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Burkhard Spinnen in
seiner eigenen Schreibe
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- SPINNEN, Burkhard (2001): Die
absolute Kindheit.
Kindheit ist das Lieblingsthema der jungen deutschen
Literatur. Kritiker erkennen darin ein Defizit. Burkhard Spinnen
sieht das anders: Die heute 30- bis 40jährigen schreiben mit dem
Bewusstsein ihrer Schicksalslosigkeit, und das ist gut so,
in: Literaturen Nr.9, September
- SPINNEN, Burkhard (2002): Westfalen.
Deutsche Landschaften (7): Zuhause im Normalen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 14.12.
- SPINNEN, Burkhard (2002): Erbarmen mit der
Bahn!
Aufruf eines verzweifelten Liebhabers,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.12.
- Kommentar:
Andere haben nur Meinungen, SPINNEN jedoch ist
Überzeugungstäter. Und die Bahn - so seine Überzeugung - hat den
Sündenfall längst hinter sich, und zwar als die Dampfloks
abgeschafft wurden.
- SPINNEN, Burkhard (2003): Das absolute
Kind.
Endlich neudeutsch: J. D. Salingers "Der Fänger im Roggen",
in: Süddeutsche Zeitung v. 17.03.
- SPINNEN, Burkhard (2003): Doch die
Missverhältnisse, sie sind nicht so.
Warum man derzeit über die Sozialdemokratie und die
Sozialdemokraten nur schwer reden kann,
in: Süddeutsche Zeitung v. 02.05.
- Kommentar:
"Die Lohnschreiberei war, nachdem im achtzehnten
Jahrhundert die »Autonomie der Kunst« erfunden worden war,
gründlich aus der Mode geraten. In Burkhard Spinnen scheint nun
der Hofkünstler, der schreibende Domestik, unter modernen
Bedingungen wiedergekehrt zu sein", schrieb kürzlich
Thomas STEINFELD über Burkhard
SPINNEN und sein neuestes Buch "Der schwarze Grat" (SZ vom
26.04.2003).
In dem Artikel offenbart nun
SPINNEN seine soziale Herkunft, um damit sein Verhältnis zur
Sozialdemokratie (allgemeiner zur Politik) zu begründen:
"Mein Elternhaus, in dem sich der Aufstieg
meines Vaters vom Hilfsarbeiterkind und Schlossergesellen zum
leitenden Angestellten vollzog,
wurde politisch keimfrei gehalten.
Ich selbst wählte während meiner hormonell
bedingten Widerstandsphase (1972-74) weniger politische als
vielmehr popkulturelle Ausdrucksmittel."
Das Wichtigste am Politiker ist für
SPINNEN der Lebensstil, denn ein Sozialdemokrat sollte ein
"verheiratet bleibender Familienvater" sein.
Vielleicht sollte STOIBER sich um die
nächste Kanzlerkandidatur bei der SPD bewerben!
-
SPINNEN, Burkhard (2004): Der Republik hat es die Stimme
verschlagen.
Nicht plaudern, reden! Ein Plädoyer für das Pathos,
in: Welt am Sonntag v. 11.04.
- Kommentar:
SPINNEN entdeckt den Populismus:
"den Verzicht auf Rhetorik und
Pathos konnten wir uns nur so lange leisten, wie wir reich waren.
Da nun aber unsere Wirtschaft erschüttert ist, da rächt es sich,
dass wir die politische Rhetorik auf den Index gesetzt haben."
Fragt sich nur. Welches WIR war
reich und ist nun angeblich nicht mehr reich?
Wenn es in Deutschland
Intellektuelle gäbe, dann wäre es deren erste
Intellektuellenpflicht die aktuelle Krisenrhetorik zu hinterfragen
und nicht, wie SPINNEN, zu verdoppeln.
-
Neu:
SPINNEN, Burkhard (2006): Bitte, seid behutsam. In jeder Beziehung.
Über Günter Grass, meinen
Vater und eine Generation, die Lehren aus ihrer Jugend zog,
in: Welt v. 14.08.
- Inhalt:
Burkhard SPINNEN verteidigt Günter
GRASS, indem er einen Vergleich mit der eigenen Vatersuche und
derjenigen von Ute SCHEUB ("Das
falsche Leben") zieht.
[mehr]
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Burkhard Spinnen im
Gespräch
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- WITTSTOCK,
Uwe (1997): Supermarkt oder: Die Ordnung des Lebens,
in: Neue Rundschau H.3
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Klappentext
"Ein Fußballprofi findet sich damit ab,
nur Reserve zu sein. Ein verheirateter Mann
simuliert den Ehebruch, ein Rockfan sucht halbherzig
sein altes Idol. Und ein zu allem entschlossener
Tyrannenmörder wartet noch auf ein angemessenes
Opfer.
Burkhard Spinnens Helden sind Männer, die sich mit
dem Mittleren arrangiert haben: mit mittleren
Laufbahnen, mittlerem Erfolg, mittleren Malaisen und
mittlerem Alter. Aber nur einen Schritt beiseite
getreten, erscheint das mittlere Maß als das
Mittelmaß; das heißt: als etwas vollkommen
Unerträgliches. Und so drohen eine kleine Aufregung,
ein überraschender Jahrestag oder eine harmlose
Notlüge gleich furchtbare Katastrophen anzurichten.
Der Mittelweg ist und bleibt der gefährlichste.
