| |
|
-
-
MOHR, Reinhard (2006): Mutteralarm in Deutschland.
Eine Hölle namens Familie,
in: Spiegel Online v. 28.04.
- Inhalt:
"Es
gibt kein Zurück in eine vermeintlich heile Welt, sondern
nur die Suche nach neuen Formen und Kombinationen.
Phantasie ist gefragt statt simpler Nostalgie, Kreativität
statt reaktionärem Kitsch",
meint
Reinhard MOHR.
-
SCHMITT, Cosima (2006): Vom Glück des Stillens.
Im "Cicero"
beschwört Eva Herman ihre Geschlechtsgenossinnen, die
Emanzipation links liegen zu lassen und sich wieder auf das
Glück zu besinnen, das aus ihrem gebärfreudigen Becken kommt,
in: TAZ v. 28.04.
-
ZUCKER, Renée (2006): Da staunt die Feministin!
Ist Eva Hermans "Cicero"-Artikel
ein Coup des Patriarchats? Haben die Neocons sie
losgeschickt, den Feminismus zu schleifen?
SPIEGEL-ONLINE-Autorin und Mutter Renée Zucker ahnt Böses.
Und weiß: Frauen gehören an den Unruhe-Herd,
in: Spiegel Online v. 28.04.
- Inhalt:
"Nun
ist sie nicht die Erste, die sich diese Frage stellt, ihre
Gedanken sind weder originell noch anregend.
Sie
sind vielmehr ein
Aufguss der Ideen Philip Longmans, jenes Fellows des
Neocon-Think-Tanks »New America Foundation«, der seinem
Buch über den Bevölkerungsrückgang in westlichen
Gesellschaften
»The Empty
Cradle« einen auch hierzulande in einschlägigen
Kreisen andächtig zitierten Aufsatz folgen ließ, in dem er
die Rückkehr des Patriarchats voraussagte",
meint Renée ZUCKER.
-
FRANCK, Julia (2006): Lust am Leben.
Die Demokratie
fördert den Anspruch, alles zur selben Zeit haben zu wollen,
in: Kölner Stadt-Anzeiger v. 29.04.
- Inhalt:
Die Schriftstellerin
Julia
FRANCK verteidigt den Feminismus gegen seine
Verächter:
"Die
Werte, die Demokratie und Emanzipation geschaffen haben,
sind für mich zweifellos große, ohne sie hätte ich
keinerlei Bildung erfahren und könnte mir wohl kaum
aussuchen, mit welchem Mann oder welcher Frau ich heute
mein Bett und meine Gedanken teile.
(...).
Mit meinem Beruf ernähre ich meine Kinder. Würde ich es
nicht tun, könnte es kein Vater, sondern läge ich dem
Staat auf der Tasche.
(...).
Selbst
Tochter einer ehemals berufstätigen, alleinstehenden
Mutter und schließlich über Jahrzehnte von der Sozialhilfe
lebenden Frau, möchte ich darauf hinweisen, dass ich die
Zeit, in der meine Mutter gearbeitet hat als eine weit
fröhlichere und stärkere in Erinnerung habe, als die Zeit
danach. Um die Wahrheit zu sagen, ich empfand es als
Zumutung eines Tages von früh bis spät einer Mutter
ausgesetzt zu sein, deren beruflicher Weg abgebrochen war,
die mir unglücklich erschien und die mir keine neuen
Schuhe und auch keine Schulbücher kaufen konnte."
- KRAMM, Jutta (2006): Der
Mutter-Mythos.
Deutschlands
Patriarchen kämpfen ihre letzte Schlacht. Sie wollen, dass
die Frauen das Land retten - und mit den Kindern zu Hause
bleiben,
in: Berliner Zeitung v. 29.04.
-
KULLMANN, Katja (2006): Rodeo der Rollenbilder.
Der Angriff auf die
Emanzipation als Teil einer reaktionären Bewegung,
in: Kölner Stadt-Anzeiger v. 29.04.
