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Heinz Bude: Bildungspanik

 
       
     
       
   
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    Heinz Bude in seiner eigenen Schreibe

     
       

    Neu:
    BUDE, Heinz (2013): Das prekäre Gut der Bildung,
    in: Merkur, Nr.771, August

    Was passiert, wenn die soziale Schließung sich weiter verstärkt? Wenn der Kampf um Bildung härter wird, wie das der Soziologe Heinz BUDE in seinem Artikel Das prekäre Gut der Bildung (Merkur, August 2013) beschreibt?

    "Es ist ein soziales Gesetz, dass Familien erhebliche Anstrengungen unternehmen, um den erreichten sozialen Status in der Generationenfolge zu sichern. Hat man mehr als drei Kinder, kann man lockerer und fehlerfreundlicher an diese Aufgabe herangehen, als wenn lediglich ein oder zwei Kinder in der Familie existieren. (...).
    In der Mitte freilich reduziert sich die Kinderzahl und steigt das Investitionsbewusstsein in Bezug auf das einzelne Kind."

    Gibt es eine homogene Mitte überhaupt noch oder haben sich nicht schon unterschiedliche Strategien herausgebildet? Cornelia KOPPETSCH beschreibt in ihrem Buch Die Wiederkehr der Konformität drei Strategien im Kampf der Mittelschicht gegen den befürchteten Abstieg. Demnach beschreibt BUDE lediglich die Strategie der oberen Mittelschicht, die sich ums Erbe dreht.

     
           
       

    Heinz Bude im Gespräch

     
       

    fehlt noch

     
           
           
       

    Bildungspanik (2011).
    Was unsere Gesellschaft spaltet
    München: Hanser

     
       
         
     

    Klappentext

    "Unsere Gesellschaft steht vor einer tiefen Spaltung. Dieses Buch macht deutlich, warum wir uns vom Traum einer gerechten Gesellschaft verabschieden müssen. Immer mehr Menschen sind von den Segnungen des Wohlstands ausgeschlossen und haben keine Hoffnung, dass sich daran etwas ändert. Lebensläufe, die man für solide hielt, geraten ins Schlingern, weil Arbeitsplätze, die man sicher glaubte, wegbrechen. Ungelernte Aushilfskräfte kann es genauso treffen wie hochqualifizierte Wissenschaftler. Heinz Bude, einer der besten Kenner der deutschen Gesellschaft, entwirft zum ersten Mal ein umfassendes Bild jener zerklüfteten Verhältnisse, die in Zukunft immer stärker unsere Gesellschaft prägen werden. Jetzt ist es Zeit, darüber zu diskutieren, wie wir künftig leben wollen."

    Inhaltsverzeichnis

    1. Die verfahrene Lage
    2. Überall dasselbe
    3. Worum es wirklich geht
    4. Die deutsche Tradition
    5. Der bildungsindustrielle Komplex
    6. Löwen und Füchse
    7. Das teuflische Gut
    8. Die derangierte Institution
    9. Der politische Fehlschluss
    10. Gute Nachbarn

    Zitat:

    Der demografische Wandel als Rettung

    "Die Demographie rettet alle. Es ist jetzt schon abzusehen, dass sich auch die guten Schulen um Schülerinnen und Schüler reißen werden und dass die Wirtschaft jede Person, die überhaupt einen berufsrelevanten Abschluss vorweisen kann, mit Kusshand begrüßen wird. Es ist noch selten eine Generation in Deutschland mit so guten Chancen ins Bildungssystem eingetreten und vom Bildungs- ins Beschäftigungssystem gewechselt. Das Verhältnis von Geburtenaufkommen und Stellenverfügbarkeit hat sich in den letzten Jahren so günstig entwickelt, dass eigentlich für jede und jeden Platz ist. (...).
    Die augenblickliche demographische Situation ist nämlich dadurch gekennzeichnet, dass die geburtenschwachen Jahrgänge der in den 1980er und 1990er Jahren Geborenen mit dem Studium oder der Berufsausbildung fertig werden, während gleichzeitig die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer sich vom Berufsleben verabschieden. Dieser fürs Generationenverhältnis so günstige Staffelwechsel hält noch eine Weile an. So wird der Jahrgang 1964, der als der geburtenstärkste Jahrgang der Nachkriegszeit sich heute in seiner Prominenzphase befindet, im Jahre 2024 das sechzigste Lebensjahr erreichen und sich dann so langsam, auch wenn das durchschnittliche Renteneintrittsalter womöglich bei 63 Jahren lieben wird, auf die Rente vorbereiten und für seine eher wenigen Kinder die Plätze räumen. Allerdings gilt dies alles nur so lange, wie die wirtschaftliche Entwicklung sich etwa in den bisherigen Bahnen hält. Es sind keine Wachstumsraten von 2 oder 3 Prozent nötig, es darf nur nicht passieren, dass Junge wie Alte anfangen zu sparen". (2011, S.128f.)

