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Jan Feddersen: Wunder gibt es immer wieder

 
       
     
       
   

Jan Feddersen in seiner eigenen Schreibe

 
   

FEDDERSEN, Jan (2003): Fröhlich auferstanden aus Ruinen.
Neid auf die Renten heutiger Pensionäre sei ungerecht, heißt es. Immerhin hätten die Alten Deutschland wiederaufgebaut,
in: TAZ v. 22.10.

Jan FEDDERSEN leistet wie Tissy BRUNS Aufklärungsarbeit  an der Rentnerfront und kann deshalb sogar Philipp MIßFELDER  etwas abgewinnen, denn dieser rückte

"nur eine gewisse Lebenslüge der Bundesrepublik zurecht: dass aller Wohlstand in den Fünfzigern begründet worden sei, dass unsere Fettlebe auf den Knochen der heute Gebrechlichen erarbeitet wurde.
(...).
Die Wahrheit ist, dass die heutigen Rentner globalisierungsarm schuften konnten. (...).
Die Fuffziger - das war die deutsche Partygesellschaft in ihrer Urszene."

Die 1950er werden gerne als "golden Age of marriage" hervorgehoben, so auch von FEDDERSEN:

"Noch nix war postmodern, dafür fast alles traditionell. Nur Ehen und Familien gab es, in denen Mutti zu Hause blieb und Vati malochte. Diese deutschen Verhältnisse hörten irgendwann auf, Mitte der Sechzigerjahre."

Vaterlose Familien, Kriegsheimkehrer, Kriegerwitwen, Onkelehen, italienische Scheidungen usw., das existiert in der nostalgischen Rückschau nicht mehr. Offenbar war die Praxis postmoderner als es die Geschichtsschreibung zulässt...

FEDDERSEN, Jan (2004): Eigentlich sind wir ja mit dem Fahrrad da.
Lange Zeit war das Auto der schlimmste Feind der Grünen. Zumindest offiziell, wenn man nicht gerade aufs Land fuhr, Unabhängigkeit und Freiheit genoss. Damit ist jetzt Schluss. Heute bekennen sich die Grünen nicht nur zum Auto, sondern auch zu all den anderen Lebenslügen. Nur das hat Zukunft,
in: TAZ v. 02.07.

"Der Grün-Wähler hat ein soziales Gewissen, quält sich aber nicht rund um die Uhr damit, stets so zu leben",

zitieren Gerald JOHN & Eva WEISSENBERGER eine grüne Wiener Stadträtin in einer Titelgeschichte über das Buhlen um die Bobos, die vor kurzem im Wiener Stadtmagazin Falter erschien. Jan FEDDERSEN hat offensichtlich das gleiche Milieu im Auge, jenes Milieu dem Florian ILLIES die Anleitung zum Unschuldigsein gewidmet hat, jene urbanen Aufsteiger, die der konservative Journalist David BROOKS auch mit dem Begriff der bourgeoisen Bohemien (Bobos) bezeichnet hat. Politik wird in dieser Perspektive zum Ausdruck eines Lebensgefühls. Jan FEDDERSEN möchte deshalb die kritischen 60er/70er Jahre verabschieden und präsentiert die Wirtschaftswunderzeit der 50er Jahre als neues Wohlfühlzeitalter für die Bobo-Partei der Grünen:

"Eine Partei, deren Milieus nicht mehr nur hinaus aufs Land wollen, um sich von der Welt fern zu halten, um sich reinlich zu halten vom Schmutz der »Unwirtlichkeit der Städte« (Alexander Mitscherlich): die hat Zukunft. Das ist keine Formation mehr der Frommen und Sauerlaunigen und Übelnehmenden. Sie würde an das Lebensgefühl der Fünfziger anknüpfen, als die Westdeutschen lernten, das Fremde, die Fremden an sich heranzulassen, indem man sich auf sie einlässt, in Rimini, am Wolfgangsee oder in Kroatien: beim Grillabend, in der Dorfdisko."

