Klappentext
"...die s-bahn ist dunkel und
stillgelegt, an den schwarzen zweigen hängen
tropfen, es nieselt am himmel sind wolken, vorne
steht das haus: groß und dunkel. »scheiße«,
wispert einer, als er den fuß am schotter stößt,
»still«, zischt eine frau und
k, zieht sich einen dorn aus dem finger. die erste
gruppe wartet schon im hinterhof, alle andern
treffen fast gleichzeitig ein, die kellertür ist
schon aufgebrochen, ein brett vernagelt den
einstieg: sie sind im haus
k, lacht leise,
küßt eine frau im treppenhaus und haut sich beim
aufbrechen einer wohnungstür den kuhfuß vors auge,
sieht kämpferisch aus und immer, wenn jemand ruft,
binden sie sich tücher vors gesicht, ehe sie auf den
balkon gehn. alle türen werden aufgebrochen."
Pressestimmen
"Michael Wildenhain (...) hat die Entwicklung
der Hausbesetzerszene von innen beschrieben. Erst
mit kritischer Solidarität in seiner Erzählung
»zum beispiel k.«, dann mit trotzigen Gesten der
Entfernung in »Prinzenbad« (1987)."
(Hubert Winkels in der Zeit v.
11.10.1991)
"Den
preisgekrönten Dichter prägte eine Zeit, in der
Kreuzberg das vielbesungene Zentrum des
Häuserkampfes, Ziel der heißen Sehnsüchte
westdeutscher Teenager war, die ihr Glück in
besetzten Häusern fanden oder denen die wirkliche
Wirklichkeit ihrer autonomen Vorstellungen in
aufregenden Schlachten mit den gemeinen Bütteln des
Schweinesystems eingetrichtert wurde. So das
Klischee, das Wildenhain mit seinen Romanen ein
wenig auch mitbestimmte.
Ganz so tough,
wie sich die Kämpfer auf der Straße gaben, waren sie
nicht; auch der hübsche Satz »Ich lebe sooooo gern«
von Ute Scheub (in »Krawalle und Liebe«), der
Bestseller »Tod eines Märchenprinzen«, selbst »Momo«
wurde eifrig von den nach außen hart sich gebenden
Hausbesetzern, Revolutionären und Politpunks
rezipiert; kein Wunder, ging es doch um »Gefühl und
Härte«, wie das Graffiti an jeder Hauswand
verkündete. Mit »Gefühl und Härte« wirbt inzwischen
die Firma Jeep für ihre toll individualistischen
Autos, und auch Wildenhain, der mit seinem
Erstlingswerk, dem Hausbesetzerroman »Zum Beispiel
K.«, viele »nachgeborene 68er« ob des Verzichts auf
Sinnsuche schockierte, schaut etwas unverklärter
zurück."
(Detlef Kuhlbrodt in der TAZ
Berlin vom 09.08.)