[ Autoren der Single-Generation ] [ News ] [ Suche ] [ Homepage ]

 
       
   

Matthias Kamann: Todeskämpfe

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1961 in Schmallenberg (Hochsauerlandkreis) geboren
    • Studium der Germanistik und Volkskunde
    • 2009 Buch "Todeskämpfe"
    • Redakteur der Welt
 
       
   
  • Aktuellster Beitrag
  •  
           
       

    Matthias Kamann in seiner eigenen Schreibe

     
       

    KAMANN, Matthias (2000): Ich und mein Playmobil,
    in:
    Welt v. 19.02.

    Rezension des Buches Generation Golf von Florian ILLIES.

    KAMANN, Matthias (2001): Der Familie ist alles zuzutrauen,
    in: Welt v. 26.05.

    KAMANN sieht das Gemeinsame der Bio-Ethik-Debatte und der Erziehungsdebatte darin, dass Eltern als unverantwortliche Egoisten angesehen werden:

    "Ehe und Familie genießen das besondere Misstrauen der Gesellschaft", ist seine These und Schuld daran sind die 68er. Dieser " Generalverdacht gegenüber den Eltern und ihrem Egoismus" ist nach Meinung von KAMANN kontraproduktiv, denn ohne "Egoismus bekäme niemand Kinder, man will sich ja reproduzieren".

    Sein Fazit:

    "Wenn der elterliche Egoismus unter Generalverdacht gerät, kann Erziehung nicht stattfinden. Sie braucht wegen der unverzichtbaren Intensität der Beziehung zum Kind einen Entfaltungsraum des Elternwillen. Ihn muss die Gesellschaft unterstützen, gewiss kontrollieren, vor allem bejahen."

    KAMANN, Matthias (2001): Das kleine Gespenst.
    Der neue Antikapitalismus ist bloß ein Phänomen der Mode - und darin liegt sein Vorzug,
    in: Welt v. 19.06.

    KAMANN, Matthias (2002): Loveparade statt Ruck.
    Trotz Krise ignorieren die Deutschen die Unkenrufe der Kulturkritik - und tun recht daran,
    in: Welt v. 13.07.

    KAMANN lobt die Spassgesellschaft, weil sie eine Rückkehr zur Klassengesellschaft ohne Klassenkämpfe garantiert:

    "Deutschland nimmt an einem beispiellosen und großartigen Experiment teil. Versucht wird, eine in kürzester Zeit stattfindende Revolution - den Übergang zur Informations- und Dienstleistungsgesellschaft im globalen Maßstab - zu bewältigen, ohne dass es zu extremen sozialen Verwerfungen oder gar Klassenkämpfen kommt."

    KAMANN, Matthias (2002): Wenn uns das Lachen vergeht, sind wir verloren.
    Beim Kampf gegen den Fundamentalismus muss sich der Westen den Spaß an sich bewahren,
    in: Welt v. 06.09.

    Matthias KAMANN bespricht das Merkur-Sonderheft Lachen.

    KAMANN, Matthias (2002): Man darf von anderen abhängig sein.
    Der Sozialstaat hat auch diese Wahl überlebt. Dem gewinnt Richard Sennett Positives ab,
    in: Welt v. 23.09.

    Rezension des Buches Respekt von Richard SENNETT.

    KAMANN, Matthias (2003): Generationen haben keine Zukunft,
    in: Welt v. 26.06.

