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Iris Radisch:
Die Schule der Frauen
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Kurzbiographie
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1959 in
Berlin geboren
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Studium der Germanistik,
Romanistik und Philosophie
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2007 Buch
"Die Schule der Frauen"
-
Redakteurin der Wochenzeitung
Die Zeit
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Aktuellster
Beitrag
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Iris Radisch
in ihrer eigenen Schreibe
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RADISCH, Iris (2004): Der Große Kommentator.
Botho Strauß macht sich Notizen in der Uckermark über den
Verfall der Zeit, über Schlehenblüten und Wärmespinnen,
in: Die ZEIT Nr.14 v. 25.03.
-
Anlässlich seines aktuellen Buches
Der Untenstehende auf Zehnspitzen
charakterisiert RADISCH den Schriftsteller
Botho
STRAUß folgendermaßen:
"Zehn
Jahre sind seit dem Anschwellenden Bocksgesang
vergangen, und zwischen Strauß und seinen Kritikern ist
Frieden eingekehrt. Botho Strauß ist nicht besser, aber die
Welt ist schlechter geworden. Was einmal den strengen
Beigeschmack des Ressentiments hatte, ist heute willkommene
Revolte gegen die schier unerträgliche Ausdünnung und
Virtualisierung des Lebens. Früher mochte mancher über den
wetternden »Rechten in der Richte«, respektive auf dem
märkischen Hügel noch spaßen. Wer jetzt noch immer kein Haus
in der Uckermark hat, dem wird das Lachen bald vergehen… Mit
anderen Worten: Während vor zehn Jahren niemand etwas wissen
wollte von der konservativen Revolution der Verhältnisse,
spricht Strauß – noch immer in der Pose des »vollkommen in
aller Zeit Isolierten« – heute aus, was jeder denkt, der
sein bisschen Verstand noch nicht zu Markte getragen hat.
Die
Minima Moralia, an der Strauß seit Jahren in vielen
Fortsetzungen schreibt, ist kein Weltrettungsunternehmen –
diesen Part hat für unsere Zeit Alexander Kluge übernommen,
auch er ein Anhänger des Glaubens, dass Literatur die Welt
nicht unterhalten, sondern verändern müsse. Das Endlosbuch
des Botho Strauß ist Untergangsmusik, Klage, Leiden an der
Gegenwart, Verklärung einer unbefleckten Vergangenheit, wie
sie von Walther von der Vogelweide über Hölderlin bis
Handke zum
Sonderweg deutscher Literatur geworden ist."
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RADISCH, Iris (2005): Mitten im Irrsinn.
Meine Straße: Oranienstrasse 67, Berlin. West-Berlin in
den sechziger Jahren. Eine Siedlung direkt an der Grenze
zweier Staaten, die Mauer verlief gleich hinterm Haus. Wir
Kinder fühlten uns trotzdem wohl,
in: Die ZEIT Nr.32 v. 04.08.
RADISCH, Iris (2005): Der geklonte Roman.
Michel Houellebecq
will sich mit seinem Opus magnum zum Untergang des
Abendlandes selbst überbieten und scheitert gründlich,
in: Die ZEIT Nr.36 v. 01.09.
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Iris RADISCH rechnet mit Michel
HOUELLEBECQs Roman
Die Möglichkeit einer Insel
ab:
"Der
neue Roman (...) lässt keine Missverständnisse aufkommen.
Er fügt dem bekannten provokativen Themenbausatz der
bisherigen – Einsamkeit, Sexbesessenheit, vergebliche
Suche nach Liebe,
Kinderhass, Altenhass, Menschenpark-Fantasien – nichts
mehr hinzu. Er perpetuiert auch den bekannten, extrem
entspannten, anspruchslosen, irgendwie abwaschbaren
Berichtsstil, der hier allerdings in den so genannten
obszönen Passagen merkwürdig onkelhafte Töne anschlägt
(»geile Miezen« haben »tolle Kurven«). Er mäht die schönen
Frauen, wie gehabt, beizeiten nieder und quatscht traurig
weiter –
Elisabeth Bronfen würde sagen: »nur über ihre Leiche«.