- Kommentar:
Wer sich wie
Katja KULLMANN über die immer lauter werdenden
Rufe, dass Frauen gefälligst wieder an den Herd zurück
sollen, aufregt, dann aber die nationalkonservativen
Dramatisierungen des
Geburtenrückgangs übernimmt, der muss sich
vorhalten lassen, dass er längst Teil der reaktionären
Bewegung geworden ist.
KULLMANN schreibt:
"Die
Geburtenrate in Deutschland sinkt seit zwei Jahrzehnten,
auf statistisch nunmehr 1,35 Kinder je Frau. Mindestens
2,2 Kinder müssten es sein, um die Sozialsysteme zu
erhalten. Väter beteiligen sich nur zu 1,8 Prozent an der
Elternzeit. Deutschland hinkt im europaweiten Vergleich
beschämend hinterher, was die staatliche
Kleinkinderbetreuung angeht.
40 Prozent der Akademikerinnen entscheiden sich auch
aus diesem Grund von vorneherein gegen Kinder."
Weder
sinkt die Geburtenrate seit zwei Jahrzehnten, noch bleiben
40 % der Akademikerinnen kinderlos. Und der Erhalt der
Sozialsysteme hängt in erster Linie nicht von der
Geburtenrate ab, sondern vom Verhältnis der Beitragszahler
zu den Rentenbeziehern. Dieses Verhältnis ist durch hohe
Arbeitslosigkeit und rasante Zunahme
sozialversicherungsfreier Jobs wesentlich stärker
gefährdet als durch den demografischen Wandel.
Aber
im Grunde interessiert das Katja KULLMANN eigentlich alles
gar nicht, denn seit
Emanzipation zur Klassenfrage
geworden ist, kämpfen besser verdienende Mütter und
kinderlose Karrierefrauen
Seite an Seite mit den
Mittelschichtmännern gemeinsam gegen die
Unterschicht:
"Mauschelt
und munkelt es nicht schon längst, in den Talk-Runden und
an den Supermarktkassen, dass die »falschen« Frauen die
»falschen« Kinder kriegen? Dass der Unterbau der
Gesellschaft sich zwar vermehrt, die Elite aber
degeneriert? Ist das nicht der eigentliche Schmerz, der
unsere »Schöpfungs«-Gemeinschaft dieser Tage erschüttert,
der uns den »Seelenfrieden« raubt?"
Die
entscheidende Frage der Zukunft lautet: auf welcher Seite
sucht der Feminismus sein Heil?
Die
FAZ hat im Jahr 2005 einen
Artikel von Stanley KURTZ veröffentlicht, in dem die
Koalitionsmöglichkeiten der Feministinnen ( = kinderlose
Karrierefrauen) in Zeiten des Bevölkerungsrückgangs
analysiert werden. KURTZ - und mit ihm die Verfechter des
neuen
Patriarchats - geht davon aus, dass der Feminismus
beseitigt werden muss.
Was
passiert also, wenn der Feminismus ums Überleben kämpfen
muss? KURTZ geht davon aus, dass der Feminismus zur
reaktionären Bewegung verkümmern wird.
Das
Beispiel Katja KULLMANN lässt befürchten, dass KURTZ Recht
behält. Irgendwann zwischen
"Generation Ally"
und "Fortschreitende
Herzschmerzen" hat die
Geschichte der kinderlosen Karrierefrau eine ungute
Wendung genommen...
- SIMON, Ulrike (2006): Was für
eine Frau.
Die „Tagesschau“-Sprecherin
Eva Herman sagt, was sie über berufstätige Frauen denkt –
nichts Gutes,
in: Tagesspiegel v. 29.04.
- Inhalt:
"Als
von der Emanzipation der Frau noch niemand sprach, hatten
Frauen übrigens – außer im Haushalt – nichts zu sagen.
Schon gar nicht hätte man sie Beiträge zu
gesellschaftspolitischen Fragen schreiben lassen, ob sie
nun klug sind oder nicht. Auch das ist eine Errungenschaft
der Gleichberechtigung",
meint SIMON.
-
SCHMERGAL, Cornelia (2006): Mann gegen Frau, Frau gegen Mann
- und jeder gegen jeden.
