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Frank
Schirrmacher:
Minimum
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Frank Schirrmacher bei single-generation.de
zur Hauptseite von
Frank Schirrmacher: Gespräche, Porträts und
weitere Bücher
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Aktuellster
Beitrag
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Frank Schirrmacher im Gespräch
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FESTENBURG, Nikolaus von &
Matthias MATUSSEK
(2006): "Wir wurden umprogrammiert".
FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher, 46, über die Ursachen und
Folgen des Geburtenrückgangs, die Mitschuld der Politik und die
Chancen von immer weniger Deutschen, ihre Identität zu bewahren,
in: Spiegel Nr. 10 v. 06.03.
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Der 1-Kind-Vater
Frank SCHIRRMACHER
schwadroniert über sein
extremistisches Milieu.
Wo das Versagen unserer Eliten anzuprangern wäre, da
will SCHIRRMACHER - sozusagen als Selbstentlastung - eine
biologische Umprogrammierung am Werk sehen.
Es lässt sich ja inzwischen statistisch nachweisen,
dass in den 90er Jahren eine immer größer werdende Kluft zwischen
der Single-Rhetorik und der Familienrealität bestand.
Das wurde hier als Single-Lüge bezeichnet.
Unsere Eliten haben unser Selbstbild auf den Kopf
gestellt. Diesen Skandal aufzudecken, das wird die Aufgabe der
nächsten Generation sein, denn dahinter stand nichts als die
egoistische Besitzstandswahrung unserer Eliten. Das jetzt als
biologische Umprogrammierung zu bezeichnen, ist absolut widerlich!
Ob wir an einem demografischen Übergang stehen, und
wohin der führt, dafür bleibt der Spiegel alle Beweise
schuldig.
Eine Entgegnung des Statistikers Gerd Bosbach zum Spiegel-Titel |
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Klappentext
"Unsere sozialen Beziehungen werden in
den nächsten Jahrzehnten einer großen Belastung
ausgesetzt: Sie werden knapp werden wie ein
kostbarer Rohstoff. Schon heute bewegen sie sich in
Teilen des Landes auf ein historisch nie gekanntes
Minimum zu. Als Ergebnis der unumstößlichen
Schrumpfung unserer Gesellschaft und aufgrund
vielfältiger Globalisierungseffekte wird es eine
Reduzierung unserer kleinsten Welt, der unserer
Freunde und Familien geben. Diese Revolution wird
sich in allen Lebensbereichen Geltung verschaffen:
in der Politik wie in der Kultur, in der
Wissenschaft wie im Alltag.
Wer ist da, wenn niemand mehr da ist? Jeder hat
gelernt, dass er für die Zukunft vorsorgen muss. Wir
sollen sparen, Geld und Vorräte anlegen. Aber kann
man eigentlich Kinder sparen, die man nie geboren
hat? Zu den knappen Rohstoffen der Zukunft wird
etwas gehören, das man nicht sparen kann: Verwandte,
Freunde, Beziehungen, kurzum das, was man soziales
Kapital nennt. In den kommenden Jahren wird sich
unsere Lebensweise radikal verändern. In vielen
Ländern Europas wird eine wachsende Zahl von Kindern
in ihrer eigenen Generation wenige oder gar keine
Blutsverwandte mehr haben. Künftig sehen sich ganze
Landstriche, wie heute schon Teile Ostdeutschlands,
mit einer Wanderungsbewegung junger Frauen
konfrontiert; zurück bleiben Männer, deren Chancen,
eine Partnerin zu finden, immer geringer werden.
Frank Schirrmacher zeigt, dass unsere Gesellschaften
auf diese Entwertung ihres sozialen Kapitals nicht
vorbereitet sind: Der Wohlfahrtsstaat zieht sich in
einem Moment als großer Ernährer zurück, in dem sich
das private Versorgungsnetz aus Freundschaft,
Verwandtschaft und Familie auflöst. Kann es in
diesem Umfeld Uneigennützigkeit und Altruismus,
selbstlose Hilfe und Unterstützung für den anderen
überhaupt noch geben?
Der Zusammenbruch unserer sozialen Grundfesten
zwingt uns, unser alltägliches Zusammenleben von
Grund auf umzuorganisieren. Dabei werden Frauen eine
alles entscheidende Rolle spielen."
