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Isabelle Graw: Texte zur Kunst

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1962 geboren
    • 1990 Gründung der Zeitschrift Texte zur Kunst
    • 2003 Texte zur Kunst Heft 52 "Liebe"
    • Professorin für Kunsttheorie an der Städtelschule in Frankfurt
 
       
   
  • Aktuellster Beitrag
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    Isabelle Graw in ihrer eigenen Schreibe

     
       
    • GRAW, Isabelle (2001): Der Körper der Königin.
      Im Yogakurs mit Madonna: Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere macht sich die Selbstinszenierungskünstlerin Madonna rar. Als Ikone des Feminismus hat sie ausgedient. Großbritannien hofft in ihr die neue Königin der Herzen gefunden zu haben,
      in: TAZ v. 10.01.

    Gemäß Isabelle GRAW sollte Madonna den freigewordenen Platz von Lady Di einnehmen. Madonna verkörpert die beruflich erfolgreiche Mutter, eine Powerfrau, die ihre Familie als Managerin fest im Griff hat (aber ihre privilegierte Situation gerne ausblendet). Mit Sätzen wie "Es sei doch bekannt, dass man die besten Dinge im Leben nicht planen könne, die würden einem nämlich widerfahren und einen selbst am meisten überraschen" grenzt sie sich andererseits gegen das Bild der "strategischen Powerfrau" ab.

    • GRAW, Isabelle (2004): Du bist nicht allein.
      In der Mode geht es grundsätzlich nie darum, dass etwas gebraucht wird oder unmittelbar einen bestimmten Zweck erfüllt: Vom mimetischen Begehren in Mode und Kunst und seinen Tücken,
      in: TAZ v. 20.01.

    "In Berlin strahlt einem neuerdings an jeder Ecke Claudia Schiffer (mit Baby im Arm) für den Quelle-Katalog entgegen: eine Werbung, die - aus gegebenem Anlass - zum Kinderkriegen ermuntert und das muffige Flair dieser Firma in ein modisch-begehrenswertes zu verwandeln versucht",

    beginnt Isabelle GRAW  ihren Beitrag über das mimetische Begehren in der Mode, das auf Identifikation und Nachahmung angewiesen ist. Passend zum neuen Elitismus, dem neuen Nachdenken über Führen und Folgen (Rainer Paris) und dem neu erwachten Interesse an einem lange vergessenen Klassiker der Nachahmung, dem französischen Soziologen Gabriel de TARDE, widmet sich GRAW einem Thema, das aus der Orientierungslosigkeit keine Tugend macht, sondern ein lukratives Geschäft.

    Neu:
    GRAW, Isabelle (2007): Bruder Martin als Legende.
    Susanne Kippenberger hat ein Buch über ihren Bruder Martin Kippenberger geschrieben. Doch sie vermischt Künstler und Person,
    in:
    Die ZEIT Nr.15 v. 04.04.

    "Die Autorin hat »Augenzeugen« aus dem Kunstbetrieb befragt (mich eingeschlossen), die ihre Erinnerungen an die Person Kippenberger zum Besten geben. Bei jeder dieser Geschichten müsste man nach dem Kontext fragen, aus dem das Buch sie aber herausreißt. Denn die Befragten – vom ehemaligen Galeristen bis zur Exfreundin – verfolgen ja ihr eigenes Kippenberger-Interesse, so wie auch Susanne Kippenberger ein bestimmtes Bild ihres Bruders mit Hilfe der gesammelten Zitate zu untermauern sucht. Dies alles trägt nicht zur Wahrheitsfindung bei, eher zur retrospektiven Verklärung", meint Isabell GRAW.
     
           
       

    Liebe (2003)
    Heft 52, Dezember
    Berlin: Zeitschrift Texte zur Kunst

     
       
         
     

    Pressestimmen

    "Ein Gespräch, das Isabelle Graw in den von ihr editierten »Texten zur Kunst« mit der israelischen Liebessoziologin Eva Illouz führt, dreht sich um moderne Formen der Paarbeziehung und ihre Vorbilder. Ist es noch die gemeinsame Naturerfahrung oder doch eher ein Popkonzert, das zarte Bande knüpft? Für die »romantische Intensität« einer Beziehung, so Graw, ist die Bedeutung der Clubkultur, der »Szene, zu der beide Partner gehören«, heute nicht zu unterschätzen: »Ob ein Paar sich findet, hängt hier weniger von isolierten Ritualen der Zweisamkeit als von dem Verhältnis beider Partner zur Gemeinschaft ab.« Illouz widerspricht: Das Paar ziehe sich immer noch zurück, allerdings nicht unbedingt in die Einsamkeit, sondern ins Kino oder Restaurant (...). Für Illouz haben »viele Liebesgeschichten damit zu tun - mit diesem Aufbau einer Insel der Privatheit inmitten der öffentlichen Sphäre«".
    (Ingeborg Harms in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 10.01.2004)

