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Bodo Morshäuser in
seiner eigenen Schreibe
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- MORSHÄUSER, Bodo (1993): Die Feinen und
die Bösen.
Wer mit den Moden durch die Achtziger ging, wird sicher noch ein
paar Naziklamotten im Schrank haben. Bloß ist das heute nicht mehr so
lustig. Die Party ist vorbei, reden wir über sie!,
in: TAZ v. 20.02.
- Inhalt:
U. a. eine Kritik an den Theoretikern der
popkulturellen Postmoderne.
- MORSHÄUSER, Bodo (1993): Schlaffis, die
von Stärke reden, brauchen wir nicht.
Viele Jugendliche sind fremdenfeindlich und gewaltbereit: Hat die
Familie, die Erziehung versagt? Der Politikwissenschaftler
Claus Leggewie behauptet es. In der
letzten Ausgabe hielt er das "Plädoyer eines Antiautoritären für
Autorität". Der Schriftsteller Bodo Morshäuser ("Hauptsache Deutsch")
widerspricht ihm entschieden,
in: Die ZEIT v. 12.03.
- Inhalt:
MORSHÄUSER hält LEGGEWIE vor:
"»Plädoyer
eines Antiautoritären für Autorität« - das ist so, als ob Heinz
Erhard sagte: »Jetzt wollen wir doch endlich mal ernst werden!«".
-
MORSHÄUSER, Bodo (1993):
Neulich, als das Hakenkreuz keine Bedeutung hatte.
Der Achtzigerjahresspass und der Ernst der Neunziger,
in: Kursbuch Nr.113 Deutsche Jugend, September
- Inhalt:
MORSHÄUSER beschreibt seine eigene
Zaungast-Position:
"1953
geboren, war ich zu jung, um Aktivist der Revolte zu werden, während
es sie noch gab. Anfang der Achtziger war ich dreißig und zu alt für
einen Neujugendlichen. Während der siebziger Jahre gab es keine
eigenständige Jugendbewegung, gültig waren noch Reflexe aus den
Sechzigern."
MORSHÄUSER
typisiert die Jugendkulturen der letzten Jahrzehnte folgendermaßen:
"Die
Lauten oder Aktiven jeder Jugendlichen-Generation stehen unter einem
Unterscheidungsdruck gegenüber den Älteren überhaupt und den
Nächstälteren im besonderen. Es sieht so aus, als hätte man, um diesen
Trennungsstrich klar zu ziehen, in den Sechzigern links sein
müssen, in den Siebzigern subjektiv, in den Achtzigern
narzißtisch und in den Neunzigern rechts."
-
MORSHÄUSER, Bodo (2003): Wir sahen unschlagbar gut aus.
Der "Dschungel" war der berühmteste Club des alten Westberlin.
Jetzt erzählt eine Ausstellung seine Geschichte. Eine Erinnerung,
in: Tagesspiegel v. 17.10.
- Inhalt:
Bodo MORSHÄUSER ("Berliner
Simulation") räumt mit einer 68er-Legende auf:
"In
den Dschungel ging der angebliche
NST, der Neue
Sozialisations-Typ. Dieses bezaubernde Etikett haben
68er unsereinem aufgeklebt, um das
narzisstische Element, das uns angeblich von ihnen unterscheidet, zu
benennen. Es darf gelacht werden. Die Generation, die in den
Dschungel ging, die um 1950 Geborenen, war die erste deutsche
Nachkriegsgeneration, der der Weltkrieg nicht im Gesicht geschrieben
stand.
Die Generation Dschungel (das sind die Leute zwischen den
68ern und
78ern) war genauso wie alle anderen Jugendlichengenerationen vor
ihr: jung, laut und unverschämt, ausgestattet mit dem sicheren
Instinkt, dass sie jetzt dran ist. Sie überschätzte sich maßlos,
hatte aber den unschlagbaren Vorteil, gut auszusehen, jedenfalls
besser als die anderen. Die Generation Dschungel war auch nicht
kleinlich in ihren Irrtümern: All die Verkrampfungen aus der Angst
heraus, eventuell spießig zu wirken; der Dogmatismus; das
begleitende Lächeln zum grassierenden RAF-Terrorismus; diese ganze
Schlaumeierei, mit der allerdings jede Jugendlichengeneration, nicht
unbedingt zu ihrem Vorteil, geschlagen ist."
