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Matthias Matussek: Die vaterlose Gesellschaft

 
       
     
       
   
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    Matthias Matussek in seiner eigenen Schreibe

     
       
    SPIEGEL-Titelgeschichte: Die vaterlose Gesellschaft.
    Geschlechterkampf um Kind und Geld

    MATUSSEK, Matthias (1997): Der entsorgte Vater.
    Über feministische Muttermacht und Kinder als Trümpfe im Geschlechterkampf Eine Polemik von Matthias Matussek,
    in: Spiegel Nr.47 v. 17.11.

    SPIEGEL SPECIAL-Titelgeschichte: Mann + Frau = Krise

    MATUSSEK, Matthias (1998): Die Frauen sind schuld.
    Über den Männerhaß und die Identitätsprobleme der Frauen,
    in: Spiegel Spezial Nr.5 Mann + Frau = Krise

    MATUSSEK, Matthias (2004): Lotse für den Onkel.
    Popliterat Joachim Lottmann lässt sich in das Horrorszenario des Berliner Nachtlebens fallen,
    in: Spiegel Nr.41 v. 04.10.

    MATUSSEK lobt den Roman Die Jugend von heute des Popliteraten Joachim LOTTMANN:

    "Wenn es ein Pendant zu Houellebecq in Deutschland gibt, ohne dessen gesamten Weltekel gleich mitzuschultern, dann ist es Lottmann. Dabei ist sein Roman ein schwereloser Tanz durch die Luft. Eine Warterei in der Disco, auf den Dealer, aufs Leben, darauf, dass etwas passiert. Ein wundervolles Buch über das Nichts."

    MATUSSEK, Matthias (2005): Papst Johannes Paul.
    Vermächtnis des Löwen,
    in: Spiegel Online v. 02.04.

    Katholizismus ist der neueste Pop der Anti-Popper. Matthias HEIN hat in der Welt vom 26.03.2005 die Attraktivität der Religion für die Neue Mitte damit begründet, dass sie Distinktionsgewinne beschert:

    "Die jungen Wertsuchenden entstammen oft einem Milieu, das man in der »neuen Mitte« lokalisiert. Arbeiter machen bei den evangelischen Eintretenden weniger als 20 Prozent aus. Eine religionssoziologische Studie von Gerald Kretzschmar faßt zusammen: »Vor allem bei den Vertretern der beruflichen Mittel- und Oberschichten ist mit einer bewußten Entscheidung für den Eintritt in die Kirche zu rechnen.«
          
      Diese Leute nannte ein Autor der »Süddeutschen Zeitung« kürzlich nach US-Vorbild »Neocons«. (...).
    Vieles spricht dafür, daß der zarte Trend sich noch entwickeln wird: In dem Maße, in dem der Staat sich aus vielen Lebensbereichen zurückzieht, entstehen Leerstellen, die nur die Kirchen füllen können - das gilt nicht nur für die Schulen und die Caritas. Und das Hiob-Gefühl angesichts einer als katastrophal empfundenen Gegenwart läßt ja schon lange den Aberglauben boomen. Warum soll daraus nicht wieder Glauben werden? (...).

          
      Trotzdem erlangen die Kirchen in Deutschland vermutlich nie wieder die alte Massenbasis. Ihre Zukunft ist eher die einer Elite, die gerade aus der Abgrenzung ihr Selbstwertgefühl schöpft. Mit Bourdieu könnte man sagen: Religion beschert Distinktionsgewinne."

    Man könnte es aber auch viel darwinistischer formulieren: Kulturarbeiter gehören mittlerweile - an vorderster Front - zu den Überflüssigen dieser Gesellschaft. Wer könnte ihnen also die Garantie eines sicheren Arbeitsplatzes bieten? Die Kirchen oder kirchenartige Organisationen bieten sich nach Wegbruch von Staat und Markt als Ersatz an. Distinktion wird damit zur existentiellen Überlebensfrage. Da dies alles andere als glamourös ist, muss Antipop zum neuen Pop werden. Der Katholizismus bietet derzeit den größten Distinktionsgewinn. Die neueste Punkbewegung ist also zwangsläufig katholizistisch! Matthias MATUSSEK arbeitet in seiner Papst-Hymne bereits an dieser neuen Pop-Front:

    "Seine Moraltheologie galt Kritikern stets als Skandal. Wobei es durchaus aufschlussreich ist, dass es heutzutage die Aufrufe zu Keuschheit und Monogamie sind, die als skandalös empfunden werden. Zumindest in der ersten Welt hat man bisweilen den Eindruck, dass kein Recht so vehement verteidigt wird wie das auf sofortigen Orgasmus, wo, wie, wann und mit wem auch immer.
    In einem Schreiben zu seinem silbernen Amtsjubiläum präzisierte dieser Papst dagegen nochmal seine Position zum Zölibat: »Für die Kirche und die Welt von heute stellt das Zeugnis der keuschen Liebe auf der einen Seite eine Art spirituelle Therapie für die Menschheit dar, auf der anderen Seite einen Protest gegen die Vergötzung des Sexualtriebs.«

             (...).
    Man muss dieses Papsttum als Gegenoffensive lesen. Seine über 1.300 Seligsprechungen und seine fast 500 Heiligsprechungen etwa, mehr als alle anderen Päpste vor ihm: es ist, als ob er gegen den heillosen Zirkus der Pop-Idole und Ikonen seine eigene katholische Armee aufmarschieren lassen wollte."