Die Debatten um den
Kindermangel, die Familienpolitik und das Elterngeld haben
längst vergangene Kämpfe neu belebt. Müssen Männer an den
Wickeltisch? Dürfen Frauen weg vom Herd? Ein
Erklärungsversuch,
in: Welt am Sonntag v. 30.04.
-
PETERS, Freia (2006): Gibt es einen neuen Geschlechterkampf?
Das sagen Frauen, die Karriere gemacht haben,
in: Welt am Sonntag v. 30.04.
-
TOMASEK, Nicole (2006): Latzhosen zu Faltenröcken,
in: Jungle World Nr.18 v. 03.05.
- SLOMKA, Marietta (2006): "Mann jagt,
Frau fegt".
Marietta Slomka über glückliche Höhlenbewohner, einsame
Karrierefrauen - und lebenskluge Väter,
in: Stern Nr.19 v. 04.05.
-
KREKELER, Elmar (2006): Blonder Bestseller,
in: Welt v. 06.05.
-
HUGUES, Pascale (2006): Mit Pfennigabsätzen auf der Straße
der Emanzipation.
Doppelverdiener - Zwei Kinder: Deutsche Familien,
in: Spiegel Online v. 08.05.
- KAHLWEIT,
Cathrin (2006): Allein unter Frauen.
Evas Welt: "Tagesschau"-Sprecherin Herman steht mit ihren
antifeministischen Thesen einsam dar,
in: Süddeutsche Zeitung v. 25.08.
- Anmerkungen:
Die Angst geht um, dass Eva HERMAN
mehr sein könnte als eine Eintagsfliege.
Die
ZEIT hat
gleich 15 Frauen aufgeboten, um HERMAN entgegen zu
treten. Es sind in erster Linie die Männer, die dem
Eva-Prinzip etwas abgewinnen können.
Dass
es keine Eintagsfliege sein wird, dafür spricht, dass der
angesehene Medienwissenschaftler Norbert BOLZ erst vor
kurzem das Buch
"Die Helden der Familie"
auf den Markt geworfen hat.
Single-dasein.de
hat bereits dem "Keimling", einem
FAZ-Artikel,
dem schon die zentralen Buch-Thesen zu entnehmen waren,
eine ausführliche Kritik im Jahr 2003 gewidmet.
KAHLWEIT
vermutet, dass der Wirbel um HERMAN nun so richtig los
geht:
"Wahr ist
(...), dass von Freitag an ein öffentlicher Diskurs
beginnen dürfte, der die
mediale Aufregung um Minimum, das Buch des
FAZ-Herausgebers Frank Schirrmacher über die Verantwortung
der Frauen für den Geburtenrückgang, in den Schatten
stellen könnte."
Warum
- abseits des medialen Getöses - die
refeudalisierte Hausfrauenfamilie
auf dem Vormarsch ist, hat single-dasein.de bereits
im November 2000 aufgezeigt.
Wenngleich
auch gegenwärtig viel von der
"Abschaffung der Hausfrauenehe" die Rede ist, so
verkennt die politische Debatte, dass es alltägliche
Strukturen sind, durch die die Geschlechterrollen
tagtäglich reproduziert werden.
In
seinem neuen Buch
"Kochende Leidenschaft"
hat der französische Soziologe Jean-Claude KAUFMANN
aufgezeigt, dass selbst im familienpolitischen
Vorzeigeland Frankreich, die Familienwelt nicht mehr in
Ordnung ist.
Single-generation.de
hat diesem Buch eine ausführliche
Rezension gewidmet, denn KAUFMANNs Ansatz zeigt, dass
unsere Probleme in erster Linie alltagspolitische sind.
Die
Feuilletondebatten verkennen zum einen die Macht der
alltäglichen Gewohnheiten und zum anderen die
gesellschaftlichen Strukturen, die sich hinter dem Rücken
der Beteiligten verändern.
Die Single-Lüge ist dafür
verantwortlich, dass sich
Deutschland gegenwärtig im Blindflug
befindet...