Er heischt wieder dezent nach Mitleid für seinen Helden
und verteidigt desperadohaft dessen pornografisch
inspiriertes Weltbild (»Es ließ sich nur noch schwer
verheimlichen, dass das eigentliche Ziel der Menschen
ausschließlich sexueller Natur war«). Mit anderen Worten:
Ihn schmerzt wie üblich die Verödung der Welt, die zu
nicht geringen Teilen ein Ergebnis seiner eigenen öden
biologistischen Ansichten ist. Weit und breit nichts als
Koketterie mit intellektueller Pornografie und dem Leid an
ihr. Alles beim Alten. Der neue Roman ist ein Klon seiner
Vorgänger."
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RADISCH, Iris (2006): Der Preis des Glücks.
Junge Frauen bekommen überall zu hören: Kriegt Kinder,
und zwar schnell! Über die Folgen werden sie getäuscht. Ein
paar unbequeme Wahrheiten,
in: Die ZEIT Nr.12 v. 16.03.
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Die reaktionäre GASCHKE-ZEIT
hat für diese Ausgabe Sendepause.
Der
Artikel von Christine BRINCK über
die Freuden des Frühgebärens
hat wütende LeserInnenbriefe hervorgerufen. Der Artikel
war erst gar nicht ins Netz gestellt worden.
Nun
hat man Iris RADISCH an die Gebär-Front geschickt, um die
aufgebrachten Leserinnen zu besänftigen.
Das
ist alles jedoch doch recht bieder. Die entscheidende
Frage wird erst gar nicht gestellt: Gibt es überhaupt zu
wenig Kinder?
Die
Wirtschaft verlangt nach billigen Arbeitskräften und
kaufkräftigen Konsumenten, möchte aber die
Reproduktionskosten für den Nachwuchs nicht mehr bezahlen
(sprich Lohnnebenkosten). Den sollen nun die Eltern
zahlen, die wenn die eigenen Kinder aus dem Haus sind, als
Kinderlose an den Pranger gestellt werden.
Der Staat verlangt nach zahlungskräftigen
Steuerzahlern und Beitragszahlern. Statt jedoch das
Kinderkriegen zu fördern, sollen die potenziellen Eltern -
also junge Kinderlose - bestraft werden.
Es gibt
eine Tendenz, diese Fragen auszublenden oder an angebliche
natürliche Sachzwänge zu delegieren.
Zeigt uns
diese Gesellschaft - jenseits der Sonntagsreden und
Reproduktions-Enzykliken - nicht tagtäglich, dass wir alle
nur überflüssig sind? |
RADISCH, Iris (2007): Männer!
Von den Vätern war im Streit um die Kinderkrippen bisher
nicht die Rede - da liegt das Problem,
in: Die ZEIT Nr.10 v. 01.03.
RADISCH, Iris (2007): Verträumte Blicke.
Die Hausfrauenehe wird in aktuellen Debatten gerade wieder
leidenschaftlich als Hort des wahren Familienglücks gepriesen. Dabei
galt sie in Ostdeutschland längst als Phantombegriff, im Westen als
fragwürdig gewordenes Modell. Zeit, diese Kampfformel der
Familienpolitik noch mal genauer zu betrachten,
in: Das Magazin, April
Neu:
RADISCH, Iris (2011): Die elementare Struktur der Verwandtschaft.
Seine Majestät, das Ich, hatte viele
Jahre die Alleinherrschaft über den deutschen Roman. Nicht nur zu
seinem Vorteil. Jetzt kehrt mit aller Macht die Familie zurück. Und
der Abschied vom Ich muss niemanden leidtun,
in: Die ZEIT Nr.41
Literaturbeilage v. 06.10.