-
Neu:
MORSHÄUSER, Bodo (2004): Ich will kein Ticket zurück nach
Absurdistan.
Der Westberliner Schriftsteller Bodo Morshäuser über den alten
Buddelkasten Bad Westberlin, das Glück des Mauerfalls und die Leiden
eines legendären, desillusionierten Umzugsunternehmers,
in: tip Nr.19 v. 09.09.
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Bodo
Morshäuser im Gespräch
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Klappentext
"Dies ist die
Geschichte von Maik Steiner, einer
strahlenden Erscheinung, Schauspieler
in deutschen Kultfilmen der siebziger
Jahre, der in Westberlin Vera trifft,
die in Meditation, Drogen und Sex das
Neue Leben sucht. Nach der Trennung
von Maik verschwindet sie mit dem
gemeinsamen Sohn aufs Land und zieht
von einer Wohngemeinschaft zur
nächsten. Maik, auf dem Höhepunkt
seiner Karriere, macht sich auf,
diese beiden Menschen seines Lebens
wiederzufinden. Eine riskante Suche.
Er entdeckt, daß die ehemaligen
Reformprojekte, in denen er seinen
Sohn vermutet, zu totalitären Sekten
degeneriert sind. Zu diesen Kommunen
gehört beispielsweise ein
Erziehungslager für Kinder. Je
näher Maik seinem Sohn kommt, desto
tiefer sackt er beruflich, er
verwahrlost. Aber nicht nur sein
Leben ist aus dem Ruder gelaufen. Wir
hören von der Bruchlandung einer
Generation.
19701992. Zweiundzwanzig Jahre.
In seinen Armen das Kind
erzählt eine mitreißende, immer
spannender werdende Geschichte einer
Zeit, die abgeschlossen zu sein
scheint. Das täuscht. Der Roman
macht uns zu Zeugen einer
gegenwärtigen Vergangenheit. Nichts
ist erledigt. Alles wird noch einmal
fühlbar gemacht auch, was mit
der mobilisierten Energie passiert,
wenn die Ziele zerbrechen."
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Pressestimmen
"Dieser Roman lässt nicht
kalt (...). Die peinlich genaue Beschreibung
des Unglücks bestimmter Angehöriger einer
bestimmten Generation macht diesen Roman
lesenswert."
(Christoph Bartmann in der
SZ vom 20.03.2002)
"Der Titel des Buches
spielt auf die letzte Zeile von Goethes
Gedicht Erlkönig an: »In seinen
Armen das Kind war tot.« Das Kind liegt
allerdings nie in Maiks Armen, und tot ist es
auch nicht. Es spricht ihm gegen Ende des
Romans die Vaterschaft ab. Gestorben ist
etwas in Maik selbst: seine Vergangenheit und
mit dem verlorenen Sohn ein Stück
Zukunft."
(Paul Michael Lützelner in
der ZEIT vom 21.03.2002)
"Was
(...) liegt mehr in der Luft als ein
deutsches Pendant zu Michel Houellebecqs
Abrechnung mit den 68ern in Frankreich?
Entsprechend widmet sich die
elementarteilchenhafte Handlung des jüngsten
Romans von Bodo Morshäuser nun den
Post-68ern, die im Jahre 1970 zwar über
keine politischen Ideale mehr verfügen, von
der freien Liebe und dem Joint aber nicht
lassen können"
(Uta Beiküfner in der FTD
vom 28.03.2002)
"Was
Morshäuser bloßlegt, ist seit langem
bekannt. Schon auf den ersten Blick gleicht
das Sektennetzwerk des Romans der AAO, der
Aktionsanalytischen Organisation, die der
Wiener Aktionskünstler und Sektenanführer
Otto Muehl 1972 gründete und dann zu einem
Netzwerk höchst profitorientierter Kommunen
ausbaute. Ob es die kahl geschorenen Köpfe
sind oder das Recht des Kommunenanführers
auf »die erste Nacht«, ob es die
Misshandlung der Kinder ist oder die zentrale
Lenkung der kleinsten Einheit - spätestens
seit Muehl der Prozess gemacht wurde, wissen
wir, wie dieses totalitäre System
funktionierte."