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Rezensionen
WAGNER, Gert G. (2006): Verwirrt am Donnerpass.
Frank Schirrmacher stellt in
seinem neuen Sachbuch-Schocker "Minimum" eine wichtige Hypothese auf.
Um sie zu belegen, trickst er jedoch gehörig und kümmert sich viel zu
wenig um neuere Forschungen,
in: TAZ v. 11.03.
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Gert G. WAGNER, Experte in Sachen empirischer
Sozialforschung, bespricht das Buch Minimum von Frank SCHIRRMACHER.
Darin gehe es in 15 Kapitel immer wieder um dasselbe: "Blut ist
dicker als Wasser".
WAGNER bemängelt den laxen Umgang SCHIRRMACHERs mit
sozialwissenschaftlichen Daten:
"Manchmal
trickst Schirrmacher regelrecht, um sein Argument zu stärken. Er hat
offensichtlich die neuere Diskussion um die völlig überhöhte Zahl
von kinderlosen Akademikerinnen in seiner FAZ sorgfältig
gelesen und schreibt: »Achtunddreißig Prozent der westdeutschen
Akademikerinnen in der Altersgruppe zwischen fünfunddreißig und
neununddreißig Jahren leben ohne Kinder.« Richtig, aber das heißt
nicht, dass sie keine Kinder haben! Bei einigen sind sie schon aus
dem Haus - und etliche bekommen ihr erstes Kind erst noch.
In Wahrheit liegt der Anteil kinderloser Akademikerinnen heutzutage
zwischen 25 und 30 Prozent. Immer noch eine Menge, die durch bessere
Kinderbetreuung und Ganztagsschulen reduziert werden könnte, aber
eben weit weit weniger als 40 Prozent."
Im
Gegensatz zu SCHIRRMACHER sieht WAGNER -
in Übereinstimmung mit dem
Soziologen Hans BERTRAM, den auch SCHIRRMACHER häufig zitiert - das
Problem des Geburtenrückgangs nicht in erster Linie bei den
Kinderlosen, sondern es beruht vor allem auf dem Rückgang der
kinderreichen Familien. |
JÄHNER, Harald (2006): Zusammenhalten.
Frank Schirrmacher schlägt in
"Minimum" Alarm: Wo Familien schrumpfen, zerfällt die Gesellschaft,
in: Berliner Zeitung v. 13.03.
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"»Minimum«
ist das Buch eines geradezu wilden Vollblut-Journalisten, eines
tollkühnen Dramatisierers und Vereinfachers. Schon jetzt, mit dem
zweiten Buch, ist er der Reich-Ranicki der Demografie",
meint JÄHNER. |
MARTENSTEIN, Harald (2006): Baby, come back.
Herzlos, kinderlos: Frank
Schirrmacher beschreibt in „Minimum“ das Deutschland der Zukunft,
in: Tagesspiegel v. 15.03.
-
Für Vater
Harald MARTENSTEIN ist SCHIRRMACHERs
Buch Minimum ein unterhaltsames Wohlfühlbuch.
Außerdem
sind ihm noch einige Fragen zum Buch eingefallen, von denen uns
eigentlich nur eine einzige wirklich interessiert, weil alle anderen
bereits ausgiebig debattiert wurden:
"Frank
Schirrmacher selber hat offenbar ein Kind, die Mutter und er leben
getrennt. Auch diese Frage stellt man sich: Wie ist das, wenn man
ein Buch schreibt, in dem eine bestimmte Verhaltensweise als
Untergangsursache unserer Gesellschaft geschildert wird, und der
Autor selbst hält es womöglich exakt genauso? Das Kinderkriegen und
das Familiengründen sind private, intime Entscheidungen, die aber
politische Folgen haben. Wenn man ein so entschiedenes Buch über das
Thema Familie schreibt, sollte man es sich nicht ersparen, auch
einmal auf sich selbst und seine eigenen Lebensentscheidungen zu
sprechen zu kommen. Nicht aus moralischen Gründen, nein, es macht
nur die Argumentation ein wenig runder."
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KEMP, Wolfgang (2006): Die nie Geborenen zetteln keine Revolution an.
