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Ulrich Greiner: Wir 68er gegen Euch 89er!

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1945 in Offenbach geboren
    • Studium der Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaften
    • 1993 Herausgeber von "Revision"
 
       
     
       
   

Ulrich Greiner in seiner eigenen Schreibe

 
   
  • GREINER, Ulrich (1973): Von einem, der auf den Füßen zu gehen lernt,
    in:
    Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.12.
    • Inhalt:
      Rezension der Erzählung "Lenz" von Peter SCHNEIDER.
  • GREINER, Ulrich (1994): Die Neunundachtziger.
    Der Streit über Botho Strauß und die Verrisse seines jüngsten Buches sind Ausdruck eines Machtkampfs. Eine neue Generation tritt gegen die Achtundsechziger an,
    in: Die ZEIT Nr.38 v. 16.09.
    • Inhalt:
      Ulrich GREINER verteidigt Botho STRAUß' Buch "Dämmern Wohnen Lügen" gegen die 89er:

                
      "Der neue Prosa-Band von Botho Strauß ist in der ZEIT (von Iris Radisch am 12.8.) in der FAZ (von Gustav Seibt am 20.8. ) und in der Frankfurter Rundschau (von Thomas Assheuer am 27.8.) kalt und naserümpfend abserviert worden wie ein ranziges Stück Käse.
                
      (...).
      Man kann das neue Buch von Botho Strauß gut finden oder weniger gut. Aber der Furor der Kritiker (...) übersteigt den literarischen Anlaß. Weshalb also erregt Botho Strauß solchen Zorn? Nicht nur er. Weshalb erfahren Autoren wie Enzensberger, Walser, Schneider, Biermann »Bezichtigungen und Verleumdungen statt Polemik und Auseinandersetzung«, woher kommt die »aggressive Ignoranz« (Peter Schneider im Spiegel)?
      Sie kommt nicht aus dem Streit zwischen »links« und »rechts«. Die ideologische Etikettierung verbirgt den wahren Konflikt: den Konflikt zwischen den Generationen von Autoren und Kritikern, die jetzt etwa in dem Alter sind, in dem die Achtundsechziger damals waren.

                
      (...).
      Die Dreißigjährigen machen sich mausig, und wir, die Achtundsechziger, obgleich noch rüstig, werden aufs Altenteil geschickt. Die neue Generation, die sich da mählich formiert, braucht natürlich einen Namen. Nennen wir sie der Kürze halber die Neunundachtziger. Es war ja zu erwarten, daß die epochale Wende von 1989, das Ende der alten Bundesrepublik und der Zusammenbruch des Sozialismus auch einen Generationenbruch verursachen würde.

                
      (...).
      Der Angriff der neuen Generation richtet sich naturgemäß gegen die Symbolfiguren (...). Im Mittelpunkt der Attacken stehen (...) diejenigen Achtundsechziger, die, wie es etwa die Zeitschrift Kursbuch demonstriert, im Begreifen der epochalen Wende ihre Positionen revidieren und damit ihre Deutungsvorherrschaft behaupten.

                
      (...).
      Der historische Treppenwitz des Vorwurfs besteht darin, daß die Neunundachtziger-Generation die Instrumente der alten Ideologiekritik gegen ihre ehemaligen Anwender richtet. Jetzt geraten diejenigen in den Mechanismus des Verdachts, die ihn einst bedienten. Die nunmehr größten Kritiker der Elche haben es von den Elchen gelernt. Darin kann man einen ausgleichenden Akt der Gerechtigkeit erblicken.

                
      (...).
      Das ist schon etwas, aber es langt nicht. (...). Die Achtundsechziger hatten immerhin einen Begriff von der Sache, auch wenn sich der Begriff als unvollständig erwiesen hat. Sie hatten immerhin eine Theorie, auch wenn sie falsifiziert wurde. Was haben die Neunundachtziger? Heraus damit, laßt sehen."
  • GREINER, Ulrich (2001): Der Wiedergänger.
    Uwe Timm erzählt in seinem Roman "Rot" von der Liebe, vom Älterwerden und vom Sterben und erinnert an die Geschichte der verlorenen Utopien,
    in: Die ZEIT Nr.41 v. 04.10.
    • Inhalt:
      Rezension des Romans "Rot" von Uwe TIMM.
  • GREINER, Ulrich (2001): Warum wollen wir Kinder?
    In den alten Zeiten kamen sie von selber, heute können wir darüber bestimmen. Das ist für manche ein Segen, für andere ein Fluch. Für die Zukunft unserer Gesellschaft ist die Antwort von entscheidender Bedeutung
    in: Die ZEIT Nr.47 v. 15.11.
  • GREINER, Ulrich (2006): Abglanz des Gelebten.
    Volker Weidermann betreibt Biografismus als Literaturgeschichte,
    in: Die ZEIT Nr.14 v. 30.03.
  • Kommentar:
    Ulrich GREINER, von WINKELS als Gnostiker bezeichnet, wird ganz Empathiker, wenn er WEIDERMANNs Buch "Lichtjahre" als "anregend - und ausgesprochen ärgerlich" bezeichnet.
  • Neu:
    GREINER, Ulrich (2009): Die Würde der Armut.
    Der neue Klassenkampf bricht los: Warum wir nicht länger von Gleichheit reden sollten,
    in: Die ZEIT Nr.47 v. 12.11.
    • Inhalt:
      "
      Der Konsens bröckelt. Wir befinden uns in einem Prozess der Desolidarisierung und der Repolitisierung. Wenn der Schriftsteller Richard David Precht im Spiegel behauptet, der Konflikt zwischen Rechts und Links, zwischen Freiheit und Gleichheit sei ein alter Hut, den im Ernst keiner mehr trage, so ist das Gegenteil wahr: Der alte Streit entzweit uns von Neuem", meint Ulrich GREINER.
 
