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Susie
Reinhardt: FrauenLeben ohne
Kinder
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Aktuellster
Beitrag
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Susie Reinhardt in ihrer
eigenen Schreibe
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REINHARDT, Susie (2003): Wenn Frauen das vorher wüssten.
Mutterschaft, ein Standardschicksal? Vom Märchen, Beruf
und Kinder seien mit etwas gutem Willen und einem willigen
Partner durchaus vereinbar. Ein Blick aufs Ganze,
in: TAZ v. 04.09.
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"Die
gefühlte Mütterdichte ist gestiegen. Das ist ähnlich wie
beim Wetter: Auch wenn die Geburtenrate in Wirklichkeit
sinkt, das eigene Empfinden signalisiert etwas anderes,"
behauptet REINHARDT taz- und demografiepolitisch korrekt,
aber faktisch falsch.
Wie Detlef
GÜRTLER erst kürzlich nachwies, wird die Geburtenrate
in Deutschland aus politstrategischen Gründen zu niedrig
ausgewiesen. Die junge Generation ist
nicht so gebärfaul wie dies die sozialpopulistische Presse
darstellt. Wenn
REINHARDT ausnahmslos alle Kinderlosen als gewollt
kinderlos bezeichnet und damit Alice SCHWARZERs
Gebärstreikthese folgt, mag das unter Gesichtspunkten
einer
Politik für die Mütterelite konsequent sein, aber
richtig ist das noch lange nicht. Kinderlose gab es
schließlich auch in vormodernen Zeiten. Letztlich
sind REINHARDTs "gewollt" kinderlose Frauen jedoch nur
ungewollt kinderlos, denn wären die politischen
Rahmenbedingungen anders - eben mütterfreundlicher im
Sinne der Vereinbarkeit von Beruf und Familie - dann gäbe
es nach REINHARDT keine kinderlosen Frauen. Die
Autorin unterstellt also eine Homogenität der weiblichen
Lebensentwürfe die keineswegs gegeben ist. Das
Selbstbewusstsein einer kinderlosen Frau kann sich nach
REINHARDT deshalb nicht nur auf die berufliche Leistung
gründen. Aus
der Perspektive von REINHARDT wird die kinderlose
Karrierefrau nicht nur zu einem Rollenmodell stilisiert:
sie opfert sich vielmehr für die mütterpolitische
Durchsetzung einer besseren Vereinbarkeit. Die kinderlose Karrierefrau
ist in dieser heroischen Sicht ergo eine moderne
Märtyrerin. Nur
aus dieser Position heraus, kritisiert REINHARD dann den
singlefeindlichen Vorschlag von Angela MERKEL, die eine
Rente nach Kinderzahl
fordert:
"Im
März dieses Jahres forderte CDU-Chefin und Nicht-Mutter
Angela Merkel sogar, Kinderlosen die halbe Rente zu
verweigern. Für eine Frau wie sie, mit hohen
Pensionsansprüchen, wahrscheinlich kein Problem. Aber muss
jede, die nicht gebiert, persönlich dafür büßen, dass
Mutterschaft für immer mehr Frauen zum unmöglichen Projekt
wird?"
Das neue Tabuthema - Gewollte Kinderlosigkeit in
Deutschland |
REINHARDT, Susie
(2004): Sind Nichtmütter eine Gefahr für die Gesellschaft?
Für den "Spiegel" sind sie verantwortlich für das
Aussterben der deutschen Nation. Für die "Zeit" sind sie
skrupellose Konsumentinnen. Für so manche Mutter sind sie
ein rotes Tuch. Grund genug für Emma, sich zu fragen, was
sie wirklich sind: die Nichtmütter,
in:
Emma, Nr.2, März/April
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Susie REINHARDT ist ein
typisches Opfer der
sozialpopulistischen Single-Rhetorik:
"Wenn
eine Frau ihr Leben ohne Nachwuchs plant, weicht sie immer
noch vom Mainstream ab (...). Die Tatsache, dass inzwischen
rund jede dritte junge Frau gewollt kinderlos bleibt und
sich fast 40 Prozent der Akademikerinnen gegen Nachwuchs
entscheiden, hat daran bisher wenig geändert.
Mutterschaft ist immer noch die Norm."