    "Von Bismarck bis zum modernen Sozialstaat haben die Deutschen die Härten des Kapitalismus mit Hilfe der Generationengemeinschaft abgemildert. Jetzt aber könnte just diese, weil ihre reproduktive Grundlage fehlt, Konflikte auslösen, deren Härte die des modernen Kapitalismus weit übertrifft.
                Möglichst wenig sollte daher derzeit von der Zugehörigkeit zu einer Generation abhängen. Was uns leicht fallen dürfte - unsere Geburtenraten zeigen, wie wenig uns das Generationenprinzip bedeutet. Wem es nicht auf die Alterspyramide ankommt, dem sollte es auch nicht mehr aufs Alter ankommen. Man ersetze also das Alters- durch das Leistungsprinzip (...).
                Empirisch ist ein Festhalten an Generationenschemata ohnehin nicht mehr gedeckt. Gerade die kurzatmige Beliebigkeit, mit der immer neue »Generationen« aus dem Hut gezogen werden (»Zaungäste«, »89er«, »Generation Berlin«, »Generation Golf«) - gerade diese Beliebigkeit zeigt, wie schwach die Kräfte zur Generationsprägung sind. Das 68er-Schema mag zur Nachahmung anstacheln, aber es hat ausgedient. Die Blässe der sympathischen »Generation Golf« beweist nicht deren Schwäche, sondern dass der Gegenwart die Kategorie »Generation« nicht angemessen ist. Diese jetzt wieder beleben zu wollen, wäre Spielerei; sie wieder beleben zu müssen, weil die Sozialpolitik dazu zwingt, wäre gefährlich", meint Matthias KAMANN.

    KAMANN, Matthias (2004): Väter,
    in: Welt v. 10.08.

    KAMANN, Matthias (2004): Eltern,
    in: Welt v. 06.09.

    Matthias KAMANN kritisiert das geplante Elterngeld, mit das Reproduktionsverhalten der Akademikerinnen gesteuert werden soll.

    KAMANN, Matthias (2004): Abgeschottete Bildungsbürger,
    in: Welt v. 09.09.

    Matthias KAMANN sieht hinter der Elterngelddebatte das eigentliche Problem der Erosion des Bildungsbürgertums. Sein Fazit:

    "Was wir (...) derzeit erleben, wirkt wie die Wiedergeburt der Ständegesellschaft aus dem Geist des Individualismus: Die Angehörigen der akademischen Schichten konzentrieren sich so sehr auf sich selbst, dass sie Nachwuchsprobleme bekommen, die sie wegen der Verdummung in den Unterschichten nur selbst beheben können, durch mehr eigene Kinder - falls man ihnen finanzielle Anreize bietet. Das ist Ancien Régime im Umverteilungsstaat. Statt dies zu verfestigen, setzt freiheitliche Politik auf die Entlastung aller Familien, die Verbesserung der Betreuung für alle Kinder - und auf ein Bildungssystem, das alle Talentierten und Fleißigen nach oben lockt."

    KAMANN, Matthias (2004): Unterhalt,
    in: Welt v. 23.09.

    Kommentar zur geplanten Reform des Unterhaltsrechts.

    KAMANN, Matthias (2004): Kinderwunsch,
    in: Welt v. 05.10.

    Kommentar zur Umfrage des Allensbacher Institut für Meinungsumfragen zum Kinderwunsch.

    KAMANN, Matthias (2004): Die trauernde Generation.
    Jetzt fangen die Angehörigen der geburtenstarken Jahrgänge an, ihre Eltern zu beerdigen,
    in: Welt v. 19.11.

    Matthias KAMANN wagt eine Prognose zu den kommenden Todeskämpfen:

    "Weil der Tod die Baby-Boomer so heftig treffen wird, spricht nichts für die bioethisch-zivilisationskritische These, daß demnächst kalten Herzens per Patientenverfügung und Gnadenspritze die Alten entsorgt würden. Hinter dieser Vision steckt ein hysterischer Fortschrittsglaube, der so tut, als könne man sich von den elementaren Gewalten des Lebens wegmodernisieren. Viel wahrscheinlicher ist das Gegenteil: Gerade die Generation der 40Jährigen, die ja jetzt schon bei ihren Kriegen um jeden getöteten Unschuldigen trauert, wird vor der Macht des Todes ganz neu erschrecken."

    KAMANN, Matthias (2005): Kinder,
    in: Welt v. 12.01.

    Matthias KAMANN sieht durch zwei Umfragen von Allensbach und Forsa seine Position gestärkt, dass finanzielle Anreize das Problem des Geburtenrückgangs nicht lösen. Für die Familiengründung sind andere Gründe ausschlaggebend:

    "Habe ich den geeigneten Partner? Verliere ich durch Kinder nicht meine Unabhängigkeit? Kann ich der Verantwortung gerecht werden?"

    KAMANN, Matthias (2005): Familien brauchen kein Mitleid,
    in: Welt v. 14.04.

