sie und ihre Zeit bewegten: Warum haben Töchter aus
gebildetem Haus nicht die gleichen Möglichkeiten zur
Universitätsausbildung wie ihre Brüder? Warum ist
die Literatur über Frauen fast ausschließlich von
Männern geschrieben? Hätte Shakespeare eine
Schwester gehabt, ebenso begabt wie er, wie wäre es
ihr ergangen? Wie könnte weibliches Schreiben in der
Gegenwart aussehen? Was brauchen Frauen, um
künstlerisch tätig sein zu können: ein gewisses Maß
an finanzieller, vor allem aber geistige
Unabhängigkeit, symbolisiert durch ein eigenes
Zimmer."
Das Buch in der
Debatte
"Virginia Woolf fragte, was Frauen tun würden, wenn
sie fünfhundert Pfund im Jahr und ein eigenes Zimmer
hätten.
«Sex and the City» hat die Antwort: Sie würden
ziemlich viel Sex haben. Und nicht immer mit den
«richtigen» Männern. Und dann würden sie unentwegt
darüber reden.
Und hier sage ich: Diese Sicht der Produzenten ist
realistisch. Genau das würden Frauen einer
bestimmten Schicht und Generation tatsächlich hinter
verschlossenen Türen tun, wenn sie die Zeit, das
Selbstvertrauen und die Gelegenheit hätten."
(Naomi Wolf in der Weltwoche vom
08.07.2004)
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Das Buch in der Debatte
- KIPPENBERGER, Susanne (2003):
Nase vorn.
Sie konnte besser riechen, besser sehen, besser hören:
die Autorin Virginia Woolf. Jetzt läuft ihre Geschichte im
Kino. Was erfahren wir daraus über die Frauen von heute?
in: Tagesspiegel v. 30.03.
- Kommentar:
Über die postfeministische Frau von
heute erfährt man nichts, dafür jedoch etwas über Frauen,
die wie KIPPENBERGER ihre Jugend in den 70er Jahren
verlebten:
"Jedes Studentinnenzimmer
hat sie in den 70er Jahren geschmückt, als großes Poster
hing sie überall, die Dichterin als junge Frau. Ein
Mädchen noch, fast jünger als wir, voller Unschuld und
Hoffnung und Melancholie, die vollen Haare zum lockeren
Knoten geschlungen, in einem romantisch-verspielten Kleid.
Wir saßen in Tübingen und tranken Tee und trugen Kleider
wie sie, die hatten wir bei Laura Ashley gekauft, und wir
guckten auf Virginia, wie sie mit ihren großen Augen in
die Ferne sah, den ersten Nervenzusammenbruch längst
hinter sich, das ganze Leben und die Literatur noch vor
sich".
Und das Schönste war,
dass man WOOLF gar nicht lesen musste:
"»A Room of One’s Own«, 1978
– 60 Jahre nach Erscheinen – ins Deutsche übersetzt, als
Schlachtruf reichte der Titel uns schon: ein Zimmer für
uns allein, darauf erhoben wir Anspruch als Frau. Mehr
brauchten wir nicht zu wissen von dem Buch".
Und mehr braucht man auch nicht über den Artikel zu
wissen!
-
WOLF, Naomi (2004): First Ladies,
in: Weltwoche Nr.28 v. 08.07.
- Inhalt:
Naomi WOLF hat sich mit
Candace BUSHNELL
getroffen:
"«Sex
and the City» (Vorlage sind Bushnells Kolumnen für den
New York Observer) wurde als Modefetischismus, banaler
Eskapismus, antifeministischer Kitsch, als Parabel für das
Elend von vier starken, selbstbewussten Frauen, die keinen
Mann kriegen, gar als Lesbenepos geschmäht.
Tatsächlich ist es das erste globale Frauenepos – die
Antwort auf die Frage, die Virginia Woolf in ihrem Essay
«Ein Zimmer für sich allein» gestellt hat: Was machen
Frauen, wenn sie wirklich frei sind."
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