| |
|
- ZYLKA, Regine (2003): Kinder-Bonus bei der
Rente.
Herzog-Kommission will niedrigere Beiträge für Eltern. Konzept der
Union setzt Regierung unter Druck. Finanzierung noch unklar,
in: Berliner Zeitung v. 13.09.
- LAMBECK, Silke & Regina
ZYLKA (2003): Die bayerische Preußin.
Familienministerin Renate Schmidt über Karriere und Kinder, Arbeit
und Zeit, Liebe und Leistung, über Vaterpflichten und einen Job, den
ein Mann nie machen würde,
in: Berliner Zeitung v. 13.09.
- Kommentar:
Ein Interview von
Renate SCHMIDT, das nicht
der Rede wert wäre, wenn hier nicht ein Begriff fallen würde, der
bisher nur in konservativ-katholischen Kreisen benutzt wurde:
"Machen
Sie eigentlich Frauen- oder Bevölkerungspolitik?
Ich mache eine bevölkerungsbewusste Familienpolitik. Das ist
mehr als Frauenpolitik."
Der
Begriff "bevölkerungsbewusste Familienpolitik" wurde von Max WINGEN in
die Debatte eingeführt. Ziel ist es, damit Bevölkerungspolitik in
Deutschland auch rhetorisch durchzusetzen.
Faktisch
wurde mit dem
Pflegeurteil
des Bundesverfassungsgerichts im Jahre 2001die
Bevölkerungspolitik
auf die
Agenda gesetzt.
Wenn
jetzt auch die zuständige Ministerin nicht mehr nur von
Familienpolitik - wie bisher - spricht, dann ist es nur noch eine
Frage der Zeit, bis der Begriff Bevölkerungspolitik wieder zum
Standardrepertoire der Sozialpopulisten gehört.
-
ZYLKA,
Regine (2004): Keine Kinder, keine Rente,
in: Berliner Zeitung v. 12.03.
- ZYLKA, Regine (2004): Vater Staat
und seine Kinder.
Familienpolitik. Die SPD bricht mit einem Dogma
und hat ein neues Wahlkampfthema. Das Erziehungsgeld soll in
ein Elterngeld umgewandelt werden - dann bekommen
Gutverdiener mehr,
in: Berliner Zeitung v. 11.09.
- Kommentar:
ZYLKA hat die Argumente der Befürworter für ein
einkommensabhängiges Elterngeld
zusammengetragen - kein informativer Bericht also, sondern
ein verkapptes Plädoyer für das Elterngeld.
- ZYLKA, Regine (2005): Elterngeld
als Geburtshilfe,
in: Berliner Zeitung v. 05.12.
- Inhalt.
ZYLKA vergleicht das SPD-Modell des
Elterngelds mit dem CDU-Modell und kommt zu dem Schluss:
"Ministerin
Ursula von der Leyen möchte das gesamte Familieneinkommen
zur Berechnung des Elterngeldes heranziehen und es damit
entscheidend abwandeln. Von dem innovativen Kern der
SPD-Pläne wäre dann nicht mehr viel übrig."
Trotzdem
plädiert ZYLKA für diese Form des Elterngeldes, das die
Zuverdienerehe bevorzugt:
"Das
CDU-Modell könnte dazu führen, dass Mütter während der
Erziehungszeit mehr Elterngeld bekommen, als sie zuvor im
Job verdient haben. Nur weil das Gehalt ihres -
weiterarbeitenden - Partners bei der Berechnung der
Leistung berücksichtigt wird.
Das
Elterngeld erhöht die ökonomische Sicherheit von Familien,
und das ist auch gut so."
-
ZYLKA, Regine (2005): Starke Familie.
Eine Kommission unter Leitung von Kurt Biedenkopf hat eine
beachtliche Demografiestudie vorgelegt,
in: Berliner Zeitung v. 16.12.
- Kommentar:
"Unter den 40- bis 44-jährigen Männern sind 40 Prozent
der Wirtschaftswissenschaftler, Ärzte und Sozialarbeiter kinderlos und
die Publizisten sogar zu 67 Prozent", berichtet ZYLKA.