Nur eins ist wirklich nötig angesichts der Minusgrade des Lebens -
Frank Schirrmacher hat ein weltliches "Wachet-Auf"-Traktat
geschrieben,
in: Süddeutsche Zeitung v. 17.03.
SEIBEL, Andrea (2006): Es lebe der Evolutionär!
Auf der Suche nach dem
verlorenen Altruismus: Frank Schirrmacher sorgt sich geradezu zärtlich
um die Zukunft der Deutschen,
in: Welt v. 18.03.
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Bislang war das Buch Minimum von Frank
SCHIRRMACHER eher ein Rohrkrepierer - sieht man einmal von der
heiligen Dreifaltigkeit der deutschen Medienbranche ab.
SEIBEL darf nun für die Welt das Buch in den Himmel loben:
"Wann
stellt man die Kinderlosen an die Wand? Aber, mag man rufen: Halt,
Gesellschaft ist doch kein Schachbrett, kein Verschiebebahnhof,
kommt nicht einfach wie ein Gewitter über uns. Sondern hier agieren
Menschen aus Fleisch und Blut. Ist jeder einzelne Wille Wahn? Alles
Lemminge, oder was? Wo ist die Ansprache (...), mit der allein man
sich den Rätseln und Abgründen menschlicher Beziehungen zu nähern
vermag?
Frank Schirrmacher hat
diesen Ton gefunden."
Die
Biologie spricht zu uns durch Frank SCHIRRMACHER. Er ist der
Evolutionär. So muss es sein! Nur das verstehen wir... |
SATTLER, Stephan (2006): Die
Schrumpf-Gesellschaft.
Frank Schirrmacher beschwört die Familie, um in kinderarmer
Zukunft zu bestehen,
in: Focus Nr.12 v. 20.03.
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"Nicht mehr finanzierbare Sozialsysteme, die Auflösung
des Sozialstaats, die unverantwortlich hohen Schulden öffentlicher
Haushalte erzwingen die Rückbesinnung auf den anpassungsfähigsten
Sozialverband, die Familie, auch wenn diese schrumpft, weil 1- oder
2-Kinder-Ehen vorherrschen", meint SATTLER. |
HENTSCHEL, Dirk (2006): Salto
mortale im Medienzirkus,
in: Rheinischer Merkur Nr.12 v. 23.03.
RULFF, Dieter (2006): Stunde der
Schicksalsgemeinschaft.
FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher entdeckt den Wert der Familie
und den Wunsch nach mehr Töchtern,
in: Frankfurter Rundschau v. 29.03.
-
In der FR hat sich mit
Ursula MÄRZ
die Single-Generation in der Einschätzung des nationalen Notstands
gegen die
Generation
Golf durchgesetzt.
Dieter RULFF
nutzt die gegenwärtige Hysterie schamlos aus, die durch
falsche Zahlen
zur demografischen Lage
in Deutschland entstanden ist.
Seine
Übereinstimmung mit SCHIRRMACHER endet jedoch spätestens bei den
politischen Lösungen: nicht neoliberale Freisetzung aus dem
Sozialstaat, sondern sozialstaatliche Regulierung soll die
angebliche Geburtenkrise lösen:
"Frankreich
oder Schweden - Länder, die gleichermaßen wohlfahrtsstaatlich
organisiert sind.
Deren Beispiel
spricht eher dafür, dass ein Wiedererstarken der Familie
paradoxerweise in einem Mehr an öffentlicher Erziehung gründet. Das
bedeutet auch ein Zuwachs an öffentlicher Einmischung, das Private
dürfte in den nächsten Jahren in stärkerer Weise politisch werden.
Dem gegenüber steht das Modell USA einer mangels staatlicher
Autorität und Fürsorge immer schon auf sich selbst verwiesenen
Familie, die auf einem starken Wertefundament ruht."
In Times
Mager darf zum gerechten Ausgleich Christian THOMAS die
"Frankfurter Traktatgeneration" geißeln:
"Angesichts
der deutschen Nachwuchsarmut wird seit Wochen schon der
Geburtenscheinmalus gegen den Lebenserwartungsbonus aufgerechnet.