    MATUSSEK, Matthias (2005): "In dieser Nacht des Glücks".
    Die ungehaltene Wahlkampfrede eines jungen Konservativen,
    in: Spiegel Nr.23 v. 06.06.

    MATUSSEK stilisiert sich zum jungen konservativen Revolutionär, der den Neoliberalismus aus der Bibel ableitet und den Tod eines Handlungsreisenden von Arthur MILLER zum Klassiker der neuen Zeit erklärt, denn:

    "da wir die Gewerkschaften so weit wie möglich zerschlagen werden, werden Sie Solidarität woanders suchen müssen. Da ist es die Familie, die die Wagenburg zusammenrücken sollte in den eisigen Stürmen, die vor uns liegen."

    Soziale Herkunft wird zum bitteren Schicksal vieler werden, wenn Subsidiarität wieder feudalherrlich und Blut-und-Boden-mäßig gewendet wird und die "Zeiten der schlechten alten Gemeinschaften" (Imhof) verherrlicht werden, wie das MATUSSEK in seinem Manifest des Sozialnationalismus fordert. Die patriarchale Familie erfordert die Aufwertung der deutschen Mutter:

    "Ja, wir werden jene Frauen aufwerten, die von den Feministinnen verachtet werden: die Mütter und die Hausfrauen. Sie sind Heldinnen inmitten unserer demografischen und pädagogischen Katastrophe."

    Friede den Palästen, Krieg den Hütten ist das zentrale Motto von MATUSSEK.

    MATUSSEK, Matthias (2005): Der deutsche Hamlet.
    Die Linken gehen, die Konservativen kommen: Mit einem möglichen Machtwechsel gruppieren sich auch die Stichwortgeber der Politik neu,
    in: Spiegel Nr.37 v. 12.09.

    Antifeminist Matthias MATUSSEK hat die üblichen Stichwortgeber des konservativen Bürgertums aufgezählt (von Botho STRAUß bis zu Paul NOLTE und Udo Di FABIO), denn "wem hängt nicht der hedonistische Selbstverwirklichungszirkus der Geschlechter zum Halse raus, wenn der nur noch zertrümmerte Familien, allein gelassene Kinder, soziale Verrohungen anrichtet?"

    MATUSSEK, Matthias (2005): Die Lagerfeuer der Politik.
    Während die Parteien noch nach Lösungen aus einer lähmenden Blockade suchen, ist der Diskurswechsel im Kulturbetrieb bereits vollzogen,
    in: Spiegel Nr.39 v. 26.09.

    MATUSSEK zählt die neubürgerlichen Konvertiten auf, die sich auf die Seite von Angela MERKEL und der FDP (hat ihr trotzdem nichts genützt) geschlagen haben. Ulf POSCHARDT (der ja alles andere als ein Konvertit ist) wird  zum ästhetischen Hybriden stilisiert, denn er gibt sich Mühe

    auszusehen wir der junge Hanns Martin Schleyer, (...) der gleichzeitig geläufig von Trotzkis »Permanenter Revolution« spricht".

    Nachdem der Soziologe Heinz BUDE in der Welt darüber aufgeklärt hatte, dass die Trotzkisten die FDP der Linken waren, wusste damit eigentlich die Leserschaft schon, dass POSCHARDT sich im Wahlkampf zur FDP bekannt haben musste, für den Rest schreibt es MATUSSEK auch noch hin.

    SPIEGEL-Titelgeschichte: Jeder für sich.
    Wie der Kindermangel eine Gesellschaft der Egoisten schafft

    MATUSSEK, Matthias u. a. (2006): Unter Wölfen.
    Abnehmende Geburtenraten führen zur Vereinzelung der Kinder in unserer Gesellschaft. Nicht nur die finanzielle Zukunftssicherung ist davon betroffen - ohne Familie verlernt die Gesellschaft schlichtweg die Liebe,
    in: Spiegel Nr. 10 v. 06.03.

    Die Story von Matthias MATUSSEK ist ausgesprochen mager. Der Begriff Minimum, also der Buchtitel von SCHIRRMACHER taucht so oft auf, dass man fast meinen möchte, der bekommt für jede Nennung 100 Euro extra. Ansonsten 0815. Man könnte jeden x-beliebigen Spiegel-Titel der letzten 5 Jahrzehnte zum Thema Familie raus zerren. Es würde überall fast das Gleiche drinstehen. Es wird u. a. aus einer ominösen Broschüre des Familienministeriums zitiert:

    "»In der Gruppe der dauerhaft Kinderlosen«, so heißt es (...), handele es sich oft um Personen, »die in überdurchschnittlichem Maß Wert auf Unabhängigkeit legen«."