ZYLKA
verschweigt jedoch, dass Akademikerinnen bereits früher weniger Kinder
bekamen. Dies fiel nur nicht auf, weil es weniger Akademikerinnen gab.
Darauf habe ich bereits vor zwei Monaten in
einem Gespräch mit der Berliner Zeitung hingewiesen. Brenda STROHMAIER zitierte
mich damals folgendermaßen:
"Akademikerinnen,
so Kittlaus, hätten schon früher weniger Kinder bekommen - inzwischen
gäbe es einfach mehr studierte Frauen."
In
der Studie "Starke Familie" (PDF-Download)
heißt es nun dazu:
"Vergleicht
man die Kinderlosigkeit in der früheren BRD bei den 40- bis 44jährigen
Frauen 1971 mit 1995 und 2003, so waren die höchst qualifizierten
Frauen auch schon 1971 überdurchschnittlich häufig kinderlos. (...).
Überraschend ist aber, daß heute der Anteil der Frauen, die kinderlos
sind und über einen Fachhochschul- oder Hochschulabschluß verfügen, um
etwa sieben Prozent unter der Zahl von 1971 liegt. Die Kinderlosigkeit
der Akademikerinnen fiel damals nicht auf, weil bei fünf bis sechs
Prozent Akademikern insgesamt und etwa zwei bis drei Prozent
Akademikerinnen dies nicht ins Gewicht fiel, wohingegen das heute bei
30 Prozent sehr wohl zu einem Thema geworden ist. (S.47f.)"
Die
Akademikerinnen-Kinderlosigkeit ist demnach heute niedriger als vor 30
Jahren!
Man
erinnere sich nur an den
diesjährigen Bundestagswahlkampf, in dem die Kinderlosigkeit der
Akademikerinnen im Mittelpunkt stand. Damals hieß es, dass die
lebenslange Kinderlosigkeit der Akademikerinnen zugenommen habe.
Susanne
GASCHKE stellte gerade ihr Pamphlet Die Emanzipationsfalle vor.
Und nun das: Die Kinderlosigkeit der Akademikerinnen hat im
Zeitverlauf sogar abgenommen!
Kein
Wunder also, dass GASCHKE -
nach diesem Malheur -
nun lieber über die
Kinderlosigkeit der Männer schreiben möchte.
Wir warten bis heute vergeblich auf eine
Richtigstellung von GASCHKE.
Die
Kinderlosigkeit der männlichen Akademiker habe sich seit 1971
verdoppelt, heißt es in der Studie.
67
% der 40- bis 44jährigen Publizisten sollen angeblich kinderlos sein.
Das Problem ist jedoch, dass in der Studie zum Zusammenhang zwischen
Kinderlosigkeit und Berufsstatus gar nicht die lebenslange
Kinderlosigkeit erfasst wurde.
Die
Daten beruhen auf Mikrozensus-Daten. Diese sagen jedoch nur aus, dass
die Männer in dieser Altersgruppe ohne Kind im Haushalt leben.
Das
kann z.B. bedeuten, dass diese Publizisten geschieden sind und ihre
Kinder bei ihrer Ehefrau leben.
Dies
kann auch heißen, dass die Kinder zum Zeitpunkt der Erhebung gerade
nicht im Haushalt lebten.
Es
kann aber auch heißen, dass es sich um die
Partner von "Alleinerziehenden" handelt. Sie können in diesem Fall
sogar mit Kindern zusammenwohnen, haben aber angegeben, dass sie einen
eigenen Haushalt führen. Es könnte also sein, dass gerade unsere
publizistischen Eliten die Privilegien einer Familienpolitik nutzen,
die streng genommen allein wohnenden Alleinerziehenden zugedacht sind.
Es würde sich also nicht um ein Problem der Kinderlosigkeit handeln,
sondern um einen Missbrauch des Sozialstaats!
Auf
alle Fälle wäre es völlig falsch aus diesen Angaben auf eine höhere
lebenslange Kinderlosigkeit der Akademikermänner zu schließen. Nur
eines ist klar: Die Debatte scheint nun in eine andere Richtung zu
entgleisen.