Dazu, zum Traktatschreiben über den »biologischen Gau«, singt die
06er-Generation das Lied der Vermehrung und der Gebär-Mutter. Und
wienert, wie einst die Putzteufelgeneration, heute die drei großen
Textbausteine der Zukunft blank: Fruchtbarkeit, Familie, Frauen.
Wenn für diese Traktatgeneration und Putzteufelgruppe eine
innerdeutsche Ethnie geradezu extrem minderwertig abschneidet, dann
- da sie für die 06er-Generation noch nicht vom Aussterben bedroht
ist - die
68er-und
78er-Ethnie.
Ihre Erkennungsmerkmale? Dass sie vorm Bauzaun von Brokdorf
demonstrierte anstatt Kinder zu zeugen. Dass sie Hüttendörfer
hochzog anstatt in Sicherungssysteme zu investieren (oder irgendwie
so). Oder an der Startbahn West nach Waldschratmanier herumgammelte,
anstatt Norbert Blüms Rentenpolitik in die Arme zu fallen (oder
irgendwie so ähnlich).
Mit anderen Worten: Kein Traktat über die Gemengelage aus
Wirtschaftspolitik, demographischer Entwicklung und sozialen
Sicherungssystemen, in dem die Frankfurter Traktatgeneration (und
Putzteufelfraktion) nicht den moralischen Frevel und die
volkswirtschaftlichen Schulden der 68/78er auszumachen fest gewillt
ist, so dass man den Eindruck bekommen muss, dass dort, wo die
Argumentation fehlt, der Textbaustein seinen Dienst tut."
Was wäre geschehen, wenn
die geburtenstarken Jahrgänge das Bestandserhaltungsgebot befolgt
hätten? Diesen demografischen Schrecken beschreibt:
Jürgen Voß - Die geburtenstarken Jahrgänge sind nicht schuld! |
BAUREITHEL, Ulrike (2006): Überlebensfabrik Familie.
Schwundstufe.
Im Eisschrank ist schlecht leben oder was
sich aus dem demografischen Dauerbeschuss lernen lässt,
in: Freitag Nr.13 v. 31.03.
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"Ältere
Sorgenfalte wettert gegen jüngere Gebärstreikzicke und/oder ältere
Abtreibungshexe; Eltern beschwören Kinderglück, und eine ungewohnt
defensive Alice Schwarzer muss sich bei Maybritt Illner von Norbert
Geis (CSU) an den Pranger stellen lassen, sie habe mit ihrer
Abtreibungskampagne für den bevölkerungspolitischen GAU gesorgt.
Die
Katastrophenvorlage für das Drama hat bekanntlich Frank Schirrmacher
geliefert. Nachdem trotz nachdrücklicher Propaganda seine
Methusalems keine Anstalten machen, sich gegen die Jungen zu
verbünden, hat sich der trennungsgeschädigte Demografiebeauftragte
nun auf die andere Seite geschlagen und in einer Art »Reflections in
the Fridge« die demografische Erkältung von 2050 durchgespielt",
meint BAUREITHEL.
Wohin das führen soll, das ist ihr unklar:
"Wollen
wir nun mehr Kinder? Oder sollen wir mit der diskursiven
demografischen Mobilmachung darauf eingestimmt werden, dass wir
selbst schuld daran sind, wenn wir mit weniger Rente und schlechter
Gesundheitsversorgung rechnen müssen?"
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WALTHER, Rudolf (2006): Was
Gesellschaften zusammenhält.
Frank Schirrmachers apokalyptisches Szenario,
in: Frankfurter Hefte/Neue Gesellschaft, April
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"Die Geburtenrate sinkt. Das ist unumstritten, insofern
stimmt der Buchtitel Minimum" von Frank SCHIRRMACHER, behauptet
Rudolph WALTHER.
Tatsächlich
ist es durchaus umstritten, dass die Geburtenrate sinkt. Es stimmt
zwar, dass die GeburtenZAHLEN sinken, dahinter verbirgt sich jedoch
keine sinkende, sondern eine ziemlich konstante GeburtenRATE.
Auch wenn die Mitte-Presse im März durch
Falschmeldungen das Gegenteil suggerieren wollte.
