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Bernd Cailloux: Das Geschäftsjahr 1968/69

 
       
     
       
     
       
   

Bernd Cailloux in seiner eigenen Schreibe

 
     
       
   

Bernd Cailloux: Porträts und Gespräche

 
   
  • KNIPPHALS, Dirk (2007): So viele Gleichgesinnte.
    Der Berliner Schriftsteller Bernd Cailloux interessiert sich für die tragikomischen Momente, in denen sich eine hochfliegende Kultur-Boheme und die Alltagsnormalität in die Quere kommen. Ein Portrait,
    in: TAZ v. 02.03.
  • SCHÄFER, Andreas (2007): Willkommen am Spätschalter.
    Vom glücklichen Elend der mittleren Jahre: Eine Begegnung mit dem Berliner Schriftsteller Bernd Cailloux,
    in: Tagesspiegel v. 14.01.
  • MORISSE, Jörn & Rasmus ENGLER (2007): Bernd Cailloux (Schriftsteller). Man muss eben das Richtige schreiben. In: Dieselben (Hg) Wovon lebst du eigentlich? Vom Überleben in prekären Zeiten, S.39-56
  • DAX, Max & Jan KEDVES (2008): Bernd Cailloux.
    In einer singulären Nacht begann unsere Gegenwart,
    in: Spex, März/April
    • Inhalt:
      Bernd CAILLOUX sieht 1968 als Beginn unserer Gegenwart an:

                
      "Im Grunde leben wir heute noch in diesem Jahr. '68 ist die verlängerte Gegenwart - weil viele der damaligen Phänomene noch präsent sind, weil viele Ideen bis heute Bestand haben, und zwar eher die der Hippies als die der Politkader, denken Sie nur an das Natur- und Umweltbewusstsein der damals verlachten Blumenkinder. Die verschiedenen Musikstile, die Boutiquen, die Discotheken - das alles gab es vorher nicht. Die drei großen Clubs in Deutschland damals - das Blow-Up in München, das Cream Cheese in Düsseldorf und das Grünspan in Hamburg - waren die Blaupausen für alles, was wir heute kennen. Und populäre Musik ist bis heute eine der ganz wenigen lebensbegleitenden Konstanten, sie ist von der '68er-Generation zu einem Bestandteil des Alltags erklärt worden. Im Hören der Musik treffen sich diese Generationen."
 
       
   

Der gelernte Berliner (2008).
Sieben neue Lektionen
Frankfurt a/M: Suhrkamp Verlag

 
   
 
 

Klappentext

"Über Berlin ist alles tausendmal gesagt, die Wahrheit inklusive. Der gelernte Berliner weiß, daß sich die Stadt schneller verändert als der einzelne Bewohner. Das Alte ist geblieben, das Neue mittlerweile inbegriffen. Nicht nur in der offiziellen Hochglanzmetropole, sondern auch in den peripheren Parallelmilieus, wo fast alle Berliner wirklich leben: von den Sachwaltern eben noch gewohnter, plötzlich verlassen wirkender Areale wie dem Fernsehen bis zu den Märtyrern des Müßiggangs in den Cafés und Bars. Im Folgeband von Der gelernte Berliner (1991) erzählt Bernd Cailloux in sieben neuen Lektionen, was die Stadt einem bereithält."

 
 
 
       
   
  • Rezensionen

  • fehlen noch
 
       
   

Das Geschäftsjahr 1968/69 (2005)
Frankfurt a/M: Suhrkamp Verlag

 
   
 
 

Klappentext

"BRD, 1965. Auf einem Fortbildungslehrgang für Journalisten lernen sich zwei junge Männer kennen, die gleich spüren, daß sie Großes miteinander vorhaben. Doch noch bremst der Muff der Zeit: Die Schlammstrecke der allgemeinen Wehrpflicht will durchrobbt sein, der dahinterliegende Morast aus bürgerlicher Paarbeziehung und Provinzreporterdasein ebenso.
Dann aber geht es Schlag auf Schlag: nach Düsseldorf, ins Beuys-Umfeld, die beiden Freunde gründen eine Hippie-Gartenlaubenfirma, in durchwachten Nächten wird das erste discoreife Stroboskop-Blitzlicht gebaut, Premiere in Hamburgs coolstem Psychedelic-Club, euphorische Verzückung, weiter zu den Essener Songtagen, Frank Zappa, Freakout-Pfingsten, fette Aufträge und der Traum vom antikapitalistischen Betrieb im Kapitalismus – das »Geschäftsjahr 1968/69« kommt in Fahrt …
Mit präziser Lakonie zeigt Bernd Cailloux die 68er in grellem, aber um so realistischerem Licht: nicht als Polit-, sondern als Start-up-Unternehmen, dessen Visionen, Illusionen, Drogen- und Finanzcrashs unvermutet an die Neunziger erinnern – wie das Technoflimmern an die Flickershows der Sixties."

