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Dorothea
Dieckmann: Klassentreffen der Lost Single-Generation
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Kurzbiographie
- 1957 in
Freiburg geboren
- 2002 Roman "Damen &
Herren"
- freie
Schriftstellerin und Kritikerin in
Hamburg
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Aktuellster
Beitrag
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Dorothea
Dieckmann in ihrer eigenen Schreibe
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- DIECKMANN,
Dorothea (2001): Wenn Literatur zum Geschwätz
verkommt.
Plädoyer
für die Wiedereinführung des Begriffs
Trivialliteratur,
in: Die
ZEIT Nr.48 v. 22.11.
- DIECKMANN, Dorothea
(2002): Kein Ausweg, nirgends.
Zum 70. Geburtstag von
Gabriele Wohmann ein neuer Roman,
in: Neue
Zürcher Zeitung v. 21.05.
- DIECKMANN,
Dorothea (2003): Schlüssellochroman.
Maxim Biller besichtigt das wahre Leben,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 19.03.
-
DIECKMANN, Dorothea (2004): Erinnerungsplitter, Alltagstrümmer.
Rujana Jegers Nachkriegsmosaik »Darkroom«
zeigt Europa als Comic: Grotesk, traurig und ausgelassen,
in: Die ZEIT Nr.29 v. 08.07.
- Inhalt:
Rezension des Romans
"Darkroom" von
Rujana JEGER.
- DIECKMANN, Dorothea (2005): Die
Erfindung der Vergangenheit.
Vom Nutzen und Nachteil der Erinnerung in der Literatur,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 06.06.
- DIECKMANN, Dorothea (2005): Die Erfindung
der Vergangenheit.
Vom Nutzen und Nachteil der Erinnerung in der Literatur,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 06.06.
- Inhalt:
Dorothea DIECKMANN sieht hinter der
Erinnerungsbedürftigkeit von Autoren wie
Sophie DANNENBERG,
Rainer
MERKEL und
Bernd CAILLOUX das gleiche Motiv
wirken wie hinter den negativen Utopien eines KAFKA oder BECKETT
oder den Endzeitvisionen von
JELINEK bis
HOUELLEBECQ:
"ein allzuberechtiger Mangel an Zuversicht".
DIECKMANN beunruhigt sowohl das
eine als auch das andere:
"Die Unheils-Projektionen sind die
Kehrseite einer Sehnsucht nach Heilung in (und von) der Welt, die
in beiden Zeitrichtungen leicht zur Sucht nach einer heilen Welt
führt - einer herrlichen Zukunft, einer vollendeten
Vergangenheit."
DIECKMANN fordert dagegen den
Möglichkeitssinn eines MUSIL oder das Prinzip Hoffnung (BLOCH)
ernst zu nehmen:
"Noch, und immer wieder noch, ist das
Gewesene nicht zu Ende. Die Erzählform der Erinnerung, die das
Vergangene weiterschreibt, wäre die unvollendete Vergangenheit."
-
Neu:
DIECKMANN,
Dorothea (2005): Der kurze Blitz der Anarchie.
Bernd Cailloux' Romanerstling "Das Geschäftsjahr 1968/69",
in: Neue Zürcher Zeitung v. 14.06.
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Dorothea
Dieckmann im Gespräch
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Klappentext
"Marx, die Stones
und Sergio Leone waren ihre Götter.
»Easy Rider« war noch immer Kult,
und Camus und Sartre waren die Themen
in den Schulpausen, »zwischen
Lehrerparkplatz und Eduscho«. Nun,
zwanzig Jahre später, treffen sie
sich wieder, in der Gaststätte
»Waidmannsruh«. Draußen fällt
Schnee.
Es wird ein bizarrer Abend. Fast alle
sind gekommen, und Marie, die
Erzählerin, mischt sich in den Kreis
der Gesichter, der schnell wieder
vertrauten Stimmen. Befangenheiten,
offene Rechnungen und unerfüllte
Wünsche, abgebrochene Karrieren und
zufriedene Mittelmäßigkeit
wie in einer Versuchsanordnung treibt
die kleine geschlossene Gesellschaft
auf Reaktionen zu, die niemand
erwartet und gewollt hat."
Pressestimmen
"Man wollte immer
schon anders sein als die anderen und
doch genauso wie sie.
