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- BRUNS, Tissy (2003): Wie geht es
uns?
Deutschland ist eine schwerfällige Gesellschaft geworden
- auch weil die Kinder fehlen,
in: Tagesspiegel v. 20.09.
- Kommentar:
"Entgegen der Lebenswirklichkeit der
meisten Kinder nimmt Deutschland sich als
kinderfeindliches Land wahr. Die Selbstbezichtigung ist
sympathisch, weil sich in ihr die Sehnsucht nach Kindern
ausdrückt", muss BRUNS zugeben. Kinderfeindlichkeit also
passé, dafür prägt BRUNS den Begriff "kinderferne
Gesellschaft", um damit den Geburtenrückgang zu
thematisieren.
- BRUNS, Tissy (2004): Neuer
Kult ums Kind.
Perfekt muss es sein,
in: Tagesspiegel v. 03.06.
- BRUNS, Tissy (2005): Kleine
Freuden.
Junge Eltern brauchen Vorbilder, junge Frauen Mut - die
"Allianz für die Familie" soll helfen,
in: Tagesspiegel v. 19.01.
- Kommentar:
Nach der
Springer-Presse droht uns
BRUNS nun mit einer Untersuchung im Auftrag der ZEIT
zur Situation der Familie in Deutschland:
"Gute Partnerin, erfolgreich
im Beruf, perfekte Mutter. Wie sehr das traditionelle
Familienbild die Entscheidungen prägt, spiegelt sich im
»Familienatlas 2005« wieder, den die Prognos AG im Auftrag
des Bundesfamilienministeriums in Zusammenarbeit mit der
»Zeit« heute veröffentlicht. Die Untersuchung von 439
Kreisen und Städten findet überdurchschnittliche
Geburtenraten und Kinderzahlen dort, wo niedrige
Arbeitslosigkeit, geringe Kriminalität – und eine
vergleichsweise schlechte Kinderbetreuung anzutreffen
ist."
Tissy BRUNS schwärmt von
Geburtenraten für ganz Deutschland wie in Cloppenburg,
doch ohne den dazu notwendigen Katholizismus.
- BRUNS, Tissy
(2005): Das schwache Geschlecht: Väter.
Frauen haben in den
letzten Jahrzehnten neue Rollen erobert. Jetzt muss die
Stellung der Männer in der Familie gestärkt werden,
in: Tagesspiegel v. 30.01.
- Kommentar:
BRUNS will nicht die Stellung der
Männer in der Familie, sondern die biologische Vaterschaft
(Zeugung) gegenüber der sozialen Vaterschaft (Erziehung)
stärken. Der genetische Vaterschaftstest soll dies
gewährleisten.
Ausgangspunkt von BRUNS
ist die These, dass Frauen mittlerweile eine zu starke
Stellung in der Familie innehaben:
"Die
Frauenbewegung hat die alte deutsche Mutterideologie nicht
nur nicht abgeschafft. Die befreite Frau hat, jedenfalls
in Deutschland, die tradierten Formen der Mütterherrschaft
sogar um eine neue Variante bereichert, die dem Neuen
Vater wenig Chancen lässt: das aufgeklärte Matriarchat.
Man muss ja nicht gleich so weit gehen wie die Webseite
von »single-generation«, die als neue Avantgarde der
modernen Frau die »Hausfrau« entdeckt, die als Managerin
der Familie und Mutter ihre Erfüllung findet.
Andererseits: Kennen wir nicht alle eine Frau X in unserem
Bekanntenkreis, die mit Abitur und abgeschlossenem Studium
tatsächlich nach dem Muster der »refeudalisierten
Hausfrauenfamilie« lebt? Gebildete Gattin,
Top-Haushalt, perfekte Kinder. Und wie sind die internen
Herrschaftsverhältnisse denn in den Familien, die den
Traum der 80er Jahre halbwegs verwirklicht haben? Den von
der neuen Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau, von der
Vereinbarkeit von Beruf und Kindern?".
BRUNS zitiert hier
einen Debattenbeitrag, der bereits im November 2000 für
single-dasein.de geschrieben wurde. Es ging dabei um
den
"Kampf der Lebensstile".
Ausgehend von Ulrich BECKs
drei Szenarien der Gesellschaftsentwicklung, hat
single-dasein.de damals argumentiert, dass nicht die
"vollmobile Single-Gesellschaft" das wahrscheinlichste
Szenario sei.
Dies war zu einem Zeitpunkt
als die New-Economy-Euphorie im Feuilleton den Yettie als
Pionier der kommenden Single-Gesellschaft gebar.
Single-dasein.de sah darin nie eine realistische
Zukunftsbeschreibung.
Inzwischen glaubt wohl nicht
einmal mehr Ulrich BECK selbst an die Realisierung dieses
Szenarios.
