"Das Buch bestimmt im
Rahmen eines internationalen Vergleichs Standort und
Perspektiven der Weltwirtschaftsmacht Japan neu mit dem
Instrumentarium der Wirtschaftswissenschaft, Soziologie und
Politikwissenschaft.
Der rasche Wandel in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik stellt
unser traditionelles Japanbild immer wieder in Frage. Das Ende
der »Seifenblasenwirtschaft« lässt die Frage nach der
Leistungsfähigkeit der japanischen Wirtschaft in einem
zweifelhaften Licht erscheinen. Wirtschaft, Gesellschaft und
Politik stehen drängenden Problemen gegenüber: dem schwindenden
Vertrauen in die Managementfähigkeit des Staates, einem
reformbedürftigen Erziehungssystem und der Wandlungsfähigkeit
einer vergreisenden Gesellschaft. Der damit verbundenen
Herausforderung, von einem exotischen Japanbild Abstand zu
nehmen und Standort und Perspektiven der fernöstlichen
Weltwirtschaftsmacht neu zu bestimmen, stellen sich im Buch eine
Soziologin, ein Wirtschaftswissenschaftler und ein
Politikwissenschaftler. So ergibt sich ein neues,
differenziertes Japanbild auf einer interdisziplinären Grundlage
und im Rahmen eines internationalen Vergleichs mit anderen
Industriestaaten."
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Teil 1: Wirtschaft (Werner
Pascha)
Teil 2: Gesellschaft
(Karen A. Shire)
2.1 Der Wandel Japans zu
einer industriellen Gesellschaft
2.1.1 Der soziale Zustand
im Verlauf der Industrialisierung
2.1.2 Das ie als sozialoranisatorischer Rahmen
2.2 Die Prinzipien einer
modernen sozialen Organisation in Japan
2.2.1 Tateshakai
(Vertikale Gesellschaft)
2.2.2 Uchi/soto
2.3 Soziale Schichtung
2.3.1 Soziale Schichtung
nach dem Zweiten Weltkrieg
2.3.2 Die gegenwärtige japanische Sozialstruktur: Berufe und
Klassen
2.3.3 Soziale Mobilität und Offenheit der japanischen
Gesellschaft
2.3.4 Statusinkonsistenz
2.4 Neue soziale
Ungleichheiten
2.4.1
Einkommensungleichheit
2.4.2 Bildungsungleichheiten und der Begriff der
gakurekishakai
2.4.3 Geschlechterspezifische Ungleichheiten
2.5 Arbeit und
Gesellschaft
2.5.1
Institutionalisierung des Wohlwollens
2.5.2 Gewerkschaften und Interessenvertretung in Unternehmen und
Politik
2.5.3 Abeitnehmerbeteiligung am Arbeitsplatz
2.5.4 Soziale Aspekte der beruflichen Entwicklung der
Beschäftigten
2.5.5 Innerbetriebliche Sozialisation, und die Förderung der
Motivation und Einbindung der Arbeitnehmer
2.5.6 Geschlechterbeziehungen am Arbeitsplatz
2.6 Herausforderungen an
die japanische Gesellschaft
2.6.1 Demographische
Veränderungen und der Begriff der Nihon-gata fukushi shakai
2.6.2 Wertewandel
Teil 3: Politik (Paul
Kevenhörster)
Zitate:
Der
Geburtenrückgang in Japan
"Japan hat nicht einmal
die niedrigste Geburtenrate von allen fortgeschrittenen
Industrienationen (1996 hatte Italien die niedrigste
Geburtenrate). Doch fiel die Geburtenrate in Japan stetig in den
späten 1990er Jahren von 1,425 Kindern im Jahr1996 auf den bis
dahin niedrigsten Stand von 1,38 Kindern im Jahr 1998." (S.253)
Merkmale
des Sozialstaats
"Die Vorsorge für Kinder
und ältere Menschen (sowie für andere Nichterwerbstätige) wird
weitgehend von den Familien, d.h. durch die unbezahlte
Pflegearbeit der Frauen, geleistet. Der japanische Begriff der
nihon-gata-fukushi-shakai ("japanischer Sozialstaat"/"japanes-style
Welfare State") bedeutet niedrige öffentliche Beiträge sowie die
primäre private Verantwortung für Wohlfahrt und Fürsorge.
Dennoch war schon sehr früh die Erwerbstätigkeit von Frauen (in
Niedriglohnbereichen und seit den 70er Jahren auch als
Teilzeitkräfte) für die ökonomische Entwicklung wichtig. Dies
wurde vom japanischen Staat durch den Ausbau eines im
internationalen Vergleich durchaus beachtlichen Systems
öffentlicher Kinderbetreuung unterstützt." (S.255)