(Angelika Ohland in der TAZ
vom 09.04.2002)
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Rezensionen
- BARTMANN,
Christoph (2002): Shula hat mir ein Leids
getan.
Zwischen Sekt und
Sekte: Bodo Morshäuser schreibt den
Roman der Generation Bambus,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 20.03.
- ZUCKER,
Renée (2002): Warum sitzt man so, wie
man sitzt?
Ungelöste
Grundsatzfragen in Bodo Morshäusers
neuem Roman,
in: Berliner
Zeitung v. 20.03.
- LÜTZELER,
Paul Michael (2002): Kräutertee macht
Kommuneterror.
Bodo Morshäusers
bester Roman handelt von der Stadtflucht,
in: Die
ZEIT Nr.12 v.
21.03.
- BEIKÜFNER,
Uta (2002): Die spinnen, die 68er.
Mit Bodo Morshäuser
fragt der Jugendbeauftragte der
Zeitgeistliteratur nach den Folgen des
Hippietums,
in: Financial
Times Deutschland
v. 28.03.
- OHLAND,
Angelika (2002): Maik war einfach nicht
naiv genug.
Die
schönen Ideen von damals und der Haufen
Scheiße, der aus ihnen geworden ist:
Bodo Morshäuser beschreibt die
Sektenszene der 70er-Jahre. Der Roman
"In seinen Armen das Kind"
enthält Sätze wie: "Für freie
Liebe taten sie alles",
in: TAZ
v. 09.04.
- Kommentar:
OHLAND
stört es, dass MORSHÄUSERs
Roman "In seinen Armen das
Kind" die Verfehlungen einer
sektiererischen Minderheit für
das Porträt einer ganzen
Generation ausgibt:
"Im
Einzelnen ist dieser Roman über
»Unzucht und Ordnung« sehr
genau und dabei passagenweise
spannend. Als solider
Unterhaltungsroman mit
zeitgeschichtlichem Hintergrund
und einigen netten satirischen
Schlenkern verdiente dieses Buch
Lob - wenn es nur nicht dauernd
mehr sein wollte."
- HUECK,
Carsten (2002): Suche nach der
vernebelten Zeit.
Bodo Morshäuser
Guckkastenbilder einer Generation,
in: Frankfurter
Rundschau v. 13.04.
- KRUMBHOLZ,
Martin (2002): Im Lauf der Zeit.
Bodo Morshäusers
Roman "In seinen Armen das
Kind",
in: Neue
Zürcher Zeitung v.
16.04.
- GILBERT-SÄTTELE,
Susanna (2002): Abgesang auf die Ideale
der 70er Jahre,
in: Stern
v. 17.04.
- HÜFER,
Agnes (2002): Bodo Morshäuser: In seinen
Armen das Kind,
in: Büchermarkt.
Sendung des DeutschlandRadio
v. 13.05.
- RÜDENAUER,
Ulrich (2002): Kräutertee und Sekten,
in: Saarbrücker
Zeitung v. 17.05.
- RICHTER,
Steffen (2002): Zwischen Meditation und
Müsli.
Was
von '68 übrig blieb. Bodo Morshäuser
hat es in seinem neuen Roman "In
seinen Armen" eingefangen,
in: Welt
v. 22.06.
- KRAFT,
Thomas (2002): Fassade eines kaputten
Lebens.
Bodo Morshäuser
erzählt von Sekten und Sektierern,
in:
Literaturkritik.de, Nr.7, Juli
- JUNG,
Werner (2002): Eine Generation tritt ab.