Der
Bevölkerungswissenschaftler Gert HULLEN hat anhand des
Familiensurvey 2000 erstmalig nachgewiesen, dass der Anteil
lebenslang Kinderloser bei den in den 1960er Jahre geborenen
Frauen nur bei 14 % liegt,
obwohl
in der Öffentlichkeit Zahlen zwischen 25 und über 30 % (1965
Geborene) debattiert werden. Die
gesellschaftliche Selbstwahrnehmung ist aufgrund der
jahrzehntelangen Debatte um die Single-Gesellschaft völlig
gestört.
Faktisch
ist die gewollte lebenslange Kinderlosigkeit nur für ein
quantitativ unbedeutetes, individualisiertes Milieu
überhaupt ein Thema. Akzeptiert
ist die Kinderlosigkeit in der Regel nur bis zur beruflichen
Etablierung, die bei Akademikerinnen inzwischen ins 3.
Lebensjahrzehnt fällt. Das Fehlen eines geeigneten Partners
oder Unfruchtbarkeit sind typische Gründe für lebenslange
Kinderlosigkeit jenseits des individualisierten Milieus. Der
neue Familienfundamentalismus ist eine Folge der gestörten
gesellschaftlichen Selbstbeschreibung. Dies ist deshalb
fatal, weil Mütter nun glauben, lebenslang Kinderlose
könnten ihnen die Sozialsysteme finanzieren.
Das möchten ihnen Sozialpopulisten
glauben machen.
Wenn
aber selbst Kinderlose die gestörte gesellschaftliche
Selbstbeschreibung übernehmen, dann dürfen sie sich nicht
wundern, wenn ihnen jenseits des individualisierten
Milieus Unverständnis entgegen schlägt...
Annette C. Anton -
Family-Gentrification am Prenzlauer Berg |
REINHARDT, Susie
(2004): Marlene hat ganz andere Pläne.
Ist Kinderlosigkeit aus freien Stücken unweiblich?
in: Neue Zürcher Zeitung v. 08.05.
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REINHARDT begründet in dem
NZZ-Artikel - im Gegensatz zum TAZ-Artikel - ausführlich
das Recht der Frauen auf
gewollte Kinderlosigkeit.
Wie die Anthropologin
Sarah Blaffer HRDY ist auch REINHARDT davon überzeugt,
dass es keinen angeborenen Mutterinstinkt gibt.
REINHARDT versucht
darzulegen, dass Mütter die wahren Egoistinnen sind,
während kinderlose Frauen als Pioniere der
Gesellschaftsveränderung dafür sorgen, dass Männer sich
ändern müssen. Davon profitierten dann auch die Mütter.
Die kinderlose
Karrierefrau erhält bei REINHARDT eine historische
Mission, die bei ihrer Zielgruppe
nicht unbedingt auf Gegenliebe
stößt.
Man könnte sie damit in
eine Reihe mit
Frank SCHIRRMACHER stellen, der eine solche
historische Mission für den Feminismus-gebeutelten Mann
salonfähig gemacht hat. SCHIRRMACHERs Mission
ist jedoch ungleich erfolgsversprechender, allein
deswegen, weil REINHARDT als
Individualisierungsopfer die Truppenstärke ihrer Armee
völlig überschätzt. |
PSYCHOLOGIE
HEUTE-Titelgeschichte:
Alleine leben?
Warum immer mehr Menschen sich nicht binden |
Neu:
REINHARDT, Susie (2007): Ungebunden.
Warum manche Menschen es vorziehen, allein zu leben,
in:
Psychologie Heute
Nr.4, April
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Im Mittelpunkt des Artikels von
Susie REINHARDT steht die modische Bindungstheorie, die ihre
Hochzeit in den 1950er Jahren hatte.
Obwohl es um
Partnerlosigkeit geht, bleibt der Single-Begriff bei REINHARDT
unscharf. Singles sind dann auf einmal Alleinlebende, Ledige oder
Kinderlose. Unklar bleibt deshalb zuweilen, auf welche
Personengruppe sich die präsentierten Zahlenangaben beziehen.
Im Rückgriff auf
Studien von
Beate KÜPPER und die
Forschergruppe um den Sexualwissenschaftler Gunter SCHMIDT
geht REINHARDT der Frage nach, welche Beziehungshürden einer
Bindung entgegenstehen.
Ausführlich werden
die Thesen der prominenten New Yorker Journalistin Jillian STRAUS
vorgestellt, deren Buch
Unhooked Generation im Jahr 2006
erschienen ist.
In dem Artikel
Lone Stars der amerikanischen Schwesterzeitschrift
Psychologie Today hat STRAUS das
Single-Dasein in den USA als Unverheiratetsein beschrieben.
