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Eva Illouz in
ihrer eigenen Schreibe
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ILLOUZ, Eva (2005): Berechnung und Hingabe.
Der Kapitalismus hat einst die Trennung von Ökonomie und
Leidenschaft ermöglicht. Darin lag seine Kreativität. Heute
verschmelzen wieder Markt und Gefühl,
in: Die ZEIT Nr.23 v. 02.06.
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ILLOUZ, Eva (2006): Der Weltmarkt der Liebe.
Das Kennenlernen hat sich verändert: Weltweit suchen Menschen
online nach der perfekten Romanze,
in:
Kulturaustausch, H.1
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Eva Illouz im
Gespräch
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GRAW, Isabelle (2003): Der Liebe wegen.
Ein Interview mit Eva Illouz,
in: Texte zur Kunst, Heft 52, Schwerpunkt "Liebe"
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LANG, Susanne (2004): "Werther würde heute nicht mehr Selbstmord
begehen. Er würde im Internet nach einer anderen Frau suchen".
Die Soziologin Eva Illouz über die romantische Liebe in Zeiten
des Kapitalismus, Partnerwahl im Internet und das Dilemma der
Konservativen,
in: TAZ v. 26.04.
- Kommentar:
Eva ILLOUZ hat mit "Der Konsum der Romantik"
ein Buch über die Liebe in der modernen Gesellschaft geschrieben.
Im Interview geht sie u.a. auf die Koexistenz zweier Liebesmodelle
ein:
"Ich glaube, in unserer Kultur
existieren zwei konkurrierende Liebesmodelle. Das romantische
besteht in einer Erfahrung: spontan, plötzlich und überwältigend.
Man ist fasziniert von einer Person, in die man verliebt ist. Das
andere Modell ist das realistische. Es macht uns sehr misstrauisch
gegen diese Romantik, sagt uns, dass es nicht von Dauer ist, nur
ein Produkt von Hollywood-Klischees. Es kreist im Gegenzug darum,
den Arbeitsalltag mit all seinen Schwierigkeiten zusammen zu
meistern und dem andern die Hand zu halten, wenn er krank ist.
Beide Modelle existieren gleichzeitig."
Der französische Soziologe
Jean-Claude-KAUFMANN hat in seinem
Buch "Der Morgen
danach" die Koexistenz der beiden Liebesmodelle und ihre
Konsequenzen aufgezeigt.
ILLOUZ sieht in der
Online-Partnersuche eine Beschleunigung des pragmatischen
Liebesmodells:
"Das Internet hat die Einstellung
von Männern und Frauen zur Liebe grundsätzlich verändert, weil es
einen riesigen Pool an möglichen Kandidaten eröffnet. Eine
Suchmaschine kann bis zu 200 Treffer auf eine sehr individuelle
Anfrage liefern. Im 19. Jahrhundert hatte eine Frau vielleicht
drei Angebote in ihrem ganzen Leben. Beim zweiten überlegte sie
sehr gut, ob sie es ablehnen sollte. Heute ist man extrem
wählerisch. Liebe ergibt sich aus einem rationalen Suchprozess,
den das Internet verstärkt hat: Man wählt nicht auf der Grundlage
von körperlicher Präsenz oder Merkmalen, sondern nach Vorlieben,
Bildungsgrad, Status, Alter und so weiter. Erst danach wartet die
Hürde des ersten Treffens."
Hans-Peter BLOSSFELD hat anhand einer europäischen
Untersuchung nachgewiesen, dass die von ILLOUZ genannten Kriterien
der gemeinsamen Vorlieben, Bildungsgrad und Status bereits für die
Offline-Partnersuche gelten. Bildungssysteme und die damit
verbundene Infrastruktur haben als Heiratsmärkte bereits zur
Durchsetzung dieser Kriterien geführt.
-
USTORF, Anne-Ev (2007): "Der Liebesbegriff wird neu definiert".
Die Soziologin Eva Illouz über das Internetdating,
in: Psychologie Heute,
August
-
MISIK, Robert (2009): "Zur nächsten Affäre zappen".
Die Soziologin Eva Illouz über Liebe in Zeiten des Kapitalismus,
Konsum als Romantikturbo und Onlinedating,
in: Falter
Nr.4 v. 21.01.
