"Paul
Schade, der Held dieses Roman, ist Anfang 20 und
soeben in eine kleine Stadt gezogen. Stolz, sich von
der nervenden Familie distanziert zu haben,
alibimäßig an der kleinen Universität
eingeschrieben, konzentriert er sich auf
persönlichkeitsbildende Projekte wie die erste
Zigarette und den ersten Joint. Er will sich
verlieben, weiß aber lange Zeit nicht in wen. Er
will ein großer Künstler werden, weiß aber nicht in
welcher Sparte. Film wirds nicht, denn die
»Verlegenheitsdokumentarfilmer« von der Uni haben
keine Ideen. Musik wirds auch nicht, denn das
Publikum will lieber diskutieren. Vielleicht könnte
ihn die Literatur zum Star machen? Da lernt er die
lokalen Kleinstadthelden kennen, großmäulige
17jährige, die Kirchen besetzen, Wände bemalen,
Scheiben einschmeißen. Alles liebenswerte
Individuen, aber leider in einer Clique verbunden,
die unter wachsendem Druck unangenehm werden kann.
Paul muß sich erneut befreien und darüber geht
dieser Roman - genau und authentisch, in der
richtigen Mischung aus frischer Wut und trockenem
Humor."
Stimmen
zum Roman
"Seit seinem Debüt »Haut ab« (1982)
arbeitet er am Roman seines Lebens. Buch um Buch
wird daraus die Chronik einer Generation, die
relativ bequem im Windschatten der 68er segelte, die
Errungenschaften der Altvorderen nutzte - und doch
nicht glücklich wurde dabei, weil ihr so wenig
selber zu erleben blieb
(...).
Es liegt eine schwarze Wolke der Melancholie über
diesem Buch und über dieser, unserer Generation, die
eingeklemmt ist zwischen den frühvergreisten 68ern
und den Vereinigungsgewinnlern. Andreas Mand ist ihr
Chronist.".
(Willi Winkler im Spiegel vom
20.05.1996)
"»Vielleicht schreibe ich noch
mehr Fortsetzungen«, verheißt Grover am See.
Das Archiv des Zwölfjährigen war mit diesem Buch
jedoch soweit komplett, das Verfahren ausgereizt.
Konsequenterweise verlassen die folgenden Bände von
Mands autobiographischem Romanprojekt die 70er Jahre
und wenden sich zunächst den späten (Das rote
Schiff, 1994), dann den früheren (Kleinstadthelden,
1996) 80ern zu. Das Erzähl-Ich ist dementsprechend
jetzt in seinen Zwanzigern und heißt nicht mehr
Andreas/Grover, sondern Paul Schade. (...). Schade,
aber nur konsequent ist, daß das Gover-Verfahren
hier nicht mehr angewendet werden kann."
(aus: Moritz Baßler "Der deutsche
Pop-Roman", 2002, S.37)