-
RUTSCHKY, Katharina (2006): Im Mantel einer Präzeptorin.
Die "Tagesschau"-Sprecherin Eva Herman erregt mit ihren
Thesen zur Emanzipation viel aufsehen. sie hat sich
übernommen,
in: Welt v. 29.08.
- Inhalt:
Katharina RUTSCHKY
bewertet das Medienphänomen Eva HERMAN, das
bereits die
SZ zur
Vorabberichterstattung genötigt hat:
"Das
Buch nun, das zum Rückzug der Moderatorin führte, ist der
- meine Prognose - Anfang vom Ende des Phänomens Eva
Herman und wird dem Menschen Herman schmerzhafte Lehren
erteilen.
Wieder
trifft es eine Frau, weil Frauen im Schnitt eben immer
noch ungeschickter, ja dümmer sind als Männer. Wer als
dilettierender Gesellschaftsdiagnostiker Anstöße geben,
Debatten auslösen, sprich Wirbel machen will, der
männlichen Beispiele sind viele in letzter Zeit, muss cool
bleiben und das Showbusiness als Business begriffen haben.
Frau Herman dagegen hat sich dopen lassen, von ihrem
Erfolg, quasi mit Eigenblut. Vorläufiges Fazit: Die
Emanzipation ist kein Irrtum der letzten Jahrzehnte - eher
immer noch ein unabgeschlossenes Kapitel der Menschheit.
Andererseits
möchte ich meine Frauensolidarität doch dosieren. Wenn
Frau Herman jetzt die Selbstkritik der Feministinnen und
eine Besinnung der Frauen auf ihre Verantwortung gegenüber
der deutschen Spezies und der Zivilisation überhaupt
einklagt, dann möchte man sie doch gern am eigenen
Portepee fassen."
-
BAUREITHEL, Ulrike (2006): Zickenkäse.
Die Mär vom Putzfrauenhimmel und
das Unbehagen am weich gespülten Feminismus,
in: Freitag Nr.35 v. 01.09.
- Inhalt:
BAUREITHEL über die
"Sachbuchschnulze"
Das Eva-Prinzip
von Eva HERMAN:
"Vielleicht
liegt der Fehler an der falschen Ausgangsfrage. Wollten
wir den Männern wirklich nur die Hälfte abjagen
beziehungsweise ihnen die Hälfte aufbürden? Oder war es
nicht die Hälfte des Himmels
(wohlgemerkt nicht des Putzfrauenhimmels!)? Der aber hatte
einen weiteren Horizont. (...).
Davon
wollen Eva Herman und auch die meisten, die ihren Schmöker
wohlfeil verreißen, nichts wissen. Wir werden also weiter
über das »Vereinbarkeitsproblem« und den »Preis des
Erfolgs« diskutieren, als würde die Realität nicht
vorführen, dass man das Gros der Frauen (und viele Männer,
zugegeben) gar nicht braucht. Die herbe Seite des
»Eva-Prinzips« hat sich hinter unserem Rücken schon längst
durchgesetzt. Und für die meisten ist das kein Füllhorn
des Glücks, daran wird auch eine Nachrichtensprecherin mit
garantiertem Rückkehrrecht nichts ändern."
- HILDEBRANDT, Antje (2006):
Empfang mit Wadenbeißer.
Wie Eva Herman, die Tagesschausprecherin im Urlaub, in
Berlin ihr umstrittenes Buch präsentierte,
in: Frankfurter Rundschau v. 08.09.
- BALSEN, Werner (2006): Adam
und Eva,
in: Frankfurter Rundschau v. 08.09.
- KLONOVSKY, Michael & Martin
SCHERER (2006): Die Hermsansschlacht.
Die Ex-"Miss Tagesschau" beschwört den Wert der
Mutterschaft - und löst damit die zu erwartenden
Empörungsbekundungen aus,
in: Focus Nr.37 v. 11.09.
-
WINKLER, Willi (2006):
Häschen in der Grube.
Vom Ermatten der Avantgarde: Talkshowgast Eva Herman,
in: Süddeutsche Zeitung v. 25.08.