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Iris RADISCH sieht in der deutschen Literatur einen
Paradigmenwechsel von der "Single-Gesellschaft" und ihrer
Abrechnung mit den Eltern zur Familienchronik mit ihrer
Betonung der Herkunft:
"Der Selbstentwurf der
ersten Nachkriegsgeneration als eine abstammungslose
Ansammlung von Monaden ist einer der erfolgreichsten
Gründungsmythen der Bundesrepublik. Der nomadisierende
Einzelgänger war der literarische Lieblingsheld der
aufstrebenden bundesdeutschen Angestelltengesellschaft",
behauptet RADISCH und zieht
eine Linie von Peter WEISS'
Abschied von den Eltern über den
jungen Peter HANDKE und
Botho STRAUß zu Fritz ZORNs
Mars und Bernward (und nicht Guntram wie RADISCH
schreibt) VESPERs
Die Reise.
Am 20. Oktober 1978 titelte
das ZEIT-Feuilleton Kontaktsperre. Es folgte
eine Charakterisierung der modernen Literatur als
Bestandsaufnahme der Beziehungslosigkeit von Fritz J. RADDATZ.
Zu dieser Zeit geriet in Deutschland die
Single-Gesellschaft als Bedrohung in den Focus der deutschen
Medien. Es war kein Zufall, dass damals die
zweite Generation Kinderlos in 100 Jahren und das
Aussterben der Bundesdeutschen entdeckt wurde.
Den Paradigmenwechsel macht
RADISCH an 3 Autoren der
Single-Generation fest: Oskar ROEHLERs
Herkunft, Josef BIERBICHLERs Mittelreich und
Eugen RUGEs In Zeiten des abnehmenden Lichts:
"Jetzt sind die Enkel am
Zug. Und machen einen Salto rückwärts. Drei der aufregendsten
Romane dieses Literaturherbstes sind Generationenromane alter
Schule. Sie sind geschrieben von drei männlichen
Romandebütanten jenseits der 50 (...) (Sie) haben
autobiografische Familienromane geschrieben, in denen sie ihre
Vorfahren nicht zur Rechenschaft ziehen, sondern sich
einreihen in die patrilineare Dreieinigkeit aus Großvater,
Vater und Sohn. Die stolze Vaterlosigkeit, aus der die Autoren
der alten Bundesrepublik ihr Kapital machten, ist einer
Sehnsucht nach genealogischer Kontinuität gewichen. Das
einsame Ich (...) ist seiner überlegenen Einsamkeit müde
geworden und sucht nach seinem verlorenen Schatten: seiner
Herkunft."
Der Paradigmenwechsel in
der Literatur begann 1999 mit Michel HOUELLEBECQs Doppelschlag
Elementarteilchen und
Ausweitung der Kampfzone, mit denen er zur
Leitfigur einer Debatte um die sexuelle Revolution wurde.
Seitdem sucht man in Deutschland den deutschen HOUELLEBECQ.
"Wenn in diesen Büchern vom
Familienleben erzählt wird, so geschieht dies kaum zu
Propagandazwecken, sondern nur, um uns daran zu erinnern, dass
man den elementaren Strukturen der Verwandtschaft genauso
wenig entkommt wie dem Atemholen",
schreibt RADISCH. Die
Sehnsucht nach Genealogie bei unseren individualisierten
Eliten ist eng verknüpft mit dem
Ende der Aufstiegsgesellschaft und der erhofften (jene,
die sich als Gewinner sehen) bzw. befürchteten (jene, die
sich als Verlierer sehen)
Polarisierung,
die durch den Umbau des Sozialstaats beschleunigt wurde.
Angesichts der
diversen Szenarien vom Wegbrechen der breiten Mittelschicht
gerät der
Single als Pionier der Aufstiegsgesellschaft ins Abseits.
In einer Gesellschaft, in der Doppel-Karriere-Familien das
neue Leitbild sind, wird es für alle anderen Lebensformen
enger.