-
THADDEN, Elisabeth von (2009): Am Seelenmarkt.
Wer denkt für morgen? (3): Die Soziologin Eva Illouz untersucht,
was der Kapitalismus mit den Gefühlen anstellt. Und umgekehrt,
in: Die ZEIT Nr.17 v. 16.04.
-
SCHMID, Birgit (2009): Ihr fühlt zu viel!
Im Gespräch: Niemand seziert den Kult um die Gefühle des modernen
Menschen so gnadenlos wie die israelische Soziologin Eva Illouz,
in: Das Magazin des Tages-Anzeiger Nr.25 v. 20.06.
-
JANTSCHEK, Thorsten (2009): Von Glückssuchern und Seelenklempnern.
Die israelische Soziologin Eva Illouz im Gespräch mit Thorsten
Jantschek über die Folgen und Risiken der heutigen
Therapiegesellschaft,
in: radiobremen.de v. 01.09.
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Klappentext
"Wir
leben in einer durchpsychologisierten Gesellschaft.
Selbsthilfegruppen schießen wie Pilze aus dem Boden,
Beziehungsratgeber erzielen gigantische Auflagen und
die Einschaltquoten von Serien wie Die Sopranos oder
Pseudo-Dokus wie Zwei bei Kallwass lassen die Herzen
der Programmacher höher schlagen. Was früher
verschämt verschwiegen wurde, gehört in westlichen
Gesellschaften heute zum festen Repertoire einer
aufgeklärt-bürgerlichen Mittelschicht: der Gang zum
Therapeuten. Ehekrisen löst man nicht mehr in den
eigenen vier Wänden, sondern in der Praxis eines
Paartherapeuten, Spezialpsychiater für Milliardäre
helfen bei der seelischen Bewältigung großer
Vermögen und jeder Spitzensportler, der etwas auf
sich hält, hat einen Psychologen an seiner Seite.
In ihrem neuen Buch
untersucht die israelische Soziologin Eva Illouz,
wie sich der therapeutischen Diskurs auf unser
kulturelles und emotionales Leben auswirkt. Sie
zeichnet den Siegeszug der Psychoanalyse in den USA
nach, der 1909 mit Freuds Amerikareise begann und
über die kulturellen Eliten rasch zur festen
Verankerung psychologischer Denkmuster zunächst in
der amerikanischen Kultur führte. Anhand zahlreicher
empirischer Beispiele und mit den scharfen
Instrumenten einer kritischen soziologischen Theorie
seziert sie die Facetten und Funktionsweisen eines
Diskurses, der die Vorstellungen von der Identität
des modernen Subjekts tiefgreifend verändert.
Therapien und die Kultur der Selbsthilfe, so eines
ihrer Ergebnisse, verändern den emotionalen Stil
einer Gesellschaft und machen das Leben nicht
leichter, sondern im Gegenteil komplizierter."
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Rezensionen
-
MÄRZ, Ursula (2009): Therapie als Erfolgsmodell,
in:
DeutschlandRadio v. 19.05.
- Infos zu:
Ursula März - Autorin
der Single-Generation
-
BEAHA (2009): "Willst du darüber reden?".
Lebensberatung von Oprah Winfrey und Unmengen von
Ratgeberliteratur - Die Soziologin Eva Illouz untersuchte
die Kultur der Selbsthilfe,
in: dieStandard.at v. 24.05.
-
HEIDEMANN, Britta (2009): Homo psychologicus - über Freud
und Psychoanalyse.
Wie Freud und die Psychoanalyse unser Denken und Fühlen
verändert haben: Die Thesen der Kultursoziologin Eva Illouz,
in: WAZ Online v. 10.06.
-
WULFF, Matthias (2009): Dieses Buch macht Sie schlauer.
Die Soziologin Eva Illouz berichtet über den Siegeszug
der Psychologen in unserer Gesellschaft: Im Job wie in der
Liebe ist die therapeutische Perspektive zum Standard
geworden. Was das Leben nicht einfacher macht,
in: Welt am Sonntag v. 21.06.
-
PFOHLMANN, Oliver (2009): Das Gefühl in der Schablone,
in: Frankfurter Rundschau v. 26.06.
- SCHÖNHERR-MANN, Hans-Martin
(2009): Nicht ohne meine Therapie.