    Kommentar zur Grundsatzrede von Kanzler SCHRÖDER über die Familie als Wirtschaftsfaktor.

    KAMANN, Matthias (2005): Deutschland, deine Väter.
    Die deutschen Männer glauben immer noch, sie müßten Alleinversorger der Familie sein. Das macht ihnen Angst vor Kindern. Politik und Unternehmen setzen sie zusätzlich unter Druck,
    in: Welt v. 04.05.

    Matthias KAMANN zur Studie Nachhaltige Familienpolitik.

    KAMANN, Matthias (2005): Frauen,
    in: Welt v. 10.05.

    KAMANN, Matthais (2005): Wahlrecht,
    in: Welt v. 25.08.

    KAMANN kritisiert die politische Forderung von Paul KIRCHHOF, Renate SCHMIDT und anderen nach einem Familienwahlrecht:

    "Die größte Absurdität liegt im Prinzip: daß politisch-inhaltliche Probleme wie die Folgen des Geburtenrückgangs nicht inhaltlich angegangen werden - durch Reformen der Sozialversicherungen - sondern daß an formalen Verfassungsprinzipien herumgedoktert werden soll".

    KAMANN, Matthias (2005): Verschwendete Gebärprämien.
    Durch Milliardentransfers für Familien will der Staat die Geburtenrate heben. Damit schafft er nichts als Frustration,
    in: Welt v. 21.10.

    KAMANN möchte die Kontroverse Familien contra Singles, die das Gemeinwesen gefährdet, durch einen Umbau der sozialen Sicherung beenden:

    "Wenn Steuergelder nicht mehr in die beunruhigende Erzeugung von Gebärstreß gesteckt werden, sondern in eine beruhigende Alterssicherung, dann hat das eine befriedende Wirkung für die ganze Gesellschaft.
              
    Solche Befriedung tut not, denn schon jetzt sieht man, was passiert, wenn die Familien- und Sozialpolitik die Gesellschaft mit nicht befolgten Gebär-Appellen konfrontiert und zugleich im faktisch längst aufgekündigten Umlagesystem einmauert: Zänkische Rentner beschweren sich über egoistische Kinderlose. Selbstgerechte junge Eltern halten den Windelwechsel auf dem Caféhaustisch für das natürliche Recht der Zukunftssicherer. Kinderlose jaulen sich zwischen all ihren Konsumgütern in die Rolle diskriminierter Opfer hinein. Junge Frauen ohne passenden Partner und mithin ohne Kinder werden als bindungsunfähig beschimpft. Junge Männer, die den Infarkt zwischen »Neuer Väterlichkeit« und extremem Berufsdruck vermeiden wollen, gelten als verantwortungslos. Solche Giftspritzerei auf Gegenseitigkeit kann sich eine Gesellschaft nicht lange leisten. Aus diesem Kessel den Druck zu nehmen, statt noch mehr Geld zu verpulvern, ist die zentrale Aufgabe der allerorten beschworenen neuen Familienpolitik".

    KAMANN, Matthias (2005): Feindbild Volkszählung,
    in: Welt v. 01.11.

    Der einstige Volkszählungs-Gegner KAMANN fordert für die geplante Volkszählung eine plausible Begründung:

    "Allerdings muß Schäuble erklären, warum Hunderte von Millionen für eine datenschutzrechtlich notwendigerweise beschränkte Volkszählung ausgegeben werden sollen, obwohl der Mikrozensus sowie die Erhebungen der Demoskopen und Sozialwissenschaftler bereits jetzt eine derartige Datenfülle produzieren, daß selbst Experten kaum noch etwas mit all den Zahlen anzufangen wissen."

    Dazu ließe sich anmerken, dass auch die teuerste Volkszählung nichts nützt, wenn wieder nur Daten erhoben werden, die das traditionelle Familienmodell - gegen die Familienwirklichkeit - normativ stützen sollen. Dagegen wäre es sinnvoll, jene Daten zu erheben, die der modernen Familienwirklichkeit gerecht würden. Sowohl die nationalkonservative Demografie als auch die Familienfundamentalisten missbrauchen ihr Deutungsmonopol dazu, Singles und "Single-Familien" zu diskriminieren. Eine Volkszählung könnte hier einen Beitrag zur Normalisierung moderner Familienverhältnisse leisten. Ob dies jedoch politisch gewollt ist, das muss stark bezweifelt werden.