FEDDERSEN, Jan (2004): The Schavan.
Operation Ministerpräsidentin: Warum die anerkannte Bildungspolitikerin Annette Schavan gegen Günther Oettinger und das konservative CDU-Milieu in Baden-Württemberg keine Chance hatte,
in: TAZ v. 03.12.

Während Robin ALEXANDER auf Seite 1 keine politischen Unterschiede zwischen OETTINGER und SCHAVAN machen darf, muss FEDDERSEN identitätspolitisch korrekt die Lifestyle-Differenzen herausarbeiten. In dieser Perspektive mutieren die Provinzstädtchen Tübingen und Freiburg zu urbanen Metropolen. Dass der Familienvater OETTINGER die kinderlose Karrierefrau SCHAVAN deklassiert hat, ist Ausdruck des deutschen Familialismus. Nur in den Lifestyle-Gettos wird dies noch anders gesehen.

FEDDERSEN, Jan (2005): Krieg dem Pöbel.
Ein Gespenst geht um in Deutschland - das Gespenst der Unterschicht. Die Mächte der alten Bürgerlichkeit und des Dünkels haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dies Gespenst verbündet, die "Zeit" und Harald Schmidt, Paul Nolte und die Montessori-Eltern,
in: TAZ v. 18.03.

Jan FEDDERSEN beschreibt die Motive für die neuerdings grassierende Beschäftigung mit den Unterschichten: "Die Kritik an Proleten, an ihren Aggressionen, an ihrer Wut, an ihren Freuden und Gelüsten, richtet sich nie gegen die materiellen Lebensverhältnisse, denen sie ausgesetzt sind, sondern vornehmlich gegen ihre Geschmäcker und Gewohnheiten.
Was auf die aktuellen Bildungsdebatten (Pisa!) verweist - und auf die Fantasien, die im Zusammenhang mit Armutsbeschleunigungsprogrammen wie Hartz I bis IV geweckt werden. Denn um sie geht es in Wahrheit, um die Angst der Mittelschichten um ihre Pfründen, ihr soziales, kulturelles oder auch finanzielles Kapital - ihre Furcht vor dem Abstieg. Sie wollen nicht zu jenen gehören, die in ihrer Vorstellung den Bodensatz der Gesellschaft verkörpern, nicht zu jenen, die sie sich nur roh und rau vorzustellen vermögen.

      
  Die Sorge um das Unterschichtige ist mithin eine versteckte Abwehr dessen, was schon immer da war - und wozu man nicht gehören möchte. Vor dem man sich schützt, und sei es durch Hochnäsigkeit, also Dünkel. Die »Resozialisierung« der niederen Stände wäre kein schlechtes Projekt: Aber meint sie wirklich die Verbesserung der Lebensumstände - oder nur eine Kritik der kulturellen Formen, verbunden mit Ratschlägen, besser zu essen, mäßiger zu trinken (und lieber Wein als Fusel) und das Rauchen einzustellen?"

FEDDERSEN, Jan (2005): Schnöde grüne Welt.
Abschied von Rot-Grün? Warum nicht? Keiner protestiert. Selbst das alternative Milieu glaubt nicht mehr an dieses "Projekt". Stattdessen macht sich überall eine müde "Leck mich"-Stimmung breit,
in: TAZ v. 21.03.