       
   

Revision (1993).
Denker des 20. Jahrhunderts auf dem Prüfstand. Eine ZEIT-Serie,
Hildesheim
: Claassen Verlag (vergriffen)

 
   
 
 

Klappentext

"»Man kann auch ein Erdbeben verpassen«, schrieb der Schriftsteller Peter Schneider im April 1990, und er meinte damit die Unfähigkeit vieler deutscher Intellektueller, nicht nur den Zusammenbruch der sozialistischen Staaten, sondern auch das historische Scheitern einer Gesellschaftstheorie in seiner gesamten Tragweite zu begreifen und produktiv damit umzugehen.
Seit 1989 stimmen die vertrauten Muster nicht mehr. Was vorher klar schien, ist nun diffus; was geordnet wirkte, erscheint chaotisch. Aber es bietet sich die Chance, die scheinbar bekannten Theorien und Denkansätze noch einmal zu lesen und neu zu bewerten. Wichtige Denker unseres Jahrhunderts werden in der ZEIT-Serie REVISION einer Überprüfung unterzogen."

 
 
 
       
   
  • Die Beiträge des Sammelbandes

  • GREINER, Ulrich - Der Verrat der Intellektuellen. Über Julien Benda
  • FUCHS, Jürgen - Die Ablehnung der Mutlosigkeit. Über Manès Sperber
  • RADDATZ, Fritz J. - Der Lederstrumpf der Utopie. Über Ernst Bloch
  • SMOLTCZYK, Alexander - Von der Sinnlichkeit der Welt. Die Geschichtsschreibung des Fernand Braudel
  • KUHLMANN, Andreas - Deutscher Geist und liberales Ethos. Die frühe Sozialphilosophie Helmuth Plessners
  • FRITZ-VANNAHME, Joachim - Des Aristoteles verzweifelte Tochter. Über Hannah Arendt
  • KRZEMINSKI, Adam - Die Verführung de Denkens hört nicht auf. Über Czeslaw Milosz
  • SCHERRER, Jutta - Der Sozialismus als Civitas Dei. Über Nikolaj Berdjajew
  • ENGLER, Wolfgang - Wächter in finsterer Nacht. Über Karl Mannheim
  • STOESSEL, Marleen - Aura und Menschenwelt. Über Walter Benjamin
  • ZIMMER, Dieter E. - Die sexuelle Revolution. Über Wilhelm Reich
  • SEILER, Manfred - Das Elend des Historizismus. Über Karl Raimund Popper
  • NORDHOFEN, Eckhard - Das Prinzip der Gleichgültigkeit. Über Ernst. H. Gombrich
  • BAIER, Lothar - Die Bedingungen der Hellsicht. Über Albert Camus und sein Buch "Der Mensch in der Revolte"
  • LÜTKEHAUS, Ludger - Die Epoche, in Explosionsform gedacht. Über Günther Anders
  • BUCH, Hans Christoph - Wer betrügt, betrügt sich selbst. Über André Gide und seine Reise in die Sowjetunion (1936)
  • KUNERT, Günter - Im Eismeer der Geschichte.
    Theodor Lessing und die "Geschichte als Sinngebung des Sinnlosen"
  • TÜRCKE, Christoph - Wie der Imperialismus verschwand. Über Wladimir Iljitsch Lenin und seine Kapitalismuskritik
  • SAHL, Hans - Alles kam anders. Über Ignazio Silone
  • HINDERER, Walter - Auf die Spitze getrieben. Die politischen Schriften von Karl Jaspers
  • LEHMANN, Joachim - Stürmer, Dränger, Don Quichotte. Bernward Verspers Romanessay "Die Reise"
  • OPITZ, Peter J. - Die Offenheit der Seele. Über Eric Voegelin und "Die neue Wissenschaft der Politik"
  • GLOTZ, Peter - Auf dem nationalistischen Blocksberg ist heute Walpurgisnacht. Die erneuerte Aktualität des radikalen Internationalismus der Rosa Luxemburg
  • LEONHARDT, Rudolf Walter - Die Sehnsucht nach Liebe. Bertrand Russell: Zwischen Mathematik und dem Atomtod
  • GRUNENBERG, Antonia - Die Macht des Ganzen über das Individuum. Über Herbert Marcuse
  • BUSCHE, Jürgen - Die Wissenschaft denkt nicht. Über Martin Heidegger
  • GÜNTNER, Joachim - Zurück zur Kultur. Über Arnold Gehlen
  • KILB, Andreas - Anschwellende Geistesfinsternis. Über Oswald Spengler und Botho Strauß  
 
   

Weiterführende Links

 
     
   
 
     
   
 
   
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Update: 18. November 2009
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