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Iris Radisch: Porträts und
Gespräche
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DOBRATZ, Renate (2006): Quer durch die Republik.
Leben in der Fernbeziehung,
in: Eckpunkt. Sendung des SWR 2 v. 31.01.
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Bericht über die Fernbeziehung von
Iris RADISCH und
Eberhard RATHGEB:
"In der
Soziologie nennt man das
Spagatfamilie.
Der Soziologe Ulrich Beck hat diesen Begriff in den 80er
Jahren geprägt. In diesem Spagat, ein Leben auf zwei Städte
aufzuteilen, sieht er die Gefahr, dass die Ehe in die Brüche
geht. Er hält die
Fernbeziehung
für den ersten Schritt zur Scheidung. Doch heute wird das
meistens unfreiwillige Lebensmodell fast zur Normalität. Es
ist immer unwahrscheinlicher, den passenden Arbeitsplatz in
der Nähe zu finden."
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Klappentext
"Klartext zu
Frauen, Kindern und Karriere
Männchen,
Weibchen, Nest und Nachwuchs, das ist der Gang der
Welt seit Anbeginn. An den evolutionären
Grundgesetzen kommt man ohne Folgen nicht vorbei.
Die Natur rächt sich an der Moderne, den
hemmungslosen Einsatz der Pille bestraft sie mit
Engpässen in der Rentenfinanzierung. In den
panischen Gebärkampagnen der letzten Monate werden
Frauen einem enormen Druck ausgesetzt. Die
emanzipierte, arbeitende Frau gerät in Misskredit.
Dabei ist die Gleichberechtigung von Mann und Frau
eine wunderbare Sache, die nicht mehr zurückgenommen
werden kann. Wir müssen sie verteidigen, auch wenn
sie oft nicht funktioniert, wie insbesondere bei der
Familiengründung. Mit Kindern kommt die Moderne ins
Stottern und ohne Kinder auch. In diesem Paradox
leben wir, in diesem Paradox müssen wir uns
einrichten. Wie wir das schaffen können, davon
erzählt dieses Buch. Dass Kinder glücklich machen,
steht dabei nicht zur Debatte. Wir sollten dem Glück
nur offen in die Augen sehen."
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Vorabdruck
RADISCH, Iris (2007): Schluss mit dem Streit!
Vollzeitmütter und berufstätige Mütter führen einen Kampf
um das beste Lebensmodell. Damit werden sie die Familie
nicht retten,
in: Die ZEIT Nr.8 v. 15.02.
-
Iris RADISCH hat noch einmal den
aktuellen
Kampf der Familienlebensstile
rekapituliert, der auch innerhalb der ZEIT tobte
(z.B.
Ulrich GREINER oder
Susanne MAYER).
Im
Gegensatz zum Politikwissenschaftler Claus LEGGEWIE, der
die
Frontlinie zwischen Eltern und
Kinderlosen sieht, kommt
RADISCH zu dem Schluss,
dass die Fronten im Kampf der Familienlebenstile immer
noch verhärtet sind:
"Der
Barrikadenkampf zwischen den Anhängern des Glaubens an
eine rückstandsfreie Vereinbarung von Kindern und Karriere
einerseits und den Verfechtern der mütterlichen
Prädestinationslehre andererseits ist unwürdig und
fruchtlos. (...): Eine neutrale Position zwischen den
Fronten, die dafür plädiert, dass jeder nach seiner Fasson
glücklich werden sollte, drückt sich um die Antwort (...).