Ob
die GeburtenRATE nicht sogar bei den jüngeren Frauenjahrgängen wieder
angestiegen ist, das ist
noch nicht geklärt, weil die
Statistik immer nur die jüngere Vergangenheit, aber nicht die
Gegenwart abbildet. WALTHER
geht u. a. näher auf das Familienverständnis von SCHIRRMACHER ein:
"Mit
einem Sohn hat der Familienverband Schirrmacher bislang
unterdurchschnittlich zur ominösen »Bestandserhaltung der Bevölkerung«
(zu der er weder Ausländer noch Einwanderer zählt!) beigetragen.
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Neuerdings vollzieht sich ein Wechsel der
Glaubensgemeinschaft.
Die Anhänger der
Kirche von Ulrich BECK
laufen nun scharenweise zur Kirche von Herwig BIRG über. Dessen
oberster Messdiener heißt Frank SCHIRRMACHER.
Das neue
Konvertitentum ist konsequent, denn der Wechsel von BECK zu BIRG
verlangt keine Selbstkritik, sondern verläuft nahtlos.
SCHIRRMACHER
hat mit seiner
Kritik an der Single-Ästhetik des Fernsehens
den Leitartiklern der Zeitungen einen goldene Brücke gebaut.
Keiner muss sich
fragen lassen, warum eine gesellschaftliche Gruppe wie die Singles,
die noch nicht einmal 20 % der erwachsenen Bevölkerung ausmachen.
Deren größte Gruppe zudem ältere Witwen sind, die vor 40, 50 Jahren
den Baby-Boom der Nachkriegszeit erst möglich gemacht haben. Wie
also diese Gruppe jene gesellschaftliche Macht innegehabt haben
soll, die ihr von den Familienfundamentalisten zugeschrieben wird.
Man darf also
durchaus gespannt sein, wie lange dieses Ablenkungsmanöver noch
erfolgreich funktioniert. Jene Generation,
die nach der Generation Golf kommt,
könnte Fragen stellen, die weniger die Single-Ästhetik als die
Single-Rhetorik an den Pranger stellen wird.
Natürlich folgt
THURNER-FROMM nicht in allen Punkten SCHIRRMACHER. Die
Selbstlosigkeit der Frau ist für sie nicht so einfach zu haben. |
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Das Buch in der Debatte
KAHLWEIT, Cathrin (2006): Es ist Zeit für Gefühle.
In der Debatte um Kinder und Familie geht es um einiges. Aber
leider so gut wie nie um die Liebe,
in: Süddeutsche Zeitung v. 25.02.
Anlässlich des bevorstehenden
Erscheinens des Buches Minimum von Frank SCHIRRMACHER, das
sich einreiht in die üblichen Pamphlete über die
Zukunftsprobleme der kinderlosen Gesellschaft, jammert uns
Mutter Cathrin KAHLWEIT die Ohren voll.
Man fragt sich
eigentlich nur: Warum machen sich Mütter und Väter in diesem
Lande so viel Gedanken über die Minderheit der Kinderlosen?
Warum verschwendet eigentlich niemand einen einzigen
Gedanken über jene Menschen, die Kinder bekommen wollen?
Seriös belegbar ist
bislang nur ein Anteil von ca. 20 % lebenslang Kinderlosen.
Alles andere sind Prognosen, die auf einem ungebrochenen
nationalkonservativen Deutungsmonopol beruhen.
Woher kommt der
abgrundtiefe Hass dieser Gesellschaft auf Kinderlose?
Man muss wohl ins Jahr
1986 zurückgehen. In jenem Jahr erschien das giftgrüne Buch
Risikogesellschaft von Ulrich BECK. Mit diesem Buch
begann der "Klassenkampf zwischen Eltern und Kinderlosen".
Es ist die Neue Mitte gewesen, die diesen
Kampf der
Lebensstile eröffnet hat.
Wenn sich nun der
Beamte Paul NOLTE in seinem neuen Buch
Riskante Moderne zum Antipoden von Ulrich BECK
stilisieren kann, dann hat der Phantomschmerz der Neuen
Linken den nächsten Grad der Perversion erreicht.
