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Birgit Vanderbeke: Single-Gesellschaft

 
       
     
       
     
       
   

Birgit Vanderbeke in ihrer eigenen Schreibe

 
   

VANDERBEKE, Birgit (2001): Ariel oder Sturm auf die weiße Wäsche,
in:
Akzente. Zeitschrift für Literatur, Heft 3, Juni 2001

VANDERBEKE, Birgit (2001): Wo der Wind den Himmel poliert.
Eine Liebeserklärung der Schriftstellerin Birgit Vanderbeke an ihre neue Heimat Uzès im Süden Frankreichs,
in: Die Woche Nr.34 v. 17.08.

VANDERBEKE, Birgit (2003): Geld oder Leben.
Auszug aus dem neuen Buch,
in: Das Magazin, August

 
       
   

Birgit Vanderbeke im Gespräch

 
   

KIPPENBERGER, Susanne (2001): Warum schreiben Sie mit dem Ohr?
Die 44jährige Autorin, die 1990 führ ihre Erzählung "Das Muschelessen" in Klagenfurt den Ingeborg-Bachmann-Preis erhielt, wird gerühmt für die Leichtigkeit ihrer Sprache und ihre präzise Beobachtung,
in: Tagesspiegel v. 14.03.

"In Ihrer neuen Erzählung »abgehängt« geht es um Nähe und Distanz, um Leute, die anderen zu nahe rücken.
Eigentlich würde ich sagen, es geht nur um Distanz. Meine Erzählerin hat mit fast niemandem direkt zu tun, sie kommuniziert fast nur über Telefon, Fax, Mail, Post. Und da wundert sie sich, dass es offensichtlich anderen auch so gehen muss: dass sie ein so großes Intimitätsbedürfnis haben, dass sie Unbekannten ihre Schicksale und Bücher schicken. Das ist diese Nähe, die keine ist, eine völlig unbegründete Emotionalität. Wir sind ja auch zutiefst beteiligt am Verhältnis zwischen Boris Becker und seiner Frau. Ich will zeigen, was da kocht in diesem Topf zu Beginn des neuen Jahrtausends: ganz wahnsinnig viel ungebundene Emotionalität. Die sich nicht mehr an den Nächsten wenden kann, weil es den gar nicht mehr gibt. Wir haben 60 Prozent Single-Haushalte."

Es ist interessant, dass vor allem Familienmenschen meinen, sie leben in einer "Single-Gesellschaft". Möglicherweise sehen Singles dagegen überall nur Paare und Familien. Wenn also von der "Single-Gesellschaft" geredet wird, dann kann es um die Familiengesellschaft nicht schlecht stehen. Aufhorchen müsste man dagegen, wenn alle von der Familiengesellschaft reden würden.

Anteile von 60 Prozent Single-Haushalten finden sich höchstens punktuell in speziellen Großstadt-Quartieren, aussagekräftig sind diese Zahlen jedoch nicht und über die Lebensverhältnisse, die damit beschrieben werden sollen, sagt diese Kategorie noch weniger aus...

GRAMBOW, Jürgen (2002): Lachen am Abgrund,
in: ndl - neue deutsche literatur, H.6, S.67-81

 
       
   

Das lässt sich ändern (2011)
München: Piper Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"Natürlich war Adam Czupek nicht der Richtige für sie. Ein Mann, der mit den Händen arbeitete, einer, der Sprache für unwichtig hielt. Mit so einem Mann konnte man sich nicht sehen lassen, viel weniger noch sein Leben mit ihm verbringen. Dachten ihre Eltern. Aber was wussten sie, deren Ehe längst am Ende war, schon von der Liebe. Was wussten sie von Adam? Er baute Drachen für die Kinder, die sie bekamen, fand eine größere Wohnung. Das Leben wurde zum Abenteuer, als sie rauszogen aufs Land. Und als sie von Bauer Holzapfel die Streuobstwiese bekamen, hatte Adam schon längst einen Plan, wohin das alles führen sollte. Birgit Vanderbekes unkonventionelle Erzählerin lässt sich von Adam bezaubern und von seiner Art, das Leben anzugehen. »Das lässt sich ändern« ist ein klarer, leuchtender Roman über die Liebe, das Anderssein und über das Bekenntnis zu den einfachen Dingen."