(...) Denn sie alle lebten schon
damals - das ist so genau kaum je
registriert worden in einem anderen
Roman aus dieser nahen fernen Zeit,
den mittleren und späten siebziger
Jahren - lebten vom kulturellen
Abfall der nächstälteren
Generation, eingesponnen immer noch
in eine sekundäre Welt aus Camus,
Sergio Leone, Jim Morrison und Verena
Stefan, aus I can't get no
satisfaction oder Das kann
doch nicht alles gewesen sein und
She loves you, and you know you
should be glad, aus Hasch und Ho
Chi Minh. Leben aus zweiter, dritter
Hand, doch hautnah nacherlebt, wie
ganz echt. Zwischen den schon
unerreichbaren 68ern und der nicht
einmal ahnbaren Generation Golf ein
paar Jahrgänge im Niemandsland.
Das alles ergibt sich kunstvoll wie
nebenbei, denn der Roman und seine
Erzählerin denken gar nicht daran,
ihre Befunde hochzurechnen zu einer
Psychosoziologie der kurz vor 1960
geborenen Jungintelligenzija. Beide
haften immer nur an den
herausgeschnittenen Gesichtern (...),
beobachten neue und alte
Paarbildungen und unterscheiden
scharf Männer- und Frauenrollen: die
einen ewige Junggesellen, ob mit oder
ohne Bindung, »softe Machos«, die
anderen schuftend in Karrieren oder
Sozialfürsorge, versackt in
Kinderglück, späten Notehen oder
entschlossen feministisch. "
(Reinhard Baumgart
in der Zeit vom 16.05.2002)
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Rezensionen
- FK
(2002): Wenn aus alten Klassenkameraden
lauter Damen und Herren werden.
Johnny
wird nicht kommen. Tobias hat schon eine
Halbglatze, Petzi sieht langsam ihrer
Mutter ähnlich,
in: Welt
Hamburg v. 07.03.
- VENSKE,
Regula (2002): Dorothea Dieckmann: Damen
& Herren,
in:
Divertimento.
Sendung des NDR3 Radio
v. 09.04.
- BAUMGART,
Reinhard (2002): Noch eine verlorene
Generation.
Mit Dorothea
Dieckmann auf einem Trip durch die
Vergangenheit von Vierzigjährigen,
in: Die
ZEIT Nr.21 v.
16.05.
- FESSMANN,
Meike (2002): Schwätzmaschinen.
"Damen &
Herren": Klassentreffen mit Dorothea
Dieckmann,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 27.05.
- LANGNER,
Beatrix (2002): Der maskierte Mund.
Dorothea Dieckmanns
erster Roman - und ein Essay,
in: Neue
Zürcher Zeitung v.
12.06.
- KOHSE, Petra (2002):
Sachbearbeiter der Existenz.
Dorothea Dieckmanns
Roman "Damen & Herren"
schabt an der Peripherie der Pubertät,
in: Frankfurter
Rundschau v. 22.06.
- Kommentar:
Wer
Hochliteratur von anderen
einfordert, der darf sich nicht
darüber wundern, wenn er an
seinen eigenen Ansprüchen
gemessen wird:
"Das
Klassentreffen (...) ist im
Alltag nicht nur der ideale Ort,
sondern in der
lebensgeschichtlich
interessierten Literatur auch das
ideale Motiv, um ins Nachdenken
und ins Erzählen zu kommen. Und
gerade in letzter Zeit scheint es
besonders gern verwendet zu
werden. Von Robert Menasses Die
Vertreibung aus der Hölle
über Nachthaut
von Sabine Friedrich bis zu
Krimis und dokumentarischen
Versuchen reicht sein
Verbreitungsgebiet, und Dorothea
Dieckmanns Roman Damen
& Herren
handelt sogar ausschließlich
davon. Was erstaunlich ist. Denn
ausgerechnet diese
Autorin, die als
Literaturkritikerin und
Essayistin bekannt ist, hat im November
letzten Jahres in der Zeit
vehement über die Zunahme
populärer und trivialer Aspekte
in der deutschsprachigen
Literatur geschimpft. Und musste
doch ungefähr zur gleichen Zeit
ein eigenes Buch in den Druck
gegeben haben, das nicht nur ein
definitiv populäres Motiv
ausarbeitet, sondern auch zur
Prime Time der Rückbesinnung
spielt, zwischen Weihnachten und
Neujahr".
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Dorothea Dieckmann in
der Debatte
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weiterführende
Links
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