"Ein Gespenst geht um in der deutschen
Öffentlichkeit: die 68er Generation. Ihr werden die
abenteuerlichsten Dinge zugeschrieben. Gewalt gegen
Sachen und Personen, ja teilweise sogar der
Terrorismus der RAF.
Im Jahre 1968 sprachen die Aktivisten von sich nicht
als 68er, sondern als APO, also als
außerparlamentarischer Opposition. Um die politische
Einstellung der APO und ihrer Aktivisten authentisch
vor Augen zu stellen, versammelt Rudolf Sievers jene
Texte, die die Aktionen der APO beeinflußten. Hier
ist also zu erfahren, was die außerparlamentarische
Opposition 1968 und davor las. Hier ist zu erfahren,
wie die Situationisten Politik machen wollten. Hier
ist zu erfahren, welche Änderungen die Hochschulen
erfahren sollten. Was hatte es mit dem »Tod der
Literatur« auf sich? Warum die
Anti-Springer-Demonstrationen, auf denen
Vietcong-Fahnen geschwenkt wurden und an deren
vorderster Front Peter Weiss und Gaston Salvatore
neben Rudi Dutschke marschierten? Was hätte es
bedeutet, wenn wie in Paris im Mai 1968 die
Phantasie die Macht errungen hätte, und was hätte es
bedeutet, wenn die politische Führung der ČSSR
entsprechend dem Manifest der 2000 Worte
gehandelt hätte? Warum wandte man sich gegen
repressive Toleranz?
Rudolf Sievers hat mit diesem Band also ganz
unbescheiden eine Enzyklopädie des Denkens der
außerparlamentarischen Opposition versammelt."