Wie lebt es sich in einer durchpsychologisierten
Gesellschaft, fragt die israelische Soziologin Eva ILLOUZ,
in: Psychologie heute, Juli
-
FEßMANN, Meike (2009): Der Einfluss der Psychoanalyse.
Und manchmal hilft der Therapeut ein wenig nach: Eva
Illouz' "Die Errettung der modernen Seele" entpuppt sich als
ein versteckt kritischer Versuch, den Einzelnen aus den
Klauen der Psychoanalyse zu befreien,
in: Tagesspiegel v. 26.07.
- Infos zu:
Meike Feßmann
- Autorin der Single-Generation
-
THOMÄ, Dieter (2009): Die Therapie als Zigarette für alle.
Eva Illouz will unsere Seelen retten - oder lieber doch
nicht,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 30.07.
-
JANTSCHEK, Thorsten (2009): Seelenklempner ohne
Meisterbrief.
Die israelische Soziologin Eva Illouz über die Risiken
und Nebenwirkungen der Gefühlskultur,
in: Berliner Zeitung v. 30.07.
-
PFOHLMANN, Oliver (2009): Das Gefühl in der Schablone.
"Die Errettung der modernen Seele": Eva Illouz über
Entstehung, Funktionsweisen und Folgen des allgegenwärtigen
Psycho-Talks,
in: Literaturkritik v. 20.08.
- Neu:
LÜHE, Marion (2009): Die Allmacht Sigmund Freuds.
Eva Illouz schaut nach Amerika und beklagt die
Psychologisierung der westlichen Gesellschaft,
in: Welt v. 05.09.
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Klappentext
"Wer
in diesem Buch die Annahme bestätigt bekommen
möchte, daß der Kapitalismus zu einer distanzierten,
kühlen und unemotionalen Welt geführt habe, in der
sich ökonomisches Handeln und das Reich der
authentischen Gefühle unversöhnlich gegenüberstehen,
wird sich verwundert die Augen reiben. Die
israelische Soziologin Eva Illouz geht vielmehr von
der These aus, daß die Kultur des Kapitalismus eine
intensive emotionale Kultur ausgebildet hat: am
Arbeitsplatz, in der Familie und in jeder Form von
sozialen Beziehungen. Und sie geht weiter: Während
ökonomische Beziehungen immer mehr und immer
weitgehender durch Gefühle bestimmt werden, gilt für
das Reich der Gefühle das Umgekehrte: Sie werden
ihrerseits durch eine Ökonomisierung geprägt, die
von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Trennung das
Gefühlsleben reguliert. Dieses wird in immer
deutlicherer Weise geprägt durch Verhandlungen,
Austausch, Investitionen und Eigenkapital. Wer hat
noch nicht davon gesprochen, etwas in eine Beziehung
zu investieren? Illouz faßt dieses eigentümliche
Verhältnis als emotionalen Kapitalismus und geht ihm
in verschiedenen Feldern nach. Sie untersucht die
neue Form der Gefühle im Internet-Chat und in
Partnerbörsen, in Lifestyle-Magazinen und in Filmen,
nimmt aber auch jene Berufsgruppe in den Blick, die
aus den Irrungen und Wirrungen der Gefühle ihr
Kapital zieht: die klinischen Psychologen."
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Rezensionen
- ENGELS, Bettina (2006):
Unsere Gefühle in höchster Gefahr.
Beziehungsarbeit mit Eva Illouz,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 13.03.
- GUTZEIT,Angela
(2006): Wo klebt der soziale Kitt?
Eva Illouz fragt nach den Gefühlen im Kapitalismus,
in: Literaturbeilage der Frankfurter Rundschau v.
16.03.
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Klappentext
"Romantische
Liebe gilt als letztes Refugium in einer
kommerzialisierten Welt. Dieses Buch dagegen
beleuchtet, wie sich die Paarbeziehung unter dem
Einfluss des totalen Konsums verändert hat.
