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Jochen Schimmang: Ein kurzes Buch über die Liebe

 
       
   

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    Ein kurzes Buch über die Liebe (1997)
    Frankfurt a/M: Schöffling (vergriffen)
    (2000 als Taschenbuch im
    btb-Verlag erschienen)

     
       
         
     

    Klappentext

    "Wenn aus einer Affäre mehr wird, obwohl die Spielregeln anders lauten...

    Als der Schriftsteller Wolbeck und die kühle Immobilienmaklerin Vera Ruben eine Affäre beginnen, sind die Spielregeln festgelegt, um allzu große Irritationen zu vermeiden. Die Hauptregel lautet: »Verlieb dich nicht.« Die beiden verbringen Wochenenden voller Leidenschaft in Paris und Amsterdam. Doch bald wird klar, dass die Gefühle eigene Wege gehen und sich nicht in festen Bahnen halten lassen.

    Für Jochen Schimmang ist die Liebe ein gefährlicher Balanceakt zwischen Nähe und Distanz. Und sein Herz schlägt für jene, die die Balance verlieren."

    Pressestimmen

    "Die Liebe spielt sich in der Rede ab, zumal in einem Roman. 1977 hatte Roland Barthes den abendländischen Fundus der Liebe in seinen »Fragments d'un discours amoureux« vorgestellt. Nun, genau 20 Jahre später, setzt Jochen Schimmang aus diesen Fragmenten einen Roman zusammen. »Ein kurzes Buch über die Liebe«. Der 1948 geborene Autor ordnet das Liebesrepertoire zu einer Geschichte und liefert damit die Liebe, ob gewollt oder nicht, den Konventionen und Machtspielen aus. Nicht umsonst steht neben Barthes gleich zu Beginn des Romans Michel Foucault. Es geht um Reichtum und Armut, um Jugend und Alter, um die Sprache der Mode, der Jahreszeiten und Handlungsräume, es geht um die Sprache des Schmucks und um die vom männlichen Blick erzeugten Mythen der Weiblichkeit".
    (Steffen Martus in der Berliner Zeitung vom 23.08.1997)

    Zitate:

    Einsamkeit

    "Die meisten Leute halten Einsamkeit für eine Lebensphase, für eine notwendige Jugendsünde, eine unglückliche Entwicklung im Alter, eine Störung, einen Betriebsunfall, eine Marotte, eine Angelegenheit von ein paar Stunden, Tagen, Monaten, schlimmstenfalls eine Summe von Jahren. Nur die wenigsten wissen, daß sie eine Göttin ist, die ihre Macht von Tag zu Tag vergrößert, bis sie jeden Winkel unseres Lebens in Besitz genommen und unsere Hoffnungen und Wünsche nach ihrem Bild geformt hat." (S.72)

    Das Weihnachtsproblem

    "Keinen Tag des Jahres fürchte ich wie den vierundzwanzigsten Dezember. Wenn Einsamkeit eine Göttin ist, der wir ergeben dienen, wofür sie uns oft genug beschützt und belohnt: am Heiligabend ist sie eine Göttin, die zwar allgegenwärtig ist, sich aber zugleich verbirgt und nicht angesprochen werden kann. An diesem Tag kehrt das schale Gefühl, das richtige Leben versäumt zu haben, mit Macht zurück: ein Gefühl, das lügt, wie ich an den restlichen Tagen des Jahres sehr wohl weiß, aber keinerlei besseres Wissen kann es jetzt bannen." (S.79)

    Weihnachten und die Single-Kultur

    "Zum Glück gibt es seit reichlich anderthalb Jahrzehnten immer mehr weihnachtsfreie Räume auch in der eigenen Stadt. Diese freundlichen Kneipen, die am Heiligabend ihre Türen nicht verschließen und auch die Theke und die Tische nicht mit Tannenzweigen vollstellen, haben dann oft zwar immer noch den Charakter von Asylen, weil die Gäste, die sich einfinden, nicht vergessen und nicht verbergen können, daß sie sich auf der Flucht befinden. Manchmal aber entwickeln sich auch sehr entspannte oder ausgelassene kleine Feste an solchen Abenden, die nichts mehr von einem Ball der einsamen Herzen an sich haben." (S.81)

     
         
     
           
       

    Beiträge von single-generation.de zum Thema

    Einsamkeit - Single-Haushalte und die Fröste der Freiheit

    Die Single-Industrie und die Bedeutung der Single-Kultur in der paar- und familienorientierten Gesellschaft

     
       

    Rezensionen

    AUFFERMANN, Verena (1997): Herrn Wolbecks Verlangen,
    in:
    Süddeutsche Zeitung v. 22.03.

    FESSMANN, Meike (1997): Das Unkalkulierbare,
    in:
    Neue Zürcher Zeitung v. 10.06.

    Infos zu: Meike Fessmann - Autorin der Single-Generation

    MARTUS, Steffen (2997): Unausweichlich: die Liebe.
    Jochen Schimmang schreibt einen Roman, der "Ein kurzes Buch über die Liebe" ist,
    in: Berliner Zeitung v. 23.08.

    RATHGEB, Eberhard (1997): Schlitzrock ohne Schatten,
    in:
    Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 12.09.

     
       

    Das Buch in der Debatte

    Neu:
    HOVEN, Heribert (2003): Schimmang, Jochen.
    In:
    Thomas Kraft (Hg.) Lexikon der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, Nymphenburger Verlagsbuchhandlung: München 2003, Band 2, S.1096f.

     
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 31. Juli 2005
    Update: 12. März 2011