Der
Terror der Individualisierungsthese
hat sich zum fatalen Selbstläufer entwickelt. Die
Single-Rhetorik hat mittlerweile die
Single-Lüge gezeugt.
Das Selbstbild
dieser Gesellschaft fußt immer noch auf einem überholten
Gesellschaftsbild der 80er Jahre, nach dem alle so werden
wollen bzw. können wie die Neue Mitte.
Der
Politikwissenschaftler
Franz WALTER
hat in seinem Artikel
Paradoxien der Mehrebenendemokratie dagegen die neuen
Polarisierungen beschrieben:
"Die postindustrielle
Gesellschaft der bürgerlichen Globalisierungseliten
funktioniert anders.
Die
Eliten in der Wirtschaft, der Justiz und an den
Universitäten rekrutieren sich seit einigen Jahren wieder -
leistungswidrig! - in erheblichem Maß aus sich selbst,
nach den Indikatoren von vertrauter Zugehörigkeit,
kulturellen Codes und distinktem Habitus.
Die Bildungs-, ja Heiratsmuster vollziehen sich erneut
endogen, innerhalb des eigenen Klassenmilieus. Noch
berühren sich in Deutschland (...) die sozial
heterogenen Stadtteilviertel, aber sie mischen sich nicht
mehr. Die
sozialkulturelle Segregation des urbanen Raums schreitet
jedenfalls massiv und bedrohlich voran. (...). Und sollte
tatsächlich - wofür in der Tat einiges spricht - in Bälde
ein konjunktureller Aufschwung auch die deutsche Republik
erreichen, dann werden die Kontraste zwischen Verlierern und
Gewinnern noch stärker sichtbar, noch unmittelbarer
erlebbar. (...).
Die
einen genießen die Optionen, erweiterten Perspektiven,
facettenreichen Chancen der Globalgesellschaft, die anderen
- und keineswegs wenige - sind abgehängt, fühlen sich
entbehrlich, durch Arbeitsagenturen gedemütigt, ohne die
geringsten sozialen Mobilitäts- und Aufstiegschancen, die
einst sowohl den sozialen Katholizismus als auch der
sozialistischen Arbeiterbewegung programmatische Leitidee
war."
Im "Klassenkampf
zwischen Eltern und Kinderlosen" geht es um horizontale
Gerechtigkeit, d.h. um den Kampf zwischen Gleichen. Die
neuen Klassenkämpfe dagegen werden wieder zwischen
Ungleichen stattfinden.
Aber bei
KAHLWEIT findet sich nichts dergleichen. Stattdessen
herrscht eitle Gleichheit und Ressentiments reihen sich
aneinander. Typisch dafür ist ein Streifzug durch die
Jahrzehnte, in dem das Verhältnis der Deutschen zu Kindern
ausgeführt wird:
"Dieses Land hatte
schon immer ein seltsames Verhältnis zu Kindern. Im
Kaiserreich wurden sie gedrillt, im Dritten Reich
geknechtet. In den sechziger Jahren verstand man sie nicht,
in den siebziger Jahren verstand man sie falsch, in den
Achtzigern zu gut.
In den Neunzigern wollte man keine, seit der
Jahrtausendwende werden sie herbeigeredet."
KAHLWEIT, eine
Angehörige der Single-Generation, outet sich damit lediglich
als typische Angehörige ihrer Generation, die allgemeine
Tendenzen dort sieht, wo die besonderen Bedingungen von
Lebensphasen, Milieus, Generationen und Lebenslagen wirken.
Die 90er Jahre
werden bald so lange zurückliegen, dass nun seriöse
Sozialforscher die Phraseologie der Individualisierungsthese
auf ihren empirischen Gehalt schrumpfen lassen können.
Single-generation.de hat mit dem
Beitrag über die Single-Lüge
den Anfang gemacht. Spätestens am Ende dieses Jahrzehnts
wird Ulrich BECK demontiert sein und mit ihm seine Jünger
und Anti-Jünger. Dann werden die langen 80er Jahre mit ihrer
No-Future-Mentalität endlich zu Ende gehen... |
AUGSTEIN, Jakob (2006): Ein Mann ohne Komplex.