 
     
 
       
   

Rezensionen

Neu:
SCHMITZ-KUNKEL, Brigitte (2005): Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt.
In ihrem ebenso köstlichen wie lakonischen Roman schickt Birgit Vanderbeke eine Tochter aus gutbürgerlichem Haus zu einem maulfaulen Adam aufs Land. Anders sehen natürlich die Eltern der nervenstarken Ich-Erzählerin,
in: Frankfurter Rundschau v. 11.03.

 
       
   

Sweet Sixteen (2005)
Frankfurt a/M: Fischer

 
   
     
 

Klappentext

"»Sechzehnjähriger verschwand am Geburtstag spurlos«, lautet die Schlagzeile. Erst ist es nur einer, dann sind es fünf, und es werden immer mehr. Gibt es einen Zusammenhang? Die Medien werden aufmerksam und versuchen, das Phänomen zu erklären. Doch auch sie stehen vor einem Rätsel. Keine Spuren, keine Bekennerschreiben, keine Lösegeldforderungen. Stattdessen tauchen hellblaue T-Shirts mit der Aufschrift »Free your mind« auf, und man begreift: diese Jugendlichen sind nicht verschleppt worden. Sie hatten nur keine Lust mehr, sie machen nicht mehr mit, sie sind einfach weg.

Wie einen Krimi erzählt Birgit Vanderbeke diese so skurrile wie phantastische Geschichte. Ihr Herz schlägt auf der Seite der Ausreißer, der Spott gilt Medien, Erziehungsberechtigten und der Enge des Gedankens. Dieses Buch ist ein Plädoyer für den Mut, sich seines Verstandes zu bedienen und den Kopf von Idyllen und Ideologien zu befreien; eine Liebeserklärung an die Jugend und an das, was man von ihr lernen kann; ein Aufruf zu Rebellion und eigenem Leben. »Sweet Sixteen« ist eine Komödie, ein Pamphlet und ein Fest für den Leser."

 
     
 
       
   

Rezensionen

KREKELER, Elmar (2005): Ich hab so 'ne Sehnsucht.
"Sweet Sixteen": Birgit Vanderbeke hat viel gegoogelt und läßt Kinder zu Widerständlern werden,
in: Welt v. 02.07.

KREKELER ordnet VANDERBEKEs Buch in eine Reihe von Büchern (und einen Film) ein, die das Unbehagen an dieser Republik formuliert haben. Nachdem Geld oder Leben von der Mitte als "Bonner Republik" abgetan wurde, ist VANDERBEKE nun zumindest thematisch in der "Berliner Republik" angekommen:

"Tellkamps Guerilla kommt von dunkel-rechts, Weingärtners von mehr oder weniger diffus-links, Maiers Guerilla rottet sich an der Uni zusammen, Birgit Vanderbekes in den Internetforen der sauer gewordenen »Sweet Sixteen«. Sie alle haben genug von dieser Republik, sie wollen nicht mehr bevormundet werden von konsumorientierten, desillusionierten, konservativ gewordenen Alten, es reicht ihnen, ausgesessen, an den Rand gedrängt und ihrer Entwicklungsmöglichkeiten beraubt zu werden. Sie wollen was bewegen in einer bewegungsunfähig scheinenden Republik und suchen neue Wege zum Aufstand, neue Utopien."

KREKELER ist aber sichtlich enttäuscht darüber, dass sich VANDERBEKEs Werk nicht im Sinne eines schwarz-gelben Aufbruchs interpretieren lässt, weswegen seine Kritik vernichtend ausfällt:

"Das Ganze ist nicht böse, nicht tiefgründig, nicht lustig genug. Das Ganze ist Buchhändlerinnenbefriedigungsprosa."

FISCHER, Carolin (2005): Von Teenagern, die spurlos verschwinden.
Birgit Vanderbeke: "Sweet sixteen",
in: Büchermarkt. Sendung des DeutschlandRadio v. 08.07.

BRANDT, Jan (2005): Schreiben ohne Tabu.
140 Seiten Hölle: In "Sweet Sixteen" läßt Birgit Vanderbeke ihren Gedanken freien Lauf,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.07.

