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- RUTSCHKY, Katharina (2004):
Manieren sind Glückssache.
Die ganz andere
Bibliothek: Wer hat das Benimm-Buch des Prinzen geschrieben?
Und warum muss die "Anonyma" anonym bleiben?
in: Tagesspiegel v. 24.01.
- Inhalt:
Katharina RUTSCHKY, die
dem Manieren-Buch nichts abgewinnen konnte, sieht in
Martin MOSEBACH den eigentlichen Verfasser des Buches:
"Kennern
und Bewunderern des Werks von Martin Mosebach
waren in dem
Erfolgsbuch »Manieren«, als dessen Autor ein
äthiopischer Prinz genannt wird, erstaunliche Parallelen
aufgefallen. Verblüfft hörte man auf Nachfragen, dass die
eigentliche Autorschaft doch ein offenes Geheimnis sei und
der Frankfurter Schriftsteller Mosebach (»Der
Nebelfürst«) ein alter Freund des
Prinzen Asfa-Wossen Asserate. Ein herrlicher
Jux fanden manche, der den tristen Alltag so manches
Großfeuilletonisten erfreulich belebt – zumal der Prinz
nun auch noch den Chamisso-Preis erhalten soll.
Ein zynisches, wenn auch lukratives Spiel finden andere,
mit der Gutgläubigkeit des Publikums, das ohne den Hype um
den äthiopischen Frontmann das Buch wohl kaum zum
Bestseller gemacht hätte."
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HAGESTEDT, Lutz (2004): Frankfurter Verhältnisse.
Martin Mosebach erzählt in seinem Werk von einem eigenen
Mesokosmos,
in: Literaturkritik.de, Mai
- KISSLER, Alexander (2007): Plötzlich
Avantgarde.
Das Lateinische zieht wieder in die katholische Kirche ein. Das
Herz dieser stillen Revolution schlägt in einer Bruderschaft unweit
des Bodensees,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 27.05.
- Anmerkungen:
Alexander
KISSLER berichtet über eine Männer-Bewegung, die keineswegs
still, sondern seit dem Erscheinen des Buches "Die Häresie der
Formlosigkeit" (2002) von Martin MOSEBACH mit zunehmender Penetranz
von neokonservativen Feuilletonkatholiken in Szene gesetzt wird.
Der alte Ritus verweist
untrennbar auf die Tradition der anti-demokratischen, autoritären
Männergemeinschaft.
Im Thema
des Monats Mai 2004 hat single-generation.de bereits
erläutert, warum das 21. Jahrhundert ein katholisches Jahrhundert
sein wird und auf die Wahlverwandtschaft des neuen Autoritarismus
und der katholischen Form hingewiesen.
-
KNIPPHALS, Dirk (2007): Menschen sind lästig.
Martin Mosebach wird hoch gehandelt. Dabei kann man langweiliger
kaum schreiben,
in: TAZ v. 07.08.
- Inhalt:
"Vorabdruck
in der FAZ. Und im Herbst wird ihm der Büchner-Preis überreicht,
immer noch Deutschlands wichtigste literarische Auszeichnung. Man
kann überhaupt den Eindruck gewinnen, dass Martin Mosebach gerade
als Zentralgestirn der aktuellen deutschsprachigen Literatur
etabliert werden soll. Wer mit diesem Vorwissen und den Erwartungen,
die es weckt, auf dieses Buch stößt, wundert sich allerdings schon
ein bisschen.
»Der
Mond und das Mädchen« ist ein Roman, der mit einer Hochzeit
einsetzt, dann aber gar nicht das Paar, sondern als Erstes die
Probleme mit der Schwiegermutter erörtert. Später ist zu erfahren,
dass Hans, der junge Ehemann, Ina, seine junge Frau, jedes Mal beim
Sex fragt, ob er ihr »wehtue«, was sie jedes Mal »nach Zögern«
verneint. Zwei junge Eheleute im Jahr 2007, die zum ersten Mal
zusammengezogen sind! Nicht nur an dieser, nennen wir es ruhig,
Stelle scheint es so, dass Martin Mosebach Sexualität noch (oder
wieder) für etwas hält, das sublimiert und in einem Roman mit
Delikatesse behandelt werden muss",
meint Dirk KNIPPHALS zum neuen Roman "Der Mond und das Mädchen" von
Martin MOSEBACH.
- JÄHNER, Harald (2007): Herr von Groß
und Frau von Klein.
Wie konservativ ist Martin Mosebach? Sein neues Buch "Der Mond und
das Mädchen",
in: Berliner
Zeitung v.
16.08.