Jan FEDDERSEN beschreibt den Stimmungsumschwung in der bildungsnahen, von Angst getriebenen, Wählerschaft der Grünen: "Von vielen Themen scheinen auch die grünen Wähler die Schnauze voll zu haben, und das macht den Unterschied zu 1998, als alles möglich schien - eine Hegemonie gar, eine Republik, die nur auf Rot-Grün gewartet hat. Und heute? Statt Gender Mainstreaming widmet man sich eher der Liebe; über Homoehe und Sex wird nicht mehr so gern debattiert wie über Kinder und Familie; statt über Rassismus und Multikulti spricht man über einen falsch verstandenen Gleichmut religiösen Fundamentalismen gerade Migranten gegenüber; statt über Jobsharing eher über Vollbeschäftigung. Die gefühlte Stimmung, gerade unter Grünen-Wähler, ist eine erschöpfte: Man stimmt jetzt unumwunden der Idee zu, die da »Resozialisierung der Unterschichten« (Zeit) heißt, auch dass Kinder Verbindlichkeit brauchen - gerade solche aus so genannten bildungsfernen Schichten. Man bleibt zwar weiter grün und alternativ, aber die Naivität, mit der man von der »anderen Republik« träumte, ist verflogen."

FEDDERSEN, Jan (2005): mama! Ungemütlicher Tag.
Die Nazis wollten Frauen als Kameradinnen, noch lieber aber als Gebärmaschinen. Die Mutter war eine Heilige im völkischen Wahn, geehrt zum Muttertag, dem zweiten Sonntag im Mai. Warum wird er heute noch gefeiert, allem Feminismus zum Trotz?
in: TAZ v. 07.05.

Jan FEDDERSEN stellt u.a. eine Studie von Sigrid CHAMBERLAIN vor:

"In Deutschland ist die Titulierung der Mutter als Mama erst seit 1945 wieder erwünscht - die Naziideologie selbst hielt, darauf weist die Frankfurter Soziologin Sigrid Chamberlain hin, diese Namen für unschicklich, ja aus der Perspektive des Dritten Reichs unzeitgemäß: Manche Kinder, die unter dem NS-Regime geboren wurden, so Chamberlain, »wünschten sich sogar, Mama oder wenigstens Mutti sagen zu dürfen. Das wurde ihnen aber verboten. Mutter müsse es heißen, alles andere sei zu sentimental, weichlich, affig und außerdem nicht deutsch genug.«
Chamberlain hat über den Mutterkult eine erhellende Arbeit geschrieben. »Adolf Hitler, die deutsche Mutter und ihr erstes Kind« (Edition Psychosozial, Gießen 2003) heißt sie, die hauptsächlich eine Analyse zweier NS-Erziehungsbücher ist. Ihre Arbeit ist insofern besonders verdienstvoll, als sie das Bild der Frau unter und im Nationalsozialismus nicht eingeengt verstanden wissen will als Führergläubige, BDM-Mädel oder Kriegerwitwe, die ihre bis dahin gültigen Lebensromane notgedrungen mit dem 8. Mai 1945 beenden mussten."

Zum Muttertag zitiert FEDDERSEN den Popliteraten Rolf Dieter BRINKMANN:

"Der Muttertag des Nationalsozialismus war eine Veranstaltung der Dankbarkeit dieser Leistung gegenüber: die eigenen Kinder zu unnahbaren, funktionstüchtigen Figuren eines sachlichen Systems gemacht zu haben. Kinder waren der Dank an den Führer, Kader einer neuen Zeit. Der 1940 geborene Schriftsteller Rolf Dieter Brinkmann schrieb in »Rom, Blicke«: »Das ist unsere Generation, eine Gerümpel-Generation, hastig und mit Angst vor dem Krieg zusammengefickt - ein verworrenes Motiv: ehe der Mann in den Krieg zieht, macht er der Frau noch ein Kind - ,ich bin nur da, weil es einen Krieg gab' - und was ist dann Kindheit und Jugend? Nichts als eine einzige Entschuldigung, dass man überhaupt da ist, ,entschuldigen Sie, dass ich geboren bin'.«"

FEDDERSEN, Jan (2005): neokon ist noch lange nicht cool.
Die Union ist immer noch eine Partei für Lifestyle-Verlierer. Ein Sumpf von quakenden Nörglern. Daran vermag auch eine Kanzlerkandidatin Angela Merkel nichts ändern. Vor allem ihr fehlen die Visionen,
in: TAZ v. 11.08.