Single-dasein.de
beschrieb damals nicht - wie üblich - das
Mainstream-Modell der Vereinbarkeit von Familie und Beruf,
das Ulrich BECK und die Neue Mitte präferiert.
Single-dasein.de wies
vielmehr auf die postfeministischen Strategien und
gesellschaftliche Tendenzen hin, die dazu führen, dass
sich die
refeudalisierte Hausfrauenfamilie - auch hinter dem
Rücken der Akteure - durchsetzt.
Tissy BRUNS hat das
Zitat aus diesem Zusammenhang gerissen, wodurch es
verfälscht wird.
Single-dasein.de hat nicht
die Hausfrau als neue Avantgarde entdeckt, sondern mit
Bezug auf die öffentliche Debatte dargelegt, dass die
Hausfrau zur neuen Avantgarde stilisiert wird (als
ein Punkt unter mehreren und nicht einmal als wichtigster!).
Dies war vor 4 Jahren noch
nicht so offensichtlich, aber inzwischen hat der
SPIEGEL seinen
"Mutterstolz"-Titel publiziert, der weibliche
Postfeminismus wird durch den
männlichen
Antifeminismus verstärkt, und nicht zuletzt haben
HARTZ I - IV die Grundlagen des Berufssystem radikal
verändert.
Was vor 4 Jahren von
single-dasein.de in dem Beitrag
"Der Kampf der Lebensstile"
geschrieben wurde, ist heute viel weniger von der Hand zu
weisen als damals.
Punkt für Punkt haben sich
die Tendenzen verstärkt, die der "refeudalisierten
Hausfrauenfamilie der Neuen Mitte" zum gesellschaftlichen
Mainstream verhelfen.
Die Erhöhung der
Frauenerwerbsquote verschleiert die Tatsache, dass nicht
befriedigende Vollzeitjobs entstehen, sondern
unbefriedigende Teilzeitjobs im Niedriglohnsektor, die
keine Grundlagen für die so genannte befreite Frau bieten.
- BRUNS, Tissy
(2006):Der deutsche Sonderweg.
Die Entscheidung
für ein Kind fällt den Frauen hierzulande schwerer – weil
schon der Staat eine dreijährige Berufspause empfiehlt,
in: Tagesspiegel v. 19.03.
- BRUNS, Tissy (2006): Mein
Kind gehört mir - wirklich?
Uns fehlt der Nachwuchs. Das ist auch deshalb fatal, weil
die vorhandenen Kinder zur Privatsache ihrer Eltern geworden
sind,
in: Tagesspiegel v. 26.03.
- BRUNS, Tissy (2006):
Belohnung für die Bindungslosen.
Wer den Familien
weitere soziale Bürden auflädt, zerstört die Keimzelle der
Gesellschaft,
in: Tagesspiegel v. 10.08.
- BRUNS, Tissy (2007):
Frauenbefreiung war gestern.
Dem "neuen Feminismus" geht es vor allem um Macht,
Geltung und Geld,
in: Tagesspiegel v. 03.02.
- BRUNS, Tissy (2007): Weniger
Macht den Müttern.
Die Schwelle für Vaterschaftstests muss gesenkt werden -
ein lebenskluges Urteil,
in: Tagesspiegel v. 14.02.
- BRUNS, Tissy (2007): Das
Alphaweibchen,
in: Tagesspiegel v. 08.03.
- Inhalt:
"Von
der Leyen hat Hoffnungen gemacht. Jede Frau hätte
verstanden, wenn sie später oder nur zum Teil verwirklicht
würden. Merkel aber enttäuscht, weil im Zweifelsfall auch
die wichtigste Frauenfrage ihrem ersten machttaktischen
Gebot weichen muss: bloß keinen Krach mit meinen
Alphatierchen",
meint BRUNS zum Ausgang der Koalitionsgespräche über den
Ausbau der Kinderbetreuung.
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Neu:
BRUNS, Tissy (2007):
Mutter gegen Mutter.
Die meisten Regelungen im Eherecht privilegierten bislang
die Häuslichkeit der Frau. Hier besteht großer
Nachholbedarf,
in: Tagesspiegel v. 24.09.
- Inhalt:
"Ob Ehegattensplitting, das alte
Erziehungsgeld oder Unterhaltsrecht – alle Regelungen
privilegieren die mütterliche Häuslichkeit. Wie wir längst
wissen: zum Nachteil von Kindern und Müttern. Nichts führt
so verlässlich in die Falle der Isolation wie die
Kombination von alleinerziehend und Transferabhängigkeit.
Auf eigenen Füßen stehen, das ist für geschiedene und
nichteheliche Mütter wichtiger als der Ruf nach
Gleichstellung", meint Tissy BRUNS.
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