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Inge Kloepfer: Auf immer kinderlos, die deutsche Extratour

 
       
   
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    Inge Kloepfer in ihrer eigenen Schreibe

     
       

    KLOEPFER, Inge (2002): Wer schützt die Jungen vor den Alten?
    Die Rentner bleiben ungeschoren. Die Jungen zahlen immer mehr. Bald kippt das System. Es sei denn: Frühverrentung wird abgeschafft, und alle arbeiten bis 68,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.11.

    Für neoliberale Bestandsschützer von Meinhard MIEGEL bis Axel BÖRSCH-SUPRAN (Mannheimer Forschungsinstitut Ökonomie und Demographischer Wandel) ist die Sache klar: Flakhelfer-Generation und 68er sollen ungeschoren davonkommen, die Zeche sollen die nachfolgenden Generationen und die Modernisierungsverlierer zahlen. Diese Botschaft wird gekonnt versteckt hinter einem Pseudogenerationenkampf. Wer die Frühverrentung abschaffen will, gleichzeitig aber das System der Altersversorgung prinzipiell unangetastet lässt, bzw. per privater Altersversorgung ein Zurück zur althergebrachten Klassengesellschaft beschleunigen möchte, dem geht es nicht um soziale Generationengerechtigkeit, sondern um ganz spezielle Generationeninteressen und um die verstärkte Polarisierung zwischen Modernisierungsgewinnern und -verlierern.

    KLOEPFER, Inge (2006): Deutschland 2020.
    Demographischer Wandel: Gewinner und Verlierer,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 05.02.

    KLOEPFER stellt eine Analyse der Bertelsmann Stiftung vor.

    KLOEPFER, Inge (2006): Auf immer kinderlos, die deutsche Extratour.
    Irgend etwas ist schief gelaufen: Die Nachbarn in Europa haben wieder Kinder. Die Deutschen nicht,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 26.02.

    • Wenn es eine deutsche Extratour gibt, dann ist es das bevölkerungsstatistische Desaster. Inzwischen müssen die deutschen Bevölkerungsstatistiker immer öfter einen Offenbarungseid leisten.  Wenn nun KLOEPFER behauptet, dass die lebenslange Kinderlosigkeit zugenommen hat, dann bleibt sie jegliche Belege schuldig. Alarmierende Ergebnisse meldet KLOEPFER, aber ohne auch nur einen einzigen seriösen Beweis dafür zu liefern. Sie verweist stattdessen auf Untersuchungen, über die bereits das britische Magazin Economist am 9. Februar berichtete. Dies wird jedoch nicht einmal erwähnt. Die genannten Daten sind völlig überaltert, wenn man bedenkt, was in den letzten Jahren alles passiert ist. Die Daten von Hans-Peter KOHLER (Die Studie ist als PDF-Datei über den Economist-Artikel abrufbar) beziehen sich auf die Jahrtausendwende bzw. auf das Jahr 2002. Es handelt sich zudem nicht um Daten, die seriöse Aussagen über die Geburtenentwicklung der jüngeren Kohorten zulassen. Was also soll dieser Artikel, der keine neuen empirischen Belege liefert? Offenbar soll Stimmung gegen Kinderlose gemacht werden. Man ist sich deshalb auch nicht zu schade, veraltetes Material so zu präsentieren, als ob es sich dabei um aktuelles handele.

    KLOEPFER, Inge (2006): Deutsche Frauen kommen selten nach ganz oben.
    Immer mehr Frauen sind berufstätig. Aber in den Chefetagen sind sie kaum zu finden. Ein Grund: Lange Elternzeiten schaden der Karriere. Amerika zeigt, daß es auch anders geht,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 05.03.

    KLOEPFER, Inge (2006): Erst Familie, dann Beruf.
    Fünf Frauen, die das Comeback geschafft haben,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 14.05.

    "Die Unmöglichen: Mütter, die Karriere machen" heißt ein Buch mit 11 Mütterporträts, das kürzlich erschienen ist. KLOEPFER liefert nun quasi eine Kurzform mit weiteren 5 Karrieremüttern. Als Vorreiterin dieser neuen Frühgebärinitiative kann Susanne GASCHKE betrachtet werden, die mit ihrem Buch Die Emanzipationsfalle dieses Thema auf die Agenda gesetzt hat. Die entscheidende Frage ist jedoch, ob Frühgebären eine Strategie für alle Akademikerinnen sein kann. Single-generation.de hat in einer Kritik des Buches von GASCHKE auf die Heterogenität der Akademikerinnen hingewiesen. Es zeigt sich, dass zwischen Geburtselite und Aufsteigerinnen einerseits und verschiedenen Studiengängen andererseits differenziert werden muss. Frühgebären ist nicht unbedingt für alle der richtige Weg, sondern das Spätgebären eröffnet unter den neuen Bedingungen einer Gesellschaft der Langlebigen auch neue Gestaltungsspielräume für Frauen. Ein Artikel von Christine BRINCK hat im März in der ZEIT eine lebhafte Debatte um den richtigen Zeitpunkt ausgelöst.

    Neu:
    KLOEPFER, Inge (2010): Alter Feminismus gegen Neuen Feminismus.
    Frauen haben heute alle Karrierechancen, sagt Kristina Schröder, 33 Jahre. Das lassen die Männer nicht zu, sagt Alice Schwarzer, 67 Jahre. In Deutschland streiten Frauen aus zwei Generationen über den Feminismus,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 21.11.

