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DAHLMEYER, André (2004): Für Sprache und Zweifel.
Immer das sein, was den Leuten nicht paßt: Zum 15. Todestag
von Jörg Fauser,
in: junge Welt v. 17.07.
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HARTMANN, Andreas (2004): Trivial ist besser.
Mitten im Leben eines Mannes: "Lese-Stoff", Jörg Fausers
versammelte Essays zur Literatur,
in: TAZ v. 10.01.
- WAIBEL, Ambros
(2004): Demokratischer Pop.
Zum 60. Geburtstag Jörg Fausers,
in: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, H.6, Juni
- Inhalt:
WAIBEL schreibt u.a. über die Kluft zur
Neuen Linke:
"Schon zu den Früh- und
Hochzeiten der APO hatte Fauser nicht recht Anschluss gefunden
an die Macher, Schnellen und Schönen rund um SDS, K1 und
Spontis, er blieb unter ihnen »die unterbelichtete triste
Vorstadtmoräne«. Zwar lebte er jeweils ein halbes Jahr in
Berliner Kommunen (1968/69) und in einem besetzten Haus im
Frankfurter Westend (1971/72), seine künstlerische
Persönlichkeit war da jedoch schon (...) geprägt. Die deutschen
Expressionisten, Gottfried Benn und dann vor allem Jack Kerouac
hatten dem frühreifen (...) Heranwachsenden schon Ende der
fünfziger Jahre das Lebensziel gewiesen".
WAIBEL sieht FAUSER
nicht als Vorläufer der Popliteraten:
"Fausers Verständnis von
populärer Kultur (lässt) sich nur bedingt als bahnbrechender
Vorläufer dessen rekrutieren, was heute unter dem Label
Pop-Literatur vermarktet wird. Seine Bücher sollten demokratisch
als Lebensmittel im Supermarkt neben der Fleischtheke stehen und
nicht als Accessoires der Abgrenzung im PRADA-Shop. »Wenn
Literatur nicht bei denen bleibt, die unten sind, kann sie
gleich als Party-Service anheuern« - an diesem wohl
meistzitierten Satz Fausers aus dem Fallada-Essay hat
jeder zu kauen, der in seine Nachfolge zu treten beansprucht."
- STUCKRAD-BARRE, Benjamin von
(2004): Durst war ja auch nur ein Synonym für Leben.
Er ist wieder da. "Rohstoff". Der Roman des Lebens war lange
Jahre vergriffen. Einer der besten deutschen Romane überhaupt.
Von Jörg Fauser vor zwanzig Jahren geschrieben. Dem Dichter der
Wirklichkeit. Des Drogenrauschs. Schreibrauschs. Lebensrauschs.
Der vor siebzehn Jahren auf die Autobahn lief und starb. Warum
gab es dieses Buch so lange nicht? Unfaßbar. Egal. Jetzt gibt es
"Rohstoff" wieder. Endlich,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 27.06.
- WEISSNER, Carl (2004): Clint Eastwood
ist Hamlet.
Erinnerungen an Jörg Fauser,
in: Rolling Stone, Juli
- Inhalt:
Carl WEISSNER porträtiert seinen Freund FAUSER
im Umfeld der 70er Jahre:
"Die braven Seelchen
ringsum machten auf »Neue Innerlichkeit«. Fauser war das
Kontrastprogramm. (...). Seine Sachen lagen genau auf der Linie von
Gottfried Benn und Rickie Lee Jones (wenn sie damals schon so alt
gewesen wären wie heute).
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WINKLER, Willi (2004): Busen, Bier und Pomes.
Der Schriftsteller Jörg Fauser wäre heute 60 Jahre alt und
vergessen - wenn er noch lebte. Stattdessen avanciert er nun zum
Helden des jungen Feuilletons,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.07.
- Kommentar:
Willi WINKLER klassifiziert
Jörg FAUSERs Schriften abwertend als Junggesellenliteratur:
"Männer ohne Frauen,
aber voll der Sehnsucht nach ihnen und dem, logisch, besseren
Leben." Jörg FAUSER wird als "männliche Christiane F."
charakterisiert. In diesem Zusammenhang darf natürlich ein
Seitenhieb auf Benjamin Stuckrad-Barre nicht fehlen.
