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Dieter Wellershoff: Das Begehren in der Literatur von Goethe bis Houellebecq

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1925 in Neuß geboren
    • 1966 Debütroman "Ein schöner Tag"
    • 1969 Essayband "Literatur und Veränderung"
    • 2000 Roman "Der Liebeswunsch"
    • 2001 Essayband "Der verstörte Eros"
 
       
     
       
   

Dieter Wellershoff im Gespräch

 
   
  • WILMES, Hartmut (2000): Leben ist höhere Mathematik,
    in:
    Kölner Rundschau v. 29.08.
  • PHILIPP, Claus (2001): Das falsche "Nein" der Selbstbeschäftiger.
    Dieter Wellershoff und sein Überraschungsbestseller "Der Liebeswunsch",
    in: Der Standard v. 02.03.
 
       
   

Der verstörte Eros (2001)
Zur Literatur des Begehrens
Köln:
Kiepenheuer & Witsch

 
   
 
 

Klappentext

"Dieter Wellershoff folgt der Darstellung von Liebe und Leidenschaft, Verführung und Ehebruch in exemplarischen Werken der Literatur der letzten zweihundert Jahre, wobei er das Werk und die jeweilige Lebensgeschichte der Autoren, von Goethe bis Houellebecq, spannend und hellsichtig miteinander verknüpft.
Die klassischen Themen Liebe und Leidenschaft, Verführung und Ehebruch haben in den großen Romanen und Erzählungen der letzten zweihundert Jahre einen Ausdruck gefunden, der deutlicher als alle anderen Zeugnisse einen tiefgreifenden Wandel erkennen lässt. In immer neuen Schüben wurde die Bindung des Begehrens an Rituale und seine Kanalisierung durch Ehe und Moral von dem Wunsch nach uneingeschränkter Erfüllung gesprengt. Doch das Glück, das in diesem Prozess versprochen war, scheint immer weniger zu gelingen. In seinem neuen Buch, das ihn in gleicher Weise als brillanten Literaturkenner und Menschenbeobachter ausweist, folgt Dieter Wellershoff an beispielhaften Werken der Spur des Begehrens in der Literatur von Goethes »Leiden des jungen Werthers« bis zu Michel Houellebecqs »Elementarteilchen«. Er verbindet in vielfältiger wechselseitiger Spiegelung Werk, individuelle Lebensgeschichte und Zeitgeschichte und lässt die Autoren und ihre Darstellung des Sexuellen, ihre Obsessionen und Verstörungen nah und anschaulich vor uns erstehen, von Stendhal bis Henry Miller, von Marcel Proust bis D.H. Lawrence: Literatur mit Bodenhaftung und Liebende im trügerischen Licht der Illusion."

Pressestimmen

"Wiederkehrend stellt sich in der »Literatur des Begehrens« die Frage nach dem Mangel an Lebendigkeit.
Die Zeit heilt da keine Wunden, wie Wellershoff anhand von Houellebecqs »Elementarteilchen« zeigt"
(Thomas Linden in der Kölnischen Rundschau v. 18.10.2001)

"Die Pathologie des neunzehnten Jahrhunderts ist vergleichsweise idyllisch gegen die des zwanzigsten Jahrhunderts, dessen erste Hälfte noch erträglich ist verglichen mit den Abgründen, die sich bei Jelinek und Houellebecq auftun. Die vollendete sexuelle Aufklärung hat auch das Unglück vollendet.
(...)
Das Verhältnis zum Tod bestimmt das Verhältnis zum Eros (...). Das Schlimmste ist Sterbenmüssen, ohne wirklich gelebt zu haben."
(Hermann Kurzke in der FAZ v. 03.11.2001)

"Wenn Houellebecq die Befreiung der Sexualität als einen Absturz in darwinistische Barbarei beschreibt, so ist das heute ein Tabubruch, eine Umwertung der modernen emanzipatorischen Werte: Das Glücks- und Erfolgsprogramm der herrschenden Kultur hat sich gegen die traditionelle bürgerliche Verzichtsmoral des 19.Jahrhunderts durchgesetzt. In Houellebecqs Gedanken kehren alte Ängste vor der zerstörerischen Macht der Sexualität zurück."
(Gabriele Schmelz im Tagesspiegel v. 16.12.2001)

"Der blockierte depressive Narziß, Houellebecqs alter Ego, ist das von der Mutter vernachlässigte Kind. Es rächt sich, leidet und schreibt Romane, wird berühmt, aber weder glücklich noch frei. Werthers Sehnsuchtsrauschen ist noch da, wird aber weggedröhnt. Die Literatur des Begehrens hat ihre Sprache verändert, aber ihre Antriebswelle noch nicht ausgetauscht. Es ist wie im Märchen, das Zepter liegt in den Händen der guten und der schlechten Mutter. Houellebecqs Figuren sind schlimmer dran, als Goethes Personal. Man möchte nie wieder ins Fitness-Center gehen, aber endlich mal wieder in einen Park."
(Verena Auffermann in der SZ v. 02.02.2002)

 
 
 
       
   
  • Rezensionen

  • LINDEN, Thomas (2001): "Der verstörte Eros".
    Streifzug durch die Literatur des Begehrens,
    in: Kölnische Rundschau v. 18.10.
  • KURZKE, Hermann (2001): Die Krankheit heißt Emma Bovary oder Lolita.
    Vom Krampf der Lust: Dieter Wellershoff untersucht die Verstörungen des Eros in der Literatur,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 03.11.
  • PONTZEN, Alexandra (2001):...an diesem Abend lasen sie weiter.
    "Der verstörte Eros" von Dieter Wellershoff weckt das Begehren nach Literatur,
    in:
    Literaturkritik.de, Nr.12, Dezember
  • SCHMELZ, Gabriele (2001): Ach, wie viel die Liebe kostet.
    Von der Moral zum Marktgesetz: Dieter Wellershoff skizziert eine Geschichte des Eros in der Literatur
    in: Tagesspiegel v. 16.12.
  • AUFFERMANN, Verena (2002): Tausche Mutter gegen Buch.
    Dieter Wellershoff durchsucht die Literatur des Begehrens und findet den "Verstörten Eros",
    in: Süddeutsche Zeitung v. 02.02.
  • Neu:
    JUNG, Werner (2002): Literatur ist gefährlich.
    Wellershoff beschäftigt sich mit dem "verstörten Eros",
    in: Frankfurter Rundschau v. 11.07.
 
   
  • Dieter Wellershoff in der Debatte

  • JUNG, Werner (2002): Geglücktes Unglück.
    Dieter Wellershoffs gefährliche Literatur,
    in: neue deutsche literatur, H.1, S.151-158
 
   

weiterführende Links

 
     
   
 
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 04. November 2001
Update: 20. Oktober 2002
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