Zu den kulturellen Widersprüchen, die den
Kapitalismus kennzeichnen sollen, gehört der
Gegensatz von romantischem Liebesideal und der
kalten Welt der Ökonomie. Das in den USA
preisgekrönte Buch zeigt dagegen auf, inwiefern die
beiden Sphären sich längst wechselseitig
beeinflussen und ineinander übergehen: So, wie die
Konsumsphäre in wachsendem Maße auf die Erzeugung
romantischer Gefühlszustände abzielt, so geraten die
Intimbeziehungen immer stärker in Abhängigkeit von
der Inszenierung und dem Erlebnis des Konsums. Die
kollektive Utopie der Liebe, einst als
Transzendierung des Marktes idealisiert, ist im
Prozess ihrer Verwirklichung zum bevorzugten Ort des
kapitalistischen Konsums geworden."
Pressestimmen
"Eva Illouz' Studie ist (...) ein weiterer - und
adäquater - Meilenstein jener wissenschaftlichen
«Soziologie der Liebe», die man, vielleicht, mit
Georg Simmel beginnen lassen darf. Wenn die Romantik
als eine kulturelle Praxis verstanden wird, mit der
fühlende Wesen jenem Glücksversprechen
hinterherjagen, das im Terminus Liebe liegt, dann
sieht es in der kapitalistischen Moderne schlecht
aus: Die Liebe transzendiert nicht mehr den Markt,
sondern sie ist zu ihrem Gegenstand geworden."
(Lx in der Neuen Zürcher Zeitung
vom 15.11.2003)
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Inhaltsverzeichnis
Vorwort von
Axel Honneth
Eine Einführung in die Soziologie der Liebe
Romantische
Liebe als kulturelle Praxis
Romantische Liebe als Utopie der Überschreitung
Anordnung und Aufbau der Kapitel
Zur Methode
1 Als die
Liebe auf den Markt traf
Die
Säkularisierung der Liebe oder Liebe als neue
Religion
Liebe zu verkaufen
Der Preis der Liebe
Allein in der Öffentlichkeit
Das Rendezvous und der Geist des Konsumismus
2 Von der
romantischen Utopie zum amerikanischen Traum
»You could be
here, now«
»Natürliche« Liebe
Liebe als unsichtbarer Reichtum
Codes verlieren an Kraft
3 Eine alles
verzehrende Liebe
Die Welt
wieder verzaubern
Eine verzehrende Leidenschaft
Der Luxus der Liebesromantik
Reise, Natur und Liebesromantik
Romantik als Liminalität
Liebe als Ware: Ideologie oder Utopie?
4 Reale
Fiktionen und fiktionale Realitäten
Liebe auf den
ersten Blick
Realistische Liebe
Realität als Fiktion
Fiktion als Realität
Zur postmodernen Lage der Liebe
5 Motive der
Leidenschaft
Eine sehr
vernünftige Verrücktheit
Sozioökonomische Grenzziehungen
Moralische und persönliche Grenzziehungen
Bildungsspezifische und kulturelle Grenzziehungen
Ich rede und deshalb liebst du mich
Liebe umsonst
6 Die
Liebes-Klassen
Die
elementaren Formen romantischer Liebe
Liebe als Differenz
Liebe und symbolische Dominanz
Klasse, Liebe und die Struktur des Alltagslebens
Schluss: Ein
Happy End?
Die Geschichte von der Liebe
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Rezensionen
-
GEYER, Christian (2003): Wir
blickten über Paris, und dann der Eiffelturm.
Romantischer als Bier ist immer noch der Champagner: Eva
Illouz über wahre Liebe und souveräne Verschwendung in den
Zeiten des Kapitalismus,
in: Literaturbeilage der Frankfurter Allgemeinen
Zeitung v. 07.10.
- STIEGLER, Bernd
(2003): Küssen wie im Kino.
Die Soziologin Eva Illouz schildert die Verführung der
romantischen Liebe durch die kapitalistische Warenwelt,
in: Literaturbeilage der Frankfurter Rundschau v.
08.10.
-
THADDEN, Elisabeth von (2003): Der Preis der Liebe.
Die israelische Soziologin Eva Illouz hat erforscht, wie
heillos das großartigste aller Gefühle in den Kapitalismus
verstrickt ist,
in: Literaturbeilage der ZEIT Nr.42 v. 09.10.