Burkhard Spinnens Geschichten sind darüber hinaus
Kalendergeschichten. Seine Helden stammen aus den
befriedeten Lebens- und Denkräumen der alten
Bundesrepublik, aus der man nach der Abschaffung von
Unterdrückung und Armut auch noch das Schicksal
hatte vertreiben wollen. Bei der Veränderung aller
Verhältnisse sind sie zwar noch beinahe jung, aber
bald darauf müssen sie schmerzhaft erfahren, wie
sehr ihnen ihre schlaraffische Vergangenheit noch in
den Knochen steckt. Gerade auf das Unabänderliche
und das Todsichere sind sie am wenigsten
vorbereitet.
Präzise, konzentriert, doch auch mit leicht
hochgezogener Augenbraue und dem ihm eigenen,
vertrackten Humor erzählt Spinnen zweierlei
zugleich: die Geschichten einiger ziemlich
durchschnittlicher Sonderlinge – und die späte
Konfrontation altbundesrepublikanischer Geborgenheit
mit dem Umstand, daß es spätestens ab der Mitte des
Lebens etwas rauh zugehen kann."
Pressestimmen
"Das Auffällige an Spinnens Prosa
ist ihre Ökonomie. Behende springt er mitten ins
Geschehen; schnell und präzise spannt er die
Korrodinaten einer Geschichte auf. »Niemals hate
sich Schürings vorstellen können, einmal Witwer zu
sein«; »Am Morgen wurde Kortschläger entlassen«;
»Bei einem Autounfall, den sie nicht verschuldet
hatten, kamen seine beiden Eltern ums Leben« - so
oder ähnlich beginnen alle vierundzwanzig
Erzählungen. Und doch findet sich keiner, als er am
Morgen aus unruhigen Träumen erwacht, in ein
ungeheures Ungeziefer verwandelt."
(Thomas Wagner in der Frankfurter
Allgemeinen Zeitung vom 06.10.2004)
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Rezensionen
-
WAGNER, Thomas (2004): Sie griff in die Ente.
Burkhard Spinnens neue Erzählungen,
in: Literaturbeilage der Allgemeinen Frankfurter Zeitung v.
06.10.
-
SCHMIDT, Thomas E. (2004): Die beruhigte Republik.
Burkhard Spinnes Erzählungen über den ganz normalen
deutschen Hamlet und seinen durchschnittlichen Wahnsinn,
in: Die ZEIT Nr.42 v. 07.10.
-
WERNER, Hendrik (2004): Glück? Von wegen! Da bleib ich doch
lieber auf der Bank,
in: Welt v. 30.10.
- WEISSMÜLLER, Laura (2004): In der
Abseitsfalle.
Burkhard Spinnens Erzählband "Der Reservetorwart",
in: Süddeutsche Zeitung v. 19.11.
- ESSIG,
Rolf-Bernhard (2004): Wenn die Haare wieder wachsen.
Burkhard Spinnens Erzählungen handeln ausschließlich von
mittelalten Männern,
in: Literaturbeilage der Frankfurter Rundschau v.
08.12.
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Klappentext
"Es fängt ganz harmlos an in Burkhard
Spinnens Roman »Langer Samstag«: Ulrich Lofart, 37
Jahre alt, Junggeselle und Verwaltungsjurist,
verliebt sich im Supermarkt in Dorothee, eine junge
Unternehmensberaterin. Zwar verliert er sie durch
eine Ungeschicklichkeit aus den Augen, doch später
findet er wieder Kontakt zu ihr durch eine Annonce
an der Pinnwand »Von Kunden für Kunden«, und
erstaunlich rasch entwickelt sich eine Beziehung
zwischen den beiden. Von nun an bleibt Lofart wenig
erspart. Denn einer wie er lebt nicht sicher, und
ganz besonders unsicher wird es für ihn neben
Dorothee. Bald steht er beruflich wie in
Liebesdingen im Chaos."
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Burkhard Spinnen zu "Langer Samstag"
"UW: Warum sind für uns die
»feinen
Unterschiede« im Supermarkt möglicherweise wichtiger
geworden als die »feinen Unterschiede« in den
Familienbeziehungen?
BS: Das hängt nicht zuletzt damit zusammen, daß es gar nicht
mehr soviel Familie gibt. Mir ist das erst beim Schreiben
aufgefallen. Ich hatte nicht vor, Singlehaushalte zu
beschreiben, sondern es ging mir zunächst einfach um eine
Figur, die ein stark entwickeltes Verhältnis zu ihrer
gegenständlichen Umwelt hat.
UW: Wie der Held in American Psycho von Bret Easton
Ellis.
BS: Ja, für den ist die Kleidung, die Mode, sind die
Accessoires, Ausstattungsstücke und Luxusartikel in seiner
Umgebung ungeheuer wichtig. Ähnliches findet sich auch in
den Büchern von Nicholson Baker, den ich sehr schätze. Das
war für mich die Ausgangssituation. Und daraus hat sich mit
einer gewissen - literarisch nachvollzogenen -
gesellschaftlichen Stringenz ergeben, daß mein Held alleine
lebt, daß er ein Single ist. Wer alleine lebt, ist eben die
Stunden, die er abends zu Hause verbringt, mit seinen
Gegenständen allein. Wer nicht alleine lebt, der führt
derweil vielleicht ein angespanntes Gespräch, und während
dieser Zeit spielen Gegenstände eine sehr untergeordnete
Rolle."
(aus: Uwe Wittstock "Supermarkt oder: Die
Ordnung des Lebens", Gespräch mit Burkhard Spinnen 1997)
Pressestimmen
"In seinem Romandebüt
»Langer Samstag«
reimt sich Gegenwart auf Torwart und mit ein wenig Mühe auf
Kassenwart: Ein blasser Mann aus der Wunderwelt der
Angestellten ist sein Held".
(Spiegel vom 29.01.1996)
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Burkhard Spinnen
in der Debatte
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weiterführende
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