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Jan
Fleischhauer:
Unter Linken
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Kurzbiographie
- 1962 in Hamburg geboren
- Studium der
Literaturwissenschaft und Philosophie
- 2009 Buch
"Unter Linken"
- Mitarbeiter des Spiegel
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Aktuellster
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Jan Fleischhauer in
seiner eigenen Schreibe
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Jan Fleischhauer im Gespräch
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Unter Linken (2009).
Von einem, der aus
Versehen konservativ wurde
Berlin:
Rowohlt
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Stimmen zum Buch
"Überall
sieht Jan Fleischhauer rot. Und weil er tatsächlich
der Meinung ist, dass »die Linke gesiegt hat, auf
ganzer Linie«,
weil sie »zum
Juste Milieu derer geworden ist, die über unsere
Kultur bestimmen«,
»outet«
er sich, um endlich selbst den Ton anzugeben, in
einem doch »erstaunlich
konservativen Land«.
Jan Fleischhauer träumt von Meinungsführerschaft.
Nur hat er leider nicht
gerade das Buch der Stunde, sondern ein
Achtziger-Jahre-Buch geschrieben. Die Welt, in der
er lebt, sorgfältig eingeteilt in links und rechts,
ist so sehr eine Welt von gestern, dass man aus dem
Staunen gar nicht mehr herauskommt. Generationen,
die postideologisch aufgewachsen sind, kommen
überhaupt nicht vor."
(Julia Encke in der Frankfurter Allgemeinen
Sonntagszeitung v. 10.05.)
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Buchauszüge
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FLEISCHHAUER, Jan (2009): Unter Linken.
Wie man aus Versehen konservativ wird,
in: Spiegel Nr.19 v. 04.05.2009
- Anmerkungen:
"Die
Linke, mit der ich mein Leben lang zu tun hatte, ist ein Milieu, das
man als Links-Bürgertum bezeichnen kann. Im englischen Sprachraum
haben sich Begriffe wie »chattering class« oder
»creative class«
durchgesetzt; Mittelklasse-Sozialismus oder Links-Chic sind andere
Versuche der Beschreibung, aber sie meinen alle das Gleiche. Dieses
Milieu ist bevölkert von einem
Typus, den man
leicht an seinen Konsum- und Kulturgewohnheiten erkennen kann
(auch wenn er sich selber auf seinen Nonkonformismus viel zugutehält)
und der sich durch ein
ausgeprägtes Elitebewusstsein auszeichnet, wobei Elite zu den
Begriffen gehört, die für ihn so tabu sind wie Nation,
Heimat oder Volk",
verkündet FLEISCHHAUER als ob das eine
Neuigkeit wäre, die bislang noch nie erzählt worden wäre.
Dummerweise
gibt es solche neubürgerlichen Traktatwellen spätestens seit den
1980er Jahren. Schließlich sind etliche Ex-Pflasterstrand-Schreiberlinge
Spiegel-Kollegen gewesen. Eine
Anleitung zum Unschuldigsein
zur Befreiung aus dem Korsett politischer Korrektheit hat bereits
Florian ILLIES verfasst, nachdem er mit
Generation Golf
das entstandene neubürgerliche Milieu und seine Macken
beschrieben hat. FLEISCHHAUER ist alles andere als originell,
sondern lediglich ein Trittbrettfahrer der Trittbrettfahrer der
Trittbrettfahrer. Bis zu diesem Buch war FLEISCHHAUER ein
journalistischer Hinterbänkler.
78er
wie FLEISCHHAUER, die seit der Wiedervereinigung vermehrt in
Anti-68er-Pose auftreten, gibt es bereits zuhauf. Das Spektrum
reicht von
Norbert BOLZ über
Matthias
MATTUSEK bis zu
Frank SCHIRRMACHER und
Walter WÜLLENWEBER. In der ersten
Reihe dürfte da nur schwerlich noch ein Platz zu finden sein.
Die
Zeit für Bücher, die eine
neubürgerliche Identität nur durch
eine schlichte Anti-68er-Pose zu festigen vermögen, ist längst
abgelaufen, das wird man spätestens nach der Bundestagswahl im
Herbst 2009 sehen.
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FLEISCHHAUER, Jan (2009): Warum Linke keinen Humor haben.