Pressestimmen

"Die «psychedelische Revolution»; die ästhetische Weltveränderung zwischen dem Düsseldorf Joseph Beuys' und dem Hamburg Hubert Fichtes; die trotz Desillusionierung, kapitalistischer Vereinnahmung und naiver Selbstzerstörung verwirklichten Befreiungsträume der frühen, vorideologischen Jahre – sie finden in dieser Realgeschichte zu einer fulminanten Synthese, die Lesern unter 35 und solchen aus dem Osten der Republik vor Augen führen mag, was Kulturrevolution in Westdeutschland einmal bedeutet hat."
(Dorothea Dieckmann in der Neuen Zürcher Zeitung vom 14.06.2005)

"Nicht nur Neo-Konservative, sondern viele, die mit dem Strom schwimmen, laufen sich warm für das große 68er-Bashing. Ihnen liefert Cailloux keine Argumente. Er sagt: »Die 68er gab es 1968 gar nicht.« Gerade deshalb ist sein Buch heute so interessant. Seine Helden sind aus der Provinz geflohen. Im Jahr der Revolte sind ihnen »die emanzipatorischen Ereignisse«, wie Cailloux es nennt, weit wichtiger als die politische Revolte.
      
  Der Ich-Erzähler hat zu Beginn des Buches die Bundeswehr hinter sich und die Tristesse einer grau gewordenen Dauerbeziehung zu seiner Jugendliebe vor sich.
Darin ähnelt er den Figuren in »Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman«, der wunderbaren Entwicklungsgeschichte aus den mittleren 60er Jahren, die der Büchnerpreisträger Wilhelm Genazino 2003 veröffentlicht hat.
Beide Bücher zeigen 1968 und die Vorläuferjahre nicht als Kaleidoskop des Extremismus, sondern als Produkt der Sehnsucht einer breiten Mitte nach einem zumindest unterhaltsameren Leben."
(Sebastian Hammelehle in der Welt am Sonntag vom 26.06.2005)

"Cailloux beschreibt das Licht zur politischen Haltung, die Drogen des Widerstands und die Musik zur Bundesrepublik der späten 60er Jahre. Lichtmetaphorik trifft Lifestyle, und das Ergebnis ist überzeugend. Nichts funktioniert, außer das verdammte Geschäft, das aber mit tragikomischer Perfektion."
(Gustav Mechlenburg, textem.de vom 02.07.2005)

"Bernd Cailloux hat dem eigentlich zu Tode erzählten Mythos »Die wilden Jahre der Republik« eine interessante Fabel abgewonnen und transportiert viel von der Stimmung einer Zeit, die scheinbar unermessliche Veränderungsoptionen bereithielt, in Wirklichkeit aber eine ganz normale Epoche mit übersteigerter Aufmerksamkeit für jugendlichen Unmut war. Den Nachgeborenen zur Mahnung, innere Aufbruchstimmungen nicht für äußere Fakten zu halten."
(Florian Felix Weyh im DeutschlandRadio vom 07.07.2005)

"Cailloux (...) geht es um Selbstbefragung, um das Verständnis dessen, was sich an der Schaltstelle zwischen dem Ausgreifen des jugendlichen Idealismus und dem späteren Leben mit dem, was davon in den Händen zurückbleibt, abspielt."
(Bernd Wagner im DeutschlandRadio vom 10.07.2005)

 
 
 
       
   
  • Rezensionen

  • DIECKMANN, Dorothea (2005): Der kurze Blitz der Anarchie.
    Bernd Cailloux' Romanerstling "Das Geschäftsjahr 1968/69",
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 14.06.
  • Infos zu:
    Dorothea Dieckmann - Autorin der Single-Generation
  • BARTELS, Gerrit (2005): Blitz der Subversion.
    Aus dem Innern der Geschichte: Der Berliner Schriftsteller Bernd Cailloux erzählt im Roman "Das Geschäftsjahr 1968/69", wie es 1968 wirklich war,
    in: TAZ v. 20.06.
    • Kommentar:
      BARTELS schwärmt von Bernd CAILLOUX' Roman "Das Geschäftsjahr 1968/69":

            
        "Cailloux erzählt seine Geschichte (...) nicht mitten aus dem Zentrum, nicht von Dutschke, Adorno oder Berlin, sondern vom Rande her, von jungen 68ern".
            