-
GRABITZ, Ileana (2006): Nimm dir eine Hausfrau.
Darmstädter Forscher übertrumpfen Eva Herman: Sie meinen
ermittelt zu haben, welche Partnerin einen Manager fit für
die Firma macht. Frauen befragten die Wissenschaftler nicht
- bis auf eine,
in: Welt v. 25.09.
FACTS-Titelgeschichte:
Das Glück daheim.
Die Karriere der neuen Hausfrau |
-
ALTHAUS, Nicole & Michèle BINSWANGER (2006): Rolle vorwärts
an den Herd.
Sie sind souverän und bestens ausgebildet, und sie wissen
genau, was sie wollen: kochen, putzen, Kinder wickeln. Die
neuen Hausfrauen sind glücklich - und schreiben ein
aufregendes Kapitel der Emanzipation,
in: Facts Nr.40 v. 05.10.
- Anmerkung:
In seinem Buch
Das Ende der Alternativen
aus dem Jahr 1985 beschreibt der Ex-Sponti und heutige
Trendguru Matthias HORX die neue Hausfrau folgendermaßen:
"Bettinas
Anspruch ist seit einem Jahr (seit der Kinderwunsch
in ihr »reifte«) anders geworden (...). »Ich sehe gar nicht
ein«, sagt sie fast böse, »warum meine wesentliche
Produktivkraft als Frau - nämlich Kinderkriegen -
brachliegen sollte. Ich habe das Gefühl, daß die Männer uns
allmählich auch noch diese Domäne klauen wollen, gerade das,
was Männer und Frauen unterscheidet. Wenn ich ehrlich
bin: Ich will eigentlich gar nicht meine Erfüllung im Beruf.
Ich will Mutter sein (...). Da gibt es immer die komischten
Anmachen, wenn ich so etwas sage, auch und gerade von
Frauen. Plötzlich muß man sogar Rollen, die man
freiwillig übernehmen will, verteidigen - weil es sie
früher nur zwangsweise gab!«" ( S.94)
HORX
beklagte damals - ganz im Sinne des noch ganz hippen
Differenzfeminismus (heute würde man sagen: Postfeminismus)
- das alternative Tabu Heim und Herd.
Die
68er der CDU hatten den Grünen die Sache zuvor
schmackhaft gemacht.
Die
Beiträge von
Barbara SICHTERMANN,
Cora STEPHAN oder
Gisela ERLER zur
neuen Weiblichkeit, die der
neuen Mütterlichkeit zum
Durchbruch verhelfen sollten, erschienen damals z.B. in der
Zeitschrift Freibeuter (später auch in Buchform).
1986
erschien das Buch "Risikogesellschaft", in dem Ulrich BECK,
die noch bis heute gültige Frontstellung in Sachen
Kampf der Lebensstile
formulierte. 1987 tobte dann bei den Grünen der
Streit ums Müttermanifest.
Im Buch
Die
Single-Lüge
ist diese Geschichte unter Berücksichtigung aktueller
Entwicklungen nachzulesen.
Gut
zwanzig Jahre später wird HORX im Schweizer Magazin Facts
folgendermaßen zitiert:
"Seiner
Ansicht nach gehören Frauen wie Myriam Frey zum Typus neue
Hausfrau: Sie ist gut ausgebildet, erfreut sich intakter
Karrierechancen und bleibt zu Hause - freiwillig."
Das
Magazin Facts hat die Debatte um Eva HERMAN und das
"Eva-Prinzip" genutzt, um die neue Hausfrau auszurufen.
Vorbild für diese Kampagne ist die USA.
Die
Frage lautet jetzt nur noch: Wann wird das erste deutsche
Magazin den Trend zur neuen Hausfrau in einer
Titelgeschichte verkünden?
-
WUTTKE, Gabi (2007): Sie hat einen enormen "Flurschaden"
hinterlassen.
Désiréé Nick kritisiert das "Eva-Prinzip",
in: DeutschlandRadio v. 19.01.
- Inhalt:
Désiréé NICK hat mit "Eva go Home"
ein weiteres Anti-Eva-Herman-Buch geschrieben.
