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Tilman Spengler: Die große Entsolidarisierung

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1947 in Oberhausen geboren
    • 1991 Buch "Lenins Hirn"
    • 2001 Buch "Meine Gesellschaft"
    • 2003 Buch "Mallorca"
    • 2004 Mitherausgeber des Kursbuch 157 "Die große Entsolidarisierung"
 
       
     
       
   

Tilman Spengler in seiner eigenen Schreibe

 
   
  • fehlt noch
 
       
   

Tilman Spengler im Gespräch

 
   
  • MANGOLD, Ijoma (2004): Die Entwicklungsabteilung.
    Der Rowohlt Verlag gibt das "Kursbuch" auf,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 02.08.
 
       
   

Die große Entsolidarisierung (2004)
Kursbuch 157, September
Berlin: Rowohlt Verlag

 
   
 
 

Klappentext

"Also nehmen wir jetzt alles selbst in die Hand: die Rente und die Pflege, den Arbeitslohn und die Sorge um die Kleinen, die Kur sowieso, die Streitkräfte und den Betrieb des Rummelplatzes erst Recht. Wer weiß, vielleicht auch bald die Autobahnen. Mit lockerem Tritt Marsch bewegen wir uns aus der Gesellschaft in die Ich-AG, ins Reich der Selbstbestimmung. Die Globalisierung der Wirtschaft zeigt den Weg. Es wird endlich klare Sieger geben, naturgemäß auch Besiegte, aber niemand kann sich dann mehr verstecken. Es wird neue Eliten geben und neue Identitäten. Das werden manche als die Befreiung unserer Bürger aus staatlich auferlegter Unmündigkeit feiern. Andere fürchten das Ende von Gemeinschaft und Gesellschaft. Kursbuch 157 greift in die Debatte ein"

 
 
 
       
   
  • Beiträge des Sammelbands

  • HAHN, Anna Katharina - Ich, z.B.. Aufzeichnungen einer Entsolidarisierten
  • UNGUT, Peter - Die Agonie des Sozialen
  • Inhalt:
    Peter UNGUT beklagt den gegenwärtigen Wertewandel als Niedergang der Nächstenliebe in Zeiten des Familialismus:

          
      "»Um die Erfinder neuer Werte dreht sich die Welt« - so kündet Friedrich Nietzsche ostinat im Zarathustra. Jesus hat die soziale Innovation der Nächstenliebe in die Welt gebracht. Die Hingabe für Clan, Volk, Reich und Führer, die gab es lange schon. Doch Mitgefühl und Fürsorge für den Nächsten, Blutsunverwandten - das war neu. Die Provokation, alle Menschen seien vor Gott gleich, bezog sich keineswegs auf das Jenseits. (...).
    Doch das Gebot der Nächstenliebe gerät in Konflikt mit dem Darwinismus des Marktes. (...). Nicht Mitleid, sondern Verachtung für die Schwachen und Armen, die Verlierer und Ausgesonderten der Märkte, greift um sich. (...). Reichtum ist Synonym für Leistung und Verdienst. Das muß nicht mehr im Einzelfall nachgewiesen werden, sondern wird unterstellt.
    (...).
    Streichung und Kürzungen von Sozialleistungen firmieren als »Anreize zur Stärkung der Eigenverantwortung«. Die Kürzung von Arbeitgeberbeiträgen zur Rentenversicherung wird verkauft als »Beitrag zur Generationengerechtigkeit«. Die Freistellung der Arbeitgeber vom hälftigen Anteil an wesentlichen Krankenversicherungsleistungen (...) wird als Reform zur Beitragssenkung vermarktet. (...).
    Schon finden sich Forscher, die das Mitgefühl mit jemandem, der nicht zum Clan gehört, als genetische Störung erkannt haben wollen."
  • NOLTE, Paul - Die große Sprachlosigkeit der Reformen. Mit Glossar: Kleines Wörterbuch der Reform-Sprachstörungen
  • MÖNCH, Regina - Die Wahrnehmungsfalle. Warum der Osten sich selbst blockiert
  • EHRENBERG, Alain - Das erschöpfte Selbst
  • HEITZMANN, Barbara - Die neue Eigenverantwortung. Jüngste Tendenzen in Managementkonzepten, Sozial- und Rechtspolitik
  • HENNINGSEN, Bernd - Tango des Nordens. Transformation, Konsens und Solidarität im nördlichen Europa
  • SCHEER, Hermann - "Die Magier kamen, doch keiner verstand zu deuten die Flammenschrift an der Wand." Warum auch die Internationale Konferenz über Erneuerbare Energien am entscheidenden Momentum versagte
  • BETANCUR, Karin Ceballos - Der Tag, an dem wir baden gingen
  • MÜNKLER, Herfried - Nach der Wehrpflicht. Militär und Zivilgesellschaft
  • SCHMÖLDERS, Claudia - Einer redet, viele hören zu. Das Märchen vom Kanon
  • BÜRSCH, Michael - Für mich, für uns, für alle. Die Wiederentdeckung der Solidarität als Bürgergesellschaft
  • THORBRIETZ, Petra - "Und unseren, gut, nennen wir ihn Nachbarn auch". Kein Gewohnheitsrecht mehr auf Krankheit
  • GEULEN, Christian - Rekonstruktive Einfühlung. Lebensläufe der NS-Zeit und die Einübung in postnationaler Solidarität
 
   
  • Rezensionen

  • Neu:
    RÜHLE, Alex (2004): Sei Du selbst, dann wirst du krank.
    "Die große Entsolidarisierung" - ein Kursbuch zur Krise,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 07.10.
    • Inhalt:
      RÜHLE, der mit Max FRISCH der Produktivität der Krise huldigt, lobt die Kursbuchbeiträge,

            
        weil "in den meisten der dort versammelten Texte auf allen endzeitlichen Diskurs zugunsten kühler Beschreibung verzichtet wird."
            
        Erwähnt werden die Texte von Petra THORBRIETZ, Barbara HEITZMAN und Paul NOLTE.
            
        In den Mittelpunkt stellt RÜHLE jedoch einen Vorabdruck aus Alain EHRENBERGs Buch "Das erschöpfte Selbst", das ihm einen Seitenhieb auf den Katastrophendiskurs in Talkshows ermöglicht:
            
        "Nach dem Lesen dieses Essays bekommt man plötzlich Mitleid mit all den bleichen Krisentheoretikern bei Christiansen, meint man doch, hinter dem katastrophischen Gemurmel nur die Totalerschöpfung all dieser an authentischer Selbstüberforderung erkrankten Menschen herauszuhören."
 
   

Weiterführende Links

 
     
   
 
     
   
 
   
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Update: 23. Oktober 2004
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