In Kürze erscheint
Frank Schirrmachers Buch »Minimum«. Der Bestseller-Erfolg
scheint garantiert. Annäherung an einen Mann, der zu den
Mächtigen dieses Landes zählt,
in: Die ZEIT Nr.10 v. 02.03.
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Die ZEIT inszeniert sich mit
Jakob AUGSTEIN in der Gesellschaft des
SCHIRRMACHER-Spektakels.
Der
neueste Bestseller von SCHIRRMACHER wird Minimum heißen.
Dass es wieder ein Bestseller wird, dafür sorgt die
heilige Dreifaltigkeit der deutschen Medienbranche:
"Schirrmacher
hat Helfer seines Erfolges. Schon das Methusalem-Buch war
im Spiegel vorabgedruckt worden. Und die Bild-Zeitung
hatte eine Serie daraus gemacht. Deswegen wurde in der
Öffentlichkeit die Verbindung der mächtigen Medienmänner
misstrauisch beäugt, Stefan Aust vom Spiegel, Mathias
Döpfner von Springer und Frank Schirrmacher von der FAZ.
(...).
Das ist ein
sonderbares Trio. Die haben festgestellt, dass sie sich
mehr nützen können, wenn sie sich nicht schaden. Dass
gemeinsame Macht keine geteilte Macht ist, sondern
dreifache. Es gab Zeiten, da das undenkbar war."
Aber wer
ist SCHIRRMACHER? AUGSTEIN stellt ihn in eine besondere,
geistesaristokratische Tradition:
"Sein
Verhältnis zur Politik ist ein ästhetisches, eines, wie
man es vielleicht im
George-Kreis
pflegte. (...).
Als man ihn fragte, welche Rollenvorbilder er habe, sagte
er, jene Männer, die Ernst Jünger die »Waldgänger« nannte,
interessierten ihn schon von Jugend an, Anarchisten,
Verschwörer, die sich nicht von der Gesellschaft
definieren ließen, sondern diese definiert haben."
Obwohl
über den genauen Inhalt noch nichts bekannt ist, wird der
Stil des Buches ganz gewiss keine Offenbarung werden:
"Wer
selbst Angst vor dem Morgengrauen hat, macht anderen
Angst. Auffallend an Schirrmachers Texten ist das
Drängende, Endgültige, Alarmierende, Entscheidende."
"Panik-Frank"
versetzt das 80er-Jahre-Projekt "No Future" mit einem
kräftigen Schuß hippiesker Sehnsucht.
Diese PUPPIES hat
single-generation.de bereits im Jahr 2001 als die neue
Kulturelite bezeichnet.
"Er
schreibt mit der Fähigkeit zur Bosheit und der Neigung zur
Sehnsucht",
bringt AUGSTEIN diesen Zug, den sowohl HOUELLEBECQ als
auch Maxim BILLER auszeichnen, auf den Punkt. |
MATUSSEK, Matthias u.a. (2006): Unter Wölfen.
Abnehmende Geburtenraten führen zur Vereinzelung der Kinder in
unserer Gesellschaft. Nicht nur die finanzielle Zukunftssicherung
ist davon betroffen - ohne Familie verlernt die Gesellschaft
schlichtweg die Liebe,
in: Spiegel Nr. 10 v. 06.03.
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Die Story von
Matthias MATUSSEK ist ausgesprochen
mager.
Der Begriff
Minimum, also der Buchtitel von SCHIRRMACHER taucht so oft
auf, dass man fast meinen möchte, der bekommt für jede Nennung 100
Euro extra.
Ansonsten
0815. Man könnte jeden x-beliebigen Spiegel-Titel der letzten
5 Jahrzehnte zum Thema Familie raus zerren. Es würde überall fast
das Gleiche drinstehen.
Es
wird u. a. aus einer ominösen Broschüre des Familienministeriums
zitiert:
"»In der
Gruppe der dauerhaft Kinderlosen«, so heißt es (...), handele es
sich oft um Personen, »die in überdurchschnittlichem Maß Wert auf
Unabhängigkeit legen«."
Wir hätten
gerne Genaueres. Wieviele
"dauerhaft Kinderlose" gibt es überhaupt?
Das Orakel lässt uns im Stich.