Im Gespräch übt sie Kritik an Eva HERMANs Buch "Das
Eva-Prinzip":
"Wuttke:
In der schönen neutralen Schweiz hat
man ziemliche Schwierigkeiten nachzuvollziehen, warum wir
uns in Deutschland eigentlich so über Eva Hermanns Buch so
aufregen. Man mutmaßt, dass Eva Hermann doch irgendwie
eine Achillesferse, einen wunden Punkt bei deutschen
Frauen gefunden hat. Selbstkritisch gesehen, Frau Nick,
ist da ein Punkt?
Nick: Ich finde, es ist
ein Punkt, wenn man die Hälfte aller Bundesbürger schon
mal von Hause aus über den Kamm scherend diskriminiert,
denn sie schreibt ja wortwörtlich, dass alle Ostzonalen
Krippenopfer sind, dass das Seelenkrüppel sind, zutiefst
gestörte Menschen wortwörtlich, ich zitiere, und, wie
gesagt, alle
Alleinerziehenden, die sind suizidal, depressiv
gefährdet. Einerseits schreit sie nach mehr Kindern und
Hilfe, wir sterben aus, andererseits denkt sie selbst
nicht daran, irgendeins zu adoptieren, denn die Heime in
Deutschland platzen aus allen Nähten. In unserem schönen
Wohlstandsland gibt es Wartelisten für Kinderheime, und
wenn dann Alleinerziehende oder gar Ostzonale Kinder
kriegen, veranstaltet sie einen Feixtanz. Außerdem breitet
sie über viele Seiten aus, dass jede berufstätige Frau
suchtgefährdet ist, nämlich abhängig von der Droge Arbeit,
dass dadurch der Hormonhaushalt sich total verschiebt.
Pickel sind der Preis des Erfolges, das Business-Kostüm,
der Hosenanzug und das flache Schuhwerk treiben Männer in
die Zeugungsverweigerung. Also es ist ein solcher Müll,
dass es eine Schande wäre, wenn man das so stehen ließe
und keine Gegenthese vorlegt, denn sie gibt generell allen
berufstätigen Frauen die Schuld für alles. Im Buch macht
sie die Frauen verantwortlich für Brustschwund, für
Kinderschwund, für Gefühlsschwund, für Männerschwund, für
Rentenschwund, und ich muss sagen, wenn man darauf nicht
antwortet, dann leidet man selbst an Hirnschwund."
-
METHOLOW, Frank W. (2007): Eva Herman ist der Star des
Podiums.
Die Neuen Darmstädter Gespräche versuchten sich in
Ursachenforschung für die "Zerstörung der Familie",
in: Frankfurter Rundschau v. 22.01.
- Inhalt:
METHOLOW berichtet über eine
Darmstädter Podiumsdiskussion:
"Bei
der Ursachenforschung und möglichen Lösungswegen scheiden
sich die Geister und die Fronten sind schnell abgesteckt:
Die einstige Tagesschausprecherin Eva Herman, Autorin von
»Das Eva Prinzip«, wirbt für die alte Rolle der Frau in
der Gesellschaft. Aus anderer Warte, aber mit ähnlichem
Ergebnis kritisiert der Medienwissenschaftler
Norbert Bolz
(»Die Helden der Familie«) die zunehmende Feminisierung
der Gesellschaft. Gemeinsamer Kontrahent ist der Berater
des Bundestages und des Familienministeriums
Hans Bertram
(»Wem gehört die Familie der Zukunft?«). Der »gesetzliche
verordnete« Zugriff des Staates auf die Kinder schon vor
dem dritten Lebensjahr ist der gegen Bertram und die
Politik gerichtete gemeinsame Vorwurf.
Selbst
Moderator Alexander U. Martens ist über weite Strecken
seine Sympathie für die Herman-Bolz-Konnektion anzumerken.
Nur die Publizistin
Felicitas
von Lovenberg (»Verliebe dich oft, verlobe dich
selten, heirate nie«) versucht sich in Vermittlung."
|
|