"Warum gelingt es der Opposition, warum gelingt es deren Anführerin Angela Merkel nicht, aus der Schwäche der Regierung Kapital zu schlagen? Oder anders gefragt: Warum gibt es unter den Deutschen, die inzwischen schnell gelangweilt und einer Sache überdrüssig sind, keine Wechselstimmung? Es hat vermutlich zwei Gründe, und beide sind letztlich nicht politische, sondern kulturelle. Der eine Grund ist Angela Merkel, der andere der Zustand der Konservativen in Deutschland",

erklärte Thomas SCHMID am 19.01.2005 im DeutschlandRadio. Das unterscheidet sich nicht von dem, was Jan FEDDERSEN erst gestern im DeutschlandRadio gehört haben will. FEDDERSEN dagegen will nichts mehr davon wissen, dass es mit Schwarz-Gelb kulturell doch gar nicht viel schlechter werden kann, stattdessen zieht er über die Partei der Lifestyle-Verlierer her. Schluss mit lustig-Peter HAHNE gilt ihm - wie auch schon Ijoma MANGOLD - als konservatives Schreckgespenst. Ob Schwarz doch noch zu retten ist?

FEDDERSEN, Jan (2005): Die Opfer der besseren Welt.
Auch nicht mehr das, was sie mal waren? Folge IV: Die Gutmenschen. In den 80ern wollten sie die Welt verbessern. Heute werden sie entweder verachtet oder haben es sich in der Welt nett eingerichtet. Aber sie werden trotzdem überleben,
in: TAZ v. 09.09.

Jan FEDDERSEN erzählt wie der Gutmensch im Jahre 1991 durch die Zeitschrift Merkur in Umlauf gebracht wurde. Und was danach geschah.

FEDDERSEN, Jan (2005) Juten Morgen, Sausocke!
Parallelwelten: Mein Stadtteil ist proll. Na und? Dafür herrschen klare Verhältnisse: "Westerwelle, dit jeht jar nich!",
in: TAZ v. 22.09.

FEDDERSEN, Jan (2005): Die Sehnsucht der Lifestyle-Linken.
Einige haben sich nach der Bundestagswahl einem neuen Projekt verschrieben: die strukturelle linke Mehrheit in Deutschland müsse regierungsfähig werden. Unsinn. Die gesellschaftlichen Realitäten kümmern sich nicht um die Machtperspektiven von Milieus und Parteien. Sie sind längst weiter,
in: TAZ v. 27.10.

Jan FEDDERSEN knüppelt die Lifestyle-Fraktion (siehe Klaus WALTER) mit dem Philosophen Richard RORTY nieder:

"Um mit dem amerikanischen Soziologen Richard Rorty zu antworten: Poschardt wie Diederichsen und all den anderen deutschen Projektlinken ist das Linke eine identitäre Veranstaltung, eine, in der es um Kulturelles geht, vor allem um das Gefühl, die besseren Analysen, die klügeren Perspektiven und ausgefuchstesten Strategien zu liefern. Im Grunde die edelste Art, rechthaberisch zu sein, ohne sich je einem Praxistest ausliefern zu müssen. Rorty schrieb dieser Linken in seinem Essay "Stolz auf unser Land. Die amerikanische Linke und der Patriotismus" ins Gemüt ein, die Neue Linke, die aus den Kulturkämpfen der Sechziger heraus entstand, habe sich immer nur um Finessen und Raffinessen gekümmert - und, sozusagen, den einfachen Mann, die einfache Frau auf der Straße aus dem Blick gesperrt. Mehr noch: sie zu Spießern, intellektuell Ohnmächtigen (und Erhellungsbedürftigen!) erklärt.
Rortys Analyse ist auf deutsche Verhältnisse exzellent zu übertragen: Lasst die Identitätssuche und nehmt die Probleme in den Blick.
"

Single-generation.de hat bereits vor mehreren Jahren den Konflikt zwischen der sozialen und kulturellen Linken (Nancy FRASER) als eine der Ursachen für die Single-Lüge aufgezeigt. Dieser Konflikt lässt sich auch an der Debatte um Sophie DANNENBERG ablesen, denn die Kampffront verlief haargenau zwischen diesen beiden Linken, deren Konflikt Wolfgang KRAUSHAAR auf den Punkt gebracht hat.