    KAMANN, Matthias (2006): Falsche Erwartungen,
    in: Welt v. 17.01.

    KAMANN kritisiert den Etatismus der Familienpolitik und plädiert stattdessen - im Interesse der Versicherungsbranche - für den Ausbau kapitalgedeckter Vorsorge sowie für die private Kinderbetreuung im Sinne eines Ausbaus des Niedriglohnsektors im Bereich der haushaltsbezogenen Dienstleistungen. Bei der Lichtung der "Familienalimentierung" plädiert KAMANN für Härte gegen sozialstaatsabhängige Familien:

    "Trotz des steten Anwachsens der Familientransfers (...) ist unsere Geburtenrate weiter gesunken. (...).
              
    Ändern wird sich das nur, wenn man aufhört, Familienpolitik als politische Form der Freundlichkeit aufzufassen. Vielmehr ist durchaus Härte gefragt, der Dschungel der Transfers zu lichten und die Verantwortung der Familien beim eigenen Wirtschaften zu stärken, statt daß wie bisher viele Leistungen zum Verharren im unteren Bedürftigkeitsdrittel führen."

    KAMANN, Matthias (2006): Die Kinder kommen nicht,
    in: Welt v. 21.01.

    Kommentar zur Bevölkerungsentwicklung in Deutschland.

    KAMANN, Matthias (2006): Kritik am Meinungskartell.
    Albrecht Müller: "Machtwahn - Wie eine mittelmäßige Führungselite uns zu Grunde richtet",
    in: DeutschlandRadio v. 07.04.

    Mit den sozial- und wirtschaftspolitischen Vorstellungen von Albrecht MÜLLER kann sich KAMANN zwar nicht anfreunden, aber bei seiner Kritik an der demografischen Demagogie stimmt er ihm zu:

    "Es gibt sie, die Tendenz zur inzestuösen Meinungsbildung in jenen Informationseliten, die seit gut fünf Jahren eine Radikalkur für unsere Wirtschaft und Sozialsysteme fordern. Gerade diejenigen, die unablässig über Korporatismus und soziale Kartelle klagen, haben selbst ein korporatives Kartell aufgebaut, in dem einer dem andern die Reformthesen und Krisenbeschwörungen nachspricht. So kamen jüngst pünktlich zum Erscheinen des neuen Demographie-Buches von FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher plötzlich die passenden Studien zum Geburtenrückgang daher, und die Medien überboten einander mit Serien über die alternde Gesellschaft und die Krise der Rentenversicherung. In solchen Fällen wird, da hat Müller schon recht, weniger hinterfragt als hinterher geschrieben."

    Albrecht Müller - Machtwahn

    KAMANN, Matthias (2006): Subventionsobjekt Familie,
    in: Welt v. 15.06.

    KAMANN, Matthias (2006): Steuernachlässe für Kinder,
    in: Welt v. 19.06.

    KAMANN begrüßt die Forderungen nach einem Familiensplittung weil die beiden Alternativen unakzeptabel sind.

    KAMANN, Matthias (2006): Schrecken der Scheidung.
    Heiraten ist weiterhin beliebt, doch der Durchhaltewille verheirateter Paare sinkt dramatisch. Warum in Deutschland bereits jede dritte Ehe in die Brüche geht und welche finanziellen Folgen die Trennungen für viele Betroffene oftmals haben,
    in: Welt v. 26.06.

    KAMANN, Matthias (2006): Das Leiden der Männer.
    Scheidungsväter haben es nach Ansicht von Geschlechterforschern wesentlich schwerer, mit ihren oft genauso großen Problemen Beachtung zu finden,
    in: Welt v. 26.06.

    KAMANN, Matthias (2006): Sparsamkeit statt Ideologie.
    Staatsfinanzierte Abtreibungen,
    in: Welt v. 13.07.