Wenn
unsere publizistische Klasse zu jener Klasse gehört, die zu einem
hohen Anteil "kinderlos lebt" (was immer da wirklich dahinter
steckt!), dann ist es kaum verwunderlich, dass die
Single-Lüge grassiert.
Es
wäre deshalb an der Zeit, die Medienbranche genauer unter die
Lupe zu nehmen und zu fragen, welche Interessen dieses Milieu an einer
verzerrten Darstellung der gesellschaftlichen Wirklichkeit hat. Wer
kontrolliert endlich unsere Medien?
- ZYLKA, Regine (2006): Für
eine neue Abtreibungsdebatte,
in: Berliner Zeitung v. 08.03.
- Kommentar:
Mit Clara ZETKIN im Gepäck, und
hoffend auf eine
demografische Katastrophe,
möchte ZYLKA den Blick auf die Abtreibungen lenken:
"Während
die Zahl der Abtreibungen konstant bleibt, geht die der
geborenen Kinder weiter zurück. Diskutiert wird aber nur
über die
sinkende Geburtenrate. Kein Politiker würde es heute
wagen, beide Aspekte in einem Atemzug zu nennen. Oder gar
zu problematisieren, dass die Zahl der Abtreibungen im
Verhältnis zu den Geburten steigt."
- ZYLKA, Regina (2006):
Pflegenotstand der anderen Art.
Reform - Die Zahl der Pflegebedürftigen wird wachsen,
viele haben keine Kinder, die für sie sorgen könnten. Die
große Koalition streitet darüber, wie die Betreuung künftig
finanziert werden soll,
in: Berliner Zeitung v. 14.11.
- Anmerkungen:
"Mittelfristig werden die kränkelnden
Senioren aber oft nicht mehr zu Hause von Angehörigen
gepflegt werden können - schlicht deshalb, weil sie keine
Kinder haben", behauptet die Berliner Zeitung im
Tagesthema.
Es
wäre endlich an der Zeit, dass das Statistische Bundesamt
seine Hausaufgaben erledigt. Allein beim westdeutschen
Frauenjahrgang 1965, also jenem Frauenjahrgang, der zur
Avantgarde der Kinderlosen
gezählt wird, schwankt die Einschätzung des
Anteils lebenslang Kinderloser
zwischen 23,1 % und 31,2 %.
- ZYLKA, Regine (2007): Hoffen
auf den Babyboom,
in: Berliner Zeitung v. 02.01.
- Inhalt:
"Egal
ob sie ein paar Tage zu früh oder zu spät gekommen sind,
jetzt sind sie endlich auf der Welt: die ersten Kinder,
deren Mütter oder Väter das neue Elterngeld erhalten. Wer
nun wissen will, ob dieser Kurswechsel in der
Familienpolitik einen kleinen Babyboom auslöst, wird sich
aber noch gedulden müssen.
Die ersten verlässlichen Zahlen über die Geburtenentwicklung
in diesem Jahr werden erst 2008 vorliegen. Im Gegensatz
zur Arbeitslosenquote, zur Inflationsrate oder zu anderen
wirtschaftlichen Kennziffern wird die
Bevölkerungsentwicklung nur einmal jährlich erfasst - es sei
denn, das Statistische Bundesamt stellt seine Praxis um und
gibt von nun an monatlich bekannt, wie viele Kinder geboren
werden",
erläutert ZYLKA
-
ZYLKA, Regine (2007): Arme Alte,
in: Berliner Zeitung v. 24.01.
- ZYLKA, Regine (2007): Die
Mutter der Revolution.
Ursula von der Leyen provoziert mit ihrer Familienpolitik
- dabei macht sie nur, was sie schon immer für richtig
hielt,
in: Berliner Zeitung v. 01.03.
- Timot SZENT-IVANYI & Regine
ZYLKA (2007): SPD: Weniger Rente für Kinderlose.
Ansprüche von Ehepartnern sollen zur Finanzierung von
Kinderkrippen dienen,
in: Berliner Zeitung v. 05.03.