Sohnsucher,
Sektenfinder. Bodo Morshäusers neuer
Roman "In seinen Armen das
Kind" zeigt das Scheitern der
Post-68er,
in: Freitag
Nr.28 v. 05.07.
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Klappentext
"Sally, ich habe das alles
aufgeschrieben. Die Erzählung spielt im
August und September 1981 in Westberlin. Als
wir uns eines Nachts kennenlernten, floß
Blut. Auf einmal warst du weg. Ohne
Anschrift, ohne Nummer. Ich suchte dich,
schwirrte durch die Stadt, erster Teil. Ich
bin ein Berliner, aber das half mir nicht. Du
wurdest zur entfernten Geliebten. Ich traf
Freunde und Feinde, nur nicht dich. Nach
Wochen wußte ich nicht mehr, ob ich dich
suchte oder das Bild, das ich mir von dir
gemacht hatte. Ich gab die Suche auf. Bei
einem Rockkonzert sah ich dich wieder. Wir
umarmten uns, wir wälzten uns auf dem Boden.
Wir trafen uns im Raubtierhaus, wir trafen
uns auf dem Europa-Center. Du zogst bei mir
im kleinen Zimmer ein, zweiter Teil. Wir
waren kaum zu Hause; ich zeigte dir, wo du
angekommen warst, und du zeigtest mir, wo ich
herkomme. So wurden wir Komplizen. Du warst
weder die Entfernte noch die Geliebte,
sondern einfach aufs schönste da. Wir
tanzten den Big Spender. Berlin drehte sich.
Wir trafen Martin aus Zürich, Lora aus
Oldenburg, Terry aus New York und die
Streetfighter Tele und Bettina. Der
Häuserkampf wurde zum Straßenkampf. In der
Potsdamer Straße kam ein junger Mann ums
Leben. Wir waren da, wir gingen weiter. Ich
war der einzige Berliner und erzählte von
Berlin. Wir stiegen in Terrys
Straßenkreuzer, fuhren durch den Grunewald
und über den Q-Damm. In dem Kaufhaus tanzten
wir, Sally: Wir sind nicht mehr
empört."
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Zitate aus
"Berliner Simulation"
"Nur einer in diesem
Ubahnzug läßt ein Rätsel bestehen. (...)
Voller Gefühl sieht er finster drein. Wir
haben den gleichen Weg. Er komme aus
Süddeutschland, wo er arbeite, zum
Wochenende nach Berlin, wo er wohne. Er macht
einen militärischen Gruß und sagt: »Diesen
hier! Vier Jahre freiwillig. Im Jahr verdiene
ich 25 000 Mark. 6000 gebe ich für die
Flüge oder Bahnfahrten aus. Am Wochenende muß
ich eben zu meiner Frau!« (...)
Der Vermissende ist der Idiot. Das höchste
der Gefühle anderer für ihn ist Mitgefühl
- was ihn rasend macht."
"Manchmal wünscht Sally
sich, daß jemand uns besuchen kommt. Gäste
ohne Anmeldung tauchen hier so gut wie nie
auf. Das kennt sie nicht. »Ihr macht eure
Wohnungen nicht schön für andre. Jeder
richtet seine Wohnung nur für sich selber
her. Ihr habt keine gastfreundlichen Häuser,
obwohl ihr nichts gegen Gäste habt. Ihr seid
so viel allein in euren Wohnungen. Was macht
ihr nur den ganzen Tag, neben euren großen
Telephonen?«"
Stimmen zu
"Berliner Simulation"
"Frühjahr 1981 (...) Ein
Mythos war geboren, zu dem drei heiße Sommer
lang tout Berlin hinpilgerte (...)
Es ist die Zeit, von der Bodo Morshäuser in
seinem Roman »Berliner Simulation« seinen
Helden sagen läßt: »In diesen Tagen
Schöneberg zu verlassen, das wäre, wie nach
Oldenburg zu fahren«."
(aus: Sighard Neckel
"Die Macht der Unterscheidung",
2000, S.148f.)
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Ein
Beitrag von
single-generation.de zum Thema
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