    Wir hätten gerne Genaueres. Wie viele "dauerhaft Kinderlose" gibt es überhaupt? Das Orakel lässt uns im Stich. Überhaupt: Die Bevölkerungswissenschaft legt seit geraumer Zeit keinerlei neue Daten mehr auf den Tisch. Möchte man der Politik nicht in die Quere kommen? Gibt es Anzeichen für einen neuen Babyboom, der vor der Durchsetzung des Elterngeldes nicht publik werden darf? Gäbe es handfeste Anzeichen für einen weiteren Rückgang der Geburtenrate, der Spiegel hätte sie jetzt publizieren müssen. Dies ist nicht geschehen. Wir haben es hier also offenbar mit einem groß angelegten Bluff zu tun. Viel Wind um ein neues Buch, dem die empirische Basis fehlt.

    Eine Entgegnung des Statistikers Gerd Bosbach zum Spiegel-Titel

    • MATUSSEK, Matthias (2010): Bürger, zum Klassenkampf!
      Philosophisches Quartett: Ist das Bürgertum tot oder lebt es auch zerstückelt weiter wie ein Regenwurm, der zweigeteilt wird? Das "Philosophische Quartett" machte sich in politisch wie wirtschaftlich wackliger Zeit auf die Suche nach der Mitte - ein umständlicher, aber sehr aufregender Fernsehmoment um Mitternacht,
      in: Spiegel Online v. 03.05.

    • Neu:
      MATUSSEK, Matthias (2010): Ein Freak, ein Störenfried, ein Jahrmarktsereignis.
      Sarrazin-Debatte: Kaum ist Thilo Sarrazin "erfolgreich geächtet", nehmen Kommentatoren in einer großangelegten Publikumsbeschimpfung seine Leser aufs Korn. Spekulationen über eine rechte Sammlungsbewegung schießen ins Kraut. Das Profil der potentiellen Mitglieder: männlich, allein, frauenhassend,
      in: Spiegel Online v. 20.09.

      • Im Plauderton berichtet Matthias MATUSSEK über eine Veranstaltung mit Thilo SARRAZIN. Im Saal hat er "jüngere Menschen, Akademiker, viele Pärchen darunter" ausgemacht. Die müssen jedoch stumm bleiben, denn in der öffentlichen Debatte lässt - nicht nur - MATUSSEK seine bereits mehr oder weniger angegrauten Altersgenossen sprechen. Phase zwei sei nun angebrochen: die Publikumsbeschimpfung. Weswegen MATUSSEK nun dringend ein paar jüngere Menschen als Statisten braucht...
     
           
       

    Matthias Matussek in der Debatte

     
       
    JAKUBASCH, Hans (2006): Meine Familie und ich nicht.
    Die Qualitätsprobleme des "Spiegels" und die neue Titelgeschichte zum Kindermangel der Deutschen,
    in: TAZ v. 09.03.

    "Matussek, ganz Vulgärapokalyptiker, zeigt das Bild einer untergehenden Gesellschaft im Gebärstreik. Gleichzeitig betet er die Konkursmasse der bürgerlichen Familie mit religiöser Inbrunst an", merkt JAKUBASCH zum Spiegel-Titel der zwei Ein-Kind-Väter MATUSSEK und SCHIRRMACHER.

    Auf den Mangel an Fakten wurde von single-generation.de bereits am Montag hingewiesen.

     
           
       

    Die vaterlose Gesellschaft (1998).
    Überfällige Anmerkungen zum Geschlechterkampf
    Reinbek: Rowohlt

     
       
         
     

    Klappentext

    "Seine Spiegel-Reportage über die »vaterlose Gesellschaft« löste im Oktober 1997 viel Zustimmung, aber auch eine Welle empörter feministischer Attacken aus.

    In diesem Buch geht Matussek das Problem grundsätzlicher an. Er untersucht die Männerbilder der 90er Jahre und das weibliche Selbstgespräch zwischen Medea-Mythos, Feminismus und Girlie-Mode. Er polemisiert gegen den bizarren Kult um die Alleinerziehende und den Wohlfahrtsstaat als Gesamtehemann. Und er nimmt sich die Architekturen eines männerfeindlichen Systems vor: den väterfeindlichen Terror der Behörden, die Blindheit der Gerichte, die Erpressungen des Unterhaltsrechts.

    Sein Fazit zu einem Diskurs, der stets Männer als Täter und Frauen als Opfer sieht: Es reicht!"

     
         
     
           
       

    Das Buch in der Debatte

    KLAUE, Magnus (2004): Men's Health.
    Die Nation wird von Emanzen, Lesben und Rabenmüttern unterwandert. Doch der "Väteraufbruch leistet Widerstand,
    in: konkret, Heft 2, Februar

     
       

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    © 2002-2015
    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 12. Oktober 2004
    Update: 20. April 2015