Die sieben
Beziehungshürden, die REINHARD im Anschluss an STRAUS
vorstellt, kann man im Artikel Why Gen-Xers can't seem to find love: Seven
evil influences von STRAUS in der Chicago Sun Times vom
26.02.2006 im Original nachlesen. |
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Susie Reinhardt im Gespräch
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CARL, Verena (2003): Die Bauchentscheidung: Mutterwerden -
Ja oder nein?
Macht (nur) Kinderkriegen richtig glücklich? PETRA bat
zwei Mütter und drei kinderlose Frauen zum Streitgespräch,
in: petra.de
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FrauenLeben ohne Kinder (2003).
Die bewusste Entscheidung gegen die
Mutterrolle
Ariston Verlag
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Klappentext
"Ständig werden
Frauen mit der Frage konfrontiert:
Und wann möchtest du Kinder? Obwohl inzwischen fast
jede Dritte auf Nachwuchs verzichtet: Das klare
Bekenntnis zur Kinderlosigkeit irritiert meist. Es
erregt Mitleid (»klappt wohl nicht«) oder schürt
alte Vorurteile (»egoistisch, unweiblich,
karrieregeil«). Susie Reinhardt befragt kinderlose
Frauen über ihre Motive, interviewt Experten und
plädiert für das Recht einer jeden Frau, sich
selbstbewusst und ohne schlechtes Gewissen gegen
eigene Kinder zu entscheiden."
Pressestimmen
"Wer
das Muttersein so plump denunzieren muss, ringt wohl
noch immer mit sich selbst. Für die, die sich
bereits entschieden haben, eine absolut überflüssige
– und ärgerliche – Lektüre."
(Edith Krebs in der WochenZeitung
v. 27.11.2003)
Das "Buch
von Shirley Seul (ist) definitiv vorzuziehen. Sie
schreibt flott, intelligent, nachdenklich und bemüht
sich vor allem, die unselige Kluft zwischen Müttern
und Nicht-Müttern in Frage zu stellen – kritische
Anfragen an Teile des Feminismus inklusive. Susie
Reinhardt dagegen haut genau in diese Kerbe, indem
sie nämlich ihre Argumente vor allem aus der
Negativdarstellung des Mutterdaseins bezieht."
(Antje Schrupp in Frauen unterwegs
vom Dezember 2003)
"Problematisch
ist, dass das freie, selbstbestimmte und
erlebnisorientierte Dasein der Frauen ohne Kinder
immer wieder im Gegensatz zu einem langweiligen,
verdummenden, unpolitischen und einfallslosen Dasein
der Mütter dargestellt wird. Alle Gründe für
Kinderlosigkeit beziehen ihre Legitimation aus
diesem Schwarz-Weiß-Schema".
(Christine Weber-Herfort in
Psychologie Heute, Juni 2004)
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Rezensionen
KREBS, Edith (2003): Kinderlos!
in: WochenZeitung v. 27.11.
SCHRUPP, Antje (2003): Shirley Seul: Goodbye, Baby & Susie
Reinhard: FrauenLeben ohne Kind,
in: Frauen unterwegs, Dezember 2003
WEBER-HERFORT,
Christine (2004): Kinder? Nein danke!
Viele Frauen entscheiden sich heutzutage bewusst gegen
Kinder. Zwei Versuche, die Motive der gewollt Kinderlosen zu
ergründen und ihre Position zu stärken,
in: Psychologie Heute, Nr.6, Juni
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Susie Reinhardt in der
Debatte
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Susanne LEINEMANN
reagiert auf den
Emma-Artikel von Susie REINHARDT,
die u. a. angesichts der Probleme von berufstätigen Müttern
für bewusste Kinderlosigkeit plädiert. LEINEMANN erwidert
darauf mit dem Pathos der spätgebärenden Mutter:
"Meine eigene Tochter war das
erste Neugeborene, das ich jemals real sah und hautnah
spürte. Warum sollte ich mir diese Erfahrung abschneiden?
Nur um meinen Status als emanzipierte Frau um jeden Preis
zu halten? Da versuche ich lieber, gegen die »herrschenden
Umstände« anzuleben."
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EMMA (2004): Polemik gegen Kampfmütter.
Pro & Contra,
in: Emma Nr.3, Mai/Juni
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Susie Reinhardt im WWW
www.susie-reinhardt.de
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Weiterführende
Links
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