Außer Polemik ist in dieser Debatte noch nicht viel
hervorgebracht worden",
kritisiert RADISCH und schiebt den
schwarzen Peter den Männern zu:
"Wir
sollten uns eine Pause gönnen. Jetzt ist es an den
Männern, uns einzuholen. Die Männer müssen sich bewegen,
sie müssen die männliche Hälfte der Welt mit uns teilen
und die weibliche endlich erobern. (...). Nicht wir sind
es, die sich verweiblichen müssen, die Männer müssen es
tun. Und nicht wir sind es, die Kinder und Karriere
weiterhin immer nur fleißig addieren sollten, die Männer
müssen es uns gleichtun. Dann wird der Krieg ein Ende
haben",
glaubt RADISCH. |
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Rezensionen
TEUWSEN, Peer (2007): Einsichten vor dem Wäschetrockner.
Warum bekommen wir immer weniger Kinder? Die
Literaturkritikerin Iris Radisch, selbst dreifache Mutter,
hat ein beeindruckend ehrliches Buch geschrieben,
in: Weltwoche Nr.7 v. 15.02.
KAHLWEIT, Cathrin (2007): Das
Schütteln an der Krippe,
in: Süddeutsche Zeitung v. 22.02.
LANGE, Alexa Hennig
von (2007): Das große und kleine Glück der Mutterschaft.
In ihrem Buch "Die Schule der Frauen" wirbt
Literaturkritikerin Iris Radisch fürs Kinderkriegen,
in: Welt am Sonntag v. 25.02.
WEIDENFELD, Ursula (2007):
Land ohne Väter.
Um die Familie neu zu erfinden, meint Iris Radisch,
brauchen wir neue Männer,
in: Tagesspiegel v. 05.03.
"Iris
Radisch ist eine der wenigen im gegenwärtigen
Familien-Debattenclub, die ehrlich genug ist, nur für sich,
ihre Frauengeneration und nur für ihr Milieu, die
gutgestellten intellektuellen Frauen zwischen 40 und 60 zu
sprechen. Sie verzichtet darauf, die Kinderfrage mit dem
Armutsproblem zu vermengen, die Erziehungsaufgabe der Eltern
gegen mehr Weiterbildungsgeld für Kindergärtnerinnen
auszuspielen, berufstätige und Hausfrauenmütter zu bewerten.
Stattdessen widmet sie sich einer guten altlinken Frage: Wo
sind die neuen Väter, die die neue Familie braucht?"
meint Ursula WEIDENFELD. |
SEIBEL, Andreas (2007):
Liebe, Arbeit, Kinder.
Iris Radisch gründet eine "Schule der Frauen" und fordert
mehr Familienzeit,
in: Welt v. 17.03.
"»Die
Schule der Frauen« ist zuerst eine Bestandsaufnahme, eine
Situationsbestimmung, kein Lehrbuch. Das ist seine Stärke.
Manche Dinge weiß man, und weiß doch nicht um ihre
Einmaligkeit. Radisch sagt, ihre Generation sei die erste,
für deren Frauenleben es in der Geschichte nirgends ein
Vorbild gab. Sie meint die heute Vierzig- bis
Fünfzigjährigen",
schreibt
Kerstin DECKER
über die Karrierefrauen der Single-Generation.
"Vieles
deutet darauf hin, dass der
»Trend zur allein lebenden Karrierefrau« keineswegs mit
der Generation Golf begann, sondern bereits die Frauen der
Single-Generation lebten dieses neue Muster vor.
Dafür spricht, dass der Anstieg nicht erst 1995 begann,
sondern sich bereits in den 70er Jahren entwickelt hat. Im
Zuge der Bildungsexpansion haben sich neue Chancen für
allein lebende Frauen ergeben",
heißt es in einer Analyse von single-generation.de im
Beitrag
Allein lebende Frauen und Männer in
den alten Bundesländern.
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KRAMM, Jutta
(2007): Geschichten aus dem Hamsterrad.
Iris Radisch sucht neue Männer und neue Familien,
in: Berliner Zeitung v. 20.03.
MEISTER, Martina (2007): Geschenkte Zeit.
Mutig und schonungslos: Iris Radisch hat sich Gedanken über die
Zukunft der Familie gemacht,
in:
Literaturbeilage der Frankfurter Rundschau v. 21.03.