- Kommentar:
Für Konservative gehören Paar und
Familie untrennbar zusammen, weswegen THADDEN gleich
voranstellt:
"Wer
sich dafür interessiert, warum es in den postindustriellen
Gesellschaften an Kindern fehlt, kann in diesem Buch
erstaunlich gute Erklärungen finden. Allerdings fragt das
Buch nicht danach. Es untersucht nicht die
Betreuungsschlüssel in Kindergärten, nicht die
Frauenbeschäftigungsquoten und Gleichstellungsgesetze. Es
stellt die Frage nach den Geburtenraten nicht mal. Kinder
kommen fast gar nicht vor."
Das Buch fragt vielmehr, was mit der Liebe sei."
Auch
die traditionelle Soziologie hat das Paar bisher nicht als
eigenständiges Sozialsystem in den Blick genommen. Eine
Soziologie des Paares
fristet deshalb ein Nischendasein, obwohl in unserer
paarorientierten Gesellschaft
(Dorothea KRÜGER) nichts
wichtiger wäre.
Konservative Romantiker wie Michel HOUELLEBECQ sehen in
der
Familie das letzte Bollwerk gegen
den Kapitalismus. Eva
ILLOUZ ist da realistischer:
"Ist
die Geschichte der Liebe eine Verfallsgeschichte?
»Jeder Versuch, das soziale Geflecht wiederherzustellen«,
schreibt Illouz am Ende gegen die konservativen Apologeten
der Familie, »muss sich mit der Tatsache auseinander
setzen, dass sich die Verbindung von Liebe und
postmoderner Konsumkultur tief in die Seelen der
gebildetsten und kreativsten Gesellschaftsteile eingeprägt
hat und eine Macht ausübt, die sich nicht leicht im
Schnellverfahren abschaffen lässt.« Was der Markt von
jedem Einzelnen an Selbstdarstellung und
Unverwechselbarkeit verlangt, was in der Sphäre des
Warentauschs notwendig ist, kann nicht an der privaten Tür
wie ein Arbeitskittel abgestreift werden."
-
KOMMERELL, Kathrin (2003): Er hat mir nie Blumen gebracht.
Venus und Marx: Eva Illouz hat ein melancholisch-kluges
Buch über das Schicksal der Liebe geschrieben,
in: Süddeutsche Zeitung v. 23.10.
- Inhalt:
"Was wäre unsere Werbung, unsere Warenwelt
ohne die Energie der Liebesutopie, mit der sie die Waren zu
Sehnsuchtsobjekten auflädt, zum abrufbaren Traum?
(...). Wie halten es die Kinder und Kindeskinder von Marx
und Coca-Cola mit der Liebe? Es wird fleißig weiter geliebt,
nur anders. Aber wie anders? Da wird es erst eigentlich
interessant. Das wusste Eva Illouz (...) und schrieb ein
Buch darüber" weis KOMMERELL zu berichten.
Gegen
Schluss geht die Rezensentin auch auf die soziale
Ungleichheit in Liebesdingen ein:
"Eva
Illouz stellt einleuchtend dar, wie Liebende aus der Mittel-
und oberen Mittelschicht dabei privilegiert sind: Ihnen
stehen nicht nur durch ein höheres Einkommen und mehr
Freizeit die Konsum-Mittel zur Verfügung, ihr
Liebesverhältnis rituell zu erneuern. Sie verfügen auch über
eine höhere »kulturelle Kompetenz« und damit über ein
größeres Repertoire, besonders über den Weg des Redens ihre
Liebesutopie mit dem Alltag zu verweben. Die soziale
Ungleichheit, die daraus erwächst, ist ein Preis, der im
Kapitalismus zu zahlen ist."
-
LX (2003): Liebe, konsumiert,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 15.11.
-
KLUY, Alexander & Michael PRELLBERG (2003): Kostspielige
Romantik,
in: Financial Times Deutschland v. 23.12.
-
MAURER, Rainer (2004): Wer liebt, der kauft.
Die Soziologin Eva Illouz hat erforscht, wie stark Konsum
und Liebe verbunden sind,
in: Magazin der Schweriner Volkszeitung v. 10.01.
-
NASSEHI,
Armin (2005): Geld oder Leben!
in: Soziologische Revue, 28, April
- Inhalt:
NASSEHI rezensiert in seinem Essay 4
Bücher (u.a. Eva ILLOUZ' "Der Konsum der Romantik" und
Christine WIMBAUERs Buch "Geld und Liebe") aus
differenzierungstheoretischer Perspektive.