Jan BRANDT verweigert eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Sweet Sixteen von Birgit VANDERBEKE fast zur Gänze und übt stattdessen Sprachkritik am neuen Vanderbeke-Sound:

"140 Seiten (...) (können) die Hölle sein. Vor allem dann, wenn die etwas mütterliche Ich-Erzählerin in einem Trendbüro arbeitet und ein zehn Kilo schweres Jugendsprachelexikon verschluckt zu haben scheint. (...). Jeder Begriff wird erklärt, als seien Vanderbeke-Leser hirnamputierte Hausfrauen. (...). Es gibt Dutzende Absätze, die sind so spannend wie eine Inhaltsangabe von »Christiansen«: »und hier solle also auch gleich auf die Gefahr der in Amerika aus dem Ruder laufenden 'Geeks' und 'Nerds' hingewiesen werden, die das abendländische Pendant zu den Otaka darstellen (...). Allerdings bezeichneten sich sowohl die Otaku als auch die Geeks als Couchpotatoes und seien im Grunde so eine Art Yuppies...« Aaaarrrgh!"  

MANGOLD, Ijoma (2005): Ohne Pulverdampf kein Abenteuer.
Ran an die Jugend: Birgit Vanderbekes oberspießiger Rebellionsroman,
in: Süddeutsche Zeitung v. 20.07.

"Es gibt ein weitverbreitetes Unbehagen an dem, was man Entpolitisierung nennt. Und es gibt eine neue Faszination für den Straßenkampf und den Aktionismus. Die Romane von Christoph Hein, Uwe Tellkamp und Andreas Maier aus diesem Frühjahr sind - auf je sehr verschiedene Art -  Ausdruck dieses Unbehagens. Jetzt hat die Erfolgsschriftstellerin Birgit Vanderbeke dieses Thema aufgegriffen."

Mit dieser Feststellung hat Ijoma MANGOLD seine lange Einleitung beendet - inklusive einem Exkurs über das Jugendbewegungsgefühl der 70er, die wutlose Jugend der 00er und einer Kurzzusammenfassung des Films Die fetten Jahre sind vorbei. Der Erläuterung des Plots von VANDERBEKEs Roman Sweet Sixteen widmet sich MANGOLD nur missmutig, denn ihm fehlt hier das Ernst-JÜNGER-mäßige.

"So jedenfalls kriegen wir die Kids nicht auf die Barrikaden",

bemängelt MANGOLD.

BARTELS, Gerrit (2005): Revoltensehnsucht.
"Sweet Sixteen": Die Schriftstellerin Birgit Vandebeke möchte noch einmal Teil einer Jugendbewegung sein,
in: TAZ v. 23.07.

"Um es leicht abgewandelt mit der inzwischen auch nicht mehr so jugendlichen deutschen Rockband Tocotronic zu sagen: Die Idee von Birgit Vanderbeke ist gut, doch die Jugend nicht bereit. Oder, um es etwas härter zu formulieren: Die Idee ist gut, doch mehr auch nicht. Birgit Vanderbeke (...) hat - leider vergeblich - versucht, mit »Sweet Sixteen« einen Roman über die Jugend von heute zu schreiben, über eine aus dem Ruder laufende Konfrontation dieser Jugend mit den Eltern, mit Institutionen wie der Schule und dem Staat - und nicht zuletzt auch mit den Medien", erläutert der Rezensent das Romanvorhaben. BARTELS weist VANDERBEKEs Zaungast-Hoffnungen, die er als Projektionen auf die  Jugend von heute versteht, entschieden zurück:

"»Sweet Sixteen« liest sich so, als projiziere da jemand sein Unbehagen an dieser Gesellschaft, als sollte da eine Jugend die Eisen aus dem Feuer holen, an denen sich die ewig jugendlichen 78er (wahlweise 89er, Golf, Nutella und der ganze Quatsch) nie richtig verbrennen wollten und nicht mehr verbrennen wollen.
         Nur gut, dass »die Jugend« realiter doch komplexer ist als von Vanderbeke imaginiert und vielleicht sogar schläfriger und letzten Endes gar einverstandener. Sollen doch ruhig noch mal die Altvordern ran - denn wo steht geschrieben, dass Jugend und Revolte automatisch zusammengehören?"

MÄRZ, Ursula (2005): Verschwunden im Netz.
Die Resignation des Literarischen: Birgit Vanderbekes Roman "sweet sixteen" opfert sich exemplarisch seinem Sujet,
in: Frankfurter Rundschau v. 04.08.

HARMS, Ingeborg (2005): In dem Alter machen sie alle Party.
Birgit Vanderbeke möchte Teil einer Jugendbewegung sein,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.10.