Als bessere
Alternativen zu Jörg FAUSER preist WINKLER die
"Abschaffel"-Trilogie von
Wilhelm GENAZINO und
"Mars" von Fritz ZORN an.
Ersteren weil er seine "Abschaffel"-Episode
erfolgreich überlebte und letzteren, weil er dem Zorn adäquater
zum Ausdruck verhalf:
"Zorn ist keine
literarische Kategorie, aber manchmal unentbehrlich. Ein Zürcher
Lehrer gab sich sogar diesen Namen, »Fritz Zorn«, als er über
sein verpfuschtes Leben schrieb, das ihn von der Goldküste
direkt in den Krebstod führte, und es ist eins der wenigen
bleibenden deutschen Bücher."
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RÖSINGER, Christiane (2004): Coole Jungs.
Männer lieben Whisky, leichte
Mädchen und Faustkämpfe (wahlweise Großwildjagd). Warum lieben Männer
den Autor Jörg Fauser?
in: Tagesspiegel v. 11.07.
- Inhalt:
Christiane RÖSINGER beschreibt u.a. den
typischen Berliner Jörg-FAUSER-Leser
Mitte der 80er Jahre:
"Der
Anteil der Fauser lesenden Männer erreichte (...) um 1986 in Berlin
den Höhepunkt.
Der typische Fauser-Leser zu dieser Zeit war männlich, zwischen 25
und 35 Jahre alt und von düsterem, leicht verwahrlostem Äußeren. Er
war stets ernst, als müsse er ein dunkles Geheimnis bewahren,
zumindest aber eine zu behütete Kindheit, oder als müsse er einen
schlimmen Vater-Sohn-Konflikt bewältigen. In Fauser-Leserkreisen war
es nicht en vogue in Gesellschaft lustig, charmant oder gar höflich
und unterhaltsam zu sein. Fauser-Leser waren einsame Wölfe, die
gerne schweigend allein am Tresen vor einem Glas Whisky saßen."
RÖSINGER ordnet
FAUSER dem in der bürgerlichen Literaturtheorie noch nicht
angekommenen Genre des Männerromans bzw. des Rockromans zu:
"Jörg
Fauser bezog Stellung gegen »Wochenendbeilagen und Feuilletons
westdeutscher Blätter« mit ihrer »vom Feminismus und ähnlichen
Gesinnungsdiktaturen genormten Kultur, aus der längst alles getilgt
wurde, was Männern einmal Spaß gemacht hat«. Jörg Fauser wurde so
zum Kultautor der Männer, die Jörg Fauser lasen, weil er männliche
Instinkte pries, weil er seine Leser seine Bad-Boy-Radikalität
miterleben ließ, sie am Mut zum Risiko, den sie bei sich selbst
vermissten, teilhaben ließ. Jörg Fauser schrieb ganz einfach
Männerromane.
(...). Stilbildend für das Genre »Männerroman« könnte man die
Autoren der Beatgeneration, aber auch Hemingway nennen.
Nun ist die Gattung »Männerroman« in der Gattungstheorie noch nicht
recht angekommen, vereinzelt taucht der Begriff als Antwort auf den
»Frauenroman« auf. Man könnte aber behaupten, analog zum Frauenroman
behandelt der Männerroman Themen, die Männer gerne behandelt wissen.
Unverzichtbar für einen Männerroman sind: Der einsame, von der
bürgerlichen Umwelt als moralisch fragwürdig eingestufte Held,
chaotische Wohnungen, Whiskysorten, Drogen, leichte Mädchen,
Rotlichtmilieu, Faustkämpfe, wahlweise auch Großwildjagd, gewaltige
Naturerlebnisse, Schießereien. Der Männerroman nutzt gerne die
Struktur des Krimis oder der Detektiv- und Spionagegeschichte als
Konstruktionshilfe und bedient sich der bekannten Klischees. Dabei
handelt es sich aber um ein literarisch geniales Spiel mit dem
trivialem Genre: Letztendlich geht es dem Männerromanautor um nichts
weniger als um die Trennung von Unterhaltung und ernster Kunst.
