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Joseph Heath: Konsumrebellen

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 2004 Buch "The Rebell Sell"
      (deutsch: "Konsumrebellen", 2005)
    • Professor für Philosophie an der Universität von Toronto
 
       
     
       
   

Joseph Heath in seiner eigenen Schreibe

 
   
  • fehlt noch
 
       
   

Konsumrebellen (2005).
Der Mythos der Gegenkultur
(zusammen mit Andrew Potter)

Hamburg: Rogner & Bernard

 
   
 
 

Klappentext

"Lehnen Sie die Konsumkultur ab? Den ganzen Verpackungskram, den Reklamerummel? Eine Modeindustrie, die Jagd auf Ihre Kinder macht, mit dem Ergebnis, dass außer Klamotten von Replay und Schuhen von Nike nichts mehr in die Tüte kommt? Willkommen im Club. Denn selbst in knappen Zeiten gehört in Deutschland eine konsumkritische Haltung fast schon zum guten Ton. Mit einer paradoxen Konsequenz: Versandhäuser, die sich von der industriellen Massenfertigung abwenden und nur teure Design-Produkte vertreiben - die so genannten »guten Dinge« -, florieren. Filme wie »American Beauty« oder »Fight Club«, die sich gegen die Entfremdung des modernen Menschen in der Warenwelt wenden, machen Kasse; und Gesellschafts-Kritiken wie Naomi Kleins »No Logo« halten sich monatelang in den Bestsellerlisten. Offenbar funktioniert der Kapitalismus bestens und stellt sich auch noch auf die Nachfrage nach konsumkritischen Produkten ein. Aber wie können so viele Menschen das Konsumdenken ablehnen und trotzdem an einer Konsumgesellschaft teilnehmen?
Dieser Frage sind die Autoren in ihrem witzigen und schnellen Buch über Gegenkultur und Scheinrebellion nachgegangen, in dem es genauso um große Offroad-Autos und schicke Lofts geht wie um Baudrillard und Douglas Adams, Star Trek und Sigmund Freud.
"

Stimmen zum Buch

"Wie überzeugend man die Thesen der beiden findet, wird letztlich (...) auch davon abhängen, wo der Leser sich selbst sieht: Auf der Seite der Rebellen oder auf der Seite der Angepassten, die, in den Augen der Autoren zumindest die Klügeren sind. Eine kleine Ironie ist es allerdings, dass das Buch nur bei Zweitausendeins erhältlich ist, dem großen Ramschladen der Gegenkultur."
(Georg Gruber im DeutschlandRadio vom 26.09.2005)

"Heath und Potter kritisieren den Mythos der ewig rebellierenden Jugendkultur (...). Dagegen halten Heath und Potter nun, was anderswo das Bohren dicker Bretter genannt wird: Sie plädieren für einen desillusionierten, konsequent entkulturalisierten Begriff von Politik, für die kleinteilige Arbeit an der Verbesserung jener gesellschaftlichen Institutionen, die die Pseudorevolutionäre zum »System« totalisieren. Denn sämtliche historisch messbaren Fortschritte »wurden durch den mühsamen Prozess demokratischen politischen Handelns erzielt, durch Menschen, die argumentieren, Studien durchführen, Koalitionen bilden, Gesetze machen«.
Heath und Potter (...) entwerten jene Manipulation von Zeichen und Symbolen, die lange Zeit als überlegener Modus der Gesellschaftskritik gehandelt wurde. Denn hier blieben am Ende blanke Folgenlosigkeit und die uneingestandene Komplizenschaft mit jenen Kräften des Kapitalismus, denen die Symbolarbeiter der, wie es bei Matias Faldbakken heißt, »Widerstandsindustrie« angeblich die Stirn bieten. Und tatsächlich: wenn der Widerstand gegen die Verhältnisse mit nichts als den Waffen des Lebensstils und der Zeichentheorie geführt wird, neigt das Politische auf Dauer dazu, in eins zu fallen mit den Ritualen der sozialen Distinktion. Die Abweichung vom Konsumverhalten des Kollegen im Nachbarbüro ist dann bereits ein mikropolitisches Ereignis."
(Tom Holert in der Zeitschrift Literaturen, Oktober 2005)

"Man wird Joseph Heath und Andrew Potter selbst in die von ihnen erzählte Geschichte hineinstellen müssen, eine Geschichte, die vom Konsumdruck vorangetrieben wird. Man wird dann vermuten dürfen, daß ihre echt coole Kritik der Konsumrebellen wahrscheinlich gut bei den Konsumenten der einfachen Ideen ankommen wird, die neue coole Ideen brauchen, um sich von anderen und deren dann vielleicht nicht mehr so coolen Ideen abzusetzen. (...). Der reformwillige Geist des Kapitalismus braucht seine Marken, seitdem die große Kritik des Kapitalismus auf den Hund gekommen ist.
      
  Die beiden Kanadier setzen mit ihrem Buch eine Zäsur: Das Ende der Konsumrebellen ist der Anfang der jungen Staatsbürger, das Ende der Gegenkultur ist der Anfang der Staatsbürgerkunde."
(Eberhard Rathgeb in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 19.10.2005)

"Trotz einer gewissen inquisitorischen Schnoddrigkeit ist das Buch nicht unsympathisch, weil es nicht von der Position eines kulturkonservativen Anti-Avantgardismus aus argumentiert, sondern von einem traditionellen, linken Sozialdemokratismus aus. Was die Autoren antreibt, ist folgende Hypothese: Während die alte Linke darauf bedacht war, auch den einfachen Leuten ein normales Leben in Würde, mit ihrem Teil am Reichtum zu erkämpfen, habe die gegenkulturelle Linke gerade das diskreditiert - normales Leben als Konformismus, das Streben nach einem gerechten Anteil am Wohlstand als mieser Materialismus. Sozialreformen gelten als oberflächlich. Der Gegenkultur geht es um die psychische Befreiung der Unterdrückten."
(Robert Misik in der TAZ vom 19.11.2005)

