Inhaltsverzeichnis
1. Warum dieses Buch?
2. Gespräche über Kinderlosigkeit
3. Angst vor der Zukunft
4. Kinder - mißbraucht als physischer Besitz
5. Kinder - und was dann?
6. Wie stellen sich Jugendliche ihr späteres Leben
vor?
7. Das alltägliche Elend der Hausfrau
8. Mütter ohne Ehemänner
9. Die verlassenen Väter
10. Man trägt wieder Bauch
11. Frauen: die industrielle Reservearmee
12. Epilog und offene Fragen
Zitat:
Steuernachlässe
für Kinderlose?
"Die Bevölkerungssituation und die ungewisse
wirtschaftliche Zukunft der westlichen
Industrienationen brachten das Ehepaar Ehrlich dazu,
einen unkonventionellen Vorschlag zu machen.
Steuergesetze sollten heute alleinstehende Menschen,
berufstätige Frauen und kleine Familien begünstigen.
Nur für die ersten zwei Kinder könnten allenfalls
noch Steuernachlässe gegeben werden, aber nicht mehr
für weitere Kinder. Denn viele Kinder würden gerade
von den wohlhabenden Familien gewünscht. Sie sollten
eher belastet als gefördert werden. Ein Minimum an
Unterstützung müßte aber für minderbemittelte
Familien, unabhängig von der Kinderzahl, bleiben.
Diese Pläne lassen sich im Moment kaum
verwirklichen, denn die Öffentlichkeit empfindet den
Geburtenrückgang als Bedrohung und nicht als
Notwendigkeit. Anreize zur Spätehe und
Kinderlosigkeit, etwa durch Prämienzahlungen an
Frauen, die sich nicht vor dem fünfundzwanzigsten
Lebensjahr verheiraten, das alles sind spekulative
Ideen des Forscherehepaars Ehrlich: »Prämien könnten
auch Paaren ausgezahlt werden, die während der
ersten fünf Ehejahre kinderlos geblieben sind, oder
Männern, die sich zur Vasektomie bereit finden,
nachdem ihre Frauen eine bestimmte Zahl Kinder
geboren haben. Lotterien sind ebenfalls
vorgeschlagen worden.« Gedankenspiele, sicherlich,
Überlegungen nur für eine Gesellschaft, die von der
Notwendigkeit niedriger Geburtenraten überzeugt ist,
eine Gesellschaft, in der kinderlose Ehepaare,
Junggesellen, unverheiratete berufstätige Frauen
ohne Kinder den Lebensstil bestimmen. Die Tatsache
allerdings, daß in den westlichen Industrienationen
auch ohne Prämien, ohne Lotteriespiele und ohne
gesetzliche Maßnahmen Tendenzen in diese Richtung
weisen, zeigt, daß Paare mit Kindern nicht noch
zusätzlich 'bestraft' werden müssen." (S.67f.)