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Helmut Lethen:
Verhaltenslehren der Kälte
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Helmut Lethen in seiner
eigenen Schreibe
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- LETHEN, Helmut (1979): Geschichten vom
unbekannten Verlust,
in: Merkur, H.10, Oktober,
S.1024-1034
- LETHEN, Helmut (1995): Der Weg in den
Gletscher.
Laßt Weltraumkälte zwischen euch fahren: Glück und Distanz - Von
der Schwierigkeit eines Konzepts, das der Philosoph Helmuth Plessner
in den zwanziger Jahren ersann. Kann der Film Naturkostüme für uns
bereitstellen?
in: TAZ v. 29.06.
-
Neu:
LETHEN, Helmut
(2005): Die Evidenz des Schmerzes,
in: Merkur Nr. 674, Juni
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Helmut Lethen: Porträts
und Gespräche
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- SCHLAK, Stephan
(2004): Entfremdungsschwimmen.
Bewegungsmelder (5): Ein linker Fisch im Kältestrom - zum
Frühstück bei dem Verhaltenslehrer Helmut Lethen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 11.11.
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Klappentext
"»Ich bin kein Menschenfeind. Aber
wenn Sie mich besuchen wollen, bitte kommen Sie
pünktlich und bleiben Sie nicht zu lange.« Zeit
seines Lebens hat Gottfried Benn sich als unnahbar
dargestellt. Seine »Morgue«-Gedichte machten ihn zum
Shooting-Star des Expressionismus. Während des
Ersten Weltkriegs entwickelte er in der verachteten
Etappe einen schulbildenden Stil. Später bekannte
sich der Modernist, der politisches Engagement in
der Literatur als unkünstlerisch ablehnte, für kurze
Zeit zum Staate Hitlers. Nach 1947 schließlich wurde
er zum Übervater der Nachkriegsliteratur.
Der große
Einsame, der, den Zeitläuften entrückt, allein der
Dichtung lebt - das ist Benn bis heute für seine
Verehrer wie für seine Kritiker geblieben. »Der
Sound der Väter« rückt dieses einseitige Bild
zurecht."
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Rezensionen
- RUTSCHKY, Michael (2006): Die
Mütter liebten Benn.
Helmut Lethens
Studie "Der Sound der Väter" über Gottfried Benn und seine
Zeit umkreist prägnante lebensgeschichtliche Episoden und
Werke des Arztdichters,
in: Literaturbeilage der Frankfurter Rundschau v. 15.03.
- Inhalt:
"Es passt, dass Helmut Lethen jetzt ein Buch
über Gottfried Benn veröffentlicht. Klar, zum 50. Todestag
und zum 120. Geburtstag, die feierlich zu begehen der
Ahnenkult fordert; unter dem undurchsichtigen Titel Der
Sound der Väter, der im Buch selber keine Erläuterung
findet. Wenn ich mich richtig erinnere, lieferte Benn in den
Fünfzigern, auf dem Höhepunkt des Ruhms, den Sound der
Mütter (...). Die Männer lasen, wenn überhaupt Gedichte,
Ringelnatz oder Erich
Kästner", meint
Michael RUTSCHKY.
-
GEYER, Christian (2006): Der halbierte Dichter.
Helmut Lethen seziert Gottfried Benn und seine Zeit,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.05.
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Das Buch in der
Debatte
"Als kalte Persona oder
Radar-Typ (In Anlehnung an die Typologie des
amerikanischen Soziologen Riesman) defilieren die
»Kälte-Maschinen« über das neusachliche Parkett und
kommen (wortwörtlich) erst ins Stolpern, als die
Anforderungen an die heroische Männlichkeit ihre
Gesichts- und übrige Muskulatur so überanstrengt,
daß sie in der Figur der Kreatur den
notwendigen Ausgleich suchen und als solche
schließlich (zum Leidwesen ihrer Erfinder) das
faschistische Massenornat bilden.
Lethen findet eine Erklärung bei Helmuth Plessner,
dessen Anthropologie den durch »Gemeinschaft«
verseuchten modernen Nomaden in den »Gletscher der
Gesellschaft« weist und damit den vordergründigen
lebensideologischen Dualismus gegen die »Wärmeinseln
des Ursprungs« (der Provinz, der
sozialdemokratischen Arbeiterkultur ... und last not
least: der Frauen!) zugunsten eines Lebens in der
Distanz entscheidet.
(...).
Die These, daß sich die »Trennungsspezialisten«
vorwiegend im »linken Lager sammeln« und man im
rechten Lager dem »Verschmelzungswunsch« fröhnt, ist
umso erstaunlicher, weil sie von Lethens Kernstück
über Ernst Jünger und Carl Schmitt selbst widerlegt
wird.