        Was erzählt wird, das ist der märchenhafte Beginn eines gegenkulturellen Unternehmertums, das noch eingebettet ist in ein neues, befreiendes Lebensgefühl.
            
        Das Konfliktpotential dieses neuen Unternehmertums wurde dagegen erst in der Alternativszene Anfang der 80er Jahre so richtig sichtbar. Das Ende der Alternativen hatte bekanntlich Matthias HORX 1985 ausgerufen.
            
        Bei BARTELS klingt das so:
            
        "Dass am Ende ein Scheitern steht, gehört mit zur Logik dieses schönen Erziehungsromans - ein Scheitern aber, das von dem »proustschen Blitz der Subversion« noch immer ganz unpeinlich und ohne Bitterness erleuchtet wird. Besser hat man lange nicht gelesen, wie sich ein Jahr wie 1968 tatsächlich angefühlt hat, wie es möglicherweise wirklich war, weit ab von der offiziellen Geschichtsschreibung."
  • HAMMELEHLE, Sebastian (2005): Kleinunternehmer in Stroboskopgewittern.
    Die 68er, politisch desorientiert, werden in einem Roman als Start-up analysiert,
    in: Welt am Sonntag v. 26.06.
  • SCHUSTER, Frank (2005): Bernd Cailloux - Das Geschäftsjahr 1968/69,
    in: Intro Nr.129, Julie
  • MECHLENBURG, Gustav (2005): Revolution und Heimarbeit,
    in: textem.de v. 02.07.
  • RAPP, Tobias (2005): Ein Blitzgerät als Symbol.
    Bernd Cailloux: "Das Geschäftsjahr 1968/69",
    in: DeutschlandRadio v. 05.07.
    • Kommentar:
      "P. G. und seine Freunde wollten schon lange einen Laden aufmachen, für eine sanfte community der freaks. (...). Jetzt ging es los. Einige fuhren in Frankfurt herum und suchten auf den Müllbergen, von denen die Stadt voll ist, brauchbare Tische und Stühle zusammen. Brummbär malte den Laden innen und außen mit Regenbogenfarben aus. Innen spannte er eine Plastikwand unter der Decke auf und betrieb einen kleinen Elektromotor, so daß an der Decke Wellen erzeugt wurden. Die Gäste kamen sich wie unter der Meeresoberfläche sitzend vor. (...).
      Aus Düsseldorf brachten Bekannte eine Stroboskop.
      Das ist ein Gerät, das in kurzer Abfolge starke Lichtquellen, Blitze aussenden kann, gefolgt von einem völligen Dunkel. Der dauernde Wechsel von Überhell und Dunkel kann zu Rauschzuständen führen",
      so beschreibt nicht Bernd CAILLOUX Das Geschäftsjahr 1968/69, sondern Peter MOSLER ("Was wir wollten, was wir wurden", 1977, S.104) die Underground-Scene in Frankfurt.

            
        Für Tobias RAPP geht es in dem Roman von Bernd CAILLOUX, dem das Stroboskop zum Symbol für 1968 wird,
      "nicht nur (um) die Geburt der Gegenkultur aus dem Geiste einer durch Technik ermöglichten Grenzerfahrung - genauso geht es um den damit einhergehenden Konflikt, der sich immer durch den Pop zieht: »Mit welchem Anspruch wollten wir demnächst auftreten (...)?«"
  • WEYH, Florian Felix (2005): Eine ganz normale Epoche.
    Bernd Caillouxs Debutroman über die vermeintlich wilden 68er,
    in: Büchermarkt. Sendung des DeutschlandRadio v. 07.07.
  • WAGNER, Bernd (2005): Rasante Reise in die 60er Jahre,
    in: DeutschlandRadio v. 10.07.
    • BAUREITHEL, Ulrike (2005): Die Volksblitzer.
      Abschied von einer Generation: Bernd Cailloux’ satirischer Roman "Das Geschäftsjahr 1968/69",
      in: Tagesspiegel v. 10.08.
    • PREISSLER, Brigitte (2005): Subversion der Krawattenträger.
      Bernd Cailloux illuminiert das Geschäftsjahr 1968/69 mit dem Disko-Stroboskop,
      in: Berliner Zeitung v. 18.08.
      • Inhalt:
        PREISSLER sieht in dem Roman "Das Geschäftsjahr 1968/1969" keine platte Abrechnung mit den 68ern:

                  
        "Zwar entzaubert er den Mythos 1968, indem er die Geschichte der Kultur- und Politrevolte als Rückblick auf eine Firmengründung erzählt. Zudem lassen sich seine subversiven Krawattenträger recht umstandslos vor jeden Karren spannen: So (lässt sich) der Erzähler (...) durch den konservativen Unternehmensberater Kracht korrumpieren. Diesen hat Cailloux wohl kaum zufällig nach dem einstigen Generalbevollmächtigten Axel Springers benannt, der wie sein Sohn Christian Kracht heißt. (...).
                  
        Und doch bilanziert Cailloux das Jahr '68 mit einem oft an Nick Hornby erinnernden, ironischen Sprachwitz versöhnlich."
    • BUCH, Hans Christoph (2005): Blitz aus dem Kasten.
      In seinem Roman "Das Geschäftsjahr 1968/69" gelingt dem Schriftsteller Bernd Cailloux ein hinreißend lakonisches Porträt der 68er-Generation,
      in: Spiegel Nr.38 v. 17.09.
    • LABERENZ, Lennart (2005): Von Frank Zappa zum Otto-Katalog.
      Bernd Cailloux vermisst in seinem Roman "Das Geschäftsjahr 1968/69" mit heiterer Lakonie die Alltagsprofanitäten eines Mythos,
      in: Literaturkritik Nr.12, Dezember
    • WESTPHALEN, Joseph von (2005): Überschaubare Illusionen.
      Richard David Precht und Bernd Cailloux werfen einen erhellenden Blick auf die 68er-Zeit,
      in: Die ZEIT Nr.1 v. 29.12.
    • Inhalt:
      Joseph von WESTPHALEN rezensiert die Bücher "Geschäftsjahr 1968/69" von Bernd CAILLOUX und "Lenin kam nur bis Lüdenscheid" von Richard David PRECHT.
    • HARTWIG, Ina (2006): Wir haben alles vermasselt.
      Ein Hippie-Businessman zieht Bilanz: Bernd Cailloux findet in seinem Roman "Das Geschäftsjahr 1968/69" einen neuen Ton, über seine Zeit zu sprechen,
      in: Frankfurter Rundschau v. 01.02.
      • Inhalt:
        Ina HARTWIG lobt den neuen Ton, den Bernd CAILLOUX in seinem Roman "Das Geschäftsjahr 1968/1969" angeschlagen hat:

                  
        "der Ich-Erzähler lamentiert nicht - und darin liegt eines der Geheimnisse dieses Buchs. Die Perspektive des Szenejargons von früher wird gewissermaßen beibehalten; keine Revision, kein Bedauern. Auch keine Illusionen, die schon damals eher unterentwickelt waren. Statt dessen Lakonie und jede Menge Situationskomik. Wenn hier ein Zeitkolorit eingefangen wird, dann nicht das der Polit-Slogans, nicht das der Revolte, sondern das der Kulturrevolution, von der Hans Christoph Buch klug bemerkte, sie sei der Revolte vorausgegangen, habe sie begleitet und überdauert."
    • PENZEL, Matthias (2006): Bernd Cailloux - Geschäftsjahr 1968/1969,
      in: Rolling Stone, Mai
      • Inhalt:
        "Der eine ist eben vor allem Unternehmer, ein anderer Bastler und der Dritte (hier: Protagonist) Idealist bzw. ewiger Hippie. Im Feuilleton kam die Geschichte sehr gut an, vor allem da abseits der Klischees. Macht Lust auf das Buch über die Zeit dazwischen, verfasst von den zehn Jahre jüngeren Georg Heinzen und Uwe Koch: »Von der Nutzlosigkeit erwachsen zu werden«", meint Matthias PENZEL
        .
    • DÜKER, Ronald (2008): Hippies go business,
      in: Fluter v. 13.02.
 
   

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Update: 23. Juni 2009
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