Überhaupt:
Die Bevölkerungswissenschaft legt seit geraumer Zeit keinerlei neue
Daten mehr auf den Tisch. Möchte man der Politik nicht in die Quere
kommen?
Gibt
es Anzeichen für einen neuen Babyboom, der vor der Durchsetzung des
Elterngeldes nicht publik werden darf? Gäbe
es handfeste Anzeichen für einen weiteren Rückgang der Geburtenrate,
der Spiegel hätte sie jetzt publizieren müssen. Dies ist
nicht geschehen. Wir haben es hier also offenbar mit einem groß
angelegten Bluff zu tun. Viel Wind um ein neues Buch, dem die
empirische Basis fehlt. |
Ursula MÄRZ meint, man
müsse SCHIRRMACHERs Buch lieben -
trotz
MATUSSEK. Ihre Begründung entbehrt jedoch
jeglicher Logik:
"Offensichtlich
geht es in Frank Schirrmachers neuem Sachbuch um den
dramatischen Verlust gesellschaftlicher Bindungs- und
Fürsorgekraft durch das Aussterben des Familiarismus. Dieser
Gedanke ist nicht neu, er ist auch nicht gerade selten. Aber
er ist durchaus wichtig, ja, für die Zukunft unserer Kinder
und Kindeskinder höchstwahrscheinlich höchstwichtig. Er
sollte durchaus ins allgemeine Bewusstsein eindringen."
MÄRZ
meint entweder
Familialismus oder
Familiarität. Familiarismus ist jedenfalls ihre
Eigenkreation.
Inzwischen
glaubt ja selbst Herwig Birg nicht mehr daran, dass die
Deutschen aussterben werden, wie er
in der Berliner Zeitung erläuterte. Aber dass nun der
Familialismus oder die Familiarität aussterben soll, das ist
nun vollkommen absurd. Diese Absurdität hat jedoch offenbar
ihre Ursachen.
Das
extremistische Milieu, in dem sich unsere "Medientanten" (MATUSSEK) bewegt, hat seit 2002 sozusagen eiskalte Füße
bekommen. Es dämmert vielleicht so manchem ganz langsam,
dass die Glaubwürdigkeit dieser Kaste auf dem Spiel steht.
Diese Hysterie mit der jetzt plötzlich die Bindungslosigkeit
(von wem eigentlich?) beklagt wird, entspricht ja einer
jahrzehntelangen Ignoranz jenen Milieus gegenüber, für die
Individualisierung nie ein Thema war. |
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Elke BUHR stellt erst einmal klar,
dass es in der gegenwärtigen Debatte um den Kindermangel keineswegs
um die Zunahme der Kinderlosigkeit im allgemeinen geht:
"Es
war ja nicht irgendeine Gebärmutter, deren Nicht-Funktion zunächst
beklagt wurde:
Es war das akademisch gebildete Mittelstandsorgan.
Vierzig Prozent aller Akademikerinnen bekommen keine Kinder:
diese
spektakuläre Zahl stimmt zwar nicht, weil sie die vielen
Spätgebärenden nicht erfasst, doch sie hatte beispielsweise entscheidenden Einfluss auf das Konzept des üppigen Erziehungsgeldes
für Gutverdiener. So wird in einer Gesellschaft, in der
Bildungserfolg in absurdem Maße an Herkunft geknüpft ist, das
Kinderkriegen zu einer Frage des Klassenerhalts. Es ist der
gebildete Mittelstand, der um Selbsterhalt strampelt"
Danach rechnet sie -
im
Gegensatz zu ihrer Kollegin MÄRZ
- mit dem
"Hobby-Biologen" SCHIRRMACHER ab:
"Nun
ist eine kinderfeindliche, kinderentwöhnte Gesellschaft wahrlich
kein schöner Ort zum Leben - allerdings wird sie nicht besser, wenn
sie sich deshalb ängstlich hinter ihren Ressentiments und
Klassenschranken verbarrikadiert. Und warum muss man den Umweg über
Biologie und Stammhirn machen, wenn man soziale Probleme beschreiben
will?
Wahrscheinlich, damit man eleganter wieder bei den Frauen landen
kann, denen Schirrmacher schlicht aus biologischen Gründen die
Verantwortung für den Ausweg aus der Malaise zuschiebt."
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