
Zitat:
Prognose für die Jahre
2000 & 2030: Bereits im Jahr 2000 ist mit einem
Bevölkerungsrückgang zu rechnen
"Fleißige Kommissionen auf
Landes-, Bundes- oder Parteienebene, die Szenarien über
die künftige Größe des deutschen Volkes entwickeln,
kommen allenthalben zu dem Schluß, daß der
Bundesrepublik bei »anhaltend niedrigem Geburtenniveau«
eine drastische »Verminderung der Einwohnerzahl« drohe -
so etwa die vom Bundeskabinett eingesetzte »Arbeitsgruppe
Bevölkerungsfragen«. Nach den Modellrechnungen dieser
Arbeitsgruppe werden im Bundesgebiet Anno 2030
bestenfalls nur noch gut 43 Millionen,
schlechtestenfalls gar lediglich 33,6 Millionen Deutsche
leben. Nach dieser düstersten Prognose wird die Zahl der
Deutschen in der Bundesrepublik bereits in 15 Jahren um
zwölf Prozent und damit von derzeit rund 57 Millionen
auf etwa 50 Millionen sinken.
(...).
Trotz der unterstellten Immigrationszunahme rechnen die
amtlichen Schätzer damit, daß sich schon für das Jahr
2000 nur noch eine »Gesamtbevölkerung in der
Bundesrepublik von rund 59,14 Millionen« ergebe, »die
bis zum Jahr 2030 auf rund 45,74 Millionen weiter
zurückgeht«.
(...).
Gegenüber dem derzeitigen Bevölkerungsstand von 61
Millionen aber wäre das ein Schwund von rund 25
Prozent."
(Spiegel Nr.52 v. 23.12.1985, S.69)
Kommentar: Die 1985 im Spiegel
veröffentlichten Zahlen im Zusammenhang mit der
Renten-/Babykrise liegen weit unter dem tatsächlichen
Bevölkerungsstand des Jahres 2000. Die Tabelle zeigt die
Zahlen im Überblick:
| |
Bevölkerungsstand (früheres Bundesgebiet) im Jahr 2000 |
Bevölkerungs-entwicklung |
|
Prognose |
59,14
Millionen |
Rückgang um 1,86 Millionen Einwohner (erwähnte
Basiszahl: 61 Millionen) |
|
tatsächlicher Bevölkerungsstand (31.12.2000) |
67,14
Millionen |
Zunahme um 6,14 Millionen Einwohner |
|
Prognosefehler |
8
Millionen (12 %) |
8
Millionen (12 %) |
Zitate:
Bundeskanzler Konrad
Adenauer beklagt Geburtenrückgang
"Auch unbestritten demokratische
Politiker der zweiten deutschen Republik fanden die zu
ihrer Zeit beobachtete Fruchtbarkeit des Volkes zu
klein. so klagte Konrad Adenauer (...) in seiner
Regierungserklärung anläßlich seiner Wiederwahl 1953
darüber, daß die »Zusammensetzung der Bevölkerung ...
sich stetig zuungunsten des Prozentsatzes der im
produktiven Alter stehenden« verändere, »weil die
Langlebigkeit wächst und die Geburtenzahl abnimmt«.
Zugleich warnte er vor diesem »für unser ganzes Volk im
Verlauf einiger Generationen vernichtenden Prozeß«".
(Spiegel Nr.52 v. 23.12.1985, S.71)
Aussagen über
bevorstehende Niedergänge waren bisher immer falsch,
aber jetzt gibt es keine Faktoren mehr, die den
Niedergang aufhalten könnten.
"Die Aussagen über
einen bevorstehenden Niedergang der deutschen Nation aus
der Wilhelminischen, der Weimarer wie der Adenauer-Zeit
stützten sich samt und sonders auf solide Statistiken
und seriöse Vorausberechnungsmethoden - genauso wie die
heutigen wieder einmal auf Rückgang programmierten
Bevölkerungsprognosen.
(...).
Denn was die früherer vorausgeschätzten Einbrüche dann
doch noch abgewendet hat, steht nun wohl nicht mehr zu
Gebote."
(Spiegel Nr.52 v. 23.12.1985, S.71)
"Auch was in der
Adenauer-Zeit die Zahl der Bundesdeutschen, spezielle
der jungen Bürger, unvermutet steigen ließ, ist nun wohl
nicht mehr leicht zu wiederholen.
(...). Der größte Teil davon ging auf das Konto jenes
Postens, der bei den Volkszählern als »Wanderungsgewinn«
firmiert - obwohl die Bürger, die da kamen, eher
geflohen denn gewandert waren: im wesentlichen aus der
DDR (...).
(...).
Heute läßt die DDR meist nur noch Rentner über ihre
(...) Grenzen gen Westen ziehen (...). Gewinn an jungem
Volk, dazu auch noch an deutschem, durch Wanderung von
Ost nach West, ist daher auch in Zukunft wohl kaum
möglich."
(Spiegel Nr.52 v. 23.12.1985, S.71f.)