     
         
     
           
       
    • Rezensionen

    OELKERS, Jürgen (2011): Es käme darauf an, die Ungleichheit zu nutzen.
    Wenn man unter sich bleibt, braucht man keine Angst zu haben, dass die Kinder falschen Kontakt pflegen: So sieht für Heinz Bude die Logik des Bildungsprotektionismus aus, die er als Panik abtut,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.08.

    Bildungspanik ist das Resultat der Bildungsexpansion, die nach Georg PICHTs Buch Die deutsche Bildungskatastrophe (1964) einsetzte, fasst Jürgen OELKERS die Argumentation von BUDE zusammen.

    OELKERS kritisiert den Lösungsvorschlag von BUDE, der nicht im "bildungsindustriellen Komplex" PISA, sondern in der Aufwertung der beruflichen Bildung den Königsweg sieht:

    "Den Preis für eine solche Strategie nennt Bude nicht. Wenn wirklich die berufliche Erstausbildung das Bildungsminimum definieren soll, bedeutet das eine Trendumkehr im Blick auf die Abiturientenzahl. Vermutlich wird das die Panik noch verstärken. Man kann schlecht die »Statuspanik« monieren und dann die panikauslösende Institution knapp halten.
    Nicht »Bildung« wird heute als Bürgerrecht verstanden, sondern gymnasiale Bildung."

    Während Apokalyptiker im demografischen Wandel den Untergang Deutschlands sehen, sieht gemäß OELKERS der Soziologe BUDE darin die Rettung - zumindest des Bildungssystems.

    SCHRÖDER, Christian (2011): Geschlossene Gesellschaft.
    Vor zehn Jahren schockte die erste Pisa-Studie Eltern und Eliten. Heute herrscht eine regelrechte Bildungspanik,
    in: Tagesspiegel v. 30.08.

    SAUPE, Volker (2011): Das Ende der Aufstiegsgesellschaft.
    Heinz Bude plädiert gegen die Bildungspanik,
    in: Frankfurter Rundschau v. 02.09.

    GÖTZKE, Manfred (2011): Die Angst vor dem Abstieg der Kinder.
    Gespräch mit Heinz Bude,
    in: DeutschlandRadio v. 07.09.

    VERBEET, Markus (2011): Beflissene Eltern.
    Macht eure Kinder nicht zu Bildungs-Märtyrern,
    in: Spiegel Online v. 08.09.

    GREINER, Ulrich (2011): Alles wird gut.
    Schule; Jörg Dräger und Heinz Bude finden inmitten der angeheizten Bildungsdebatte einen Ton der Vernunft,
    in: Die ZEIT Nr.37 v. 08.09.

    Ulrich GREINER hebt besonders heraus, dass eine kompensatorische Bildung zum Scheitern verurteilt ist, weil insbesondere das Akademikermilieu dies zu torpedieren weiß:

    "Bude versteht ihre Lage durchaus, aber er hat den mitleidlosen Blick des Soziologen, der die Widersprüche benennt. Etwa auch den zwischen einer auf das Fortkommen ihrer Kinder bedachten Mittelschicht und der Notwendigkeit, die Unterschicht zu integrieren. Er schreibt aber auch: »Mit Bildung kann man die soziale Bürgerschaft stärken, aber nicht die gesellschaftliche Ungleichheit aushebeln. Der immer aufs Neue zu beobachtende Versuch, Bildungspolitik wie Robin Hood als gezielte Entprivilegierung der Starken oder positive Diskriminierung der Schwachen zu betreiben, ist ein politischer Fehlschluss und zum Scheitern verurteilt. Eine solche Bildungspolitik läuft ins Messer der empörten Mehrheitsklasse.«"

    Dies wäre auch eine Hauptargument gegen ein Elternwahlrecht, denn Eltern interessieren nur das eigene Kind, aber nicht Kinder als solche.

    ROEDIG, Andrea (2011): Cool sein wie die Oberschicht.
    Der Soziologe Heinz Bude verschreibt den Mittelschichten eine simple Medizin: Macht euch mal locker, heißt die Botschaft von "Bildungspanik",
    in: Freitag Nr.41 Literaturbeilage v. 13.10.

     
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 29. August 2011
    Update: 01. Januar 2015