    KAMANN wendet sich gegen die großzügige Finanzierung von Abtreibungen. Faktisch macht ihn dies zum Verbündeten derjenigen, denen er schlechte Gründe unterstellt:

    "schlechte Gründe (...) verbinden die Abtreibungen mit der Geburtenrate: Man verweist darauf, daß einerseits seit 1996 insgesamt 250 Millionen Euro vom Staat für Abtreibungen ausgegeben wurden, andererseits dem Land die Kinder fehlen, und hofft, daß die von Sachsen und Thüringen (erfolglos) geforderte Verschärfung der Bedürftigkeitsprüfung bei abtreibungswilligen Frauen dem Kindermangel abhelfen könnte. Werden sich Frauen, wenn der Abort nicht mehr bezahlt wird, nicht doch für das Kind entscheiden?
              
     Dem steht alle Erfahrung entgegen. (...).
    Sie funktioniert nicht, die Verbindung zwischen Abtreibungsfinanzierung und Kinderwunsch. Wer sie zieht, ideologisiert die Kostenübernahme genauso wie jene, die darin eine Absicherung weiblicher Selbstbestimmung sehen: Gilt dem einen das Kürzen als Dienst am Wert der Geburtensteigerung, so dem anderen die Großzügigkeit als Dienst am Wert weiblicher Autonomie.
    "

    Wenn KAMANN die Väterfeindlichkeit der bestehenden Finanzierungsregelung beklagt, dann liegt er zudem im antifeministischen Trend.  Wenn KAMANN also Sparsamkeit fordert, dann kann er sich sowohl des Beifalls von  Familienfundamentalisten als auch von Antifeministen gewiss sein:

    "Staatliches Geld oder dessen Verweigerung ist weder ein Mittel der finanzpsychologischen Geburtensteigerung, noch eines des Lebensschutzes per finanzieller Schwangeren-Erpressung, noch eines der feministischen Emanzipationsgynäkologie. Staatliches Geld ist einfach nur sparsam auszugeben."

    KAMANN, Matthias (2007): Biologischer Fatalismus.
    Politik und Demographie,
    in: Welt v. 20.01.

    Angesichts des Films 2030 - Aufstand der Alten kritisiert KAMANN die Beschwörung eines postpolitischen Zeitalters, das nur von demografisch-generationellen Trends, von Biologischem bestimmt wird. Der biologische Fatalismus, der sich dahinter verbirgt ist für KAMANN einerseits Ausdruck sozialer Verlustängste und entspringt andererseits Rachewünschen gegenüber Individualisten. Des Weiteren macht KAMANN eine grassierende Politikverachtung aus, die ihn zur Frage veranlasst, "warum der Bevölkerungswandel ein Thema viel mehr der Medien als der Politik ist." KAMANN vermutet hier ein strategisches Medieninteresse:

    "Immerhin lässt sich mithilfe der Demografie exzellent suggerieren, wie schwach die Politik, wie dringlich ihre Eindämmung durch andere ist. Und wer deckt im ZDF-Film all das Elend auf? Richtig, eine Journalistin."

    KAMANN findet diese Entwicklung bedenklich:

    "Der demografische Wandel ist eine viel zu große Herausforderung an unsere Anpassungsfähigkeit, als dass wir dabei auf demokratisch legitimierte Gestaltung verzichten könnten."

    KAMANN, Matthias (2007): Demografie als Apokalyse.
    Thomas Etzemüller über schwedische Eugenik und die windigen Katastrophenszenarien mancher Bevölkerungswissenschaftler,
    in: Welt v. 24.06.

    Rezension des Buches Der ewigwährende Untergang von Thomas ETZEMÜLLER.

    KAMANN, Matthias (2007): Künstliche Befruchtung soll den Geburtenrückgang abschwächen.
    Laut Umfrage sind 1,4 Millionen Deutsche aus medizinischen Gründen ungewollt kinderlos - Überprüfung der Zuschussregeln gefordert - Schwierige Datenlage,
    in: Welt v. 27.06.