Können Linke lustig sein? Klar, aber es gibt einen Unterschied
zwischen Humor und Witz. Dem Linken geht es immer gleich ums Ganze
und die eigentlich ernste Lage. Deshalb ist das politische Kabarett
so verkrampft - und allein der Konservative darf befreit auflachen,
in: Spiegel Online Nr.19 v. 12.05.
-
FLEISCHHAUER (2009): Sind so viele Linke.
Von der Hamburger
Hafenstraße zur Staatsvergötterung: Wie ein "Spiegel“-Redakteur zum
Konservativismus konvertierte,
in: Tagesspiegel v. 17.05.
- Anmerkungen:
Der enttäuschte Sozialromantiker Jan
FLEISCHHAUER sonnt sich im Glanze seiner Ruhmestat: Der
"Erstbesteigung der umstrittensten Häuser der Republik" (1991!).
Enttäuscht fühlte er sich u.a. dadurch, dass die Bewohner wie
Studenten hausten, statt wie wahre Revolutionäre. Dass
aus einstigen Häuserkämpfern längst
Häuserbesitzer geworden sind,
konnte man bereits Mitte der 1980er Jahre wissen.
Was
an dieser Geschichte stutzig machen sollte: dass bei einem
Nachrichtenmagazin wie der Spiegel hoffnungslose
Sozialromantiker eine journalistische Karriere machen können, die
fast 20 Jahre brauchen, um von ihren sozialromantischen
Vorstellungen geheilt zu werden.
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Das Buch in der Debatte
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BARING, Arnulf (2009): Da muss man ja konservativ werden.
Jan Fleischhauer feiert seinen Abschied vom Linkssein,
in: Welt v. 08.05.
-
ENCKE, Julia (2009): Der Mann, den sie die rote Ratte nannten.
Wie Jan Fleischhauer gegen die kulturelle Dominanz der Linken
kämpft,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.05.
-
BINDER, Elisabeth (2009): Abrechnung mit dem roten Bürgertum.
Lesestunde für Konservative: Jan Fleischhauer stellt sein Buch
"Unter Linken" vor,
in: Tagesspiegel v. 13.05.
-
SEIBT, Gustav (2009): Bitte kein sumpfiges Duzen.
Warum Jan Fleischhauer konservativ sein will,
in: Süddeutsche Zeitung
v. 13.05.
- Inhalt:
"Fleischhauers Buch ist
(...) keines
der Renegaten-Werke, wie Alt-Linke sie gern zu den Gedenkjahren von 1968
vorlegen.
Es ist inszeniert als Selbstbefreiung eines braven Kinds
links-bürgerlicher Eltern und eines emanzipatorischen Bildungswesen, das
Aufsässigkeit als Anpassungsleistung verlangte - bis hin zu jenem »sumpfigen Duzen« der Lehrer, das schon
Rolf-Dieter Brinkmann vor vierzig
Jahren so abstoßend fand. Kurzum, es geht um die Kollateralschäden der
»Verbeamtung der Ideen von 1968« sowie ihrer breiten Durchsetzung in der
Sphäre dessen, was der marxistische Theoretiker Antonio Gramsci
»kulturelle Hegemonie« nannte: Medien, Universitäten, Kulturbetrieb",
meint Gustav SEIBT der sich in Zeiten des Wahlkampfes der
postmodernen Gattung
Milieutourismus
widmet.
-
BRODER, Henryk M. (2009): Vorsicht, gute Menschen von links.
Jan Fleischhauer wuchs «unter Linken» auf und wurde aus Versehen
konservativ. Davon handelt sein Buch,
in: Weltwoche Nr.20 v. 14.05.
-
SCHULZ, Jörn (2009): Conservatism ain't no easy job,
in: Gesternblog der Jungle World v. 14.05.
-
MARTINI, Tania (2009): Spießer gegen Spießer.
Leuchten der Menschheit,
in: TAZ v. 16.05.
- GAULAND, Alexander (2009): Bloß weg
vom geistigen Toskana-Schick.
Jan Fleischhauer wollte über den Konservatismus schreiben - nur
weiß er nicht, was das ist,
in: Die ZEIT
Nr.22 v. 20.05.