Nun bleibt noch die Frage zu klären, ob der Fauser’sche Männerroman
ein Poproman oder eher dessen Vorläufer ist. Aber auch beim Poproman
ist der Gattungsbegriff noch ungeklärt! Nein, der Fauser’sche
Männerroman ist doch eher ein Rockroman."
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SCHÄFER, Frank (2004): Alles Rohstoff.
Ein vielseitiger
Stilist und Melancholiker, der keinen Unterschied zwischen dem
Schreiben und dem Leben kannte, weil "das Leben, sofern es
würdig ist, zum Schreiben führt, und das Schreiben, sofern es
wahrhaftig ist, zum Leben": Diese Woche wäre Jörg Fauser 60
Jahre alt geworden. Eine Würdigung,
in: TAZ v. 13.07.
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HENNING, Peter (2004): Der Zerrissene.
Am 16. Juli wäre der deutsche Rebell Jörg Fauser 60 Jahre alt
geworden. Eine Biografie sichtet Leben und Werk des
Frühverstorbenen,
in: Die ZEIT Nr.30 v. 15.07.
- SUNDERMEIER, Jörg (2004): Trotzki,
Goethe und das Glück.
Das waren die wilden 70er: Eine Erinnerung an Jörg Fauser, der
heute 60 Jahre alt geworden wäre,
in: Berliner Zeitung v. 16.07.
- Inhalt:
"»Allerdings
ist das Leben ein Dreck, aber es ist auch eine Lust, im trüben Bauch
der Stadt zu liegen und ihre Fäulnis zu kosten und ihren Eiter zu
saufen und ihr Fieber zu beschreiben und hinter ihren Mülltonnen zu
kauern vor Tagesanbruch und dann hinauszutreten auf den Platz und zu
sagen: Grüß Gott, war eure Verlorenheit auch so sanft wie meine?«
Was wie Asphaltliteratur klingt, ist eine. Doch Jörg Fauser, der
hier vom »Bauch der Stadt« schwärmt, war alles andere als ein vom
Expressionismus infizierter Spätpubertierender, der seinen
mangelnden Erfahrungshorizont durch sprachliche Eskapaden zu
kaschieren sucht",
wirft
Jörg SUNDERMEIER
ein und prangert die Vereinnahmung von Jörg FAUSER durch Popliteraten an:
"»Rohstoff«
ist soeben neu aufgelegt worden. Das Nachwort stammt von Benjamin
von Stuckrad-Barre, der sich mithilfe von Superlativen als
heißblütiger Fauser-Fan zu erkennen gibt.
»Wenn
Literatur nicht bei denen bleibt, die unten sind, kann sie gleich
als Partyservice anheuern«,
hatte Fauser geschrieben. Stuckrad-Barre ist keiner, der
»bei
denen bleibt, die unten sind«,
er ist vielmehr geradezu der Prototyp jenes billig-feinen Literaten,
gegen dessen Schreiben sich Fauser stets verwahrt hatte.
Fauser, der heute 60 Jahre alt geworden wäre, kann sich gegen solche
Freunde nicht mehr wehren. Seine Romane dagegen, die besseren unter
seinen Gedichten und die Aufsätze allemal - sie zeigen noch heute,
dass er solche Freunde nicht nötig hat."
- RÜDENAUER, Ulrich (2004): Von der
Nadel zur Feder.
Poet und Lumpensammler:
Der zornige Schriftsteller Jörg Fauser wäre heute 60 Jahre alt
geworden,
in: Tagesspiegel v. 16.07.