     
           
       

    Aufstand der Unterschicht (2008).
    Was auf uns zukommt
    Hamburg: Hoffmann & Campe

     
       
         
     

    Klappentext

    "»Du musst unberechenbar bleiben. Dann haben alle Angst vor dir.« Deutschland hat eine neue Unterschicht – und die wird stetig größer. 20 Prozent der heutigen Kinder werden chancenlos bleiben und keine Zukunft haben. Noch ist es ruhig. Doch das muss nicht so bleiben. Inge Kloepfer zeigt, warum es sich lohnt, in die Potenziale der vermeintlichen Verlierer zu investieren. Jascha ist ein Unterschichtenkind. Er ist in der falschen Familie aufgewachsen, hat im falschen Viertel gelebt und die falschen Schulen besucht. Er wird der Allgemeinheit ein Leben lang zur Last fallen. Dieses Buch erzählt Jaschas Geschichte und analysiert sie im Hinblick auf die vielen Millionen, die sein Schicksal teilen. Es zeigt, wie ein junger Mensch zum Systemverlierer gemacht wird, und offenbart das Versagen der Gesellschaft."

     
         
     
           
       

    Rezensionen

    ROMMENEY, Ernst (2008): Die Geschichte von Jascha,
    in: DeutschlandRadio v. 14.09.

    FLORIN, Christiane (2008): Links durch die Mitte.
    Der Kapitalismus verliert selbst bei braven Bürgern seine Kreditwürdigkeit. Sachbücher und Salons zeigen sich von der sozialkritischen Seite. Armut ist das Thema der Saison,
    in: Rheinischer Merkur Nr.39 v. 25.09.

    Christiane FLORIN bespricht die Bücher Die Ausgeschlossenen von Heinz BUDE, Aufstand der Unterschicht von Inge KLOEPFER und Links! von Christian RICKENS.

    SCHLOEMANN, Johann (2008): Das große Loch des Nichtstun.
    Eigenwillige Mischungen aus Einfühlung und Angstmache: Neue Bücher über die Chancenlosigkeit und den "Aufstand der Unterschicht",
    in: Literaturbeilage der Süddeutschen Zeitung v. 14.10.

    STORZ, Wolfgang (2008): Zwischen Suppenküche und Gourmet-Cuisine.
    Zeitbomben des sozialen Unfriedens: Inge Kloepfers Buch "Die Rückkehr der Klassengesellschaft" ist verdienstvoll aber auch ärgerlich,
    in: Freitag Nr.42 v. 16.10.

     
           
       

    Auf immer kinderlos, die deutsche Extratour (2006).
    Irgend etwas ist schief gelaufen: Die Nachbarn in Europa haben wieder Kinder. Die Deutschen nicht
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 26.02.

     
       
         
     

    Zitat:

    Die Kultur der Kinderlosigkeit in Deutschland

    "Die Deutschen gehen einen Sonderweg. (...). Während sich Frankreich, die Niederlande und Skandinavien vom Geburtenknick erholen, bleibt Deutschland mit statistischen 1,3 bis 1,4 Kinder je Frau weit zurück. Das ist das Ergebnis alarmierender, zum Teil noch unveröffentlichter Studien. Sie zeigen das verheerende Ausmaß und die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen von 30 Jahren Kinderlosigkeit in Deutschland.
    (...).
    Im Klartext: Deutschland schrumpft, weil rein zahlenmäßig heute viel weniger Frauen als früher überhaupt noch als Mütter in Frage kommen.
    Tomás Sobotka (...) geht noch weiter: Eine »Kultur der Kinderlosigkeit« nimmt der Wissenschaftler in Deutschland wahr.
    (...).
    Selbst in Spanien und Italien deutet einiges wieder auf eine Rückkehr zur Mehr-Kinder-Familie - wenn auch noch zaghaft.
    (...).
    Warum fahren die Deutschen eine folgenschwere Extratour? Inzwischen wissen die Forscher: In Deutschland ist mehr passiert als nur ein Aufschub der Geburten. Der Timing-Effekt reicht als Erklärung nicht. Jahrzehnte lang hat die geringe Geburtenzahl auch gesellschaftliche Einstellungen verändert. Und zwar gründlich.
    »Deutschland hat eine Gesellschaft, die für Kinderlosigkeit optiert und diese Lebensentwürfe in hohem Maße akzeptiert«, sagt der Bevölkerungsforscher Sobotka. Im Klartext: Über Frauen, die keine Kinder haben, wundert sich niemand mehr. Im Gegenteil: Wer Kinder hat, hat die Beweislast.
    (...).
    »Die Kinderlosen«, sagt der Ifo-Forscher Martin Werding, »sind inzwischen zu gesellschaftlichen Vorbildern geworden, an denen sich die ökonomische Rationalität des einzelnen weiter formt.«
    (...).
    Statistisch ist die Entwicklung nicht mehr aufzuhalten. (...). Glaubt man den Soziologen und Demographen, ist es für eine Wende zu spät. (...). »Es gibt keine Anzeichen für einen Anstieg der Geburtenrate«, meint Werding.

     
         
     
           
         
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 28. Januar 2007
    Update: 22. Oktober 2011