Solange diese Spaltung weiter existiert, lebt die 68er-Generation als Zombie-Generation der Berliner Republik weiter. Sophie DANNENBERG ist das beste Beispiel dafür, dass durch soziale Vererbung bereits die Generation Golf infiziert ist.

FEDDERSEN, Jan (2006): Künstliche Allianzen.
Minderheiten sind mehr denn je Objekte des ideellen Lobbyismus. Dabei hat sich die Gesellschaft längst weiterentwickelt: Sie ist liberal und pluralistisch. Warum Minorität keine Kategorie mehr sein sollte,
in: TAZ v. 30.01.

Jan FEDDERSEN ist mit der neuen Mitte im Mainstream angekommen. Nun soll Schluss sein mit den Minderheiten, denen die neue Mitte ihren Aufstieg verdankte. Damit gehört FEDDERSEN zur Speerspitze eines neuen Republikanismus. Pluralismus ist in diesem Sinne das, was der neue Republikanismus dafür hält. Basta!

Während FEDDERSEN sich politisch korrekt auf dem Felde der Ethnien und sexuellen Orientierungen bewegt, wird der innenpolitische Konflikt zwischen Kinderlosen und Eltern in der taz verharmlost. Ob Deutschland als pluralistische Gesellschaft gelten kann, das dürfte sich in Zukunft in erster Linie daran festmachen lassen, wie mit den Kinderlosen in dieser Gesellschaft umgegangen wird. Wie wenig pluralistisch Deutschland in dieser Hinsicht tatsächlich ist, das zeigt der baden-württembergische Wahlkampf

FEDDERSEN, Jan (2006): Nicht die Nerven verlieren.
Botho Strauß und andere kultivieren ihre Kulturkritik - und erkennen im islamischen Furor, was säkularen Gesellschaften fehle: Inbrunst und Innerlichkeit. Die fehlten uns gerade noch!
in: TAZ v. 16.02.

Jan FEDDERSEN verteidigt die Wahlfreiheit gegen ihre konservativen Verächter: "Was sie alle, Strauß wie Schirrmacher oder Di Fabio, gemeinsam haben, ist eine gewisse Nervenlosigkeit, was das  Verfassungsversprechen eigentlich bedeutet: Du musst dein Leben nicht mehr religiösen Maßstäben unterwerfen, du musst keine Kinder gebären, du musst dir die bevölkerungspolitischen Sorgen nicht zu Eigen machen, du kannst, je nach innerer Kraft, dein Leben leben, wie es dir selbst einleuchten möchte. Für nichts anderes steht, moralisch und sittlich genommen, das Grundgesetz.
          
(...).
Die Debatte um das Unbehagen an der Moderne eint, summa summarum, Islambeseelte und altdeutsche Konservative - eine Union, deren Alliierte gemeinsam kurz vor dem Nervenzusammenbruch stehen: Sie fantasieren beide Ordnungen herbei, die, wären sie mit Zwang verknüpft, mit dem Grundgesetz nicht vereinbar sind. Die einen wollen gemütvoll Trost durch Allah erfahren, (...), die anderen hätten gern mehr Kinder und die Idee aufpoliert, dass die Familie von Papa, Mama & Kind(ern) die beste auf der Welt ist. Welch eine Tragödie, dass sie nur noch dann realisiert wird, wenn die Betroffenen sie auch okay finden. Und wenn nicht: Dann wird es andere Lösungen für demografische oder spirituelle oder transzendenzbedürftige Probleme geben."