Mehrfachcodierung
ist hierfür der Zentralbegriff, der die Polarisierung Geld
oder Leben auflöst. Im Zusammenprallen verschiedener
Funktionslogiken auf dem Felde gesellschaftlicher Praktiken
sieht NASSEHI die Beschränkung einzelner Medien wie Geld
oder Liebe.
Unter
diesem Gesichtspunkt sieht NASSEHI sowohl bei ILLOUZ als
auch bei WIMBAUER Interpretationsdefizite, dennoch hat er
beide Bücher mit Gewinn gelesen.
-
STADTHAUS, Steffen (2005): Konsumier mir Liebe.
Romantisch. Eva Illouz und
Ditmar Larcher untersuchen den Funktionswandel der Liebe im
entwickelten Kapitalismus,
in: Freitag Nr.25 v. 24.06.
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Das Buch in der Debatte
- MAYER, Verena (2004): Du bist
nicht allein.
Ein Konsumartikel wie jeder andere: Ein Besuch der
"Hochzeitswelt", eine Art Fachmesse,
in: Frankfurter Rundschau v. 13.01.
- Kommentar:
Im Gegensatz zu Andreas MERKEL hat
Verena MAYER die Studie "Der Konsum der Romantik" von Eva
ILLOUZ zur Kenntnis genommen:
"Es
ist interessant, wie wenig die »Hochzeitswelt« den
Eindruck erwecken soll, dass es sich beim Heiraten um ein
individuelles Erlebnis handelt, um eine romantische
Angelegenheit zwischen zwei Personen. Durch die Brille der
israelischen Soziologin Eva Illouz betrachtet, deren
Studie Der Konsum der Romantik gerade so viel Aufsehen
erregt, hieße das: Hier werden Paare ihrer vielleicht
authentischen Liebe entfremdet, indem sie auf
Konsumrituale der Oberschicht hereinfallen. »Die Formeln
romantischer Liebe werden heute nur noch von kulturell
Benachteiligten für bare Münze genommen«, schreibt Illouz.
Tatsächlich gibt es überall
rote Herzen und Blumengestecke, um die Besucher romantisch
zu stimmen, die alle acht Euro Eintritt gezahlt haben. Es
sind festlich geschmückte Tafeln aufgebaut, mit
Stoffservietten und goldenen Stühlen, an den Wänden hängen
Schilder, auf denen »Trau dich!« steht."
Am Ende verteidigt
Verena MAYER ganz unromantisch das Hochzeitsritual:
"Besucher
der kulissenhaften »Hochzeitswelt«
den Sinn von Hochzeiten erkannt: Hochzeiten werden der
Repräsentation wegen gefeiert, sie sind dazu da,
gesellschaftliche Potenz zu demonstrieren.
(...).
Indes stiften jene, die bei einer Hochzeit eigentlich
imitiert werden sollen, nur Verwirrung: Der Adel hat in
Heiratsangelegenheiten die wahre Liebe jenseits der
Konvention für sich gepachtet. (...).
Nicht die Leute, die auf eine Hochzeitsmesse gehen und für
hartes Geld romantische Leistung sehen wollen, sind zu
belächeln. Wir sind es, die wir erschüttert Eva Illouz
lesen, die wir mit unserem von Ironie durchsetzten
Bewusstsein kunstseidene Brautkleider und herzförmige
Hochzeitstorten doof finden, Britney Spears mit ihrer
Las-Vegas-Nummer aber
»irgendwie
witzig«, wir, die wir
eine ungekünstelte Hochzeit wollen - wir sind die mit den
hoffnungslos falschen Illusionen."
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Eva Illouz in den Medien
-
FREUNDEL, Natascha (2003: Es blitzt, ich werde geliebt.
Vom Charme einer Bibelstunde. Eine Tagung auf Schloss
Elmau "Über die Liebe",
in: Freitag Nr.35 v. 2208.
- ADRIAN, Michael (2005): Wir
sind hyper-rationale Narren.
Emotionen im
Kapitalismus: Bei den Frankfurter Adorno-Vorlesungen las die
Soziologin und Anthropologin Eva Illouz der Liebe und den
Liebenden ganz gehörig die Leviten,
in: Frankfurter Rundschau v. 06.05.
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