    Matthias KAMANN weist auch auf die Problematik der Studie des Berlin-Instituts hin, die bei den Agenturberichten, die auf den Webseiten von so genannten Qualitätszeitungen verbreitet werden (z.B. sueddeutsche.de), ausgeblendet bleiben:

    "Einem Teil der von Allensbach erhobenen 1,4 Millionen Menschen, die aus medizinischen Gründen keine Kinder bekommen können, kann allerdings die Reproduktionsmedizin nicht mehr helfen. Denn zumindest bei den älteren Frauen dieser Gruppe liegen nicht mehr medizinische, sondern biologische Gründe für die Kinderlosigkeit vor (...).
                 Hinzu kommt, dass bei der Erhebung nicht nachgefragt wurde, warum die Menschen trotz Beischlafs kinderlos blieben.
                 (...). Die bei der Vorstellung der Studie anwesende Reproduktionsmedizinerin Bettina Pfüller von der Berliner Charité erklärte auf Nachfrage, dass nur 50 Prozent ihrer Patienten an Formen der Unfruchtbarkeit leiden, die medizinische Interventionen ratsam er scheinen lassen. Bei den anderen liegen psychische Gründe vor so wie bisher unbekannte biologische Ursachen und zuweilen mangelhafte Kenntnisse über die Einzelheiten der natürlichen Zeugung. Unterstützt wurde die Erstellung der Studie laut Berlin-Institut von der Serono GmbH. Diese bezeichnet sich selbst als „weltweit führend in der Behandlung von Unfruchtbarkeit“ und erklärt: „Unser Marktanteil liegt in diesem Bereich bei über 60 Prozent."

    KAMANN, Matthias (2007): Zum Wohle der Paare,
    in: Welt v. 27.06.

    KAMANN möchte künstliche Befruchtungen nicht mehr von den Krankenkassen finanzieren lassen, sondern aus dem allgemeinen Steueraufkommen, lehnt jedoch bevölkerungspolitische Begründungen ab:

    "Dass nun auch schon der Zustand weiblicher Eierstöcke und männlicher Hoden über unsere Zukunft entscheiden soll, dass weiterhin das Rauchen oder die Dickleibigkeit als Fertilitätsrisiken von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung sein sollen, ist eine gefährliche Tendenz, bei der sich zeigt, wie die demografische Panik in immer weitere Bereiche unseres Lebens ausgreift - von den wirtschaftlichen Interessen der Reproduktionsmediziner ganz zu schweigen."

    KAMANN, Matthias (2007): Keine Angst vor Einsamkeit im Alter.
    Teil 2: Zu vereinsamen fürchten nur wenige alte Menschen in Deutschland. Und das hat seinen Grund: Der Zusammenhalt zwischen Alt und Jung funktioniert gut, die soziale Vernetzung nimmt zu - aber nur, solange der Geldfluss zwischen den Generationen nicht bedroht wird,
    in: Welt v. 31.07.

    KAMANN, Matthias (2008): Babyboom in den Dreißigern.
    33- bis 37-Jährige Hauptprofiteure des Elterngeldes - Statistik könnte über Sondereffekte hinwegtäuschen,
    in: Welt v. 21.08.

    KAMANN, Matthias (2008): Deutsche Eltern verlangen zu viel von sich.
    Studie belegt extrem hohe Erwartungen an familiäres Engagement - Mütter fühlen sich überlastet und vom Partner allein gelassen,
    in: Welt v. 25.08.

    KAMANN, Matthias (2008): Familien in der Überforderungsfalle.
    Alleskönner sind schlechte Eltern,
    in: Welt v. 25.08.

    Kommentar zur Vorwerk-Familienstudie.

    KAMANN, Matthias (2008): Island ist bankrott?
    Gerade wurde uns die Insel in einer Zukunftsstudie noch als Musterregion Europas verkauft,
    in: Welt v. 09.10.

    Single-generation.de machte bereits gestern darauf aufmerksam, dass das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung die Zukunft Islands aufgrund der demografischen Faktoren zu rosig gesehen hat. Matthias KAMANN sieht das heute in der Welt  auch so:

    "Bei der Ermittlung der »Zukunftsfähigkeit« weit überschätzt wurde Demografisches wie die Kinderzahl, einseitig positiv bewertet wurde Gesellschaftspolitisches wie die Frauenerwerbsquote. Und wie sich jetzt zeigt, hat das Berlin-Institut die finanzpolitischen Risiken des isländischen Booms offenbar schlicht ausgeblendet, obwohl sie gerade in eine Studie hätten einfließen müssen, die sich mit der Bewältigung des demografischen Wandels befasst."