- Inhalt:
Im Gegensatz zu
SUNDERMEIER hat RÜDENAUER keine
Berührungsschwierigkeiten mit der Popliteratur und betrachtet
STUCKRAD-BARREs Epigonentum eher neugierig:
"Dass nun ein Kind der bunten
Medienwelt wie Benjamin von Stuckrad-Barre im Herbst mit den aus
der Hüfte geschossenen Texten Fausers auf Lesereise geht, hat
vermutlich mit einer
Sehnsucht nach Echtheit zu tun, die Fauser verkörperte. Ein
Update von »Rohstoff« für die Nullerjahre steht ja noch aus, und
StuckradBarre hat seinen Drogenausstiegsroman bereits
angekündigt. Man darf gespannt sein, ob sich da zwei
Schriftsteller, die beide auf je eigene Weise gegen »die Seiche
der Zeit« anschreiben, gefunden haben. Und Fauser vielleicht ein
kleines Revival erleben darf."
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WEISS, Rainer (2007): Auf den Schattenlinien.
Ein Aussenseiter des literaririschen Betriebs oder Das kurze Leben
des Schriftstellers,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 30.06.
- Anmerkungen:
Rainer WEISS erinnert an Jörg FAUSER, dessen 20.
Todestag bevorsteht. Der Alexander-Verlag gibt seit 2004 eine
FAUSER-Edition heraus, die im Herbst mit journalistischen Arbeiten
("Der Strand der Städte") und der Erstveröffentlichung des
Romanfragmentes ("Die Tournee") abgeschlossen wird. Zwischen 16. und
22. Juli erinnern 3 Veranstaltungen, u.a. mit
Ambros WAIBEL und
Klaus THEWELEIT, an den früh verstorbenen Schriftsteller (Näheres
dazu unter
www.joergfauser.de).
Vor kurzem schrieb ein Journalist
über den Gegensatz von investigativem Journalismus und Pop. Jörg
FAUSER zeigt, dass dieser Gegensatz keineswegs kennzeichnend für die
Popliteratur sein muss.
Mit seinem unterschätzten
Berlin-Roman
"Das Schlangenmaul"
hat FAUSER gezeigt, wie der engagierte deutsche Männerroman jenseits
von Frauenverstehern wie Frank GOOSEN ("Liegen
lernen") bzw. Daniel BIELENSTEIN ("Die
Frau fürs Leben") oder dem
pseudo-relevanten Realismus eines
Matthias POLITYCKI
("Herr der Hörner") aussehen könnte.
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WAIBEL, Ambros (2007): Exemplarisches Leben.
Zum 20. Todestag Jörg Fausers,
in: literaturkritik.de, Juli
- Inhalt:
Ambros WAIBEL porträtiert Jörg FAUSER als "Autor
zwischen Männersolidarität und Milieu, Stehausschank und
Bratkartoffelmief",
der zur Zeit eine Renaissance erlebt:
"Fauser
war offen für alle neuen literarischen Entwicklungen,
insbesondere die der überlegenen US-amerikanischen Kultur und
blieb dabei kindlich-stur der Poesie treu, »auf der Suche nach
der verborgenen Wahrheit.»
Und das ist
vielleicht (...) der schöne Grund, weswegen die Gemeinde
seiner Fans nachwächst, bis hin zu einem schon unheimlichen
Level: »Warum lieben eigentlich alle (völlig zurecht) Jörg
Fauser?«, fragte etwa »jetzt.de« im Juni diesen Jahres. Im
Juli 2004, anlässlich Fausers 60. Geburtstags, konnte Willi
Winkler noch auf den Erwachsenenseiten der SZ titeln: »Busen,
Bier und Pommes: Der Schriftsteller Jörg Fauser wäre heute
vergessen - wenn er noch lebte«. Dass Fauser einmal mehr Leser
finden würde als den »einen oder anderen hebephrenen
Jüngling«, hielt Winkler damals für ausgeschlossen; und obwohl
er sich ausgiebig bei der von
Matthias Penzel
und dem Rezensenten verfassten Biografie
bediente (selbstverständlich ohne sie zu erwähnen), gelang es
ihm zu schreiben, »komisch, es gibt keine Markenartikel, keine
Logos, keine Statussymbole in Fausers Texten«; dies, nachdem
sich die Rezensentin der »FAZ« 1981 die Mühe gemacht hatte,
aufzuzählen, wer im »Schneemann« HB, Lord Extra, Rothhändle
oder Reval raucht (wobei sie Rothman's King Size und Gauloises
wegließ) und rührend festhielt: »Viele Markennnamen sind mir
hier zum ersten Mal begegnet«. Winkler hatte sich bei seiner
lächerlichen Analyse offensichtlich auf
Moritz Baßlers
Untersuchung »Der deutsche Pop-Roman: Die neuen Archivisten«
verlassen, in der von einer »Stuckrad-Barre-Technik«
der
Beschreibung mittels Markennamen die Rede ist,
welche die deutsche Literatur vor 1990 nicht genutzt habe.