 
       
   

Geld oder Leben (2003)
Frankfurt a/M: Fischer

 
   
     
 

Klappentext

"Und woran glauben Sie? An Geld oder an Leben? - Die Leute in diesen Erzählungen glauben alle an etwas anderes: Die Großmutter an Pfifferlinge, ein Kind an Schokoriegel, Mütter an die große Liebe und die heile Familie, Väter an die Freiheit, eine Lehrerin an die Gerechtigkeit und die Studenten zunächst an Nein-Danke und später an die große Geldvermehrung. Solange man an sie glaubt, scheint sie ja auch zu funktionieren. Oder etwa doch nicht?"

 
     
 
       
   

Rezensionen

WITTSTOCK, Uwe (2003): Böse Idioten, gute Asketen.
Birgit Vanderbeke fragt mit schriller Stimme: "Geld oder Leben", 
in: Welt v. 16.08.

Das einfache, glückliche und bescheidene Leben zu predigen in Zeiten, in denen Geiz geil ist, das findet WITTSTOCK überhaupt nicht nett. Konsumieren, konsumieren und nochmals Konsumieren ist die erste Bürgerpflicht! Aber nicht den Roman von Vanderbeke...

DÖRING, Tobias (2003): Wege in die Wiesengesellschaft.
Ru-Ru-Rucola: Birgit Vanderbeke macht ihren Erinnerungssalat an,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 27.08.

KRUMBHOLZ, Martin (2003): Pfeifen im Sandkasten.
Birgit Vanderbeke: "Geld oder Leben",
in: Neue Zürcher Zeitung v. 11.09.

JENNY, Urs (2003): Guten Morgen, liebe Sorgen!
Ein Frauenleben im Schnelldurchgang: Birgit Vanderbeke versucht mit ihrem neuen Buch einen erzählerischen Rundumschlag,
in: Spiegel Nr.38 v. 15.09.

ALBATH, Maike (2003): Gehen oder bleiben?
Ungeschminkte Einfalt: Vanderbekes alte Bundesrepublik,
in: Literaturbeilage der Frankfurter Rundschau v. 08.10.

ROHLF, Sabine (2003): Wurstsalat und Topfpflanzen.
In Birgit Vanderbekes Roman "Geld oder Leben" gewinnen die simplen Freuden gegen Designerhemden,
in: Berliner Zeitung  v. 04.12.

"Anders als die Generation der 68er lehnen wir Konsum nicht ab. Im Gegenteil, wir machen fasziniert mit und kaufen, was das Zeug hält. (...). Während die 68er nach einer Befreiung von der Konsumkultur strebten, ist Kaufen unsere Form von Freiheit",

schreibt Volker MARQUARDT in dem Buch Das Wissen der 35-Jährigen. Solche Sätze trennt die Generation Golf von den 78ern, deren Repräsentanten Reinhard MOHR und Birgit VANDERBEKE sind.

MARQUARDT versucht die Synthese: ein 78er der Generation Golf, der sich die Attitüde der Alternativkultur bewahrt hat und sie mit dem Hedonismus verbindet:

"Während die 68er Konsum an sich kritisieren, kritisierten wir die Produkte",

schreibt MARQUARDT über jene, die nach No Logo ihr schlechtes Gewissen mit ökologisch und politisch korrekten Produkten beruhigen. Geld oder Leben, das ist die Sache von MARQUARDT nicht. Designerhemden und simple Freuden sind kein Gegensatz, sondern der Mix macht's...

FREUNDEL, Natascha (2004): Schwere Themen leicht erzählt,
in: Büchermarkt. Sendung des DeutschlandRadio v. 03.03.

ALBRECHT, Bettina (2004): "Geld oder Leben".
Birgit Vanderbeke fragt sich, an was man eigentlich glauben soll,
in: Literaturkritik.de, Nr.4, April

 
       
   

Gebrauchsanweisung für Südfrankreich (2002)
München: Piper Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"Pont du Gard, pittoreske Natursteinhäuser und blühender Lavendel, das ist Südfrankreich. Nicht ganz. Denn wußten Sie beispielsweise, daß »Gekochtes Wasser« zu den Spezialitäten der provencalischen Küche gehört? Daß sich die meisten Bewohner dieses Landstrichs seit Jahrhunderten weigern, an die Zentrale in Paris Steuern zu entrichten? Oder daß noch immer ein Streit über den Erfinder der schmackhaften Cassoulet geführt wird? Mit genauem Blick und der ihr eigenen feinen Ironie schreibt Birgit Vanderbeke über die Leute im Süden Frankreichs, über ihren Eigensinn und ihre Fahrkünste, über die Trüffelmärkte und den Ramadan in Marseille. Eine Liebeserklärung an eine der wundervollsten und zugleich vielfältigsten Regionen Frankreichs."

