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Jordan Meijas: Die Familiendebatte in den USA

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1949 geboren
    • 2000 Buch "Amerika"
    • Kulturkorrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in New York
 
       
   
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    Jordan Mejias in seiner eigenen Schreibe

     
       
    • MEJIAS, Jordan (2004): Der Ehecode,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.01.
      • Kommentar:
        MEJIAS berichtet über das 5 Milliarden-Dollar-Programm, das George W. BUSH am Dienstag zur Förderung der heiligen Ehe versprochen hat. MEJIAS hält zwar nichts von der These, dass Ehe Wohlstand schafft, denn die Beziehung zwischen Ehe und Einkommen ist umgekehrt: Armut verringert die Heiratschancen.

              
           MEJIAS hat jedoch - wie die meisten Journalisten - Probleme damit, Haushaltsführung und Familienstand auseinander zu halten.
              
           Anders lässt sich die folgende Aussage nicht erklären:
        "Nichts weniger als Wunder aber sind in einem Land vonnöten, in dem nach den Ergebnissen der letzten Volkszählung erstmals Singles mehr Haushalte bilden als Familien mit Kindern. Allen Beziehungen zum Trotz führt das Warenhaus Amerika die Ehe nur noch als Auslaufmodell."

              
           Ehemann und Ehefrau können einen Einpersonenhaushalt führen. Dies ist kein Widerspruch! Das kann selbst der konservative Edmund STOIBER.
              
           Längere Ausbildungszeiten, Mobilität und höhere Lebenserwartung führen zum Paradox, dass sowohl der Einpersonenhaushalt als auch die Ehe kein Auslaufmodell sind, höchstens man beschränkt Ehe und Familie familienfundamentalistisch auf den Familienhaushalt als einzig legitime Lebensform.
              
           Ach ja, eigentlich wollte MEJIAS nur sagen, dass das Ehe-Programm einzig dazu dient die Wiederwahl von BUSH in den "unverzichtbaren Kreisen religiöser und wertkonservativer Fundamentalisten" zu sichern.
    • MEJIAS, Jordan (2004): Natalisten und Momisten.
      Blick in amerikanische Zeitschriften: Der neue Familienkampf,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.12.
      • Inhalt:
        MEJIAS' Blick in amerikanische Zeitschriften widmet sich den rechten "Natalisten" und den linken Befürchtungen eines zukünftigen "Momismus" (Privatismus postfeministischer Supermütter, die Job und Familie unter einen Hut bringen).
    • MEJIAS, Jordan (2005): Revolutionärinnen gesucht,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 20.05.
      • Kommentar:
        MEJIAS berichtet über die neokonservativen Hoffnungsträger der "Später vielleicht Karriere-Mütter".

              
          Bessergebildete Frauen sollen vor dem Berufsstart zuerst Mutter werden und danach eventuell ihre Karriere starten. MEJIAS referiert drei Artikel der US-amerikanischen Kontroverse.
              
          Im Magazin der New York Times erschien am 26. Oktober 2003 der Artikel The Opt-Out Revolution der Kolumnistin Lisa BELKIN, in dem über Karrierefrauen berichtet wurde, die den Beruf zugunsten der Mutterschaft aufgegeben haben.
              
          In der neokonservativen Viertelmonatszeitschrift The Public Interest Ausgabe Winter 2005 erschien der Beitrag What Do Woman Really Want? von Neil GILBERT, Professor für Sozialpolitik an der Universität von Berkeley. GILBERT ereifert sich darin über die gestiegene Kinderlosigkeit von Karrierefrauen. Von wegen Opt-Out-Revolution.
              
          In der Kolumne Empty Nests, and Hearts von David BROOKS in der New York Times vom 15. 01.2005, wird als Lösung vorgeschlagen, dass Frauen nach dem College erst einmal heiraten und Kinder kriegen sollen. Zwischen 25 und 35 könnte sie Kinder erziehen und danach mit Hilfe eines speziellen Mütterprogramms eine Ausbildung machen. Immerhin hätte sie ja dann bis 70 Zeit einem Beruf nachzugehen.
              