(...).
Davon abgesehen, ist Lethens Streifzug durch die
»Maskeraden des virilen Narzißmus« (...)
ungewöhnlich originell und anregend."
(Ulrike Baureithel in der TAZ vom 23.11.1994)
"Benimmbücher haben Konjunktur. (...).
Im amerikanischen Eurokanal »Super Channel«
empfiehlt nunmehr die Dame des Managermagazins
Executive Lifestyles den "german friends" auf
die "kurzen weißen Socken" zu verzichten, Cora
Stephan liefert dazugehörige Zeitdiagnosen und
Helmut Lethen einen historischen Unterbau."
(Christoph Möllers in der TAZ vom
18.03.1997)
"Der deutsche Literaturwissenschaftler
Helmut Lethen hat die Versuche neuer Lebensformen
zwischen den beiden Weltkriegen folgerichtig als
»Verhaltenslehren der Kälte« bezeichnet. Seine
Analyse konzentrierte sich auf die Umbrüche, die das
prämoderne Deutschland schockhaft erreichten. Im
Mittelpunkt stehen die neusachlichen Intellektuellen
der Weimarer Republik. Lethen sieht in der sozialen
Desintegration die schlagartig zu Bewußtsein
gelangte Grundlage für einen distanzierten und
funktionalen Umgang der Menschen miteinander. In der
Literatur sieht er drei neue Kunstfiguren
auftauchen: die kalte Persona, den Radartyp und die
Kreatur."
(aus: Ulf Poschardt "Cool", 2000,
S.31f.)
"1994 erschien ein kleiner orangener
Suhrkamp-Band, der schnell als Geheimtipp kursierte.
Mit den »Verhaltenslehren der Kälte« revolutionierte
Helmut Lethen unser Bild von der Zwischenkriegszeit.
(...).
Heute lesen wir Lethens »Verhaltenslehren« auch als
das intellektuelle Dokument eines linken
Läuterungsprozesses - auch wenn Lethen selbst
Begriffe wie »Läuterung« oder gar »Aufarbeitung« als
viel zu protestantisch ablehnen würde."
(Stehpan Schlak in der
Süddeutschen Zeitung vom 11.11.2004)
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Rezensionen
- BAUREITHEL, Ulrike (1994):
Der Mann als Kälte-Maschine.
Streifzug durch den männlichen Narzißmus:
"Verhaltenslehren der Kälte", eine Studie des Germanisten
Helmut Lethen über die Lebensversuche in der
Zwischenkriegszeit,
in: TAZ v. 23.11.
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Klappentext
"Von
Anfang an wurde die Kunst der Neuen Sachlichkeit nicht nur
als exklusive Kunstströmung, sondern auch als Massenkultur
begriffen und mit der kapitalistischen »Kulturindustrie«
verknüpft. Siegfried Kracauer hatte in seinen Studien zur
Lage der Angestellten gerade die von der Proletarisierung
bedrohten Angestelltenmassen in den Großstädten als die
soziologischen Träger der Mode der Neuen Sachlichkeit
ermittelt. Die »Kritische Theorie« Horkheimers und Adornos
hat die Dokumente der Neuen Sachlichkeit als Belege für ihre
Erklärung der »Massenkultur« herangezogen. Ihre Theorie der
»Kulturindustrie« speist sich aus den Erfahrungen mit dem
Kulturbetrieb der 20er Jahre. Jedoch ist ihr
Erklärungsmodell für die Massenkultur von einer derart
mythischen Zeitlosigkeit, daß darin die spezielle Geschichte
untergeht. Lethen beschreibt deshalb einleitend in einer
noch geistesgeschichtlichen Exposition den Begriff der
»Sachlichkeit«, mit dem sich die Kunstströmung 1925 versah,
im geschichtlichen Wandel seines Gebrauchs."
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Der
Geschichtliche Wandel des Begriffs "Sachlichkeit"
Desillusion
I.
Amerikanismus. Genesis und Funktion einer intellektuellen
Mode
II. Technik. Neusachliche Bilder der Produktionssphäre
III. Selbstaufhebung des Liberalismus
Romane
der Weltwirtschaftskrise
I.
Kästners "Fabian" oder die Karikatur freischwebender
Intelligenz
II. Falladas "Kleiner Mann, was nun?" und die bürgerlichen
Mittelstandstheorien
III. Marieluise Fleissers "Mehlreisende Frieda Geyer".
Kritik der sozialistischen Rettungstheorien
IV. Die "Augenzeugen" der Weltwirtschaftskrise
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