Stimmen zum Buch

"Und habe ich nicht eben noch die »Gebrauchsanweisung für Südfrankreich« von Birgit Vanderbeke verschlungen, in der es eigentlich nur um zwei Dinge geht: Wie komme ich günstig an mein Traumhaus in der Provence - und wie bereitet man eigentlich ein Cassoulet à la Carcassonne zu?
Frankophilie und kulturellen Sensibilität ist die lockende Lavendel-Prosa der Romanautorin, die seit Jahren in Südfrankreich lebt und schreibt, Teil jenes pragmatischen Lebensverbesserungsprogramms der Generation Z: retten, was zu retten ist von den idealistischen Impulsen der Vergangenheit, aber mit Vernunft und Augenmaß."
(aus: Reinhard Mohr "Generation Z", 2003, S.38)

 
     
 
       
   

Das Buch in der Debatte

Reinhard Mohr - Generation Z
 
       
   

abgehängt (2001)
Frankfurt a/M: Fischer

 
   
     
 

Klappentext

"Den Himmel kann man nicht abhängen - alles andere schon. Ein anonymer Anrufer bringt den Alltag einer Schriftstellerin aus dem Rhythmus. Er beschimpft sie mit einer eigentümlich warmen Stimme. Als ob nichts gewesen wäre, erledigt sie aber weiterhin ihre Post, geht zum Sushi-Essen und überlegt, wie sie ihrer Tochter eine Tätowierung ausreden könnte. Auch wenn sich nichts wirklich verändert hat, ist doch alles anders geworden. Sie spürt die Angst im Rücken, fühlt sich beobachtet, und vielleicht gibt es ja auch jemanden, der sie ganz einfach abknallen will. Erst als sie sich eine Platte ihres Mannes Serge auflegt, eines Jazzmusikers, kann sie für kurze Zeit vergessen, dass nicht mehr alles in Ordnung ist. Beim Hören muss sie an Eddie denken, den genialen Geigenspieler, der gemeinsam mit Serge 'Blue Heaven' komponierte. Eddie war ganz plötzlich tot und eine Legende - einer muss ihn, der mit seiner Geige ziemlich an den Himmel rankam, verraten haben. Er wurde einfach abgehängt. Aber das ist normal. Und als ob nichts gewesen wäre, klingelt wieder das Telefon."

 
     
 
       
   

Rezensionen

KÄSSENS, Wend (2001): Dem Himmel so nah.
Zu neuen Ufern: Birgit Vanderbekes Erzählung "Abgehängt",
in: Welt
v. 03.03.

ORTHEIL, Hanns-Josef (2001): Die Sache mit Serge,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 10.03.

Infos zu: Hanns-Josef Ortheil - Autor der Single-Generation

OHLAND, Angelika (2001): Erfolg ist verdächtig.
"abgehängt": In ihrer neuen Erzählung singt Birgit Vanderbeke das Hohelied der Kunst und ficht den Kampf der Begabten gegen das dumpfe Establishment aus. Ein Jazzmusiker muss dafür sterben,
in: TAZ v. 13.03.

HELBLING, Brigitte (2001): Mit spitzen Fräuleinfingern.
Birgit Vanderbeke ist eine große Erzählerin. Ihr fehlt nur die Neugier,
in: Berliner Zeitung v. 20.03.

LEIPPRAND, Eva (2001): So tun, als ob.
Birgit Vanderbeke will einfach nicht erwachsen werden,
in: Literaturkritik.de
Nr.4 v. 22.03.

THUSWALDNER, Anton (2001): Was geschieht, wenn nichts geschieht.
Literatur mit Naivitätsbonus: Birgit Vanderbekes neuer Roman "Abgehängt",
in: Frankfurter Rundschau v. 31.05.

STEINMETZGER, Ulrich (2001): Normales - verkompliziert.
Schlecht "abgehängt": Birgit Vanderbekes jüngster Roman,
in: Saarbrücker Zeitung v. 18.08.

 
   

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© 2002-2015
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 14. März 2001
Stand: 27. August 2015