- Anmerkungen:
Alexander GAULAND, der sich als letzter
wahrer Konservativer versteht und zuletzt eine "Anleitung zum
Konservativsein" verfasste, wirft FLEISCHHAUER einen falsch
verstandenen Konservatismus vor:
"Thema
des Buches ist (..) nicht die Wiederentdeckung des Konservativen,
sondern sind jene Voraussetzungen, auf denen freie Gesellschaften
beruhen wie Selbstverbote, zivilisierende Regeln, Normen und die
immer neue Anstrengung, der Stimme der Einsicht, des Maßes und der
Beschränkung zu folgen. Das kann auch konservativ sein, aber
zuerst einmal ist es bloß lebensvernünftig. Erst jenseits dieser
Anstrengung beginnt das konservative Programm."
-
BLUM, Thomas (2009): Wie ich unter die Moralapostel fiel.
Als ob sie ein Geheimbund seien, die allerorts stilles Regiment
führen. Jan Fleischhauers Buch "Unter Linken" sagt mehr über den
Autor aus als über die Linken selbst,
in: freitag.de v. 31.05.
-
RUNGE, Heike Karen (2009): Zu wenig gelitten,
in: Jungle World Nr.24 v. 11.06.
-
STUMBERGER, Rudolf (2009): Villenviertel-Jan und Gutmenschen Kai.
Die neue Wahlverwandtschaft: Wo sich Spiegel und Bildzeitung
geistig umarmen,
in: Telepolis v. 12.06.
-
RÜTHER, Tobias (2009): Ich bin ein Liebhaber von gebratenen
Pfifferlingen.
Deutschland ist links beherrscht, meint der Journalist Jan
Fleischhauer. Was passiert, wenn man sich mit seinem Buch in der
Hand auf die Suche nach Linken macht?
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.06.
- Inhalt:
Tobias RÜTHER geht der FAZ-Lieblingsfrage
nach: Was ist heute noch links?
"Fleischhauer
würde sagen: eine Diskursmacht, die sich für besser hält und die
Menschen zum Besseren bekehren will, überall Opfer erkennt und sie
verteidigt, die darüber aber vor allem die eigene Machtposition zu
stärken versucht".
Dazu
befragt er u.a. Kurt KISTER:
"Ach Gott (...) dann muss es sich beim Buch
Fleischhauers um das Buch eines Linken handeln, der aber von sich
selbst trojanisch sagt, er sei ein Rechter, weil er als Opfer der
Linken, seiner Eltern zum Beispiel, über die Linke missionarisch
endlich die Wahrheit verbreiten will. Wenn das alles so ist, dann
bin ich weder links noch rechts, sondern ein gelegentlicher
Liebhaber von gebratenen Pfifferlingen."
Ansonsten
hat RÜTHER noch Heribert PRANTL, Rolf HOCHHUTH,
Albrecht MÜLLER und Eva MENASSE
befragt.
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BISKY, Jens (2009): Die Lücke der Schelte der Linken.
Die neue Zeitschrift "Fackelkopf" attackiert Jan Fleischhauer,
in: Süddeutsche Zeitung v. 04.07.
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KÜHNE, Hartmut (2009): "Unter Linken" - Eine Abrechung mit dem
angeblichen Zeitgeist.
In seinem Buch "Unter Linken" schildert Jan Fleischhauer seinen
langen Weg in die konservative Welt. Wie jeder Konvertit kennt auch
er keine Gnade mit dem Glauben, von dem er sich befreit hat,
in: Süddeutsche Zeitung v. 06.07.
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GIESE, Jörg (2009): Abrechnung: Rechter Haken.
Jan Fleischhauer schreibt sich frei,
in: Märkische Allgemeine v. 09.07.
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SCHECK, Denis (2009): Auf eine Nase Koks mit Kohl,
in: Tagesspiegel v. 12.07.
- Inhalt:
"Dass
manch Mächtiger seinen Körper im Lauf der Zeit mit dem seines
Staates verwechselt, daran hat man sich gewöhnt. Jan Fleischhauer
verwechselt originellerweise seinen Staat mit seiner Mutter",
meint Denis SCHECK.
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MEYER, Thomas (2009): Jan Fleischhauer: Eine Danksagung,
in: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, Juli/August
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