- Neu:
ZYLKA, Regine (2007): Stoibers Herdprämie,
in:
Berliner Zeitung v. 25.04.
- Inhalt:
"Stoibers neueste Erfindung heißt
»Selbsterzieher« und hat beste Chancen, als Unwort des
Jahres 2007 in die Geschichte einzugehen. Kürzer und
treffender lässt sich die quälende Diskussion in der CDU/CSU
über die Familienpolitik nämlich nicht zusammenfassen.
Selbsterzieher im Stoiberschen Sinne sind Eltern, die ihren
Nachwuchs in den ersten drei Lebensjahren nicht in einen
Kindergarten geben, sondern ausschließlich daheim betreuen.
(...).
Stoiber möchte die Selbsterzieher belohnen. Vor allem die
weiblichen natürlich. (...). Nur dann, sagt er, könnten
Mütter frei entscheiden, ob sie zu Hause bleiben oder einen
Kindergartenplatz beantragen und Geld verdienen gehen.
Diese jüngste Wendung in der Krippendebatte beweist vor
allem eines: Familienministerin Ursula von der Leyen hat
sich noch lange nicht durchgesetzt. Im Gegenteil, der Streit
um den Ausbau der Kinderbetreuung scheint jetzt erst richtig
loszugehen", meint ZYLKA im Leitartikel.
|
|
| |
|
Rezensionen
- MÄRZ, Ursula (2006): Die
Panik der Mittelschichtler.
Die Debatte über
die Kinderarmut der Deutschen verhandelt die Sorgen von
Schichten, die bisher gut ohne Kinder ausgekommen sind
in: Frankfurter Rundschau v. 06.04.
- Kommentar:
Ursula MÄRZ greift ein
Thema auf, das single-dasein.de bereits vor
längerem in den Raum gestellt hat:
Das Epizentrum der deutschen
Kinderlosigkeit sind die deutschen
Redaktionsstuben.
Der neue Extremismus wird
von MÄRZ anlässlich des Buches "Das große Jein"
folgendermaßen kurzschlüssig interpretiert:
"Die
Panik haben wir, deutsche Mittelschichtler, und wir haben
obendrein das Problem, dass es sich um keine echte,
natürliche, sondern eine gleichsam demographisch
theoretische, ausgedachte, man könnte auch sagen: um eine
tautologische Panik handelt. Denn die kinderlose
Gesellschaft, vielmehr die kinderlosen
Gesellschaftsschichten, leiden paradoxerweise darunter,
dass sie eigentlich ohne Kinder recht gut zurecht kommen.
Sie sind alarmiert, weil ihnen nicht fehlt, wovon sie
glauben, dass es ihnen anthropologisch fehlen sollte. Sie
fühlen einen Phantomschmerz, den Schmerz der
Antriebslosigkeit, der tieferen Unnotwendigkeit, Kinder in
die Welt zu setzen."
MÄRZ
heizt die hysterische Debatte zusätzlich an:
"Es
reicht zum Großen Jein, wie das Buch treffend betitelt
ist. Zum großen Ja, zu dem der panische Alarmismus
aufruft, reicht es nicht, reicht auch die demographische
Sorge nicht. Daher der schrille Moralismus, der die
gesamte Kinderdebatte seit kurzem bestimmt. Die Moral
drängt das Jein, ein Ja zu werden. Es geht aber nicht.
Keiner der Moralisten der Kinderfrage, ein Ober- oder
Mittelschichtsakademiker also, dürfte mehr als ein oder
höchstes zwei Kinder zu Hause haben. Warum eigentlich
nicht acht Kinder? Wie Birgit?"
-
WEICKMANN, Dorion (2006): Kinder, Kündigung, Karriereknick.
Zwanzig Frauen
geben Auskunft über die Schicksalsfrage,
in: Die ZEIT Nr.16 v. 12.04.
-
PETROPULOS, Kostas (2006): Zwischen Kindern und Karriere.
"Das große Jein" und "Die Unmöglichen",
in: DeutschlandRadio v. 19.05.
|
|