    KAMANN, Matthias (2009): Reemtsmas Institut für Sozialforschung wird 25 Jahre alt,
    in: Welt v. 02.07.

    KAMANN, Matthias (2009): Die Menschen nähern sich mutig der Todeszone.
    Der Tod – in westlichen Gesellschaft ist er eines der größten Tabus. Matthias Kamann ergründet, warum sich unser Verhältnis zum Sterben in letzter Zeit dramatisch verändert. Und er sieht eine neue Volksbewegung kommen: Die Menschen nähern sich mutig und individuell der Todeszone,
    in: Welt Online v. 27.09.

    Matthias KAMANN über die so genannte "Krebsbekenntnisliteratur":

    "Man kann darin eine Reaktion auf die Alterung der Gesellschaft sehen oder ein Zeichen für neues spirituelles Interesse – zentral jedenfalls ist der Befund, dass es lauter Einzelberichte sind.
              
     
    Das wird zuweilen kritisiert. Jürgen Leinemann wurde Eitelkeit vorgeworfen, Georg Diez Indezenz gegenüber seiner Mutter. Tilman Jens hielt man vor, er habe im Buch über seinen Vater Walter Jens (»Demenz. Abschied von meinem Vater«) einen öffentlichen Vatermord begangen. Doch sind solche Texte wohl die Vorhut einer neuen Volksbewegung. Zu der gehören auch die vielen ehrenamtlichen Hospizhelfer, deren Zahl in Deutschland bei schon 80.000 liegt. Nicht mehr geht es beim Sterben um das Typische, den schematisierten Konflikt zwischen höllischen und himmlischen Mächten. Vielmehr betrachten wir den je eigenen Tod, lassen uns darüber von Todkranken erzählen. Das Lebensende wollen wir im Modus der Individualität erkennen, sie pflegen wir im Sterben, sie verlängern wir bis in den Tod. Ja, über ihn hinaus."

    KAMANN, Matthias (2010): Gelächter und Spaß im Bett.
    Wenn Ehen lange halten, liegt das nicht so sehr an Disziplin oder Gewöhnung, sondern am Willen, zu zweit viel Schönes zu erleben,
    in:
    Welt am Sonntag v. 04.04.

    Neu:
    KAMANN, Matthias (2010): Nur als Provokateur originell.
    Noch vor der Veröffentlichung seines Buches brach ein Sturm der Entrüstung über Thilo Sarrazin herein. Bei der Lektüre aber findet sich viel Unproblematisches und Altbekanntes. Das Neue an dem Werk allerdings ist haltlos,
    in: Welt v. 27.08.

    Rezension des Buches Deutschland schafft sich ab von Thilo SARRAZIN.

     
           
       

    Todeskämpfe (2009).
    Die Politik des Jenseits und der Streit um die Sterbehilfe
    Bielefeld: Transcript

     
       
         
     

    Klappentext

    "In der Kontroverse um Sterbehilfe geht es nicht nur um Gesetze. Weit mehr als das stehen neue Bilder von Tod, Jenseits und Individualität in der alternden Gesellschaft zur Debatte, die an den Grundsätzen unserer politischen und moralischen Kultur rührt wie kaum eine andere. Infolgedessen werden Sterbeprozesse häufig mit politischen Ansprüchen vom guten Leben und guten Sterben überfrachtet. Matthias Kamann stellt in seiner Streitschrift dagegen konsequent das individuelle Sterben in das Zentrum der Diskussion. Gegen alle »Dammbruch«-Warnungen und gegen alle Forderungen nach unbeschränkter Autonomie plädiert er für eine verantwortete Selbstbestimmung bei Patientenverfügungen und Suizid-Assistenz für Schwerstkranke."

     
         
     
           
       

    Rezensionen

    fehlen noch
     

     

       

    Weiterführende Links

     
         
       
     
       

    Bitte beachten Sie:
    single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

     
       
     
         
       
     
       
    © 2002-2011
    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 15. August 2009
    Update: 08. März 2011