- Inhalt:
"Wie
konservativ ist
Martin Mosebach
wirklich? Vor allem: Wie rückwärtsgewandt ist eine Literaturszene,
die den in diesem Jahr mit dem Büchner-Preis ausgezeichneten
Mosebach als bezaubernd und erfrischend feiert, wo er doch, wie
Dirk Knipphals und Marius Meller in der
Taz und der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung
meinten, nur abgestandenes Retrozeugs schreibt, oftmals bloß
schlichten Kitsch?" fragt
Harald JÄHNER und gibt auch gleich die Antwort:
"Konservativ
ist an Mosebachs Roman die Annahme, die Menschen seien wirklich so
klein, wie das, was von ihnen auf diese Weise erzählbar ist. Die
Hoffnung jeder experimentierenden Literatur, es gebe noch etwas von
uns zu entdecken im Jenseits der geläufigen Formen, scheint dem
Pessimisten Mosebach völlig fremd zu sein. Ein ästhetisches Jenseits
findet Mosebach allerdings in der würdevolle Eleganz aus der Fremde,
beispielsweise in der greisen Despina Mahmouni aus besagter
Hinterhofrunde, die etwas fast Aristokratisches ins Haus bringt. Und
prompt fängt er an zu schwafeln: "Sie war so mager wie die Herzogin
von Windsor, die Knochen des Gesichts und der Hände traten vor in
jener erbarmungslosen Eleganz, die der Nordmensch mit dem Typus der
spanischen Hofdame alten Stils verbinden mag, einer allwissenden,
alles verschweigenden, alles bedenkenden Dueña höchsten Niveaus."
Solch unseriöse Verbindung von Superlativen mit großer Vagheit ist
bei Mosebach selten, sie ist aber verräterisch genug. Dieser sich so
spöttisch gebende Realist ist eben auch ein Schwärmer - zumindest,
wenn es um die Monarchie geht."
- SCHLÜTER, Christian (2007): Und wenn
der Kirchturm umfällt.
Römisch-Katholisches Sprachspiel,
in: Frankfurter Rundschau v. 22.08.
- Inhalt:
SCHLÜTER berichtet über eine Veranstaltung mit
Martin MOSEBACH, Robert SPAEMANN, Arnold ANGENENDT und Albert
GERHARDS, in der mehr Strenge bei Gottesdiensten gefordert wurde:
"Schnell
einigten sich die Herren, dass liturgische Formen wieder strenger
eingehalten werden sollen, ganz gleich ob sie in der Muttersprache
oder auf Latein praktiziert werden, der Gottesdienst sei schließlich
kein Kindergeburtstagsfest mit Topfschlagen. "
LITERATUREN-Thema:
Warum?
Büchner-Preis für Martin Mosebach |
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LÖFFLER, Sigrid (2007): Als man zum Kitsch noch Horreur sagte.
Der aufhaltsame Aufstieg des Martin Mosebach zum
Georg-Büchner-Preisträger 2007. Würdigung einer exemplarischen
Karriere,
in: Literaturen, Oktober
- Inhalt:
Sigrid LÖFFLER kritisiert die Wahl Martin
MOSEBACHs zum Georg-Büchner-Preisträger 2007, die ganz dem
gegenwärtigen reaktionären Zeitgeist entspricht:
"Die
Kritiker machten kaum mehr den Versuch, die von den
Mosebach-Apologeten auftrumpfend in Umlauf gebrachten und lobend
gemeinten Gesinnungs-Sticker – «Reaktionär», «Antimodernist», «Anarch»,
«Kulturpessimist», «vorkonziliarer Katholik» – ins ursprünglich
Diffamierende zurückzudrehen. Das wäre wohl auch vergebliche
Liebesmüh’ gewesen. Solche Polemik greift nämlich nicht mehr, seit
der Zeitgeist auf der konservativen Welle surft und seit die
einstigen Verunglimpfungsmarken reihenweise rehabilitiert und in
Ehrentitel umgemünzt werden; erst recht nicht, seit sich der
ästhetisierende Feuilleton-Katholizismus – als dessen Wegbereiter
und Wortführer Mosebach durchaus gelten kann – für den Flirt mit der
lateinischen Messe nach tridentinischem Ritus sogar auf Papst
Ratzingers wohlwollende Unterstützung berufen kann.
(...).
Die Darmstädter Jury hat diesmal eher eine Gesinnung als
büchnerpreiswürdig ausgezeichnet und weniger ein originelles
literarisches Œuvre. Denn, unter uns Sektbaronen und Bildungsbürgern
sei es gesagt: Auf Mosebachs Literatur trifft ein Aphorismus seines
philosophischen Abgotts, des kolumbianischen Erzreaktionärs Nicolás
Gómez Dávila, leider nur allzu genau zu: «Am schlechtesten schreibt,
wer den, der gut schreibt, nachahmt.»"
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Neu:
SCHÜTTE, Wolfram (2007): Martin Mosebach & sein Fehlvergleich.
Katholik: 1 x vom Teufel geritten,
in: Titel-Magazin v. 07.11.
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