     
         
     
           
       

    Die Beiträge des Heftes

  • GRAW, Isabelle - Der Liebe wegen. Ein Interview mit Eva Illouz
  • Eva Illouz - Der Konsum der Romantik
  • NEUMANN, Gerhard - Jetzt hat's mich erwischt. Über den Coup De Foudre als Wahrnehmungsschema
  • SCHMITT, Viola - Was machen wir mit Udo Walz? Liebe in der "Bunte"
  • ALBIG, Jörg Uwe - Lieben lernen. Ein Interview mit Robert Epstein
  • KNÖRER, Ekkehard - "Ich würd das mal auf den Begriff Obsession bringen". Liebe in Filmen von Tom Tykwer und Oskar Roehler
  • SACHSSE, Susanne & Daniel HENDRICKSON - Eine Terroristin im Hause der Liebe?
  • REBENTISCH, Juliane - Die Liebe zur Kunst und deren Verkennung. Adornos Modernismus
  • PRYDE, Josephine - Dream on. Die Politik des Tagtraums
  • BUSS, Esther - This is not a Love Song. Liebe in und um die Filme von John Cassavetes
  • BUCHMANN, Sabeth - Es kann nicht jede/r Andrea heissen. Zu den neuen Arbeiten von Andrea Fraser
  • KOCH, Gertrud - Man liebt sich, man liebt sich nicht, man liebt sich. Stanley Cavells Lob der Wiederverheiratung
  • WULFFEN, Amelie von u.a. - Umfrage: Liebe Arbeit Kunst. Wie wirkt sich ihr Liebesleben auf ihre künstlerische (bzw. kulturelle) Produktion aus?
  • WEINGART, Brigitte - Zu Uwe Johnsons "Skizze eines Verunglückten"
  • VOSS, Christiane - Ernst Tugendhats "Egozentrizität und Mystik"
  • KHURANA, Thomas - Barthes und der Anachronismus der Liebe
  • VINKEN, Barbara - On the Road mit Goethe, E.T.A. Hoffmann und Balzac
  • WÜNSCH, Michaela - Julia Kristevas "Histoires D'Amours
  • SETTON, Dirk - Niklas Luhmanns "Liebe als Passion"
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    Das Heft in den Medien

    HARMS, Ingeborg (2004): Es ist, was es ist, sagt die Liebe.
    Kann es im Tanzflächenbrand noch flammende Herzen und romantische Momente geben? Blick in deutsche Zeitschriften,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 10.01.

     
       

    Die Zeitschrift "Texte zur Kunst" in den Medien

    HARMS, Ingeborg (2006): Was intim ist, geht alle an.
    Das Klatschen der Frösche: Nach der biopolitischen Wende gibt es kein Recht mehr auf unbehelligtes Privatleben,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 03.04.

    Ingeborg HARMS befasst sich in ihrer Zeitschriftenrundschau ausgiebig mit dem März-Heft der Zeitschrift Texte zur Kunst. Darin geht es um Gossip, d.h. Klatsch in der internationalen Kunstwelt. Für Isabelle GRAW ist Klatsch entscheidend für Wertbildungsprozesse auf dem Kunstmarkt. Auf diesem Markt hat sich ein Starkult etabliert, der mit einer werkgebundenen Zurschaustellung des Privatlebens einhergeht:

    "In diesem personengerichteten Interesse sieht die Autorin eine angemessene Reaktion auf die »biopolitische Wende« in der öffentlichen Diskussion: Wo die Sorge um den Nachwuchs zur Pflicht wird, hat das Recht auf ein unbehelligtes Privatleben ein Ende."

    Der US-amerikanische Historiker Eli ZARETSKY sieht diesen Trend seit den 70er Jahren wirken, als "die freudianisch geprägte neu Linke der Unterscheidung zwischen Privatem und Öffentlichem den Krieg erklärt" wurde. Der Netzwerkkapitalismus gehe mit einer "Absage an die »Idee eines dem Individuum innerlichen persönlichen Lebens zugunsten einer Betonung von Flexiblität, Geselligkeit und Gespür für Differenz«" einher. "Definiert wurde der einzelne nicht länger durch sein Entsagungsvermögen, sondern durch sein »unendliches Begehren«".

    Diese "Kultur der Expressivität" hat natürlich immer wieder zur Kritik herausgefordert. Richard SENNETT ("Terror der Intimität") oder neuerdings HEATH & POTTER ("Konsumrebellen") wären hier zu nennen. Der Fall WEIDERMANN zeigt außerdem, dass der Starkult schon längst den Literaturbetrieb erreicht hat.

     
       

    Weiterführende Links

     
         
       
     
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 17. Januar 2004
    Update: 29. August 2015