Fauser kommt in Baßlers Abhandlung nicht vor. Von Ausnahmen -
stellvertretend: Helmut Bednarczyk und Lutz Hagestedt -
abgesehen, sind die wichtigen Arbeiten zu Fauser vor 2004
allesamt im Ausland erschienen.
Dabei besteht heute,
da Jörg Fauser durch das Engagement einzelner in den Kanon der
deutschen Literatur Eingang gefunden hat, überhaupt erst die
Möglichkeit, seine Person und sein Werk kritisch zu
betrachten."
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GMÜNDER, Stefan (2007): "Einer der ganz Großen".
Alexander Wewerka gibt das Gesamtwerk Jörg Fausers neu
heraus. Der Berliner Verleger im STANDARD-Interviewer über
Fauser, dessen unbestechlichen Blick und angelsächsische
Qualität,
in: Der
Standard v. 07.07.
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SCHACHINGER, Christian (2007): Roher Stoff.
Am 17. Juli 1987 starb der Autor Jörg Fauser 43-jährig bei
einem Verkehrsunfall: Erinnerung an einen besessenen Chronisten
und Verdichter der deutschen Gegenwirklichkeit ,
in: Der
Standard v. 07.07.
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LAU, Johannes (2007): Vom Arsch der Welt.
Niemals verbiegen: Jörg Fauser war einer der eigenwilligsten
Journalisten der alten BRD,
in: Der
Standard v. 07.07.
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PENZEL, Matthias
(2007): Are there German writers whose work you think should be
better known in Germany?
20 Jahre tot: Jörg Fauser,
in: goon-magazine.de v. 14.07.
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KÖHLMEIER, Michael & Rainer WEISS (2007): Erinnerungen an Jörg
Fauser,
in: Frankfurter
Rundschau v. 16.07.
- Inhalt:
Der Schriftsteller KÖHLMEIER und der
Lektor WEISS über Jörg FAUSER und den Bachmann-Wettbewerb 1984
in Klagenfurt:
"Köhlmeier:
Er hat gelitten wie ein Hund, weil sein Text so zerfetzt
worden war. Die Jury hatte auf seinen Text mit einem Hass
reagiert, der beispiellos war. Das hatte nichts mehr mit
Literatur und der Kritik daran zu tun gehabt, das hat jeder im
Saal gemerkt, das war gegen die Person gerichtet.
Weiss: Man hat ihm ja auch übel genommen, dass er nicht in den
angesagten Literaturzeitschriften veröffentlicht hat, sondern
im Playboy oder in Lui, wo's gute Honorare gab.
Köhlmeier: Oder in englischen Anarchistengazetten."
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MATHES, Werner (2007): Dichter der Dämmerung.
Vor 20 Jahren starb der Schriftsteller Jörg Fauser. Nachts,
zu Fuß auf einer Autobahn. Er hatte gerade seinen 43. Geburtstag
begossen. stern-Reporter Werner Mathes erinnert an seinen
einstigen Kollegen und Trinkkumpanen,
in: stern.de v. 16.07.