FEDDERSEN, Jan (2006): Sacht den Arm bestrichen, zärtlich fast.
Der Brunch als Übung in Entschleunigung - eine Erkundung im Soziotop der Stunde, der nagelneuen Mitte nämlich,
in: TAZ v. 13.03.

"Man hat es mit Deutschem, bugsiert gern schamlos fette Kinderwagen über die Trottoirs, und wer sich über das rücksichtslose Geschiebe beschwert, erntet diesen typischen Ursula-von-der-Leyen-moderne-Mutter- Blick: als habe man sich gerade an unserer aller Zukunft vergangen. Und man geht sonntags frühstücken, was hier nicht Frühstück genannt wird, sondern Brunch, um auch temporal die entspannte Mitte zwischen der Frühe des Tages und der Offenheit in den Nachmittag hinein zu plakatieren", berichtet FEDDERSEN vom Berliner Szeneviertel Prenzlauer Berg.

FEDDERSEN, Jan (2007): Wer mahnt, verliert.
Im Vatikan fand parallel zu den EU-Zeremonien in Berlin ein etwas anderer Europagipfel statt. Glücklicherweise sind die politischen Ideen des Papstes und der Seinen längst nicht mehr relevant,
in: TAZ v. 26.03.

Jan FEDDERSEN kommentiert ein Zitat des Papstes: "»Man könnte fast meinen, dass der europäische Kontinent den Glauben an seine Zukunft verliert.« Der Trend der Bevölkerungsentwicklung gefährde den sozialen Zusammenhalt und fördere »gefährlichen Individualismus«. Der Klerus katholischer Provenienz fühlt sich also mählich auf verlorenem Posten - wer mahnt, hat schon verloren.
(...).
             Was der Papst und die Seinen wünschen, ist ohnehin keine neue Wertedebatte, wie sie ein kulturell offenes Europas nötig hätte, sondern eine Privilegierung des Katholizismus. Und diese ist in Wirklichkeit nicht in Werten verkörpert, sondern, lässt man den Papst zu Wort kommen, in dessen Begehrlichkeiten nach einer Bevölkerungspolitik, die die Ächtung der Homosexualität zur Voraussetzung hat und ein Abtreibungsverbot. Der Vatikan tönt nur deshalb hin und wieder freisinnig, weil er muss: Er ist eben kein weltlich operierendes Zentralkomitee wie im Mittelalter mehr."

FEDDERSEN, Jan (2008) Achtung Wollmützenalarm!
Parallelwelten: Bis vor kurzem war Neukölln noch der soziale Brennpunkt. Jetzt heißt es, der Kiez komme. Oh weia,
in: TAZ v. 17.03.

FEDDERSEN, Jan (2009): Hör doch mal auf, Günter!
Die Linke glaubt noch immer, die Kämpfe der Sechziger und Siebziger führen zu müssen - den Wonnen des im eigenen Mief vor sich hin Dünstenden zuliebe,
in: TAZ v. 04.04.

FEDDERSEN, Jan (2009): Der Klassenstatusgier der Lifestylelinken.
Früher waren wir einer Meinung: Bei Akws, bei der Volkszüählung und bei Bioernährung. Jetzt ist alles so kompliziert,
in: TAZ v. 18.12.

TAZ-Sonderausgabe: Emanzipation

FEDDERSEN, Jan (2013): "So haben sie warm".
Heiraten: Keine Institution war umstrittener als die Ehe. Inzwischen ist klar: Die Hochzeit ist ein emanzipativer Akt,
in:
TAZ v. 31.12.