-
Mit viel Pathos preist
Martina MEISTER das Buch
Die
Schule der Frauen von Iris RADISCH an.
"Es
geht um die Kinderfrage, auf welche der Feminismus keine, das
Patriarchat die falsche Antwort hinterlassen hat",
fasst MEISTER das Problem zusammen. Sie attestiert der Autorin eine
schonungslose Analyse, die sich mit allen anlegt:
"Radisch
ist in ihrer Analyse so schonungslos, dass sie sich im Grunde mit
allen anlegt: mit den Powerfrauen, die sich selbst belügen; mit den
Männern, die sich den Problemen entziehen, indem sie sich für das
bewährte Doris-Modell, also für den Neuanfang mit einer deutlich
jüngeren Frau entscheiden, oder für das Pilati-Modell optieren, bei
der die neue Partnerin aus der Gefahrenzone der Gebärfähigkeit
bereits heraus ist; vor allem aber legt sie sich mit den Hausfrauen
an, die in ihren Augen eine beneidenswerte und aus Steuergeldern
finanzierte Kaffeehausexistenz führen."
Eine Antwort
auf die Kinderfrage sei nötig, weil nur noch die Wahl zwischen
Lebensentwürfen bleibe, die allesamt nicht aufgehen würden, fährt
MEISTER fort, um zuletzt auf die politischen Forderungen einzugehen:
"Es geht um (...)
die Einsicht, dass es mit Elterngeld und mehr Krippenplätzen allein
immer noch nicht getan ist. Radisch fordert »geschenkte Zeit«,
Kinderzeit für Mütter und Väter bei vollem Rentenausgleich und
voller Anerkennung in den Sozialversicherungen. Es ist ein kühner
Traum. Aber wir haben gar keine andere Wahl: Er muss jetzt ganz
schnell Schule machen."
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Das Buch in der Debatte
GÜNTNER, Joachim (2007):
Hüpfen im Takt der Moderne.
Die alte bürgerliche Familie ist tot, die neue soll
flexibler sein - eine deutsche Debatte,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 09.03.
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Am Ende kommt GÜNTNER noch auf das
neue Buch Die Schule der Frauen der Kollegin Iris RADISCH zu sprechen:
"Hoffnung
setzt Radisch nicht in eine Revision der Moderne - sie
will kein Zurück -, sondern sie verlangt, die
Allgemeinheit möge den Eltern Zeit für ihre Kinder
schenken, «alles selbstverständlich mit vollem
Rentenausgleich und voller Anerkennung in der
Sozialversicherung». In den so gewonnenen
«Zeitschutzzonen» soll die Familie zu sich selbst kommen.
Als
«Gegenmodell zur Allgewalt der Ökonomie und der
Beschleunigung» figuriert die Familie bei Radisch wie
bei Horkheimer. «Utopisches Träumen» aber wird man ihre
Mach-mal-länger- Pause-Philosophie kaum nennen können."
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ZIPS, Martin (2007):
Vorsicht, Besserwisser!
Eva Herman, Iris Radisch, Christian Nürnberger: Warum die
neuen Helden der Elternratgeber-Prosa einfach nur nerven,
in: Süddeutsche Zeitung v. 20.03.
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Martin ZIPS hat die Bücher zur
politischen Debatte um die Familie von Eva HERMAN ("Das
Eva-Prinzip"), Iris RADISCH ("Die Schule der
Frauen") und Christian NÜRNBERGER & Petra GERSTER ("Der
Erziehungsnotstand") als Beispiele für Elternratgeber
gelesen. Sein Fazit:
"Was Eltern
wirklich interessiert, nämlich wo es ordentlich bezahlte
Teilzeitstellen gibt und welche Krippe günstig,
unbürokratisch und auch mal nur für ein paar Stunden
Kinder aufnimmt (...) steht leider nicht in
Elternratgebern. Insofern war die Lektüre pure
Zeitverschwendung."
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