          Der Familiensoziologe Hans BERTRAM wendet sich in seinem Gutachten "Nachhaltige Familienpolitik" gegen ein solches Ansinnen, denn nicht die Kinderlosigkeit ist das Problem, sondern der dramatische Rückgang der Mehrkinderfamilie.
    • MEJIAS, Jordan (2005): In der Riesendenkfabrik.
      Die "White House Conference" zum Thema des Altern,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.12.
      • Kommentar:
        Für SCHIRRMACHERs Feuilleton berichtet MEJIAS über die White House Conference on Aging in Washington.

                  
        In SCHIRRMACHERs Weltbild passen in erster Linie die Ausführungen von David M. WALKER, denen MEJIAS deshalb viel Raum gibt: Vom baby boom zum baby bust heißt das Motto. Da wütet dann der "demographische Tsunami" und der Staatsbankrott droht.
                  
        Es handelt sich also um die übliche nationalkonservative Rhetorik, die den Interessen der Besitzstandswahrer des alten und mittlerweile auch des neuen Bürgertums entgegenkommt.
    • MEJIAS, Jordan (2006): Die Richtige heiraten.
      Phillip Longman sieht den neuen Frühling des Patriarchats,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 04.04.
      • Kommentar:
        Nach SZ und taz befasst sich nun auch das SCHIRRMACHER-Feuilleton mit LONGMAN. Neue Informationen ergeben sich bei dieser Pflichtübung von MEJIAS nicht mehr.
    • Neu:
      MEJIAS, Jordan (2007): Krippenkrieg.
      Amerika und seine Kinder: Neue Studien, alte Gefechte,
      in:
      Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 13.07.
      • Inhalt:
        Jordan MEJIAS berichtet über die Mütterkriege - d.h. den Kampf um die Normalfamilie der Neuen Mitte - in den USA.

                     Im Kampf zwischen den Befürwortern der berufstätigen Mütter und der Hausfrauenehe sieht MEJIAS die Letzteren derzeit im Hintertreffen.
                     Auf der einen Seite kämpfen Leslie BENNETTS ("The Feminine Mistake") und Linda HIRSHMAN ("Get to Work - A Manifesto for Women of the World"), auf der anderen Seite Lisa BELKIN ("opt-out revolution") und Caitlin FLANAGAN ("To Hell With All That - Loving and Loathing Our Inner Housewife").
                     Die Neocons sehen ihr Heil derzeit in der Leugnung des Kampfes. MEJIAS sieht dadurch eine Chance für einen konservativen Feminismus mit dem sich die jungen Postfeministinnen gewinnen lassen:
                     "Wenn es da eine neue Note gibt, dann klingt sie im Verzicht auf klare ideologische Abgrenzungen an. (...). Was den Vorteil hat, dass auch junge Frauen wieder zuhören, die in ihrer postfeministischen Souveränität, sei sie trügerisch oder nicht, die alten Lieder nicht mitsingen wollen. Und was überdies dem zeitgenössischen Feminismus die Chance bietet, auch eine Verbindung zu konservativen und christlichen Organisationen herzustellen."
     
           
       

    Amerika (2000).
    Ein Porträt in Porträts
    Frankfurt a/M: Suhrkamp (vergriffen)

     
       
     
     

    Klappentext

    "Brillante Porträts von Shirley MacLaine, Andy Warhol, Paul Newman, Lauren Bacall, William S. Burroughs, Susan Sontag, Lou Reed, Patti LaBelle u. v. m. In ihren Gesichtern, Geschichten und Lebensläufen spiegelt sich Amerika in all seiner Größe, Verrücktheit und Faszination."

     
     
     
           
       
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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 13. Juli 2007
    Update: 04. April 2009