Die Speerspitze des Neuen Bürgertums sind die Homosexuellen! Jan FEDDERSEN erklärt uns die Heirat als emanzipativen Akt:

"In unserem Milieu wird gern gesagt, die Ehe lohne nicht, weil die Liebe nicht halte, was Scheidungsraten bewiesen. Ja, so kann man es sehen, wenn man die Welt als depressiv stimmende anlegen möchte. Andererseits besagen die Quoten der gescheiterten Eheprojekte nur, dass die Leute an der Ehe hängen - die Hälfte des therapeutischen Gewerbes kümmert sich inzwischen um die Kümmernisse nach Trennungen.
Nur: Die Geschiedenen, alle Expertise besagt das, suchen hernach eine neue Ehe. Die meisten, die als Single statistisch rubriziert werden, sind keine Einzelnen. Es sind Singles, die es nicht mehr sein möchten - um das zu bewerkstelligen, nehmen sie Zeitungen und andere Medien in die Hand, cruisen im Internet und machen sich für den Kantinenbesuch schön. Balz mit romantischen Absichten treibt an!
Zu sagen ist aber vor allem dies: Heiraten ist ein Dokument der Aufnahme in die Gemeinde von dann gemeinsamen Freunden, Familien und Zirkeln."

Bereits vor 15 Jahren hatte die Generation Golf die Heirat zum revolutionären Akt erklärt, nachdem 10 Jahre zuvor noch das ganz normale Chaos der Liebe den Zeitgeist beherrschte. Stellt sich also nur noch die Frage, warum Singles immer noch die nützlichen Idioten in einer paar- und familienorientierten Gesellschaft spielen müssen.

FEDDERSEN, Jan (2014): Blaue Internationalisten.
Höfe: Der Adel hat das Europäische seit jeher im Blut: Ehen über Grenzen hinweg mehrten den Einfluss und prägten den Stil,
in:
TAZ v. 24.05.

Kleinbürgerverachtung ist das Kernelement von Jan FEDDERSENs Artikel. Woher dieses Standesbewusstsein in der Tradition der "neuen Linken"  stammt, das erlebt man durch das Buch Schwarze Landschaft des Pädagogen Lutz von WERDER über das andere rote Jahrzehnt und seine Vorgeschichte.

 
   

Jan Feddersen in der Debatte

 
   

SCHNEIDER, Jürgen (2005): Dame mit Perlenkettchen.
Wie die taz ein paar »Geschlechterfragen« auf einmal löst,
in: junge Welt v. 23.12.

SCHNEIDER berichtet darüber, dass in der taz gerne einmal ein Mann zum weiblichen Pseudonym greift:

"Als im Juni in der taz eine Belletristerei aus der Feder einer Ingeborg de Vries über die Biennale von Venedig erschien, war die Kulturredakteurin Brigitte Werneburg not amused. Erstens taugte die de Vries’sche Schreiberei nicht die Bohne, und zweitens hatte Frau Werneburg von dieser Ingeborg noch nie gehört. Dann entpuppte sich Frau de Vries als Jan Feddersen (...). Feddersen offenbarte seiner Kollegin, er sehe sich als 56jährige Dame mit Perlenkettchen und, ja, er und sein Kollege Frank schrieben öfter unter einem Frauennamen, schließlich hätte die Chefredakteurin doch die Parole ausgegeben, es sollten mehr weibliche Stimmen in der taz zu vernehmen sein. So wurde aus Jan eine Ingeborg."

 
       
   

Wunder gibt es immer wieder (2010).
Das große Buch zum Eurovision Song Contest
Aufbau Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"Das ultimative Kompendium zum größten Unterhaltungsevent der europäischen Musikbranche. Weit über 100 Millionen Zuschauer fiebern mit, wenn es darum geht, wer das Rennen im Eurovision Song Contest macht. Grand-Prix-Experte und Taz-Journalist Jan Feddersen hat zusammengetragen, was man über den ESC wissen muss: Episoden, Skandale, Enthüllungen. DAS Buch zum Megaevent!"

 
     
 
       
   
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© 2002-2015
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 28. September 2014
Update: 19. September 2015