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

TEIL 1

1 Die Geburt der Gegenkultur
2 Freud kommt nach Kalifornien
3 Konformismus, Zwang und Normalität
4 "I Hate Myself and Want to Buy"
5 Extreme Rebellion

TEIL 2

6 Die uniformierte Gesellschaft
7 Vom Statusjäger zum "Coolhunter"
8 Coca-Colonisierung
9 Danke, Indien!
10 Raumschiff Erde

 
 
 
       
   
  • Rezensionen

    • VANDYCK, Tom (2005): Blitzkauf Bop.
      Wie die Counterculture zur Counter-Culture wurde. Rebellion und Anderssein werden in der Massenkultur an der Ladentheke gehandelt. So die zentrale These der beiden kanadischen Ex-Punks Joseph Heath und Andrew Potter in ihrem Buch "Nation of Rebels",
      in: Rolling Stone Nr.5, Mai
      • Inhalt:
        Joseph HEATH & Andrew POTTER rechnen mit Beatniks, Hippies, Grungern und Globalisierungsgegnern ab.

              
          Nach dem Motto von Norbert BOLZ, dass Nonkonformität nichts anderes als die Konformität des Anderssein ist, fordern sie "Schluß mit der Verteufelung der Konsumgesellschaft", denn die Gegenkultur ist längst kein Bollwerk mehr gegen die Konsumgesellschaft, sondern die stärkste Triebkraft des Kapitalismus.
    • GRUBER, Georg (2005): Gegen die Gegenkultur.
      Ein Sachbuch als Feldzug,
      in: DeutschlandRadio v. 26.09.
    • HOLERT, Tom (2005): Popkultur und Politik.
      Posieren, Fälschen und das Bohren dicker Bretter
      Taugt die Jugendkultur noch als Widerstands-Reservoir?

      in: Literaturen, Oktober
    • RATHGEB, Eberhard (2005): Jetzt schlägt das Pendel der Kulturrebellion zurück.
      Mehr Regeln wagen: Joseph Heath und Andrew Potter rechnen mit der Idee eines nonkonformistischen Lebens ab, das sich für eine Kritik des Kapitalismus hält,
      in: Literaturbeilage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung v. 19.10.
    • MISIK, Robert (2005): Die Axt des Kulturkapitalismus.
      Der Architekturtheoretiker Georg Frank glaubt, dass sich ein mentaler Kapitalismus durchsetzt, während die Autoren Joseph Heath und Andrew Potter die alte, sozialdemokratische Linke durch die neue, gegenkulturelle Linke diskreditiert sehen. Beidem ließe sich entgegenwirken, wenn man es nur wollte,
      in: Literaturbeilage der TAZ v. 19.10.
      • Kommentar:
        Robert MISIK, dem es neuerdings um die - zumindest rhetorische - Versöhnung von kultureller und sozialer Linken geht, bespricht das Buch "Konsumrebellen" wohlwollend:

              
          "Die beiden Bücher - »Mentaler Kapitalismus« und »Konsumrebellen« - sind extrem lesenswert. Und so diskutabel manche ihrer Thesen auch sein mögen, sie kreisen um ein Thema, das im Kommen ist: die Dominanz des Kulturellen im Feld des Ökonomischen. Dies ist natürlich nicht eine Folge einer Landnahme des Kulturellen, sondern des Umstandes, dass die Marktwirtschaft über die Ufer dessen tritt, was gemeinhin als Feld des Ökonomischen gilt."
    • LÜHE, Marion (2005): Wir sind ja alle so rebellisch.
      Joseph Heath und Andrew Potter nehmen den Mythos von der Gegenkultur auseinander,
      in: Welt v. 05.11.
 
   
  • Das Buch in der Debatte

    • Neu:
      LEHNARTZ, Sascha (2005): Revolte für mehr Umsatz.
      Zwei kanadische Denker nagen an den Mythen der Gegenkultur. Ihre These: Konsumkritik bringt den Kapitalismus nicht um. Sie macht ihn stärker,
      in:
      Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 13.11.
      • Kommentar:
        Sascha LEHNARTZ führt hier nochmals aus, was single-generation.de bereits anhand seines Buches "Global Players" aufgezeigt hat.

              
          Joseph HEATH & Andrew POTTER haben das, was LEHNARTZ umständlich erklären will, auf eine knappe These zusammengefasst:
              
          "Der entscheidende Punkt ist, dass die Hippies (anderslautenden Gerüchten zum Trotz) nicht korrumpiert worden sind. Hippie-Ideologie und Yuppie-Ideologe sind ein und dasselbe. Es hat nie einen Gegensatz zwischen den gegenkulturellen Ideen der 60er-Rebellion und den ideologischen Erfordernissen des kapitalistischen Systems gegeben. Es ist ohne Zweifel richtig, dass sich zwischen den Anhängern der Gegenkultur und den Verteidigern des älteren protestantischen amerikanischen Establishments ein kultureller Konflikt entwickelt hat, aber es gab nie einen Gegensatz zwischen den Werten der Gegenkultur und den funktionalen Erfordernissen des kapitalistischen Wirtschaftssystems. Die Gegenkultur war von Anfang an durch und durch unternehmerisch. Sie hat genau wie Adbusters den ureigenen Geist des Kapitalismus widergespiegel." 
 
     
   

weiterführende Links

 
     
   
 
   

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© 2002-2005
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 10. Oktober 2005
Stand: 27. November 2005
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