- Inhalt:
MATHES, von 1977 - 1985 Redakteur des
Berliner Stadtmagazins tip, schildert u.a. seine erste
Begegnung mit FAUSER:
"1979 begegnete ich ihm zum ersten
Mal. Ich war damals 25 und Chefredakteur des Berliner
Stadtmagazins
»tip«, er gerade 35. Wir hatten ihm damals einen Flug von
München nach Berlin spendiert, weil wir seinen Roman »Der
Schneemann« vorab drucken wollten. Ich hatte fast alles von ihm
gelesen, was bis dato veröffentlicht war. Aus seinem Essay-Band
»Der
Strand der Städte« klebte damals ein Satz über meinem
Schreibtisch: »Leben ist nichts, wenn es nicht Rebellion ist.«
Jörg Fauser: Mitten aus dem Leben Aber am Flughafen Tegel kam
einer an, der nicht aussah wie ein Rebell. Fauser schwitzte, war
verlegen. Trug einen Anzug mit grauenhafter Strickkrawatte, und
überm Arm hing ein heller Trenchcoat. So hatte er es schon immer
gehalten: Mach nie das, was andere von dir erwarten."
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JETZT (2007): Er erfand das Genre Krimi neu.
Vor zwanzig Jahren starb Jörg Fauser,
in:
jetzt.sueddeutsche.de v. 16.07.
- Inhalt:
"»Der
Schneemann« (1981) (...) gilt inzwischen als Meilenstein in der
deutschsprachigen Kriminalliteratur. Fünf Jahre später - nach
dem autobiographischen Drogenroman
»Rohstoff« und dem
Vermissten-Thriller
»Das Schlangenmaul« - entstand Fausers letzter Krimi, den er
in altvorderlicher Manier publizierte: als sechsteiligen
Fortsetzungsroman in der Zeitschrift Wiener.
»Kant«: Ein
Hard-Boiled-Meisterwerk über die banale Verlogenheit der Welt
und die sagenhaften Selbstaustricksungsfähigkeiten des Menschen,
mit einem Fauserschen Helden im Strudel des Geschehens, der
seinen Bauchnabel längst der Nachwelt der Innenwelt der
Außenwelt der Innenwelt vermacht hat.
(...).
Fauser (taucht) seine
Figur in ein Schlamassel nach dem anderen, schickt Kant in die
ausgefranstesten Ecken Münchens, dorthin, wo die
Fremdenverkehrschefin nicht einmal mit Bodyguards und
Dobermännern gehen würde, und verschont ihn auch nicht mit den
Knallchargen des Zeitgeistes. Erschreckenderweise wirken diese
Szenen in Galerien und Vortragssälen derart heutig, als wären
keine zwanzig Jahre vergangen, sondern höchstens zwei. Das
Gleiche gilt für die ganze Erzählung, für Fausers Werk insgesamt",
meint jezt.de.
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HAIBACH, Philipp (2007): "Passte nicht zu der edlen Marke".
Vor 20 Jahren starb Jörg Fauser. Sein Freund Rainer Weiss
erinnert sich an den Frankfurter Ausnahmeschriftsteller,
in: Welt v. 17.07.
- Inhalt:
Rainer WEISS erläutert, warum Jörg
FAUSER zu seiner Zeit nicht zur Suhrkamp-Kultur passte:
"Welt: Sie waren damals bei Suhrkamp beschäftigt und
schreiben: »Die beiden Pole, Fauser und Suhrkamp, waren zu
weit voneinander entfernt.« Was stieß sie ab ?
Weiss: Fauser wurde damals ausschließlich als
Unterhaltungsautor verstanden, schlimmer noch: als
schreibender Journalist. Ein grässlicher Irrtum - aber damit
war eine »Marke« kreiert, die zu der edlen Marke Suhrkamp
nicht passte. Fauser selbst wusste das übrigens ganz genau."
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MERTENS, Moritz (2007): Ein Abgang mit Stil.
Vor zwanzig Jahren starb Jörg Fauser. Der Schriftsteller
wurde überfahren, als er auf der Autobahn nach Hause laufen
wollte. Ein Rückblick auf einen, der nie ankam,
in: zuender.zeit.de v. 17.07.
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Neu:
PENZEL, Matthias (2009): Eine Art Tourist im eigenen Leben.
Am heutigen 16. Juli wäre Jörg Fauser 65 Jahre alt geworden.
Der Dichter unter den Romanciers, der Schriftsteller unter den
Journalisten. Matthias Penzel über einen der wichtigsten
Nachkriegsautoren Deutschlands,
in: Titel-Magazin v. 16.07.
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